Donnerstag, 16.08.2012
Gamer sind attraktive Opfer für Kriminelle
Die Spieler von Online-Computerspielen sind für Cyberkriminelle, laut Virenexperte Christian Funk, "besonders attraktive Opfer". Funk beobachtet für den Virensoftware-Hersteller Kaspersky Schadprogramme, die es speziell auf Spieler abgesehen haben. Im Rahmen der Gamescom hat er aktuelle Zahlen vorgestellt. Danach gibt es mittlerweile 3,3 Millionen verschiedene Schadprogramme, die es auf Gamer abgesehen haben. Gerade in den vergangenen Monaten habe es einen Schub gegeben, im Dezember zählte er noch rund 2,7 Millionen.
Der Gegner im Spiel ist nicht die einzige Bedrohung für Spieler
Bei Auswertungen aus dem Hause eines Virensoftware-Herstellers bin ich immer vorsichtig. Denn schließlich verdienen diese Hersteller ja Geld mit der Angst der Leute und könnten somit auch ein gewisses Interesse an vielen "Horrormeldungen" haben. Ob diese Zahlen also tatsächlich stimmen, kann ich nicht beantworten.
Interessant und durchaus plausibel finde ich aber die Begründung von Christian Funk, warum Spieler für Cyberkriminelle eine interessante Zielgruppe sind. Es gibt mehrere Gründe:
1. Online-Gamer sind sehr technikaffin. Sie nutzen ihre Computer überdurchschnittlich oft für Online-Shopping, -Banking oder andere Webdienste. Wer es also schafft, den Computer eines Gamers zu infiltrieren, kann hier vermutlich eine Menge mehr Zugangsdaten und Passwörter abgreifen als bei einem Durchschnittsnutzer.
2. Der Klau von Kreditkartendaten und deren anschließende Nutzung ist für die Cyberkriminellen nicht so ganz ohne. Besonders die Kreditkartenfirmen investieren viel, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Gamer haben aber noch ganz andere Werte auf ihrem Rechner. Bei Computerspielen wie z.B. Diablo werden "Gold" und "Waffen" auch gegen echtes Geld getauscht. Wenn ein Krimineller die Zugangsdaten abfischt, kann er die virtuellen Güter auf eigene Rechnung verkaufen.
3. Die Rechner von Spielern sind oft ziemlich leistungsstark und hängen an schnellen Internetleitungen. Ideale Voraussetzungen, um sie zu kapern und beispielsweise aus der Ferne für Angriffe auf andere Computer zu nutzen. Zum Beispiel auch für
DoS-Attacken.
Was also tun? Neben den
bekannten Tipps empfiehlt Virenexperte Christian Funk unbedingt für jeden Account ein anderes Passwort zu verwenden. Das sei deshalb wichtig, weil immer mal wieder Online-Dienste gehackt würden und sich Kriminelle die Passwort-Datenbank der Angebote kopieren. Wer überall nur ein Passwort verwendet, muss in einem solchen Fall damit rechnen, dass die Kriminellen sich mit diesen Daten auch bei anderen Diensten einloggen können.
Übrigens: Gelegentlich tauchen Listen mit gehackten Accounts auch öffentlich im Netz auf. Auf
Pwnedlist kann jeder überprüfen, ob die eigene E-Mail-Adresse schon einmal auf einer dieser Listen aufgetaucht ist.
Manche Leute sind aber auch einfach zu dämlich. Ich kenne welche, bei denen Nutzername = Passwort ist und dann wundern die sich, warum sie immer wieder ihren Rechner platt machen müssen, weil wieder irgendwas nicht funktioniert.
Jens am 16.08.12 13:06
Ich habe einen High-End-PC, mit dem ich ausschließliche zocke und Bildbearbeitung etc mache und einen billigen Allround-PC, der vermutlich kaum 300 Euro wert ist, für den Rest. So bleibt der "gute" Rechner immer relativ sauber. Verbunden über einen Switsch, damit man nur eine Maus, Tatstatur und Screen braucht und springen kann. Und ist der kleine PC mal platt? So what? Schnell neu machen, ist ja nix kompliziertes drauf
Gamer am 16.08.12 17:58
Es gibt leider zu viele Gamer welche sich überhaupt keine Gedanken machen. Da werden teilweise tausende von Euros ausgegeben um die neueste High-End-Ausstattung zu besitzen, aber beim Virenschutz und Co. hört es auf.
Teilweise werden Schutzeinrichtungen deaktiviert, da es die Performance belastet.
Gamer am 14.05.13 19:07
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