Freitag, 24.05.2013
Linklounge 13/21: Im und über das Netz
Was den Digitalistan-Autoren in dieser Woche an wertvollen Inhalten auf den Bildschirmen erschienen ist, verlinken sie hier in der aktuellen Linklounge. Für Erstbesucher und Nachleser: Das komplette Linklounge-Archiv gibt es übrigens
hier (Wahlweise in der rechten Spalte in der Schlagwortwolke auf "Linklounge" klicken)
David Ohrndorf
Unser Projekt
WDR Digit ist ja mit seinen mittlerweile mehr als 7.000 digitalisierten Fotos und Videos sehr aufs Visuelle festgelegt. Ton gibt es nur bei wenigen Videos (war bei Super-8 sehr viel aufwändiger als heutzutage) und bei Fotos ja ohnehin nicht. Die Macher von
Conserve the sound bieten da mehr fürs Ohr, sie machen eine Art Digit für Geräusche. Sie digitalisieren Geräusche von Dingen, die es heute nur noch selten gibt. Zum Beispiel zu hören: die Fensterkurbel eines Opel Astra F, Bandsalat einer Musikkassette und auch ein Nintendo NES.
Und wo es zum Ende der Woche wieder so kalt geworden ist, ein hübsches
Skivideo. Wer keine Zeit hat, spult mal schnell bis 3:35 vor.
Insa Moog
Ich hätte mit 18 Jahren auch gern etwas Großartiges erfunden. Komischerweise ist es nicht passiert. Mein Schicksal teilen viele, aber eben nicht alle. Die 18-jährige Eesha Khare aus Saratoga (Kalifornien, USA) hat einen
Superkondensator mit einer Elektrode aus Nanoröhrchen erfunden - und der könnte zum neuen Superakku für Smartphones werden, mit Ladezeiten von 20-30 Sekunden und einer deutlich längeren Durchhaltekraft gegenüber herkömmlichen Akkus. Khare belegte damit den zweiten Preis bei einem
Wissenschaftswettbewerb. Eine andere 18-jährige Amerikanerin, interessanterweise aus der Stadt Sarasota (Florida, USA),
entwickelte währenddessen einen Algorithmus (genauer: ein Cloud-basiertes künstliches neuronales Netzwerk), der es Ärzten leichter macht, eine bestimmte Form der Leukämie zu diagnostizieren und neue Behandlungsmethoden zu erproben.
Dass am vergangenen Wochenende Eurovision Song Contest war, nehme ich zum Anlass für einen nostalgischen Blick zurück zum deutschen Vorentscheid im Jahr 1996. Dieser Clip tauchte 2009 im Netz auf. Es geht um "Surfen Multimedia" und hat Ohrwurmpotenzial:
Glücklicherweise hat sich seitdem im Genre Internetschlager viel getan, wie Julia und Niki schon 2010 (Erscheinungsdatum) zeigten:
Jörg Schieb
Den Streit darum, ob nun Windows-PCs die besseren Rechner sind oder die mit Apfel-Logo, der ist so alt wie Microsoft und Apple... Es gab schon so manche witzige Kampagne, etwa die Veralberung der Unzulänglichkeiten ehemaliger Windows-PCs durch Apple, wie in
dieser Zusammenfassung schön zu sehen. Irgendwann hat Microsoft darauf sogar reagiert und ironisch mit einer
Ich-bin-ein-PC-Kampagne gekontert.
Jetzt geht die Sache in die nächste Runde: Auch in der Tablet-Welt streitet man sich, wer die besseren Flachrechner baut. Microsoft hat nun einen wirklich witzigen Spot entwickelt. Welches Tablet ist besser - iPad oder Windows-8-Surface? Links ist das iPad zu sehen - und auch zu hören. Siri kann nur eine Sache erledigen, kommt mit Powerpoint nicht klar und eignet sich am Ende nur als teure Klaviatur für einen Synthesizer (Anspielung auf einen iPad-Mini-Post). Rechts daneben ein Surface mit Windows 8, das auch mehrere Dinge gleichzeitig kann und trotzdem deutlich günstiger ist. Witzig.
Google Trends hat einen wirklich interessanten
Relaunch verpasst bekommen, etwas ruhiger geht es
hier zu. In den Charts kann man nicht nur nachschauen, wonach die Welt (bei Google) sucht, sondern sich eben auch über Trends informieren. Neu sind Suchanfragen-Charts in 47 Kategorien - präsentiert im Karten-Design wie man es von Google+ oder Google Now kennt. Hier erfährt man, wonach wir in bestimmten Bereichen suchen, die besten DJs, die leckersten Cocktails. Man kann auch nach bestimmten Regionen filtern, Deutschland ist aber (noch) nicht dabei. Praktisch: Man kann die Top-Charts sogar in die eigene Webseite einbetten. Voilà:
Stefan Domke
Ob ich insgeheim Astronaut werden wollte? Jedenfalls gehört - nachdem ich
hier bereits vergangene Woche einen schwerelosen Linktipp abgab - auch dieses Mal ein weltraumlastiges Video zu meinen Highlights der Woche: "My Face is in Space" ist ein schöner, 10-minütiger Kurzfilm von
Tom Jobbins. Im Mittelpunkt des Films steht Larry, dessen Foto sich auf einer vergoldeten Datenplatte mit grundlegenden Informationen über die Menschheit an Bord der
Voyager-1-Raumkapsel befindet. Nur für den Fall, dass die Voyager 1 irgendwann mal Außerirdischen begegnen sollte. Im 36. Jahr nach ihrem Start ist die Raumsonde übrigens derzeit
auf bestem Weg, unser Sonnensystem endgültig zu verlassen.
Meine weiteren Linkempfehlungen haben deutlich mehr Bodenhaftung: In
Cachys Blog finden sich
hilfreiche Tipps für all diejenigen, die
das neue, kostenlose 1-Terabyte-Angebot von flickr nutzen und ihre Fotosammlungen aus anderen Diensten umziehen möchten.
Als letztes: Die erst vorgestern gestartete Online-Petition für den deutschen Bundestag zum Thema Netzneutralität (Stichwort "Drosselkom") ist auf dem besten Weg, das benötigte Quorum von 50.000 Unterstützern sehr schnell zu erreichen. Wer sich vor der Teilnahme noch eingehender mit dem Thema beschäftigen will, dem sei die Seite
"Echtes Netz" und
der re:publica-Vortrag des amerikanischen Netz-Aktivisten Ben Scott empfohlen.
So viele so verschiedene und so interessante Links in dieser Woche - ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Vielleicht
beim großartigen Webfeature "Machines for Life" zum neuen Daft-Punk-Album? Bei den wertvollen
Sicherheitstipps für die mobile Facebook-Nutzung? Oder beim
Best of Boris Becker in Sachen Twitter?
Mein Highlight in dieser Woche kommt vom Münchner Merkur, der offenbar geheimes Insiderwissen besitzt. Die dpa besteht darauf, dass es im Original hieß: "Yahoo betreibt neben Google und Facebook eines der größten Anzeigensysteme im Internet." Man beachte den letzten Satz ...
Eine Neuigkeit von @
vowe in der Zeitung gefunden: "
#Yahoo betreibt bereits unter anderem
#Google und
#Facebook." -
twitter.com/Netzpiloten/st...
— Netzpiloten (@Netzpiloten)
21. Mai 2013
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Donnerstag, 23.05.2013
Tablet statt Speisekarte: das digitale Restaurant
Ein bisher unterrepräsentiertes Thema in Digitalistan: Ernährung für Nerds. Zur re:publica vor zwei Wochen habe ich hier im Blog zum Beispiel einen der nerdigsten Vorträge überhaupt unterschlagen, wie mir gerade auffällt:
"Richtig essen, richtig schlafen, und lasst die Mate weg: Besser Leben für Geeks" von Matthias Bauer.
Wer sich amtlich nerdgerecht ernähren will, findet jetzt außerdem in Köln eine neue Versorgungsstation: Dort eröffnet mit dem "B.Easy" in diesen Tagen ein Restaurant mit digitaler Speisekarte. Statt dass nach ein paar Minuten eine freundliche Servicekraft am Tisch steht, könnt ihr dort einen Tablet-Computer aus dem schweren Marmortisch fahren lassen. Daran könnt ihr dann bis ins letzte Detail eure Bestellung eingeben.
Digital Eating in Köln. Testessen im B.Easy mit @
maikegreine. Bestellung aufm Tablet! @
malotki, was einpacken?
twitter.com/DieHauda/statu...
— Bianca Hauda (@DieHauda)
14. Mai 2013
Die ersten Testesser haben im Tablet-Restaurant schon fleißig getwittert.
Auf der digitalen Speisekarte stehen Grillgerichte: vom Burger über Steak und Gemüse bis zu Pommes und Salat. Auf dem Tablet könnt ihr nacheinander auswählen, was es denn sein soll, oder jederzeit nachbestellen. Dabei habt ihr sowohl den Preis immer im Blick - als auch diverse Zusatzinfos zu den Zutaten, den Nährwerten oder ganz anderen Einzelheiten, die heutzutage niemand mehr auswendig kennt. Auf einer speziellen Seite am Tablet sehr ihr außerdem alles, was ihr bisher bestellt habt - damit dürfte auch Stress mit verwirrten Kellnern der Vergangenheit angehören.
Einer der Köpfe hinter dem B.Easy ist Mark Korzilius, der auch das "Vapiano" gegründet, also schon einmal den gastronomischen Zeitgeist getroffen hat. Er hat mir erzählt, dass er vor allem den Bestellvorgang beschleunigen wollte, damit die Gäste möglichst keine Zeit totschlagen müssen: "Die Zeit, die vergeht, bis die Bestellung, die Sie im Kopf haben, in der Küche landet, liegt in der Regel bei fünf bis fünfzehn Minuten, je nachdem wie voll das Restaurant ist. Hier liegt die Bestellung in einer Minute in der Küche vor."
Bestellen per Tablet: Wischen und Tippen, so wie in jeder anderen App auch - und innerhalb weniger Sekunden landet die Bestellung in der Küche.
Als Konzept finde ich das spannend: Gerade in Restaurants, in denen die Kellner nicht zu Potte kommen, habe ich mir so eine Bestellmöglichkeit schon lange gewünscht. Mein Essen stand in ein paar Minuten vor mir. Die Preise fand ich weder billig noch zu teuer, und der Burger: keine Sterneküche, aber auch besser als in jeder Fast-Food-Kette.
Da bleibt eine Frage übrig: Sieht die Zukunft sogar im Restaurant digital aus? Auf den ersten Blick sind die Tablet-Computer tatsächlich nur ein Gimmick. Ich werde bestimmt kein Restaurant besuchen, nur weil ich dort digital bestellen kann. Ob die Speisekarte nun analog ist oder nicht - wichtig ist am Ende, ob das Essen schmeckt, und wenn ich in ein Restaurant gehe, ist mir ein schöner Abend wichtiger als der Faktor Zeit.
Aber ein paar Ideen, die Mark Korzilius noch im Kopf spuken, finde ich interessant: Er will in ein paar Wochen eine App starten, über die man seine Bestellung schon auf dem Weg ins Restaurant aufgeben kann. Wenn ich Hunger habe, sitze ich damit schon an einem gedeckten Tisch, sobald ich ankomme.
Die Software hinter der digitalen Speisekarte soll bald auch per App verfügbar sein, um schon von unterwegs bestellen zu können. Restaurantchef Korzilius glaubt sogar, dass die Kunden ihre Speisekarten eines Tages immer selbst mitbringen werden.
Korzilius spinnt diesen Gedanken sogar noch ein Stück weiter: "Ich glaube, dass die Speisekarte im Restaurant in zehn Jahren sogar Geschichte sein könnte - und die Gäste sie sich über ihr Smartphone oder Tablet selbst mitbringen." Dieses Konzept nennt sich "Bring your own device" und ist zum Beispiel auch Thema bei Fluggesellschaften. Die können sich zum Beispiel die Monitore an Bord sparen, wenn sich die Passagiere das Bordkino in Zukunft per WLAN über den eigenen Tablet-Computer angucken.
Solange mir das Essen nicht von Robotern serviert wird und die Frikadelle aus dem 3D-Drucker kommt, kann ich mich mit digitalen Restaurants gut anfreunden, denn sie könnten dafür sorgen, ein paar der nervigsten Momente zu beseitigen und mich auf das zu konzentrieren, was ich beim Restaurantbesuch möchte: mit guten Freunden lecker Essen - und mich nicht über den schlechten Service aufregen.
Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der
WDR5 LebensArt im Radio.
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Donnerstag, 23.05.2013
Doppelte Sicherheit - die neuen Twitter-TANs kommen
Das war höchste Zeit: Nach einer ganzen Reihe schwerer Angriffe auf Twitter-Accounts von der BBC über Jeep und Burger King bis zur Financial Times verschärft der Kurznachrichtendienst seine Sicherheitsmaßnahmen.
Damit könnt ihr eure Zugänge ab sofort doppelt versiegeln, ähnlich wie beim Online-Banking: Zusätzlich zu eurem Passwort müsst ihr dann beim Einloggen einen Einmalcode eingeben, den ihr per SMS geschickt bekommt. Dieses System nennt sich Zwei-Faktor-Authentifizierung
und lässt sich seit längerem auch schon bei Dropbox, Google oder Facebook aktivieren - wozu ich auch raten würde.
Erklärvideo: Wie aktiviere ich die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Twitter?
Deutsche Nutzer müssen sich dabei offenbar noch etwas gedulden: Handynummern aus den Netzen der größten Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone nimmt Twitter bisher nicht an - was sich hoffentlich schnell ändern wird.
Voraussetzung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist natürlich, dass ihr bei Twitter oder anderen Diensten
eure Handynummer hinterlegt. Das wird nicht jedem Nutzer gefallen, so oft wie wir in Deutschland über Datenschutz und Privatsphäre diskutieren. Aber diesen Preis für wesentlich mehr Sicherheit zu zahlen - mir ist es das wert.
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