Freitag, 31.08.2012
Die Windows 8 Phones kommen
Eigentlich wäre die
IFA ein ganz guter Rahmen, um offiziell eine neue Handygeneration herzuzeigen. Doch Microsoft und Nokia wollen nicht. Sie haben für die kommende Woche einen großen "Launch" angekündigt, eine PR-Zeremonie zur Produkteinführung. Mehr Infos gibt es auf einer Veranstaltung in New York am 5. September. Auf der Funkausstellung in Berlin verraten die beiden Firmen kein Wort über Details und Hintergründe.
Oder doch? Denn Samsung hat mal wieder für einigen Wirbel gesorgt. Diesmal, indem die Koreaner auf einer Presseveranstaltung auf der IFA ein Smartphone für Windows Phone 8 hergezeigt haben. Und das, obwohl Microsoft noch sich in striktes Stillschweigen hüllt, was das neue Handy-Betriebssystem anbelangt. Microsoft will unbedingt bis nächste Woche warten. Am Samsung-Stand wird das Windows-8-Smartphone dann auch nicht hergezeigt.
Aber die Nachricht ist in der Welt. Sie lautet: Auch Samsung baut nun Smartphones mit Windows Phone 8. Das ist deswegen bemerkenswert, weil Samsung - derzeit
größter Handyhersteller der Welt und entscheidendster Konkurrent für Apple - vor allem auf Android und das eigene Betriebssystem Bada setzt. Windows Phone war bislang kein Thema für die Koreaner. Das ändert sich nun offensichtlich. Wenn sich der wichtigste Handyhersteller der Welt für Windows Phone 8 erwärmen kann, dann hat das eine Signalwirkung. Alle horchen auf, andere Hersteller, Händler, Kunden, App-Entwickler.
Ich vermute, dass es sich hier sogar um eine gezielte Indiskretion gehandelt hat, eine, die zwischen Microsoft und Samsung abgesprochen war. Denn längst weiß man: Gerüchte und vermeintliche Indiskretionen eignen sich besonders gut dazu, im Web verbreitet zu werden. Mittlerweile findet sich jedenfalls sogar im
Windows Team Blog ein offizieller Hinweis auf Samsungs Smartphone. Hier wird das Samsung ATIV S offiziell vorgestellt (übrigens schon wieder mit runden Ecken, wenn das mal keinen Ärger mit Apple bedeutet!).
Im Augenblick ist Microsoft sicher jedes Mittel Recht, Aufmerksamkeit für Windows Phone 8 und die dazu gehörigen Handymodelle zu ergattern. Im Blog kündigt Microsoft einen "lineup of new hardware" an, also jede Menge Geräte, auf denen Windows Phone 8 läuft. Darum wird es beim Event in New York am 5. September gehen. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, denn schon eine Woche später wird Apple vermutlich das neue iPhone 5 präsentieren. Wenn es Wettbewerb gibt, kann sich niemand entspannt zurücklehnen.
Samsung, Nokia, HTC und einige andere Hersteller wollen Smartphones für Windows Phone 8 bauen - es sieht derzeit nicht schlecht aus für Microsoft. Bislang haben Windows-Handys keine große Rolle im Markt gespielt. Doch die Akzeptanz nimmt zu. Das neue Windows 8 ist gezielt für den Einsatz auf Smartphones und Tablets entwickelt worden und macht dort eine bessere Figur als auf dem PC. Microsofts App-Store kommt in Gang und immer mehr App-Entwickler lassen sich überzeugen, für Windows Phone 8 Apps zu entwickeln. Blackberry verliert an Bedeutung - Microsofts Windows Phone gewinnt.
Eins muß man sagen: Dieses Samsung-Ding wirkt wenigstens mal solide, mit Metallrahmen. Das ist das Einzige, was man den Android-Smartphones von Samsung wirklich vorwerfen kann: das extrem billig wirkende Vollplastikdesign.
Ansonsten enthalte ich mich jeden Urteils über WP8, bevor ich es nicht benutzt habe.
joh am 31.08.12 16:21
Ich bin mit Win 7.5 auf dem Handy extrem zufrieden, kann es kaum erwarten Win 8 zu testen!
Patrick am 31.08.12 17:02
Kann ja sein, MS mal was Vernünftiges auf den Markt bringt. Wenn das allerdings wie Window auf dem PC funktioniert, tun mir jetzt schon die Benutzer leid.
Jürgen am 31.08.12 18:39
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Donnerstag, 30.08.2012
Trojaner spionieren gezielt Smartphones aus
Smartphones sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Deutsche haben heute eines in der Tasche. Google meldet mittlerweile über eine Million neu aktivierter Geräte - und zwar jeden Tag! Apple dürfte ähnliche Zahlen haben. Smartphones sind deshalb nicht nur ein Thema für App-Entwickler und Onlinedienste, sondern natürlich auch für Betrüger. Bislang gab es eher wenig Schnüffelprogramme oder Phishing-Apps. Aber diese Zeiten sind vorbei.
Besonders besorgniserregend: Wie Forscher des Citizen Lab der Universität von Toronto
berichten, sind derzeit mobile Varianten des Trojaners FinSpy im Umlauf. FinSpy Mobile gibt es sowohl für iOS, Android, Symbian, BlackBerry und Windows Mobile. Die Kriminellen haben also keine relevante Mobilwelt ausgelassen und decken so ganz nebenbei natürlich auch noch Windows, Mac OS X und Linux ab.
Allzu viel Mühe mussten sich die Trojaner-Entwickler nicht machen, denn es ist eine Art Baukasten zum Einsatz gekommen: das FinFisher Toolkit von Gamma International. Die Firma verkauft ihren Trojaner-Baukasten (und andere Schnüffel-Software) gewöhnlich an Regierungen. Nun ist der Baukasten aber offensichtlich in falsche Hände geraten. So ist das, wenn man die Büchse der Pandora öffnet: Wer meint, man könnte Trojaner nur für den Staatsgebrauch entwickeln (lassen), der hat sich geschnitten. Es gibt immer undichte Stellen - und dann haben alle das Nachsehen.
Im vorliegenden Fall ist das besonders ärgerlich, denn der von den Experten untersuchte Programmcode kann eine Menge. FinSpy soll zum Beispiel auf dem Smartphone Telefonate, SMS-Mitteilungen und E-Mails weiterleiten können. Auch weitere Funktionen sind denkbar - und für jeden Smartphone-User ein Albtraum, etwa die Überwachung von Räumen über nicht bemerkte Anrufe. Auch soll FinSpy Dateien laden können, ebenso ist es denkbar, den Aufenthaltsort und damit das Bewegungsprofil des Users auszukundschaften.
Einfallstor für den tückischen Trojaner: Speziell präparierte E-Mails, die auf dem Smartphone geöffnet werden. Das soll sogar auf iPhone, iPad und iPod Touch funktionieren, obwohl hier die Installation von Apps vom Betriebssystem streng überwacht wird. Aber Sicherheitslücken machen so etwas möglich.
Das, was die Fachleute vom
Citizen Lab an der University of Toronto rausgefunden haben, ist mehr als besorgniserregend. Denn es zeigt, dass bei den Betrügern mittlerweile genügend Know-how vorhanden ist, um folgenreiche Trojaner zu entwickeln. Trojaner, die auf allen relevanten Plattformen laufen - und auch funktionieren. Die Zeiten, in denen es eher unwahrscheinlich bis unmöglich war, sich auf einem Smartphone ein Schadprogramm einzufangen, scheinen endgültig vorbei.
Welchen Schluss man daraus ziehen kann, ziehen sollte? Ganz einfach: Auch auf dem Smartphone vorsichtiger zu werden. Nicht jeden Anhang öffnen, nicht jede Webseite laden, und schon gar nicht jeden Link anklicken. Es gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie auf dem PC... Früher oder später werden sicher auch Schutz-Apps für Smartphones populärer werden, und möglicherweise sogar nötig. Schade.
Die Überschrift "Trojaner spionieren gezielt Smartphones aus" ist mal wieder unwahr. Nun ja, würde die Überschrift wahrheitsgemäß lauten "Trojaner könnten theoretisch Smartphones ausspionieren, aber es sind überhaupt keine im Umlauf", dann würde sicherlich niemand diesen Artikel lesen.
Es sind lediglich Hinweise(!) dafür vorhanden, dass solche Schadsoftware theoretisch(!) in "fremde Hände" gelangen könnte.
Im Originalartikel wird übrigens ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Installation eines Trojaners nicht ohne aktives Handeln des Handybesitzers installiert werden könnte...! Den Rest kann sich jeder selber denken.
A. Friend am 30.08.12 16:30
Die Dinger installieren sich aber nicht von allein. Bei iOS geht das über "configuration profiles" (eigentlich gedacht für Entwickler bzw. Installation von firmeninternen Apps), aber die poppen eine sehr deutliche Meldung auf, die man erst mal bestätigen muß. Einfach eine Email öffnen oder auf einen Link tippen allein reicht da nicht aus.
Ich finde es manchmal sehr schade, dass auch hier die Tiefe der Information doch sehr oft arg zu wünschen übrigläßt. Ständig Panik machen kommt zwar erstmal gut an, aber letztlich zucken dann doch nur alle mit den Schultern und sagen sich "kann man eh nix machen". Was genau die falsche Botschaft ist, man kann sehr wohl sehr viel machen, indem man das Hirn nicht völlig abschaltet oder abschalten läßt.
joh am 30.08.12 16:53
Hallo zusammen,
das ist korrekt: Noch handelt es sich mehr oder weniger um Laborbedingungen (in the zoo). Allerdings dauert es in der Regel nicht lange, bis es derartige Schadprogramme dann in der einen oder anderen Ausprägung "in the wild" gibt. Allerdings ist das in der Smartphone-Welt - zum Glück - nicht ganz so leicht. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, mit wie wenig Aufwand Trojaner für verschiedene Plattformen fertiggestellt werden können.
Jörg Schieb am 30.08.12 17:27
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Mittwoch, 29.08.2012
Wer hat Angst vorm Leistungsschutzrecht?
Noch ist keine Wiederholung des ACTA-Phänomens in Sicht, das
Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist kein Thema auf Rolltreppen, in U-Bahnen, auf Wohnzimmersofas. Im Gegenteil. Verwunderlich ist das nicht, bis ACTA öffentlich diskutiert wurde, sind Monate, Jahre vergangen. Und obwohl die netzpolitische Wahrnehmung vieler zumindest geschärft sein sollte: Hat der Otto-Normal-User - nicht Journalist, Blogger oder dem Herzen nach Netzbewohner - überhaupt schon einmal vom Leistungsschutzrecht gehört?
Am Mittwoch (29.08.2012) hat die Bundesregierung den entsprechenden
Gesetzentwurf im dritten Anlauf beschlossen, nun sind Bundestag und Fachausschüsse am Zug. Das Bestreben, "das Urheberrecht entschlossen weiterzuentwickeln", war schon im schwarz-gelben Koalitionsvertrag vereinbart, darauf weist Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in
ihrer Stellungnahme zum Tag noch einmal hin. Es geht um Teilhabe an den Gewinnen, die gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen und ähnlichen Diensten mutmaßlich mit Presseerzeugnissen verdienen - indem sie in der Trefferliste zu einer Suchanfrage Textanrisse von Artikeln ausspielen und auf der gleichen Seite Werbebanner schalten. Teilhabe an den Gewinnen bedeutet in dieser Logik: Lizenzpflicht.
Zunächst einmal: Nein, natürlich hat das Leistungschutzrecht inhaltlich wenig mit ACTA zu tun. Allerdings, so schreiben die Kollegen der Tagesschau in ihrem FAQ, "den Vorhaben ist allerdings gemein, dass sie nach offiziellen Angaben Immaterialgüter im Internet besser schützen sollen." Während ACTA das Verhalten des Users regulieren sollte, zielt das Leistungsschutzrecht in der aktuellen Version primär auf die Großen; kleine Blogger müssen nicht zahlen, Google soll unbedingt, will aber - wen wundert's - nicht. Welche Diensteanbieter neben Google und Yahoo ebenfalls zur Kasse gebeten werden könnten, ist weitgehend unklar und strittig.
Wie ein wirksames Leistungsschutzrecht die Internetnutzung beeinträchtigen könnte, weiß noch niemand
Der Gesetzestext ist schwammig und eine Garantie, dass der User, der vor einer Weile von einem (gescheiterten) Abkommen namens ACTA gehört hat, nicht doch auf eine Weise zahlen muss, kann niemand geben. Kommt das Gesetz und will Google nicht zahlen, dann darf etwa Google News keine Textanrisse von Artikeln mehr anzeigen. Die der Suchende dann möglicherweise gar nicht mehr findet, wenn er einen entsprechenden Dienst regelmäßig nutzt.
Darum muss über das Leistungsschutzrecht für Presseverlage mehr gesprochen werden. Stimmen gibt es schon, hier einige Leseempfehlungen:
- Netzpolitik.org hat verschiedene Reaktionen zusammengestellt und lässt so vielstimmig
erklären.
- Im FAQ der Tagesschau-Kollegen gibt es
Antworten auf konkrete Fragen.
- iRights.info, Plattform für Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt,
stellt fest, dass in den verschiedenen politischen Lagern vor allem viel Verwirrung herrscht.
- Nach wie vor
finden sich interessante Diskussionsbeiträge und Reaktionen auf Twitter.
- Der Elektrische Reporter
erklärt das Leistungsschutzrecht in Bild und Ton.
To be continued. Schickt uns gern noch eure Leseempfehlungen!
Ob der Bürger davon mal gehört hat? Keine Ahnung. Aber in ihrem eigenen Sender wird das Thema auch totgeschwiegen. Im heutigen WDR5 Tagesgespräch wäre der ideale Raum dafür gewesen, damit mal aufzuklären - einen Tag danach. Aber es wird lieber um die Rente gesprochen (ok, ist auch wichtig).
Ich habe ihre Kollegen von WDR5 angeschrieben, bin mal gespannt, was ich als Antwort erhalte.
Sven am 30.08.12 9:22
Wieder mal ein Kniefall vor einer Lobby von Schwarz-Gel(d). Als ob Verleger nicht schon durch Suchmaschinen profitieren würden. Aber Merkel macht das ja so gut. Abzockanwälte können sich die Hände reiben und Massenabmahnungen vorbereiten.
Werner am 30.08.12 9:25
Hallo Sven,
ich kann da nur für WDR.de sprechen - wir berichten regelmäßig über das Thema.
viele Grüße, Insa
Insa Moog am 30.08.12 11:04
Als im August 2008 Krieg in Georgien war, hat eine Zeitung mir einen Artikel aus unserer Nachrichtenseite gestohlen und in der eigenen Zeitung veröffentlicht. Natürlich ohne mich als Urheber und unsere Webseite als Quelle zu nennen.
Dieser Verlag war einer der lautesten Brüllaffen, als es darum ging, unfähige Politiker dazu zu bringen, die totale Zensur des Internets einzuführen.
Die Lobbyisten der Verlage stehlen und betrügen selber, werden aber nun egehen Millionen Internetnutzer in Deutschland vorgehen, die es wagen sollten, ihre Meinung im Internet zu verbreiten.
Denn ein Riesenheer von Amahnanwälten steht für den Krieg gegdie Meinuzngsfreiheit in Deuschland bereit.
Und ich hasse diesen Internet Explorer, mit dem ich jetzt arbeiten muss u nd der mich zwingt, diesen Text quasi blinf zui schreiben,.
Thomweb am 30.08.12 15:32
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