Mittwoch, 17.10.2012

Auch Microsoft kann jetzt Musik

Wer bei Musikhören noch an CDs denkt, der ist ganz klar nicht auf der Höhe der Zeit. Musik kommt heute aus dem Internet. Man kann Musik als Download kaufen, man kann sich kostenlos alle möglichen Internet-Radiostationen anhören - oder Musik-Streaming genießen. Genau das machen immer mehr Menschen: Sie nutzen Online-Musikdienste wie Spotify, Simfy oder Rdio, hören zu Hause oder unterwegs Musik, ohne sie herunterzuladen - und können dabei auf Millionen von Songs zurückgreifen. Völlig legal.

Vor allem der skandinavische Anbieter Spotify ist erfolgreich mit seinem Streamingangebot - weltweit. Hier haben die Nutzer die Wahl: Sie können kostenlos Musik hören, zumindest einige Stunden im Monat, durch regelmäßige Werbeeinblendungen finanziert. Oder sie hören für 10 Euro im Monat so viel Musik wie sie möchten - werbefrei. Auf allen möglichen Geräten, nicht nur auf dem PC, sondern auch auf dem Tablet oder im Smartphone.

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Microsoft Xbox Music: Über 30 Millionen Songs stehen zur Auswahl

Xbox Music bietet Musik in Hülle und Fülle
Jetzt mischt überraschend Microsoft in diesem Musikmarkt mit. Seit Dienstag (16.10.2012) gibt es WWW: Xbox Music, ein Musik-Streamingdienst für die Xbox 360, später auch für Windows 8 und Smartphones mit Windows Phone 8. Das Repertoire an Musiktiteln bei Microsoft ist gigantisch: 30 Millionen Songs stehen zur Auswahl. Bei Spotify und Rdio sind es derzeit 18 Millionen. Auch nicht wenig, aber Microsoft verdoppelt das Angebot nahezu.

Interessanterweise startet Microsoft sein neues Onlineangebot ausgerechnet auf der Spielekonsole Xbox 360. Um auf der Xbox 360 Musik anhöhren zu können, ist ein WWW: Firmware-Update nötig. Dabei wird über Xbox Live die neueste Software für die Konsole geladen und installiert. Das geht vollautomatisch, sofern eine Verbindung ins Internet besteht und dauert (je nach DSL-Tempo) ein paar Minuten bis Stunden. Ein bisschen Geduld ist schon nötig, denn derzeit laden viele das Update.

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Nach Firmware-Update steht Xbox Music zur Verfügung

Erst ein Firmware-Update, dann Musik
Nach dem WWW: neuesten Update steht erstmals eine Spezialversion des Internet Explorer für die Xbox zur Verfügung: Damit können Xbox-User auf der Wohnzimmercouch sitzend im Web surfen und eben auch das neue Xbox Music nutzen.

Die Benutzeroberfläche der Xbox 360 ist nicht ohne Grund beliebt, denn sie ist einfach zu bedienen. Auch für den neuen Internet Explorer auf der Konsole und den neuen Musikdienst hat Microsoft auf die Kachel-Optik von Windows 8 gesetzt. Einen entscheidenden Nachteil gibt es aber trotzdem: Die Xbox 360 ist ziemlich laut, insbesondere der Lüfter. Das trübt den Musikgenuss - es sei denn, man schließt die Xbox 360 an der Stereoanlage an und dreht die Boxen voll auf. Dann hört man auch das Dröhnen der Konsole nicht mehr ...

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Die übliche Kachel-Bedienoptik auch in Xbox Music

Mehrere Stunden kostenlos im Monat - oder bezahlt Music unlimited
Der neue Musik-Dienst Xbox Music steht in zwei Varianten zur Verfügung: Als Gratis-Stream oder bezahlt. In beiden Fällen steht das gesamte Titelrepertoire zur Verfügung. Beim Gratis-Streaming wird das Abspielen der Musik allerdings alle paar Minuten für Reklamespots unterbrochen. Das kennt man auch von Spotify, Simfy und anderen vergleichbaren Diensten. Wer den Xbox Music Pass für 10 EUR im Monat kauft, kann die Musik online und später auf Smartphones mit Windows Phone 8 auch offline hören - ohne Werbeunterbrechungen.

Nächste Woche wird Windows 8 auf den Markt kommen, dann steht Xbox Music auch auf Rechnern mit Windows 8 zur Verfügung. Ältere Windows-Versionen werden nicht unterstützt wohl aber Geräte mit Windows RT wie das geplante Surface-Tablet. Auch Smartphones mit Windows Phone 8 können Xbox Music nutzen und Musik aus der Cloud als Stream abspielen.

Microsoft will in die Wohnzimmer und auf die Mobilgeräte
Microsoft will mit seinem neuen Dienst eindeutig punkten: Es soll schick sein und Spaß machen, Windows 8 zu benutzen. Bei dieser Strategie auch die Xbox 360 zu berücksichtigen (und den Dienst sogar so zu nennen) ist schlau, denn die Xbox steht in vielen Wohnzimmern. Übrigens bietet Xbox Music nicht nur kostenlose Musik und Musik als bezahlten Stream, man kann Musik auch als Download kaufen.

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Später wird Xbox Music auch auf dem Surface-Tablet angeboten

Microsoft ist mit seinem Musikdienst ein echter Überraschungscoup gelungen, der vor allem Spotify das Leben schwerer machen dürfte. Allerdings droht bereits weitere Konkurrenz: Schon lange wird gemunkelt, dass auch Apple an einem Musik-Streamingdienst tüftelt. Vor kurzem hat ein Sony-Manager entsprechende Verhandlungen mit Apple bestätigt - man müsse sich über die Höhe der Zahlungen einigen. Das ist die erste offizielle Bestätigung überhaupt, dass Apple an einem Streamingdienst arbeitet.

Es dürfte also interessant werden: Wenn derart viele große Anbieter mitmischen, dürfen Kunden niedrige Preise und ein gutes Angebot erwarten.

"...es sei denn, man schließt die Xbox 360 an der Stereoanlage an und dreht die Boxen voll auf. Dann hört man auch das Dröhnen der Konsole nicht mehr ..." und auch nicht das Klopfen des Nachbarn wegen der Lautstärke und so.

Nachbar am 17.10.12 12:24

"Wer bei Musikhören noch an CDs denkt, der ist ganz klar nicht auf der Höhe der Zeit."

Es gab Zeiten, das wurde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Einführung der Musik-CD als 'Kultur-Schock' in einer Musik-Sendung vom Moderator gebrandmarkt: Da hat 'man' ja nichts Richtiges mehr in den Händen ...

Irgendwann legen wir noch unser Hirn in der Cloud ab!

Wie die Zeit vergeht!

Schwadralla am 23.10.12 17:51

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