Samstag, 20.10.2012

Warum so viele Ubuntu lieben

Wenn von Betriebssystemen die Rede ist, dann denken die meisten an Microsoft Windows oder Mac OS X für die Apple-Welt. Über Linux sprechen nur die wenigsten. Zumindest ziehen nur vergleichsweise wenige Menschen ernsthaft in Erwägung, auf ihren Rechnern Linux einzusetzen. Zu groß ist die Sorge, damit nicht klarzukommen oder sich selbst damit ins Abseits zu begeben. Beides unbegründete Sorgen, denn Linux ist ein hervorragendes, flexibles und darüber hinaus auch noch kostenlos erhältliches Betriebssystem. Besonders zu empfehlen: WWW: Ubuntu.

Version 12.10 sucht auf Wunsch auch online und in der Cloud
Gerade ist die neue Version 12.10 erschienen, das erste reguläre Release seit Monaten. Bahnbrechende Neuerungen gibt es nicht, das meiste sind Verbesserungen im Detail. Gelungen ist die Suchfunktion im Dash: Sie findet nicht nur Programme und Daten, die auf der lokalen Festplatte gespeichert sind, sondern durchsucht auf Wunsch auch Cloud-Speicher wie Google Drive oder Onlinedienste wie flickr nach passenden Angeboten.

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Ubuntu kennt auch Apps - und die Suchfunktion ist vielseitig

Auch Onlineshops können durchsucht werden. Derzeit ist Amazon eingebunden: Wer etwas sucht, bekommt automatisch auch Bücher oder CDs angezeigt. Das hat in der Community für etwas Unmut gesorgt, denn solche Treffer werden eher als wenig hilfreich betrachtet, da aber Amazon für die Verlinkung bezahlt, wurde sie in Ubuntu 12.10 eingebaut. Lässt sich aber abschalten und soll angeblich nur zeigen, wie einfach Onlineshops in die Suche von Ubuntu integriert werden können.

Mehr "Menschlichkeit" dank Ubuntu
Ubuntu ist die Linux-Distribution, die mit persönlich am besten gefällt. Der Name bedeutet auf Zulu (Südafrika) in etwa "Menschlichkeit". Das trifft's ganz gut, denn Ubuntu ist wirklich komfortabel und darüber hinaus kostenlos zu haben, weil eine Gemeinde von Entwicklern die Software ohne kommerzielle Hintergründe entwickelt. Die Benutzeroberfläche ist hervorragend, es gibt tonnenweise kostenloser Software. Ubuntu lässt sich individuell zusammenstellen: Jeder entscheidet selbst, welche Programme installiert werden, sogar welche grafische Benutzeroberfläche zum Einsatz kommt.

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Ubuntu 12.10 bietet Komfort und Sicherheit - zum Nulltarif

Wer glaubt, er müsse ein Informatik-Studium in der Tasche haben, um mit Linux respektive Ubuntu klarzukommen, der irrt - und zwar gewaltig. Die Desktop-Benutzeroberfläche von Ubuntu ist schick, modern, elegant und schnell (na ja, nicht mehr ganz so schnell wie die Vorgängerversionen). Vieles erinnert an Windows und Mac OS. Selbst WWW: Apps gibt es mittlerweile bei Ubuntu.

Was viele ebenfalls nicht wissen: Man muss sich nicht festlegen. Man muss sich also nicht entscheiden, ob man Windows oder Ubuntu benutzen möchte, ob man auf seinem Apple-Rechner Mac OS X oder Ubuntu einsetzen will. Es geht problemlos beides gleichzeitig. Dann installiert man einfach zwei Betriebssysteme auf seinem Rechner und entscheidet bei jedem Bootvorgang, mit welchem man arbeiten möchte. So lassen sich elegant die Vorteile aller Welten miteinander kombinieren.

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Ubuntu kommt mit allen gängigen Smartphones klar - iPhone inklusive

Ich persönlich nutze Ubuntu auf mehreren Rechnern. Auf Servern setze ich ausschließlich Ubuntu ein. Auf Desktop-Rechnern und Notebooks vereinzelt, dann eben immer in Kombination mit Windows oder Mac OS X. Was ich an Ubuntu besonders schätze: Es ist kinderleicht, das Betriebssystem immer aktuell zu halten. Updates lassen sich jederzeit komfortabel einspielen. Darüber hinaus ist Ubuntu (und Linux ganz allgemein) ein sehr sicheres und stabiles Betriebssystem. Sicherheitslücken werden in der Regel schnell geschlossen. Die grafische Benutzeroberfläche Unity ist erkennbar an Mac OS X angelehnt. Wer umsteigt, muss also keine allzu großen Schmerzen befürchten.

Auch OpenSource setzt mitlterweile auf Video-Marketing
Während die kommerziellen Anbieter aufwändige Werbung einsetzen, um auf ihre Produkte hinzuweisen, setzen OpenSource-Anbieter in der Regel auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Mit fetten Werbebudgets wie Apple oder Microsoft können die Macher von Ubuntu nicht aufwarten. Aber immerhin: Mittlerweile haben auch sie Videos zu bieten, in denen die Vorzüge der jeweils neuesten Version angesprochen und vorgestellt werden. Nicht so bunt, laut und knallig wie bei Microsoft, Apple und Google, dafür aber mit Herzblut und bodenstädig.

Wer neugierig ist, sollte Ubuntu einfach mal ausprobieren und eine Chance geben. Auf den meisten Festplatten ist heute mehr als genügend Speicherplatz vorhanden, um das schicke Linux-Betriebssystem mal zu installieren und auszuprobieren. Nach dem Download der Software muss entweder eine DVD gebrannt werden (für eine CD ist das Paket mittlerweile zu umfangreich) - oder man kopiert das "Image" von Ubuntu auf einen USB-Stick. Danach mit DVD oder USB-Stick booten und der komfortablen Installation folgen, die Schritt für Schritt alles für einen erledigt. Ich freue mich über Kommentare und Erfahrungsberichte hier.

Tipp: Wer Ubuntu auf seinem Windows-Rechner mal ausprobieren möchte, ohne etwas an der Festplatten-Partition zu ändern, dem möchte ich WWW: Wubi empfehlen. Damit landet Ubuntu 12.10 auf der Festplatte, neben Windows, und trotzdem kann man sich bei jedem Bootvorgang entscheiden, womit man starten und arbeiten möchte. Ideal für Einsteiger!

für Mac Book Pro - 10.6.6, 32 oder 64 bit?

bunter Hund am 20.10.12 13:17

Ich benutze jetzt Ubuntu seit 8.04 LTS und bin sehr zufrieden. Am Anfang hatte ich auch noch Windows auf der Platte gehalten, aber als ich 2009 mir einen neuen Rechner kaufen mußte, hatte ich mir gleich einen ausgesucht der ohne Windows ausgeliefert wurde um Ubuntu darauf aufzuspielen. Seit dem benutze ich nur noch Ubuntu. Mittlerweile auf drei (!) Rechnern. Das einzigste was mir bei Ubuntu fehlt ist, das ich meinen mp3 Player nicht Formatieren kann und Spielfilm DVDs nicht abspielen kann. Aber dafür gibt es andere Möglichkeiten. Die neuste Version 12.10 ist allerdings nicht mehr mein Fall. Zur Zeit habe ich LTS 10.04 installiert und das war es dann. Die 12er Version ist mir zu kompliziert geworden. Ich hatte sie Probeweise auf einem meiner Netbooks installiert und bin nicht damit zurecht gekommen. Die Ubuntu Gemeinde sollte sich da mal überlegen, den Desktop auch so gestalten zu können wie z.b. 10.04.
TIpp: Wer auf Ubuntu umsteigen will, sich aber nicht unbedingt von Windows trennen will kann sich WINE installieren bei Ubuntu um dann einige der Windows Programme weiter nutzen zu können. Fürs Internet gibt es nicht besseres und Sicheres als LINUX UBUNTU!

Peter M. ut E. am 20.10.12 15:21

Ich kann nur zustimmen und vielleicht noch auf Linux Mint verweisen; diese Ubuntu-Derivat ist noch eine Spur schicker.

jukos am 20.10.12 18:11

Hallo,

ein schöner Artikel. Leider sind Fehler enthalten. Ubuntu ist eine der wenigen Distributionen, die einen kommerziellen Gedanken haben und damit auch nicht hinter dem Berg halten, auch noch nie getan haben. Aber Ubuntu soll Profit abwerfen.

Am besten testet man eine Linuxdistribution übrigens mit einer LiveCd. Die kann man einfach ins Laufwerk legen und sich das OS erstmal in Ruhe ansehen. Das ist auch der beste Test, ob alle Hardware funktioniert.

@ Mac Book Pro: Wenn Du mehr als 4GB Ram hast, dann aufjedenfall 64 bit.
@bunter Hund: Du musst bestimmte Codecs installieren, damit Du Videos schauen kannst.

Generell sei auf ubuntuusers.de verwiesen. Dort findet man sowohl im Wiki als auch im Forum viel kompente und freundliche Hilfe.

Viel Spaß mit dem neuen System.

Hexe am 20.10.12 23:20

Es gibt ab und zu Computer mit vorinstalliertem Linux. Aber es gibt nie Computer, mit einer fertigen Dual-Boot-Installation Windows+Linux. Das wäre doch der Verkaufs-Knüller in einer Zeit, in der sich Geräte und Preise immer ähnlicher werden! Erlauben das die Microsoft-Lizenzbedingungen den Händlern nicht? Wenn das so ist, dann sollte mal ein Gericht klären, ob das mit deutschem bzw. mit europäischem Recht vereinbar ist.

Der Linuxer wird sagen, das sei doch ganz einfach, Linux nachträglich zu installieren. Mag sein. Wer Linux erst kennenlernen will, wird jedenfalls erst mal abgeschreckt. Außerdem ist das Windows ja schon da. Linux kann man ja irgendwann ... Ja irgendwann ganz bestimmt, irgendwann ...
;-)

Bertram in Mainz am 21.10.12 0:18

@Hexe
Die Idee mit den Codecs hatte ich auch schon, allerdings sind Codierte Spielfilme dennoch nicht abspielbar. Das liegt am Kopierschutz den LINUX (alle Linux Varianten) nicht umgehen darf. Es gibt eine Kostenpflichtige Lösung dafür, aber wer macht das schon wenn für knapp 40Euro ein DVD-Player billiger zu erwerben ist? Es ist ja auch nicht Lebensnotwendig auf dem Rechner eine DVD anzuschauen. Alle anderen Videos können abgespielt werden, die eben nicht Kopiergeschützt sind.

@Bertram
Ubuntu installieren ist das einfachste was es gibt, kommt direkt nach "Butterbrot schmieren". Ist die LIVE-CD/DVD geladen, findet man auf dem Desktop auch den Button zum Installieren. Internetverbindung herstellen, Button anklicken und schon nach weniger als 40Minuten ist das System auf dem Rechner installiert. Unter Ubuntuusers.de dann noch "Codecs" in das Suchfeldeingeben und sich die Codecs direkt installieren. Das Installieren von Ubuntu ist Tausendmal einfacher als von Windows, wo jede Sache einzeln Installiert werden muss. Sound, Internet, Grafik u.s.w., das alles ist schon mit installiert. Einfacher geht es wirklich nicht. Kein Rauf- und Runterfahren nach jedem Installieren von irgendwas wie bei Windows.

Peter M. ut E. am 21.10.12 1:28

Lieben wirklich so viele Ubuntu? Warum gibt es denn Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, etc? Und diese Ableger hat es schon gegeben, da hat Ubuntu noch auf Gnome gesetzt. Und wie viele haben Ubuntu den Rücken zugekehrt nach dem Umstieg auf Unity? Und wie viele werden Ubuntu den Rücken zukehren, nach dem Einbinden von Amazon? Und das sind nur einige Gründe, sich eine andere Distri zu suchen. Systemd wäre ein weiterer. Aber was macht Ubuntu dann so beliebt? Vielleicht liegt es daran, dass Ubuntu nur die Spitze des Linux-Eisberges ist, der durch die ewigen Weiten des Internets stößt und somit weithin sichtbar ist. Der Trend geht zur Dual-Installationen und somit landet auch mehr Linux im Win-Alltag. Ich für meinen Teil kenne mich kaum noch mit Win aus und es liegt mir auch fern, wenn es in einem Gespräch um Win geht, mich mit den Worten "Aber unter Linux..." einzumischen. Somit bleibt der große Linux-Eisberg stets unter der Oberfläche verborgen und ich bin hier nur zum Luft holen aufgetaucht.

Dominik am 21.10.12 16:23

Ich habe schon lange überlegt Ubuntu einmal zu installieren, da ich an meinem Arbeitsplatz auch Ubuntu drauf habe und sehr zufrieden bin. Aber...
1. habe ich Probleme mit den Installationsanweisungen auf der Homepage von Linux, da sie alle in Englisch gehalten sind und ich das nicht verstehe. Wo gibt es Seiten auf Deutsch?
2. kann ich Ubuntu nachträglich auf einem sehr gut funktionierenden WinXP-Rechner installieren ohne das mir Daten fehlen bzw. ohne das danach kein Windows-Start mehr möglich ist?
3. man sagt doch: never change a running system ;-)

Gruß aus GM

H.-P. S. aus GM am 21.10.12 20:41

@H.-P- S- aud GM:
zu 1. Grundsätzlich empfehlenswert sind die Seiten auf ubuntuusers.de, so wohl das Wiki, als auch das Forum. Für eine Installationsanleitung besuche bitte mal: http://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu_Installation
zu 2. Grundsätzlich ja. Es wird eine neue Partition angelegt, auf der das System installiert wird. Zugriff auf das jeweilige BS erfolgt dann über GRUB als Bootmanager. Siehe dazu bitte auch http://wiki.ubuntuusers.de/Dualboot.
zu 3. Bitte umdenken: How to run a (constantly) changing system ;-)

Gruß aus BO

Dominik am 22.10.12 13:17

Hatte ich mal, aber wo mir mitunter eine Befehlszeileneingabe wie unter Win3.X untergejubelt wird, haue ich wieder ab.

Nixbuntu am 22.10.12 17:39

Neben dem Booten von DVD/USB-Stick habe ich wirklich sehr gute Erfahrungen mit der Benutzung einer Virtuellen Maschine gemacht, die mir unter Windows Ubuntu simuliert (z.B. OracleVMVirtualBox). Andersherum gehts natürlich auch. Diese kann ganz bequem eingreichtet und angepasst werden und gibt mir während Windows läuft (!) parallel ein Fenster mit dem Linux-System mit allen Funktionen an.

Nycon am 23.10.12 15:22

Ich habe vor 4 Jahren den PC von meiner Mutter (75 Jahre) von Windows auf Linux (Ubuntu 08.04) umgestellt, den Laptop meiner Frau ebenfalls. Eine kurze Einweisung und seitdem keine Anfragen mehr an mich, was vorher anders war. Alle Patche und Updates spielen sie selbst ein, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Mailsystem, CD-Writer etc. ist ja alles an Bord. Beide sind sehr sehr zufrieden mit dem System, der Oberfläche und überhaupt ... ;-)
Das zum Thema: Linux ist schwierig ... Linux ist einfach ! (geworden, war ja mal anders) und es ist alles dabei, was man so braucht.
Ich würde mir nur wünschen, daß auch mal andere Distributionen vorgestellt werden.

Michael am 29.10.12 12:13

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