Dienstag, 14.08.2012
Bezahlen mit einem Lächeln - dank Handy
Kommende Handygenerationen sollen auch zum Zahlungsmittel werden. So wollen es nicht nur Handyhersteller, sondern auch Kreditkartenfirmen, Banken und durchaus auch einige Händler. Klar, schließlich haben wir unser Handy immer mit dabei. Wie verlockend, wenn man damit auch bezahlen kann. Darum werden künftig wohl immer mehr Smartphones mit einem
NFC-Chip ausgestattet. Android-Handys etwa, Gerüchten zufolge wohl aber auch das iPhone 5.
So ein NFC-Chip kann Daten an die Kasse funken, wenn das Mobiltelefon in der Nähe des Lesegeräts hochgehalten wird. Erst vor kurzem haben Mastercard und Telekom einen Feldversuch gestartet. Schicke Sache - aber nicht der letzte Schrei. Denn jetzt ist eine noch komfortablere Art der Bezahlung in Planung: Einfach mit dem guten Namen bezahlen - ganz ohne Unterschrift, PIN oder NFC-Chip. Schon die pure Anwesenheit reicht. Richtig gelesen: Die pure Anwesenheit reicht - schon ist bezahlt.
Die US-Kette Starbucks will es ausprobieren: Eine
Kooperation mit dem Bezahldienst Square von Twitter-Gründer Jack Dorsey soll eine ganz neue Art von Mobile Payment ermöglichen. Kunden, die mitmachen, müssen an der Kasse nur noch ihren Namen sagen, schon ist alles bezahlt. Den Rest erledigt das Smartphone in der Tasche im Hintergrund. Automatisch.
Alles, was man dazu braucht, ist ein Smartphone und die App
Pay with Square. Die installiert man einmal, trägt dort seine Bezahldaten wie Kreditkartennummer ein - fertig. Wer einen Laden betritt, der Square als Zahlungsmittel akzeptiert, kann sicher sein: Auf dem Display des Kassiers tauchen Name und Foto des Kunden auf. Der Kassierer kann Square-Kunden im Laden so leicht identifizieren und bei Bedarf den Bezahlvorgang lostreten. Unterschreiben muss man nichts mehr - bestenfalls mal die Sonnenbrille abnehmen, damit der Kassierer einen auch wirklich erkennt.
Mit NFC hat all das übrigens nichts zu tun. Die Square-App ermittelt den Aufenthaltsort - und wenn man in der Nähe eines Square-Shops ist, taucht man automatisch als zahlungswilliger Kunde in den Displays der Kassierer auf. Das ist in etwa so, als hätte man seine Kreditkarte an die Stirn getackert.
Bezahlen ohne Unterschrift oder PIN-Eingabe - klingt irgendwie praktisch. Auch spannend. Aber meiner Meinung nach auch spooky. Denn eins ist klar: So weiß dann nicht nur Square, wann man wo gewesen ist, auch die mit Square kooperierenden Händler sind bestens im Bilde. Selbst wenn man nichts einkauft - die Daten hinterlässt man trotzdem. Unbemerkt. Automatisch. Das ist noch eine Nummer härter als Bezahlen mit NFC.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Datenschützer hierzulande davon allzu begeistert sein dürften. Selbst den Usern dürften nach den ersten unprobematisch bestellten und bezahlten Café Latte vielleicht Bedenken kommen. Was ist der nächste Schritt: Bezahlen mit einem Lächeln? Schließlich könnte man theoretisch die Facebook-Gesichtssuche nutzen, um herauszufinden, wer da gerade vor der Kasse steht. Aber ich will nun wirklich niemanden auf dumme Gedanken bringen...
ja, ganz toll diese Sache. Analog kann ich auch der Kassierin mein Portemonaie geben und sagen, sie soll sich rausnehmen, was Sie für richtighält. Im Unterschied zur NFC weiß ich aber nacher, was noch in meiner Geldbörse drin ist. Und ich muß Ihr die Geldbörse auch geben.
Woher weiß ich denn, ob der Typ neben mir im Bus auf seinem Handy oder Laptop nur ein Spielchen daddelt oder gerade meinen virtuellen Geldbeutel leerräumt? PIN? Brauchen wir nicht! Unterschrift? Woher?
Super Idee das Ganze, nur leider nicht zuende gedacht...
Olly am 14.08.12 18:04
Da lob ich mir die Gnade der frühen Geburt. Zum Glück werde ich tot sein, wenn ich per geisteskranker App erst den Minister für Gesundheit fragen muss, ob ich auf meinem eigenen Klo pinkeln darf.
Was machbar ist, wird gemacht und niemand wird sich wehren, weils doch alles so hipp ist. Auf diesem Planeten gibt es kein dümmeres Lebewesen als den Menschen. Wir brauchen keinen Zwang á la 1984 und Körperfresser, wir sind masochsistisch genug, uns selbst in hirnlose Subjekte zu verwandeln.
juergen am 15.08.12 1:27
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