Mittwoch, 12.12.2012

Facebook überarbeitet die Privatsphäre-Einstellungen

Bitte nicht wundern, denn diese Nachricht gab es schon öfter: Facebook wirft die Privatsphäre-Einstellungen über den Haufen. Wieder einmal. WWW: Bis zum Jahresende soll es eine Reihe von Neuerungen geben. Die meisten davon gefallen mir: Sie ermöglichen uns eine bessere Kontrolle. Aber wie es bei Facebook so ist: Gleichzeitig werden wir auch eine Kröte schlucken müssen.

Privacy Shortcuts; Rechte: Facebook
Die neuen "Privacy Shortcuts" sollen mit wenigen Klicks den Zugriff auf die wichtigsten Privatsphäre-Einstellungen bieten.

Die auffälligste Neuerung, die Facebook ankündigt: die "Privacy Shortcuts". Die bestehen aus einem neuen Menüpunkt, der sich in Zukunft direkt über die blaue Menüleiste ansteuern lässt. Darüber soll ich mit wenigen Klicks einstellen können, wer meine Statusmeldungen, Fotos oder Links sehen darf und wer überhaupt Kontakt mit mir aufnehmen darf. Außerdem soll ich über dieses Menü mit wenigen Klicks andere Nutzer blocken können - eine Funktion, die damit sehr prominent wird.

Wie genau die einzelnen "Privacy Shortcuts" funktionieren werden, verrät Facebook noch nicht. Genau darauf bin ich aber sehr gespannt. Bisher habe ich meine Privatsphäre auf "Benutzerdefiniert" gestellt, um sehr genau zu kontrollieren, wer welche Beiträge sehen darf. Dafür ist aber eine ganze Reihe verschiedener Einstellungen nötig. Ob sich das alles über ein Menü regeln lässt?

Facebook verspricht außerdem eine bessere Kontrolle über das Aktivitätenprotokoll. Diese Liste, die ich über meine Chronik ansteuern kann, enthält auch heute schon mein komplettes Leben im sozialen Netzwerk: Kommentare, die ich bei anderen Nutzern hinterlassen habe, Beiträge und Fotos, denen ich ein "Gefällt mir" spendiert habe, oder Informationen, wer welche Beiträge sehen darf. Das Aktivitätenprotokoll bekommt jetzt eine eigene Navigation - das sorgt für einen besseren Überblick.

Aktivitätenprotokoll; Rechte: Facebook
Das ganze digitale Facebook-Leben auf einen Blick: Das Aktivitätenprotokoll soll übersichtlicher werden.

Facebook stellt zusätzlich eine Funktion bereit, über die ich gleich reihenweise meine Markierungen auf Fotos löschen kann. Jedes Foto durchzugehen, auf dem ich markiert bin, war bisher eine Sisyphos-Arbeit. Bald soll das mit wenigen Klicks erledigt sein. Ist die Markierung dann weg, bleibt das Foto aber auch in Zukunft online. Eine weitere Funktion macht es möglich, den Nutzer, der es hochgeladen hat, zu bitten, ein Foto zu löschen. Mehr als diese Bitte ist aber nicht drin.

Eine weitere gute Neuerung: Wer in Facebook Anwendungen nutzen will, muss dafür in Zukunft zwei Genehmigungen erteilen. Erstens die Genehmigung, dass eine Anwendung die eigenen Daten abgreifen darf. Zweitens die Genehmigung, dass eine Anwendung im eigenen Namen etwas posten darf. Damit kann ich in Zukunft zum Beispiel einer Musik-Anwendung erlauben, zu checken, welche Künstler ich mag. Dieselbe Anwendung darf aber nicht mehr so einfach posten, welchen Song ich gerade höre. Für Spiele, also die problematischsten aller Anwendungen, gilt diese neue Regel allerdings nicht.

Und war da nicht noch was? Ja, da war noch was: Die Kröte, die wir schlucken müssen. Die betrifft alle Nutzer, die eingestellt haben, dass sie über die Facebook-Suchfunktion nicht gefunden werden möchten. Facebook kassiert diese Einstellung. Es habe auch so genügend Mittel und Wege gegeben, Nutzer zu finden, die sich verbergen wollten. Außerdem habe sich nur eine einstellige Prozentzahl der Nutzer "versteckt". Dass sind bei über einer Milliarde Nutzer zwar immer noch bis zu zehn Millionen Leute. Facebook hält diese Einstellung aber offenbar einfach für unsinnig.

Interessant übrigens, dass die Privatsphäre-Einstellungen geändert werden, kurz WDR: nachdem Facebook die Mitbestimmung der Nutzer abgeschafft hat. So lange zu warten, wäre gar nicht nötig gewesen - was sich jetzt in Sachen Privatsphäre ändert, sieht nämlich erst einmal ganz positiv aus.

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