Mittwoch, 15.08.2012
Elektroschrott? Von wegen!
Der
Retro-Bereich auf der Gamescom ist mehr als eine Hommage an längst Vergangenes. Lebendiges Beispiel dafür, dass Retro-Spiele für einen Teil der Gamer-Szene ziemlich angesagt sind, ist
Enno Coners. 1971 geboren, ist Conors mit dem "Brotkasten", wie der
Heimcomputer Commodore 64 liebevoll genannt wird, groß geworden. Inzwischen besitzt er die weltweit größte Commodore-Sammlung (darunter den nie in den Handel gelangten Prototypen des C 65) und hat sein Hobby zum Beruf gemacht - Coners ist seit 2006 Herausgeber der Fachzeitschrift "Retro", dem "Kulturmagazin für Videospiele".
Seine Leser erreicht er aber nicht nur mit Hardwaretipps, die dabei helfen, alte Klassiker auch mit moderner Hardware wieder spielen zu können. Im Heft findet sich auch essay-ähnliche Artikel über Programmierer und deren "Kampf um die Spielkontrolle". Oder ein Bericht über "
Next Level", eines der ersten deutschen Kunst- und Kulturfestivals, bei dem Games im Mittelpunkt stehen. Denn: "Auch Videospiele sind ein Kulturgut", ist Enno Coners fest überzeugt. Beachtliche 20.000 Leser pro Ausgabe sehen das offenbar genau so.
Wer auf der Retro-Game-Welle als aktiver Spieler mitschwimmen will, sollte der Halle 10 auch aus einem anderen Grund einen Besuch abzustatten: "
Pandora" heißt ein Open Source-Projekt, dessen Ergebnis eine Handheld-Spielekonsole sowohl für alte
emulierte und neue (Linux-)Spiele ist.
Und selbst diejenigen, die mit ihrem im Keller vor sich hinrostenden Amiga-, Schneider- oder Commodore-Computer partout nichts mehr anfangen wollen, sollten sich auf den Weg in die Retro-Zone der Gamescom machen. Der gemeinnützige "
Verein zum Erhalt klassischer Computer" nimmt nämlich alles in seine Obhut, was vor langer Zeit mal als Heimcomputer in Gebrauch war.
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Mittwoch, 15.08.2012
Gamescom: Retro-Sound beruhigt alte Ohren
Was macht man als Ü40er
auf der Gamescom, der größten Computerspielmesse der Welt? Man stürzt sich mit Neugierde, aber altersgemäßer Zurückhaltung ins Getümmel. Allerdings stellt man schon nach einem Schnupper-Rundgang durch die Hallen fest: Selbst an diesem ersten Tag, der eigentlich nur Fachbesuchern und Journalisten vorbehalten ist, ist es unglaublich voll.
+
Vor den Präsentationsbereichen für
Bestseller-Spiele wie "Call of Duty", „Sim City", „Battlefield 3" oder „World of Warcraft" bilden sich schon kurz nach Messeeröffnung so lange Schlangen, dass es 45 Minuten und länger dauert, bis man für wenige Minuten selbst spielen kann. Morgen, hat mir der Gamescom-erfahrenere
Digitalien-Blogger David Ohrndorf erzählt, werden „normale" Besucher sogar mehrere Stunden geduldig warten, um einen Blick auf die neuste Version ihres Lieblingsspiels werfen zu können. Das ist nicht meine Welt.
Und natürlich würde sich für den, der sucht, auf dieser Messe auch genügend Stoff zur Bestätigung aller Vorurteile über die Gamer-Szene finden. Doch daran will ich mich nicht festbeißen. Ich will keinen Shitstorm und auch auf Ärzte-, Handwerker- oder Hochzeitsmessen laufen Klischees bis zum Abwinken herum. Was allerdings wirklich nervt und doch hoffentlich nicht nur am Alter liegen kann: In den meisten Hallen herrscht eine unglaubliche Kakophonie, weil viele Standbetreiber in einem ganz und gar nicht virtuellen Battle zu kämpfen scheinen: „Wer hat den größten Lautsprecherturm" bzw. „Wessen Bass wummert am stärksten"?
In Halle 10, ganz hinten links hingegen, herrscht im Vergleich dazu fast himmlische Ruhe. Hier befindet sich alles zum Thema „
Retro-Gaming" - ein Museum für Nerds. 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit allem, was das Computer-Zocker-Herz vor 20, 30 Jahren höher schlagen ließ.
+
Das Tolle daran: Klassiker wie der „Brotkasten", ( so wurde der Heimcomputer C 64 von Commodore genannt), der Amiga 500 oder Schneider- und Apple-Rechner der ersten Generationen können nicht nur in Vitrinen bestaunt werden. Fast alle der damals gängigen Systeme stehen zum Ausprobieren zur Verfügung. Und die Geräusche sind Balsam für die Ohren der in den 1970er-Jahren Geborenen: Die magere Rechenleistung damaliger Computer sorgte statt massiver Bässe nur für wenig mehr als ein "pling plong pling" im reduzierten
Midi-sound. Herrlich. Und ein Test zeigt: Bei
Donkey Kong bin ich noch genau so schlecht wie damals.
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Mittwoch, 15.08.2012
Die neue Playstation U
Heute beginnt in Köln die
Gamescom 2012. Nachdem mit Microsoft und Nintendo zwei der Big-Player der Branche ihre Teilnahme abgesagt hatten, war schon klar, dass in diesem Jahr nicht viel neue Hardware zu sehen sein würde. So mancher Gamer wird noch eine wenig Hoffnung in Sony gesteckt haben. Immerhin haben die Japaner ihren Messestand nicht abgesagt und vorab auch angekündigt, dass zu sehen sein werde, "was die Zukunft für PlayStation bereithält". Das hätte ein dezenter Hinweis darauf sein können, dass die Spielekonsole Playstation 3 (2005 erstmals vorgestellt) bald abgelöst wird. Davon ist heute beim Fachbesucher-Tag jedoch keine Rede.
Stattdessen versucht Sony offenbar mehr Käufer für die Playstation Vita anzulocken. Das ist eine kleine tragbare Spielekonsole, die es seit Anfang 2012 gibt. Die Vita hat es wegen der immer stärker werdenen Smartphones nicht unbedingt leicht. Viele Gamer werden es sich zweimal überlegen, ob sie zum Spielen unterwegs wirklich noch eine zusätzliche Konsole brauchen, wenn sie ein Smartphone besitzen, was ähnliches leistet.
Herkömmliche Playstationsteuerung und die Playstation Vita
Sony versucht die Vita jetzt mit zwei Tricks attraktiver zu machen:
1. Für ausgewählte Spiele soll es künftig eine "Cross-Buy"-Option geben. Wer ein Spiel für die stationäre Playstation kauft, bekommt die Version für die tragbare Vita kostenlos dazu und andersherum.
2. Sony bietet mit dem kommenden Update der Vita-Firmware eine Cross-Controller-Funktion an. Die kleine Konsole kann dann zur Steuerung der Spiele auf der großen Konsole genutzt werden. Das ganze erinnert sehr an das neue Gerät der Konkurrenz von Nintendo: Die
WII U, deren hervorstechendstes Merkmal eben ein Controller mit eigenem Display ist. Praktisch könnte das beim Spielen dann so aussehen, dass das Spiel auf dem Fernseher gespielt wird und auf dem Display des Controllers beispielsweise der Punktestand oder zusätzliche Tipps eingeblendet werden.
Aus Sicht von Sony klingt das geschickt. Dem Konzern Sony geht es
nicht besonders gut. Die Verkäufe der kleinen tragbaren Playstation bleiben bislang weit hinter denen der stationären Konsolen zurück. Manch ein Spieler wird sich freuen, wenn er die Spiele für das Schwester-System nicht extra bezahlen muss und die Geräte miteinander verbunden werden können. Das Konzept funktioniert in ähnlicher Weise ja bei Apple seit Jahren hervorragend.
Mehr von der Gamescom gibt es heute noch hier in Digitalien und auch bei
WDR.de,
1LIVE und in der
Aktuellen Stunde.
Ich hatte auch auf was richtig neues gehofft. Aber leider ist für die Hersteller die Gamescom nicht Wichtig genug. Und Sony ist bestimmt bald Pleite!
uwe kleinert am 15.08.12 14:41
Ich habe die Vita und ein iPhone, ich würde aber nie im Leben auf die Idee kommen, nur noch auf dem Handy zu spielen. Viel zu lahm, schlechter Sound, schlechte Games. Aber ich find's auch Doof, das die PS4 nicht kommt. Sony lässt uns echt zappeln.
Fabian am 15.08.12 17:23
Ey, WDR, dass ist doch mal Quatsch, Sony hat kein neues Modell Hergestellt., wenn ich Playstaion U Google, kommt nur dieser Beitrag als Treffer! Ich wette die zeigen auf der Gamesconn auch nichts neues!
.:=Jens=:. am 15.08.12 17:44
Lieber Jens,
du hast natürlich absolut recht. Eine neue Konsole mit dem Namen "Playstation U" wird es nicht geben. Wenn Du die Überschrift verstehen möchtest, lies doch vielleicht einfach auch mal den zugehörigen Artikel.
Beste Grüße
David Ohrndorf.
David Ohrndorf am 15.08.12 18:21
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