Samstag, 17.11.2012

Mit Ingress vernetzt Google echte und virtuelle Welt

Google will gerade irgendwie überall mitmischen. Jetzt hat der Onlinekonzern ein Onlinespiel namens WWW: Ingress an den Start gebracht, das echte und virtuelle Realität miteinander verschmelzen lässt. Wer Ingress spielen will, der braucht ein Android-Handy, lädt die kostenlose WWW: Game-App aufs Gerät und stürzt sich tapfer ins Geschehen.

Es gilt, eine geheimnisvolle Energie zu erforschen, die plötzlich überall auf der Welt entdeckt wird und sich zunehmend ausbreitet. Ein Trailer in Hollywood-Manier stimmt einen auf die Geschichte ein: Irgendwie bedrohlich, irgendwie mirakulös, irgendwie spannend - diese Energie. Natürlich hinterlässt der Trailer mehr Fragen als Antworten, denn sonst wäre man ja nicht neugierig, sich auf das Spiel einzulassen. Fest steht: Der Spieler muss eine Menge entdecken, er soll diverse Rätsel lösen - und auch verschiedene Orte erforschen.

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Ingress: Mit Smartphone bewaffnet die Stadt erkunden - und Rätsel lösen

Der Spieler muss auf die Straße
Das ist das Besondere an Ingress: Der Spieler muss den Hintern von der Couch hieven und sich nach draußen begeben - freilich mit Smartphone bewaffnet. Denn die geheimnisvolle Energie kann vor Ort erkundet werden, an öffentlichen Plätzen zum Beispiel. Der Spieler muss sich entscheiden, ob er die Energie für die Menschheit nutzen möchte (als Mitglied der Gruppe "Enlightened") - oder ob er sie bekämpfen will (Gruppe "Resistance"), weil er befürchtet, dass Ungutes von ihr ausgeht. So kämpfen die Spieler gegeneinander. Live.

Mitspielen kann im Grunde jeder, auch wenn er sich nicht auf den Weg macht, Orte in der echten Realität zu erkunden. Spannender ist es aber, wenn man auch rausgeht - und wenn man als Spieler anderen Spielern in der echten wie in der virtuellen Realität begegnet. Dazu müssen die Spieler stets auf ihr Handydisplay schauen. Dort wird das aktuelle Kamerabild überlagert von Bildern und Infos aus dem Netz, etwa mit Hinweisen, wo ganz konkret Rätsel oder Aufgaben versteckt sein könnten, wo sich andere Spieler gerade aufhalten.

Augmented Reality lässt echte und virtuelle Realität verschmelzen
Augmented Reality nennt sich das, wenn auf diese Weise echte und virtuelle Realität miteinander verwächst. Das deutsche Onlineprojekt WWW: Twinkomplex, das am Flughafen Tempelhof spielt (und auch produziert wurde), funktioniert nach einem ganz ähnlichen Prinzip. Auch hier müssen sich die Spieler in die echte Welt begeben. Ein recht komplexes Spielkonzept, das - zumindest bislang - nicht zum Massenphänomen taugt. Einige sind begeistert, aber viele (noch) abgeschreckt, weil sie das alles für zu kompliziert halten, inhaltlich wie technisch.

Geld verdienen die Macher von Twinkomplex, indem sich Spieler gegen entsprechende Bezahlung kleine Vorteile im Game verschaffen, etwa mithilfe einer erweiterten Ausrüstung. Auch Google hat durchaus vor, mit dem Spiel Geld zu verdienen. Es gibt diverse Produkte zu kaufen - und offensichtlich plant Google auch, innerhalb des Spiels Werbung zu platzieren. Denn wenn die Spieler erst mal mit Smartphone bewaffnet unterwegs sind, lassen sich auch Restaurants oder Bars empfehlen. Mal ganz abgesehen davon, dass Google sich mal wieder selbst mit zusätzlichen Daten versorgen kann, etwa, welche Spielgewohnheiten jemand hat, wo er wohnt und sich aufhält und vieles andere mehr.

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Twinkomplex ist ein in Deutschland entwickeltes AR-Spiel

Die Wirklichkeit setzt Augmented Reality klare Grenzen
Spiele wie Twinkomplex oder Ingress werden wir in Zukunft öfter sehen, auch vermeintlich seriöse Apps, die auf Augmented Reality setzen: Immer leistungsfähigere Smartphones machen es möglich, jederzeit Infos aus dem Netz zu holen, sogar multimediale Inhalte, und sie mit der echten Realität zu verschmelzen. Mit WWW: Fieldtrip hat Google schon länger eine App im Angebot, mit der man spielerisch seine aktuelle Umgebung erkunden kann. Ingress ist praktisch die konsequente Weiterentwicklung dieses Konzepts.

Allerdings haben solche AR-Spiele und AR-Apps auch gewisse Nachteile. Sie funktionieren in der Regel nur in Großstädten und Ballungsgebieten gut. Nur hier sind genügend Spieler oder User präsent, nur hier lohnt es sich, entsprechende Infos bereitzustellen, die in den AR-Apps auftauchen. Die Wirklichkeit setzt der Augmented Reality Grenzen. Darüber wird allerdings nur selten gesprochen. Twinkomplex beispielsweise macht derzeit nur dann so richtig Spaß, wenn man selbst in Berlin ist, dort also, wo auch das Spielgeschehen verortet ist.

Übrigens: Wer bei Ingress mitspielen will, muss an der geschlossenen Beta teilnehmen. Auf der Homepage gibt es die Möglichkeit, sich dafür anzumelden - mit etwas Glück erhält man nach einigen Tagen eine Einladung und kann mitmachen. Der offizielle Start sollte aber auch nicht mehr lange dauern.

Hallo ... denkt irgendjemand schon mal daran, dass man HEUTE vielleicht noch davon ausgehen kann, das die Mehrheit "Realität" und "augmented reality" und "Virtuelle Welt" auseinanderhalten kann. Aber das wird in 10 Jahren kaum noch so sein. Ahnt irgendjemand, was es für eine Macht ist, was es für Folgen haben kann, wenn mit diesen Mixed REality Spielen mal jemand die Aufgabe stellt irgendwelche "Bösen" zu finden, die ein "Unglück" sind...? Schon klar, solche Spiele lassen sich wohl kaum aufhalten, weil die Geschäfte, in deren Nähe die "Spieler" ehrlicher sollte man schreiben: Konsumenten - gelotst werden kräftig dafür zahlen müssen, damit sie noch in der "Fussgängerzone" liegen. Aber es wird der Tag kommen, da wird eine Jagd eröffnet....
Meinjanur.

Klint Ostwald am 18.11.12 19:58

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