Freitag, 23.11.2012

Twitter Trends geraten aus dem Takt

So etwas wie einen Sendeschluss kennt Twitter nicht. Auf dem Nachrichtendienst werden rund um die Uhr Tweets abgesetzt, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Schließlich passiert gerade immer irgendwo etwas. Und wenn nicht, kann man das ja auch in die maximal 140 Zeichen packen, die sich so verniedlichend "Tweets" nennen. 500 Millionen Menschen nutzen Twitter mittlerweile weltweit. Fest steht: Nirgendwo sonst kann man leichter herausfinden, was die Community gerade bewegt als auf Twitter, welche Trends es gerade online gibt. Thematisch.

Twitter Trends: Was gerade besonders emsig diskutiert wird

Twitter Trends: Was gerade besonders emsig diskutiert wird

Trend-Barometer Twitter: Wo wird was getwittert?
Twitter ist ein wunderbares Trend-Barometer. Unter WWW: trendsmap.com zum Beispiel kann man nicht nur sehen, über welche Themen auf Twitter gerade verstärkt diskutiert wird, sondern sogar, wo auf der Welt. Überall gibt es andere Lieblingsthemen. Trendsmap zeigt auf einer Onlinekarte, welche Stichwörter gerade regional eine besondere Rolle spielen.

Aber auch Twitter selbst verrät die aktuellen Twitter-Trends. Wer sich eingeloggt hat, kann links neben seinen Tweets eine Liste mit aktuellen Trends erkennen. Normalerweise erscheinen hier auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Trends, die also im weiteren Sinne etwas mit den eigenen (vermutlichen) Interessen zu tun haben. Auf Wunsch lässt sich das aber auch ändern, dann präsentiert Twitter hier die wichtigsten Trends aus Deutschland oder weltweit (oder aus einem anderen Land). Wer nicht eingeloggt ist, kann diese Trends direkt unter der WWW: Twitter-Suche finden.


Was Twitter ist - oder sein will

Gestörte Trend-Anzeigen
Doch schon seit einer Weile scheinen die Trendangaben immer mal wieder nicht ganz korrekt. So präsentiert uns Twitter zum Beispiel gerade die Trends WWW: Happy Thanksgiving, WWW: Buch, WWW: Kaffee und WWW: Tag in der Trendliste. Sicher, diese Begriffe kommen in vielen Tweets vor - aber sie sind, mit Ausnahme von "Happy Thanksgiving", da in den USA gerade Feiertag ist, eindeutig kein Trend. Der Algorithmus spinnt, spuckt unpassende Begriffe aus.

Und selbst "Happy Thanksgiving" ist nicht korrekt. In den USA ist das am Feiertag zweifellos der Hashtag schlechthin, glaube ich sofort. Für mich ist er aber nicht relevant, ich folge nur wenigen amerikanischen Twitterern. Und auch in der deutschen Trend-Hitliste taucht das Schlagwort auf, was wohl unmöglich sein kann.

Der Algorithmuss muss zuverlässiger erkennen, welche Begriffe gerade relevant sind. Dazu müssen nicht nur die mit dem Hashtag "#" gekennzeichneten Begriffe ausgewertet werden, sondern alle. Keine einfache Aufgabe, aber eine, die zu bewältigen ist. Und es hat auch lange gut geklappt. In letzter Zeit aber häufiger auch mal nicht. Die Trends haben Schluckauf - die Programmierer müssen sich mehr Mühe geben. So kann es nicht bleiben.

Sponsored Trends: Aufmerksamkeit gegen Bezahlung
Doch was viele nicht wissen: Die Trendlisten spiegeln ohnehin nicht immer die wahren Trends wieder. So können Werbekunden - gegen entsprechende Bezahlung - so genannte WWW: Promoted Trends buchen. Das sind dann Schlagwörter, die in den Trends auftauchen (wenn auch mit der Kennzeichnungen "Gesponsert" versehen), obwohl sie eigentlich gar keine Trends sind, zumindest keine algorithmisch ermittelten. Die Aufmerksamkeit für solche Einträge ist jedoch hoch. Die User lesen bestimmte Begriffe und prägen sie sich ein, viele landen auf entsprechend präparierten Webseiten. Das lässt sich Twitter gut bezahlen, verfälscht aber eindeutig die Trendlisten.

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