Freitag, 05.10.2012

Zurück in die Zukunft: Das smarte Uhr-Phone

Manche erinnern sich vielleicht: In den 1980er Jahren waren Armbanduhren mal das liebste Spielzeug technikverliebter Jungs und Männer. Es gab Uhren mit LED-Anzeige statt Zeigern, später mit LCD-Display. Es gab Uhren mit Quarz und Elektronik anstelle eines Uhrwerks. Später konnte man sogar Armbanduhren mit eingebautem Taschenrechner und anderen Firlefanz kaufen. Gibt es heute alles nicht mehr - zum Glück. Heute spielen Technikfans mit ihrem Smartphone herum.

Doch es könnte sein, dass echte Geeks künftig wieder auf ihre Armbanduhr starren. Denn offensichtlich plant Google eine ganz besondere Art von Uhr. Wie das WWW: Mobile Magazine berichtet, hat Google einen WWW: Patentantrag für die "Smart Watch" eingereicht, sozusagen die Armbanduhr des 21. Jahrhunderts.

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Googles Smart Watch aus dem Patentantrag

Wer jetzt nur auf eine hyperschlaue Digitaluhr spekuliert, die auch online gehen kann, ein paar Infos aus dem Netz holt und sie auf dem Display anzeigt, der ist schief gewickelt. Viel zu simpel, so was haben schon andere versucht. Es gab in den letzten Monaten jede Menge Beispiele, mit solchen Spielereien Aufmerksamkeit zu ergattern und Geld zu machen. Die Projekte sind allesamt gescheitert. So etwas wäre kein Patent wert und auch kein Coup nach dem Geschmack von Google.

Erst auf der Nase, jetzt am Handgelenk
Google denkt deutlich weiter: Die geplante Smart Watch ist nur auf den ersten Blick eine Uhr. Im Grunde handelt es sich um ein Multifunktionsgerät à la Raumschiff Enterprise. Das Gerät ist mit einem Glas ausgerüstet, das ein transparentes Display enthält. Das Display kann neben der Uhrzeit auch Infos zeigen, die von einem Smartphone zur Uhr gebeamt werden.

Das wirklich Besondere ist, was passiert, wenn der Deckel aufspringt: Dann wird das transparente Display zum Augmented-Reality-Instrument. Man schaut durch das Glas und sieht damit die Umwelt, gleichzeitig erscheinen aber im Display Infos über die Umgebung oder das, was man gerade durch den Glasdeckel der Uhr anschaut. Echte und virtuelle Realität verschmelzen.

Praktisches Beispiel: Man betrachtet durch das Glas der Uhr ein Haus - und es erscheinen Infos dazu im Display. Oder man sieht ein Produkt - und die Suchmaschine liefert Hintergrundinformationen und aktuelle Preise. Richtig: So etwas gibt es längst als App fürs Smartphone. Hier schaut man allerdings durch die Kameraoptik des Handys. Für denselben Zweck eine Uhr zu verwenden, wäre vielleicht im ein oder anderen Fall diskreter. Außerdem muss man dann nicht das Handy aus der Tasche holen.


Alltag mit Datenbrille - nach Geschmack von Google

In Zukunft alles vernetzt
Im Grunde genommen funktioniert Googles offensichtlich geplante Smart Watch so ähnlich wie die Blog: Project Glass getaufte WWW: Datenbrille, die Google demnächst für 1500 Dollar auf den Markt bringen will. Auch hier verschmelzen echte und virtuelle Realität. Und auch hier werden einem GPS-basierte Infos zu den Objekten präsentiert, die man durch die Brille anschaut. Das Smart Watch scheint eine Alternative zu sein, vielleicht für alle, die sich nicht vorstellen können, den ganzen Tag eine Datenbrille auf der Nase zu tragen.

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