Samstag, 29.12.2012

2013 wird heiter bis wolkig

Nur in wenige Branchen geht es derart rasant zu wie in der IT-Branche. Jeden Tag gibt es etwas Neues zum Staunen - wer nicht aufpasst, verliert ganz schnell den Anschluss. Klar vorherzusagen, was ein neues Jahr wohl bringen mag, ist kaum möglich. Gewisse Prognosen sind aber trotzdem drin, wenn auch mit einer gewissen Fehlertoleranz. Im Grunde ist es bei solchen Vorhersagen wie beim Wetter: Das von morgen und übermorgen lässt sich ziemlich präzise bestimmen, das Wetter in einer Woche nur noch recht bedingt.

Klarer Trend: Mehr Mobilgeräte - nicht nur Tablets
In diesem Sinne wage ich zu behaupten: Das Jahr 2013 wird heiter bis wolkig. Heiter, weil sich auch im neuen Jahr der Trend zum Mobilgerät fortzsetzen wird. Finde ich begrüßenswert, denn Mobilgeräte sind eine Bereicherung. Wer will schon immer vor dem PC sitzen? Kein Wunder, dass Tablets 2012 der große Renner gewesen sind. Das wird auch im nächsten Jahr so sein.

Zum ersten Mal ist die Dominanz von Apple gebrochen: Amazon ist erfolgreich mit dem Kindle Fire, Samsung verkauft sein Galaxy Tab, Google punktet mit dem Nexus 7, Microsoft ist mit dem Blog: Surface gestartet. Es gibt nicht mehr nur ein Tablet, es gibt ganz viele. Selbst Apple hat mittlerweile verschiedene Baugrößen im Angebot.

Gut so. Das wird in 2013 so weiter gehen: Noch mehr Hersteller, noch mehr Modelle, noch mehr Baugrößen. Weil aber auch andere Geräte wie selbstverständlich mit dem Internet verknüpft werden ("Internet of things"), wird sich meiner Meinung nach ein anderer Trend verstärken: das Cloud Computing. Im vergangenen Jahr noch hat das Cloud Computing den Blog: Big Brother Award bekommen. Weil Datenschutz hier (bislang) nicht gewährleistet ist. Das wird die Datenwolke aber nicht davon abhalten, auch 2013 immer größer zu werden.

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Die Auswahl an Tablets wird 2013 noch viel größer werden


Die Datenwolke ist überall - und fast unausweichlich
Die Cloud ist keine Eintagsfliege, keine Modeerscheinung, sondern erkennbar eine Entwicklung. Wir werden immer öfter unsere Daten in der Datenwolke speichern, im Internet also. Einfach, weil es bequem ist - und weil es die Geräte mehr oder weniger automatisch machen. Der Komfort weicht den Bedenken. Wer Musik in der Cloud speichert, kann immer und überall darauf zugreifen. Ob Apple, Google, Amazon oder Microsoft: Sie alle bieten heute die Möglichkeit, die eigene Musikbibliothek ins Netz zu verlagern. Wer das mal ausprobiert hat, wird Gefallen daran finden. Denn wer mag schon immer auf allen Geräte seine Musik aufspielen? Viel zu mühsam. Mit der Cloud wird's einfacher.

Bei Fotos ist es ganz ähnlich: Auch die landen heute in der Cloud. Streng genommen gehört auch Facebook zur Cloud, so wie jeder Onlinedienst. Wer ein iPhone oder iPad benutzt, erzeugt einen Fotostream. Bei Android-Geräten ist es nicht viel anders: Fotos können bei Picasa oder im Google Drive gespeichert werden. Und wer mehrere Geräte benutzt, macht das auch, einfach weil es so praktisch ist. Microsoft geht einen ganz ähnlichen Weg mit seiner Online-Festplatte Blog: Skydrive.

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Die Datenwolke sorgt dafür, dass Fotos auf allen Geräten zu sehen sind


Die Datenwolke wird auch sicherer
Neue Hardware ohne Onlineanbindung, ohne Cloud? Nicht denkbar. Auch Spielekonsolen setzen mittlerweile auf die Datenwolke. Für Alltagsdaten wie Termine, Kontakte, Notizen, Fotos, Videos oder Musik ist die Datenwolke ohne Frage nützlich und bequem - und das Risiko, selbst Opfer von Hackangriffen oder Schnüffelaktionen zu werden eher überschaubar. Ob man auch seine privaten, persönlichen und diskreten Dokumente in der Cloud speichert, ist eine andere Frage. Auch das ist möglich - und wird sicher zunehmend gemacht. Anwendungen wie WWW: Office 365 sorgen schon dafür, dass sich auch in diesen Bereichen die Datenwolke durchsetzt.

Klar: Es wird auch 2013 Menschen geben, die ohne die Cloud auskommen. Manche werden das von sich behaupten - haben aber trotzdem Daten in der Cloud, ohne es zu wissen. Aber die Zahl der Skeptiker wird kleiner werden. Gleichzeitig werden aber auch die Anbieter solcher Cloud-Dienste in Sicherheit, Datenschutz, Vertrauen und sichere Datenverbindungen investieren müssen, um alle zu überzeugen.

Eins sollte man bei der Betrachtung des Themas niemals vergessen: Auch auf der eigenen Festplatte oder im eigenen Smartphone sind Daten nicht hundertprozent sicher. Es gibt genügend Belege dafür, schließlich gibt es Trojaner noch und noch. Einem Cloud-Dienst können Trojaner in der Regel nichts anhaben. Dafür gibt es andere Risiken. Die sollte man kennen, dann lässt sich die Datenwolke gewinnbringend nutzen.

Wer meint pads,e-reader,"smart"phones benutzen zu muessen und dies auch noch"sicher",d.h. Kontrolle uber seine Daten dabei zu haben-der sollte sich auf seinen Geisteszustand ueberpruefen lassen!Helfen wuerde gegen den Weg zum thin client,mit totaler Kontrolle ueber unser Leben in den Haenden von einigen wenigen Megakonzernen,nur der totale Kaeuferboykott.Den wird es aber leider nicht geben.Besonders die ach so hochgelobte "Generation Internet",die ja angeblich so viel besser Bescheid weis,weiss meist rein garnichts und verhaellt sich wie die Lemminge.Gefoerdert wird dies noch durch derartiges Geschreibsel wie diesen Artikel,der derartige Fehlentwicklungen auch noch hypet.Niemand braucht eine"Wolke"-lokale Speichermedien sind in ihren Kapazitaeten gross genug,bei gleichzeitiger minituarisierung, so dass jeder seine daten jederzeit bei sich haben kann.Zudem gibt es kostenlose Opensource Verschluesselungsprogramme,die selbst von "Nichtexperten"einfach angewendet werden koennen.

Robin am 30.12.12 8:36

Wer meint eine "cloud"waere sicher vor Viren,der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten-oder Volksvertreter die Interessen des Volkes vertreten.

virus am 30.12.12 8:40

Mit der 'cloud' bin ich auch eher skeptisch, in puncto (1) Datenschutz und auch der (2) Verfuegbarkeit. (1) - Kalender online, per Telefon, Computer und Tablet automatisch synchronisiert, Einkaufliste auf Computer verfasst, im Supermarkt dann auf dem Telefon - praktisch. Aber die Vorstellung, dass mein Telefon alle Adressen meiner Freunde hinter den Kulissen ins Netz schickt ist mir widerwaertig. Diese Funtkion nutze ich daher nicht. (2) Wenn kleine Datenmengen geladen werden, besonders unterwegs, ok, aber wenn ein Musikstueck in der 'cloud' beim streamen staendig unterbricht weil die Netzverbindung schlecht ist, wuerde es mich sehr stoeren! Mich regt es schon oft genug auf, dass Videos (sorry - leider auch auf der WDR-Seite) langsam streamen und es immer wieder zu Unterbrechungen kommt. Ausserdem, in Gegenden ohne Netz? Also lieber lokal. Mal abgesehen, von dem Datenvolumen/Kosten, ohne _echte_ Datenflat auf dem Handy kostspielig.

chris26 am 4.01.13 11:59

Mit der 'cloud' bin ich auch eher skeptisch, in puncto (1) Datenschutz und auch der (2) Verfuegbarkeit. (1) - Kalender online, per Telefon, Computer und Tablet automatisch synchronisiert, Einkaufliste auf Computer verfasst, im Supermarkt dann auf dem Telefon - praktisch. Aber die Vorstellung, dass mein Telefon alle Adressen meiner Freunde hinter den Kulissen ins Netz schickt ist mir widerwaertig. Diese Funtkion nutze ich daher nicht. (2) Wenn kleine Datenmengen geladen werden, besonders unterwegs, ok, aber wenn ein Musikstueck in der 'cloud' beim streamen staendig unterbricht weil die Netzverbindung schlecht ist, wuerde es mich sehr stoeren! Mich regt es schon oft genug auf, dass Videos (sorry - leider auch auf der WDR-Seite) langsam streamen und es immer wieder zu Unterbrechungen kommt. Ausserdem, in Gegenden ohne Netz? Also lieber lokal. Mal abgesehen, von dem Datenvolumen/Kosten, ohne _echte_ Datenflat auf dem Handy kostspielig.

chris26 am 4.01.13 12:00

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