Dienstag, 25.09.2012
MySpace will es noch mal wissen
Wenn wir von sozialen Netzwerken sprechen, dann kommen uns natürlich reflexartig Facebook, Google+ und Twitter in den Sinn, der ein oder andere denkt vielleicht auch noch an die VZ-Netzwerke, die aber kaum noch eine Rolle spielen. Eine ziemlich kurze Liste also. Dabei gehört in diesem Zusammenhang unbedingt ein Angebot erwähnt, das im September 2009 immerhin nahezu 280 Millionen Mitglieder hatte und jeden Tag 230.000 neue Mitglieder begrüßen konnte.
Die Rede ist von
MySpace. Noch vor Facebook konnte man hier online ein Profil von sich anlegen, es mit Fotos und Videos versehen, mit Infos und Updates bestücken, man konnte sich mit Freunden vernetzen und vieles andere mehr. Die Grundidee war gut. Schwerpunkt: Musik. Anfangs drehte sich fast alles um Musik. Viele Bands und Musiker hatten MySpace-Profilseiten, manche sind sogar danke MySpace berühmt geworden.
Das neue Layout von MySpace: Modern, frisch und aufgeräumt
Irgendwann hat sich MySpace nicht richtig weiter entwickelt
MySpace könnte das Facebook von heute sein. Aber irgendwie hat Mark Zuckerberg, der etliche Monate später gestartet ist, es aber richtig gemacht - und die News Corporation, die MySpace im Juli 2005 gekauft hat, hat (nahezu) alles falsch gemacht. MySpace ist nach und nach ruiniert worden, ist schon seit einigen Jahren bedeutungslos. Niemand hat heute noch ein ernsthaft gepflegtes MySpace-Konto. MySpace ist weitgehend out. Außer in der Musikszene, da nutzt man MySpace nach wie vor.
Doch jetzt ist ein Comeback angekündigt: MySpace will es noch einmal wissen. Die Macher planen einen Relaunch. In einem schicken Video ist zu sehen, wie das neue MySpace aussehen soll. Top-modernes Design, mit Fotos, Updates, Links, wie man das von Facebook und Co. kennt. Die Gestaltung wiederum erinnert stark an Windows 8 und
Windows Phone 8 mit seinem Kachel-Design.
Das neue Layout: Eine Mischung aus Bewährtem
Auch ein Hauch von medium.com weht durchs Video: Die
Gründer von Twitter versuchen mit medium.com, ein neues soziales Netzwerk mit Schwerpunkt auf Bildern zu starten. Das neue MySpace hat Anlehnungen an all diese Dienste. Man kann sich sogar mit seinem Facebook- oder Twitter-Account anmelden und weiter vernetzen. Das ist zweifellos eine gute Idee, denn wer MySpace noch mal eine Chance gibt, der ist sowieso schon in einem anderen Netzwerk präsent.
Der Schwerpunkt soll auch in Zukunft weiter auf Musik liegen. Wie sich das neue MySpace tatsächlich präsentieren wird, wenn es an den Start geht, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Noch gibt es eben nur das Video mit den Design-Studien. Aber was zu sehen ist, wirkt zumindest vielversprechend: Modern, aufgeräumt, chic. Damit hätte MySpace sogar durchaus eine Chance. Denn wenn man die Vorteile von Facebook nutzen kann, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, also ein deutlich entschlackteres Facebook bekommt - dann könnte ich mir vorstellen, dass das vielen gefallen könnte. Wir werden sehen.
Automatisch erzeugte MySpace-Seite: Gag von mybuzzfeed.com
Übrigens: Wer keine MySpace-Seite hat oder hatte, kann aber zumindest so tun als ob. Bei buzzfeed.com gibt es einen
MySpace-Seitengenerator. Einfach mit den Facebook-Daten anmelden, wenige Sekunden später erscheint eine MySpace-Seite mit Daten aus dem eigenen Facebook-Account. Sieht wirklich täuschend echt aus: So hat man sich damals bei MySpace präsentiert... Und so sieht
meine MySpace-Seite aus. Aber auch das ist Geschichte. Das neue MySpace wirkt hipper. Warten wir es mal ab.
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