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Thomas Heyer
Soviel Uzo kann man garnicht trinken, wie man möchte - bei dem, was da gerade in Griechenland abgeht. Jahrzehntelang wurde missgewirtschaftet, wurden Zahlen geschönt, wurde getrickst, um EU Richtlinien zu erfüllen, näherte sich der Staat immer mehr der Pleite. Und jetzt? Griechenland zieht blank und die Europäische Union soll es richten. Doch was heißt soll? Muss, muss man sagen, denn das ist nun mal so in einer Ehe - auch in der europäischen Währungsunion! In guten wie in schlechten Zeiten... Gebongt! Doch jetzt ist Schluß mit lustig bei dieser Veranstaltung, die den deutschen Steuerzahler wohl einige Milliarden kosten wird. In Griechenland haben jetzt nämlich einige Medien und Politiker die Deutsche-sind-doch-alle-alte-Nazi-Leier rausgeholt. Bitte nicht diese olle Kamelle! Weil Deutschland noch einiges an Reparationen aus dem 2. Weltkrieg zu leisten habe, müsse man in diesem reichen Deutschland ganz still sein - und schön in den großen EU-Topf überweisen. Aua, das tut weh!
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Sie kennen Herrn Kaiser, den Mann von der Versicherung, der seit gefühlten Jahrzehnten immer durch die TV Werbung geistert - Kaiser, der Prototyp des freundlichen Versicherungsvertreters....
So freundlich sind er und seine Artgenossen aber nicht. Nur ein Beispiel ... Wer die Prämie - für die Autoversicherung - monatlich, viertel- oder halbjährlich zahlt, lebt deutlich teurer als jemand, der seine Beiträge einmal im Jahr abbuchen lässt. Für das Zahlen kleckerweise nehmen die Versicherungen nämlich Aufschläge von zwei, drei oder gar fünf Prozent. Vermutlich zu unrecht. Die HUK-Coburg hat sich bereit erklärt, einem Versicherten diese Aufschläge zurückzuzahlen. Bei dieser aktion müssen alle anderen Versicherten ganz genau hinhören!
Die Kulanz trifft keine Armen! Allein im vergangenen jahr hat die Versicherungswirtschaft in deutschland Beiträge in Höhe von rund 170 Milliarden Euro eingenommen! Millionen Kunden bringen Milliarden! Und wenn jetzt Millionen Kunden schlau sind - all die, die bislang kleckerweise gezahlt haben - dann wird#s unangenehm für die vielen Herren kaiser. Aber, wie gesagt - es trifft keine Armen, sondern jemanden der uns über Jahre arm macht...
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Deutschland droht ein Ärztemangel - Schlagzeilen dieser Art haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder lesen müssen. Es war so im Sommer 07, im Sommer 08, auch im vergangenen Sommer - und: Jetzt ist er da, der Ärztemangel!In den Krankenhäusern fehlen aktuell rund 5000 Ärzte, bundesweit! Bald fällt der Arztberuf unter Artenschutz!!!
Dies belegt eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts. Der Medizinermangel macht mittlerweile fast 80% der Kliniken echte Probleme. Vor allem Internisten, Chirurgen und Psychiater fehlen - obwohl rund 9000 Mediziner pro Jahr mit bestandenen Examen die Unis verlassen. Viele von ihnen machen jedoch mittlerweile einen großen Bogen um Patienten (...was ist eigentlich mit dem Eid des Hippokrates???) und suchen ihr Heil in der Wissenschaft, der Wirtschaft oder in den Medien. Zudem lassen etliche Kliniken Stellen unbesetzt, um Kosten zu sparen. Jedes vierte Krankenhaus hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben.
Der "Patient Krankenhaus" hängt am Tropf! Mangelware Ärzte! Mein Vorschlag: Weg mit dem Numerus Clausus für Medizin! Es fehlt an Menschen, die sich für Menschen interessieren. Ärztemangel in einem Land, in dem die Kosten für Gesundheit uns mittlerweile krank machen, in dem Kranksein und Gesundbleiben immer teurer wird, kann und darf nicht sein!
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Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine und Neapel liegt ganz offensichtlich am Rhein! Köln, ein gewaltiger Bau-Mafia-Sumpf! Was da in den vergangenen Tagen ans Licht gekommen ist, macht fassungslos. Pfusch, Schlamperei, Hehlerei - da soll beim Bau der neuen U-Bahn Strecke systematisch betrogen worden sein. Es wurde falsch vermessen, nur halbseiden kontrolliert, Eisen an Schrotthändler verhökert. Jetzt platzte dem Kölner Oberbürgermeister der Kragen. Schluss mit lustig, Schluss mit Karneval!
Genau, der Karneval - offensichtlich der Grund dafür, dass das Skandalthema nur auf kleiner Flamme gekocht wurde. Erstmal mussten die Kölner Kamelle sammeln, Strüssje werfen und bützen. Hauptsache der Zooch kütt und kann die gewohnte Strecke fahren. Es ging um die Sicherheit der Jecken, is ja Fasteloovend - und sonst nix! Und überhaupt: Et hätt noch immer joot jejange!
Jetzt, kurz vor Aschermittwoch aber darf laut gedacht und gefragt werden: Sind die Schlamper, die, die da nicht kontrolliert und geprüft haben etwa noch im Amt? Gut, zwei Bauleiter wurden heute suspendiert... Hat sich eigentlich das NRW Bauministerium, der Minister interessiert? Immerhin ist gestern im Kölner Rosenmontagszug ja der Ministerpräsident höchstpersönlich mitgefahren... Gibt es einen Zusammenhang zwischen den kriminellen Machenschaften und dem Tod zweier Menschen beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs? Wer zahlt eigentlich die Zeche? Kann überhaupt weitergebaut werden oder muss man die Löcher nicht einfach verfüllen und Gras wachsen lassen?
Eins ist klar: Der KVB Bauskandal ist nicht für die Bütt geeignet, da vergeht einem jeder Anflug von Lachen. Jetzt, wo der Karneval fast vorbei ist, wachen die Kölner endlich auf und verlangen Antworten, verlangen, dass die Verantwortlichen zu ihrer Verantwortung stehen!
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Ist es eigentlich ein Naturgesetz, dass die Kosten für Gesundheit steigen und steigen? Es scheint so. Jetzt erheben viele Kassen Zusatzbeiträge von 8,- Euro und mehr. Das müsste nicht sein, behauptete heute der Deutsche Apothekerverband. Bitte? Bei der Nachricht haben wir heute natürlich genau hingehört.
Die Apotheker meinen, dass die Kassen ihre Sparmöglichkeiten verschleiern. Sie bekommen satte Rabatte von der Pharmaindustrie, geben die aber nicht weiter an uns, die Versicherten. Die Höhe der Rabatte überhaupt sei ein gut gehütetetes Geheimnis. Wenn das stimmt, was die Apotheker da sagen, dann sind die Kassen wirklich unverschämt. Angeblich sparen sie über Rabatteverträge pro Jahr mehr als 1 Milliarde Euro!
Eins wird immer deutlicher: Wir Patienten befinden uns im Würgegriff der Pharma- und Kassenlobby! Von den rund 2000 beim Deutschen Bundestag registrierten Lobby-verbänden sind mehr als 400 in der Gesundheitspolitik engagiert, bearbeiten das Gesundheitsministerium.
Der Pharmamarkt ist ein Milliardengeschäft bei dem viele Interessengruppen mitmischen. Wir Versicherten - wir, die Patienten werden durchgemischt!
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Jaaaa, der Streik ist ein Grundrecht zur Durchsetzung tariflicher Forderungen. Wir wissen es, und: Wir leiden! Es geht wieder los. Die Tarifverhandlungen sind gescheitert und jetzt gilt das Ultima-Ratio Prinzip: Arbeitskampf (...was für ein schrecklich nostaligisches Wort)!
Heute früh haben viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst - in NRW sollen es laut ver.di rund 42000 sein - die Arbeit niedergelegt. Sie treten in den Warnstreik, damit sich etwas bewegt bei den Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern - also dem Bund und den
Kommunen - und den Gewerkschaften. Und dann bewegt sich sicher was, irgendwann - so war das in den vergangenen Jahren und wird diesmal wohl nicht anders sein. Bis dahin heißt es für viele Geduld im Nahverkehr, in den Krankenhäusern, auf den Flughäfen, in den Kindertagesstätten und mit der Müllabfuhr.
Wir wissen - jedenfalls diejenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten in diesem herrlichen Land leben durften, dass wir die Auswirkungen der Streiks sofort spüren. Stundenlanges Warten auf Bus und Bahn ist da noch harmlos im Vergleich zu verschobenen Operationen in Kliniken. Hier kann es lebensgefährlich werden.
Bundesinnenminister Thomas de Maiziére sieht in der Aktion der Gewerkschaft eine gezielte Provokation. Ja, was denn sonst! Die 5% Forderung der Gewerkschaft hält er für unverschämt in Zeiten der Wirtschaftskrise. Da liegt er meiner Meinung nach nicht ganz daneben. Wer aber seine Mitarbeiter motivieren will, muss was drauflegen - auch und gerade mit dem Blick auf die Wirtschaftskrise.
Keine Frage, die Menschen im öffentlichen Dienst müssen für ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Bitte nicht nur Hoteliers bei der Mehrwertsteuer für Übernachtungen ohne Frühstück entlasten!!!
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Kaufen oder nicht kaufen, das ist die Frage. Da geht's ja hoch her in unserem blog...
Da gibt es ein Büro im Ruhrgebiet, für das steht fest: Nicht kaufen! Die medienbüromacher schreiben: "Hehlerei ist und bleibt eine Straftat. Deswegen darf der Staat diese CD nicht kaufen. Aber der Staat darf seine Ermittler in Aktion setzen, die herausfinden, wer die Person ist. Er darf sogar zum Schein auf das Angebot eingehen, aber nur mit dem Ziel den Straftäter - auch Datenklau ist strafbar!!! - festnehmen zu wollen. Dann haben die Beamten auch die Möglichkeit mit einem entsprechenden richterlichen Beschluss die CD zu beschlagnahmen und auszuwerten."
Für die Kollegen ist ein einfaches "her mit den Daten" zu simpel, weil: Stammtischparole! Da haben sie Recht, doch Vorsicht: An Stammtischen wird nicht nur Stroh gedroschen. Vielleicht einigen wir uns auf ein moralisches Dilemma, in dem wir uns durch diesen Fall befinden. "Einerseits ist es natürlich enorm spannend zu erfahren, welche Manager, Politiker, Parteien und andere Millionen auf Schweizer Konten verschieben, andererseits ist es ein Unding, dass jemand Geld für's Denunzieren erhält." So sieht es der Kabarettist Rainer Pause und so sehe ich es auch.
Gefallen hat mir der Eintrag von Picard 42:"Vielleicht wäre folgendes ein sinnvolles Vorgehen:
- laut trommeln, man würde diese CD kaufen
- damit die Steuerflüchtlinge in die Selbstanzeige treiben
- die CD dann wirklich kaufen, die Daten aber nicht nutzen
- stattdessen die Daten und alle Infos zum Datendieb an die betroffene Bank zurückgeben
- das als Aufhänger nehmen, um mit "der Schweiz" in neue Verhandlungen einzusteigen
Das wäre m.E. ein Weg, der noch halbwegs legal ist und uns auch in Zukunft weiterbringt."
Weitergebracht hat uns heute auch der Gedanke von Wilfried Schmickler. Er sagt: "Ich bin gegen einen Ankauf der Daten, denn das verstößt gegen die Menschenrechte. Weil: Die Würde des Geldes ist unantastbar, sie zu schützen ist oberste Aufgabe aller staatlicher Gewalt." Der Mann ist ebenfalls wie Pause Kabarettist...
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Ein Schnäppchenpreis! 2,5 Millionen für eine CD, die 100 Milllionen und mehr bringen kann, sind peanuts. Der Bundesfinanzminister kann sich garnicht erlauben, das unlautere Angebot abzulehnen.
Natürlich kommen jetzt die Bedenkenträger und spucken Wolfgang Schäuble in die Suppe, die er kochen will. Wichtigste Zutat: Eine CD mit Daten von Steuersündern, die ihr Geld in der Schweiz angelegt haben - auf Konten, die ihnen Anonymität garantieren, ein Kartell des Schweigens - bis jetzt!
Mit der CD werden Straftaten aufgeklärt! Der CDU Innenexperte Wolfgang Bosbach hat Recht. Er sagt: "Wenn der Staat von vornherein keine illegalen erworbenen Daten nutzen dürfte, müsste das auch für andere Fälle gelten!" Genau, dann würde es nämlich eng.
Natürlich mögen wir keine Denunzianten, aber die Zumwinkels und co. mögen wir auch nicht, oder?
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Daisy kommt und macht uns alle völlig wuschisch. Wird die Eröffnungsfeier zur Kulturhauptstadt 2010 morgen in Essen abgesagt, muss sie abgesagt werden, versinkt sie etwa in Eis und Schnee? Eine bange Frage, die Ruhr Chef Fritz Pleitgen ganz locker beantwortet hat. In seiner ihm eigenen lässigen Art hat er gesagt, dass man minus 15 Grad doch wohl auf einer Backe absitzen könne - natürlich nur mit der richtigen Kleidung!Wir werden sehen, was morgen in Essen passiert. Wir berichten den ganzen Tag über.
Aber auch ihre Schnee- und Eisgeschichten interessieren uns. Da kommt eine Kollegin nur durch ihre Heckklappe in ihr Auto, eine andere kommt nicht aus ihrem Wagen und muss die Nachbarn alarmieren. Da bricht das Vorzelt eines Freundes zusammen - er ist Wintercamper. Hundehalter ziehen ihren "besten Freunden" stramplerähnliche Mäntelchen über und Schühchen an die Pfoten. Andere haben seit Tagen das Haus nicht mehr verlassen und wiederum andere fotografieren den Winter wie jeck. Das, was sich da draußen tut, finden sie schön. Ich kann sie verstehen - es ist eben nunmal Winter. Ich rate zu Lockerheit und Gelassenheit vor dem was Daisy uns beschert...
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Endstation Chaos! Die Bahn und ihre Informationspolitik in Krisenzeiten - es ist ein echtes alle-Jahre-wieder-Thema!
Zum Jahreswechsel schien die Bahn vom Winter regelrecht überrascht. Vereiste Oberleitungen sorgten für Verspätungen und lange Wartezeiten. Da hieß es im Internet, dass manche Züge nicht fahren sollten, sie fuhren dann aber trotzdem - sogar auf die Minute. Reisende bekamen statt Auskünften wortloses Schulterzucken der Mitarbeiter am Schalter, im Zug widersprüchliche Infos (... so berichtete eine Kollegin, die auf dem Weg nach Berlin in Gütersloh in einem ICE steckengeblieben war) und auf die Frage - was ist denn bei euch eigentlich los - die Antwort: Wieso, alles bestens! Eine tolle Verharmlosung, selten so gelacht!
Verspätungen und Wartezeiten nehme ich gerne in Kauf, erst recht bei extremen Wetterlagen wie sie im Wnter ja schon mal vorkommen können oder nach Unglücken wie jetzt im Münsterland wo ein Güterzug entgleist ist und die Reparaturarbeiten deutlich länger dauern als erwartet. Kann alles passieren, aber: Bitte: Sprecht mit uns, informiert uns! Sagt was Sache ist!
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Erst waren es die Kunden der Postbank - nur - jetzt wissen wir es betrifft auch die Kunden von Commerzbank sowie anderer Sparkassen und Banken: Das ec Karten Desaster.
Stell dir vor du gehst zu deiner Sparkasse oder Bank und bekommst kein Geld! Nicht wirklich lustig! Die neuen Giro- oder Kreditkarten wurden von etlichen Automaten nicht akzeptiert. Von den rund 45 Millionen neuen ec-Karten, die ausgegeben wurden, sind mehr als 20 Millionen betroffen, von den 8 Millionen nagelneuen Kreditkarten ebenfalls knapp die Hälfte. Wir wissen woran es lag: Ein Fehler in der Software. Die neue Jahreszahl konnte offenbar nicht gelesen werden.
Hier die ec-Karten, dort die Anzeigetafeln bei den Bahnen, nicht zu vergessen die vielen Handys, die plötzlich sms Nachrichten unter falschen Daten eintrugen - einige news wurden auf das Jahr 2016 vordatiert! Die PC Programme spielen verrückt.
Eigentlich, so sagen Computerexperten, stellt das Jahr 2010 keine besondere Herausforderung dar - anders als das Jahr 2000. Damals herrschte in der IT Szene große Aufregung, diesmal große Überraschung.
Wir stellen fest: Der Computer ist auch nur ein Mensch!
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Kein Kinderwagen mehr auf Rolltreppen in Europa! Zu gefährlich! Ab dem 1.1.2010 müssen sie über Treppen geschleppt oder mit Aufzügen transportiert werden.
Ich sage: Brüssel, es reicht! Die Entmündigung durch die Eurokraten muss ein Ende haben. Oder sollte hier eine Vorlage für Kabarett oder Karneval geliefert werden? Wäre ja nicht das erste Mal...
Da hat die EU die Mindestgröße von Äpfel und Birnen festgelegt, die Größe der Füße tragbarer Leitern geregelt, die Nuckel-Norm entwickelt - Kinderbücher ganz sicher gemacht und damit die Verlage in Schwitzen gebracht, hat die Größe von Sardinen oder auch die Lagerung von Käse geregelt. Es gibt mittlerweile kaum einen Lebens- oder Politikbereich, zu dem die EU in ihrer Regel- und Richtlinienwut nicht jede Menge Papier produziert hat. Ob Richtlinien für die Sonnenscheinbestrahlung von Arbeitnehmern oder die Größe von Kaffeeverpackungen, die Eurokraten haben eine Meinung und nerven mittlerweile gewaltig damit, jeden Mikrokosmos unseres Lebens in den Griff bekommen, unser Leben noch sicherer machen zu wollen.
Vor Jahren einmal hat die Komission 68 Gesetzesvorschläge zurückgezogen, die selbst der damals amtierende EU Präsident als "absurd" erkannte. Also: Eurokraten macht endlich Schluß mit diesem absurden Theater!
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Keine Frage - es hat gute Chancen das Wort den Jahres zu werden - oder besser das Unwort. "Wachstumsbeschleunigungsgesetz". Man könnte das Wort auch übersetzen mit "Aufschwung auf Pump". Fröhlich wachsen gegen die Krise - an der Börse scheint das Überlebensmotto der Bundesregierung bereits angekommen zu sein. Auch heute lag der DAX wie schon gestern über 6000 Punkten. Bei den Börsianern herrscht jedenfalls der pure Optimismus. Es wird fröhlich weitergezockt! Alles wird gut - sind mehr als nur drei Worte mit denen wir uns in der Krise Mut machen?
Mit vielen Worten und noch mehr Sätzen wird die Weltwirtschaftskrise, der härteste Absturz seit dem zweiten Weltkrieg seit Monaten für beendet erklärt und lockere Aufsschwungseuphorie verbreitet. Da liegt die "Zukunft plötzlich vor uns", da ist die "Wirtschaft aus der Schockstarre erwacht", da ist die "Konjunktur schneller als gedacht wieder in Fahrt" gekommen, da heißt es "Krise war einmal", da haben sich "die Finanzmärkte erholt", wirken "Konjunkturdaten als Stimmungsaufheller" oder da "steigt der DAX trotz starker Schwankungen".
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Klar, war ja zu erwarten. Da will sich ein Irrer in einem US Flugzeug in die Luft sprengen und schon wird diskutiert: Brauchen wir nicht schärfere Gesetze, vielleicht doch sogenannte Nacktsacnner, noch mehr Personal? Undundund...
Die Diskussion überrascht mich nicht, doch ehrlich gesagt bin ich heute gleichwohl schwer überrascht. Politiker von Koalition und Opposition sind sich hierzulande nämlich mal einig. Wir brauchen keine schärferen Gesetze, sagen sie unisono. Wichtig sei, dass "vorhandene Informationen" zusammengeführt würden. Genau! Erst muss mal geklärt werden, wie der junge Mann aus Nigeria via Amsterdam nach Detroit fliegen und dabei etliche Sicherheitsschleusen überwinden konnte. Hatte er möglicherweise Helfer? Was sollen schärfere Gesetze gegen Schlampereiein und menschliches Versagen ausrichten? Nehmen uns schärfere Gesetze und noch mehr Kontrollen die diffuse Terrorangst, die viele seit dem 11.September umtreibt, wenn sie fliegen? Wohl kaum! Die Angst ist da und sie wird leider bleiben - auch, wenn jetzt Leibesvisitationen nicht mehr nur stichprobenartig, sondern an jedem Passagier durchgeführt werden, auch, wenn wir jetzt noch länger warten müssen, um ein Flugzeug zu besteigen.
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Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Der alte Karnevalsschlager ist in dieser Session hochaktuell. Heute hat der Bundesrechnungshof den historischen Schunkler endgültig in die Chartumlaufbahn geschossen.
Die schwarz-gelben Steuerpläne - also Steuersenkungen, die alle Wähler freuen würden - sind vor allem eins: Nicht finanzierbar! Schön, dass uns dies ein unabhängiges Organ der staatlichen Finanzkontrolle sozusagen schwarz-auf-weiß gibt.
Und noch etwas haben wir heute erfahren! Einen der Gründe für die hohen Beiträge zur Krankenkasse, die ab Januar 2010 ja noch höher werden. Es sind die Gehälter der deutschen Krankenkassenchefs, die deutlich höher sein sollen als von Gewerkschaften und Arbeitgebern empfohlen. Bis zu 300.000,- € verdienen die Spitzenkräfte. Das kann die Versicherten nicht freuen - auch wenn sie gönnen können.
Mehr als ärgerlich sind zwei Fälle, die der Bundesrechnungshof ebenfalls heute dokumentiert hat. Da ist in einem Fall eine Abfindung in Höhe von 700.000,- € geflossen, obwohl dem Kassenchef schwere Verfehlungen zur Last gelegt wurden. In einem anderen Fall wurde ein Beraterhonorar von rund einer Million Euro für die Anbahnung einer Fusion gezahlt, obwohl eine Beratung gar nicht nötig gewesen wäre.
Also: Wer soll das bezahlen? Na wie immer! Wir! Wir Steuerzahler, wir Versicherten. Wir, die wir uns durch offensives Schunkeln bei all der Verschaukelei den Frohsinn bewahren.
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Wenn nicht jetzt, wann dann! Goldene Zeiten für die Opposition im Düsseldorfer Landtag - sollte man meinen. Eine Justizministerin seit Tagen in Erklärungsnot! Roswitha Müller-Piepenkötter ist nunmal zuständig für den Ausbruch von zwei Häftlingen aus der JVA Aachen.
Ein Fall, voller Fragen, aber ohne befriedigende Antworten. Die wollte/sollte der Rechts-ausschuss des Landtages heute in einer Sondersitzung bekommen. Ein spannender Termin, Munition hatten SPD und Grüne eigentlich mehr als genug. Der Ball lag sozusagen auf dem Elfmeterpunkt, kein Torwart weit und breit, die Kugel musste nur noch versenkt werden. Doch es kam anders: Was als knallharter Schlagabtausch mit k.o. für Müller-Piepenkötter in den ersten Runden geplant war, endete mehr oder weniger als - absurdes Theater. Schade! Parlamentsarbeit in diesen Zeiten könnte so spannend sein...
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Keine Frage: Es gibt noch jede Menge Fragen! Und eins ist mal sicher: Wir versuchen weiter Antworten zu bekommen. Vielen Dank an der Stelle für die vielen AKS-Blogger, die uns loben. Zum Beispiel der "Wärter" - er bezeichnet sich selber so - kurz vor Mitternacht. Er schreibt:
"Als erstes finde ich es gut, dass die Aktuelle Stunde so hartnäckig am Ball bleibt. Das Thema "Sicherheit in NRW-Gefängnissen" ist noch lange nicht durchgekaut. Schlimm ist nur, dass immer erst irgendetwas passieren muss, bis sich endlich mal jemand interessiert. Aber das muss in einer medialen Gesellschaft wohl so sein."
Genau, nach dem Ausbruch von 2 Häftlingen am vergangenen Donnerstag, der Flucht quer durch NRW, der Fahndung, dem Fahndungserfolg, der Erklärungsversuchen der Ministerin bei uns in der Sendung passiert jetzt tatsächlich was. Es werden Informationen gesammelt und zusammengetragen, es wird gefragt und es wird hoffentlich bald Antworten und Wahrheiten geben. Frau Ministerin kann dazu beitragen, oder?
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Peter Michalski ist weiter auf der Flucht - jetzt um 17.30 Uhr ist dieser Satz noch aktuell. Der Mann ist müde und erschöpft - das macht ihn noch gefährlicher, so vermuten Experten.
Überhaupt wird in diesem Fall, der uns jetzt seit 4 Tagen beschäftigt, viel vermutet. Die Aachener Anstaltsleiterin vermutet, dass "Erpressung" oder Bestechung" der Grund dafür sind, dass einer ihrer Justizbediensteten zum Fluchthelfer wurde. Justizministerin Müller-Piepekötter vermutet unterdessen, dass es keinen Fehler im System gegeben hat, sondern lediglich den Fehler eines einzelnen Bediensteten.
Justizvollzugsbedienstete (früher durfte man sie Gefängniswärter nennen) sind vermutlich bei solchen Vermutungen echt "bedient", denn sie wissen, was sich in vielen Anstalten im Land "vollzieht". Da schieben viele regelmäßig 12 Tages-Schichten, sind alleine für teilweise 50 Gefangene verantwortlich, haben ständig Angst vor Übergriffen. Selbst junge Bedienstete klagen über Burnout. Kein Wunder, wenn wie in Aachen jeder Bedienstete knapp 200 Überstunden vor sich herschiebt...
Die Fahndung nach Peter Michalski läuft auf Hochtouren und ebenso hoffentlich die Fahndung der Ministerin nach neuen Erkenntnissen über die Zustände in den NRW-Knästen - für die sie verantwortlich ist! Vielleicht unterhält sie sich mal mit dem ein oder anderen JVA Mitarbeiter. Die schieben jedenfalls einen Riesenfrust. Der Ausbruch von Aachen ist für sie jedenfalls ein "Super-GAU".
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Dienstagabend, kurz vor halb neun auf dem Weg von der Aktuellen Stunde nach Hause. Die Eilmeldung plötzlich auf WDR 2: Robert Enke ist tot! Horst Kläuser, der Moderator klingt betroffen und die Meldung macht betroffen. Ich fahre auf die rechte Spur, fahre langsam weiter, hänge meinen Gedanken nach. Enke tot - gestorben an einem Infarkt, ein Unfall? Die Ursache wurde in der Meldung nicht genannt. Traurig, schade um diesen tollen Torwart, sensiblen Typen. Ich hatte zuletzt ein Interview mit ihm in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gelesen. Hier wurde deutlich, dass Enke über den Tellerrand, über den Fußball hinaus blickte. Als ich dann gegen 21.00 Uhr zuhause ankam, veränderte sich die Betroffenheit in eine Fassungslosigkeit als mir mein Sohn von der Vermutung "Selbstmord" erzählte. Enke - ein Selbstmord? Der Mann schmeißt sich doch nicht vor einen Zug, dachte ich. Falsch gedacht, wie offenbar viele. Sogar sein engstes Umfeld hat die Gefahr nicht gesehen, sehen können. Ungeheuer stark dann heute Mittag der Auftritt von Robert Enkes Frau Teresa. Sie berichtete von den heftigen Depressionen ihres Mannes, Depressionen, wegen der er bereits seit einigen Jahren in Behandlung war. Niemand wusste davon, sollte davon erfahren. Enke hatte Angst sich als Leistungssportler, als Vorbild, als Idol zu outen. Enke hat sogar seine Umgebung - Frau und Arzt - getäuscht, um seinen Freitod vorzubereiten. Dafür hat er sich bei ihnen in einem Abschiedsbrief entschuldigt. Wir müssen uns bei Robert Enke entschuldigen, dass wir garnichts gemerkt haben, sogar nichts aber auch...
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Deutschland - einig Vaterland. Heute darf, muss gefeiert werden. Da gibt es kein Vertun, oder? Für rund 20 Prozent aller Deutschen ist genau das aber die Frage. Sie möchten die Mauer wieder haben. Und: In den neuen Bundesländern fühlen sich die Menschen nach wie vor wie Deutsche zweiter Klasse! Da ist offensichtlich - frei nach Willy Brandt - noch nicht zusammen-gewachsen was zusammengehört.
Bei mir löst die deutsche Einheit, der Mauerfall heute vor 20 Jahren nur positive Erinnerungen aus. Zugegeben, ich bin ein Wessi: Am 9. November '89 war ich in Paris, habe dort einen Sprachkurs gemacht und am Abend war ich mit einem Kollegen vom SWF verabredet. Ich stand schließlich gegen 20.00 Uhr vor seiner Wohnungstür - drinnen war der Fernseher lautl aufgedreht. Ich hab geklingelt, geklopft, Mein Kollege hat nicht geöffnet - plötzlich nur geschrien: Ich kann jetzt nicht, die Mauer ist auf - und ich hab für einen Moment gedacht: Der Mann nimmt irgendwelche Drogen...
Der Mauerfall machte an diesem Abend regelrecht "high" und die Erinnerung an das Gefühl von damals tut das auch heute noch! Ganz ohne Zuhilfenehme stimulierender Mittel! 20 jahre später wieder eine Mauer? Nein Danke! Ich kann gut auf die Toten an dem sozialistischen Bollwerk verzichten, auf ein innerdeutsches Ministerium, auf die sozialistische Diktatur, auch auf Erich Honnecker und andere, auf die Stasi sowieso, auf den Geruch des Zweitaktgemischs, der ostdeutsche Städte noch jahrelang nach dem Fall der Mauer durchzog... udundund. Mir fällt noch einiges ein, aber ich mach mal Schluß. Dann haben sie mehr Platz für ihre Erinnerungen und Meinungen!
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Wenn Eduard Zimmermann das gewusst hätte... Der Titel seiner Sendung wird DER Kommentar zu den Koalitionsverhandlungen in Berlin! "Vorsicht: Nepper, Schlepper, Bauernfänger!" Die Westerwelle-Forderung "mehr netto vom brutto" haben wir alle noch im Ohr, etliche Male hat der FDP-Chef die vier Worte in Interviews und bei Wahlkampfauftritten abgesondert. Wir haben es gerne gehört, dazu genickt, wissen aber heute wie hohl dieser Spruch war und ist! Was auf der einen Seite möglicherweise entlastet wird - noch sind Steuersenkungen ja nicht beschlossen - wird auf der anderen - mehr oder minder beschlossen - draufgesattelt. Die Pflegeversicherung wird teurer und möglicherweise auch die Müllgebühren, wenn öffentliche Müllentsorger mehrwertsteuerpflichtig werden. Diese 19% Mehrwertsteuer werden weitergereicht und garantiert unseren Portemonies zugemutet! Danke für diese Volksverarschung, sagt der nicht geneigte Wähler.
"Prinzipien halten sich am Leben durch ihre Verletzung" - so hat es einmal Bert Brecht formuliert. Wahlversprechen sind halt Versprechen, von Versprechen halten hat niemand gesprochen. Wir arbeiten in der Redaktion jetzt schon an einer Hitparade der nicht-gehaltenen-Wahlversprechen - einem "best of" sozusagen. Ich bin sicher, da kommt einiges zusammen! :(
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"Watt schert misch mein Jeschwätz von jestern"! Nach diesem Motto vom alten Konrad Adenauer handeln zur Zeit offenbar die Vertreter von Union und FDP bei den Koalitions-verhandlungen in Berlin. Noch Anfang des Jahres hat zum Beispiel Guido Westerwelle gewarnt, hat gefordert, auf die "Errichtung weiterer Sondervermögen zu verzichten" und jetzt versucht er mit seiner Partei die Quadratur des Kreises: Steuern senken trotz leerer Kassen und gleichzeitig auf die Schuldenbremse treten. Wahlversprechen ist eben Wahlversprechen und da muss dann ein Schattenhaushalt her, muss mit buchhalterischen Tricks gearbeitet werden, um sich nicht dem Vorwurf "Wahlbetrug" auszusetzen. Klar, dass es Proteste hagelt! "Von tarnen ist die Rede, schmutziger Bilanzfälschung.
Wir haben uns heute mal gefragt - wie wär das eigentlich, wenn wir einen solchen Schattenhaushalt kreiern würden. Wir würden zum Beispiel unseren Kindern die dollsten Versprechen machen und diese Versprechen dann eben mit Schulden finanzieren. Die Schulden bezahlen müssten später dann allerdings unsere Kinder. Sowas machen wir natürlich nicht, aber wir sind ja auch keine Politiker...
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Wenn man das Video des mutmaßlichen Al Kaida Terroristen Bekkay Harrach sieht, dann denkt man - wenn man auf den Ton verzichtet - da kommt einer frisch vom Tanztee. Der junge Mann wirkt adrett, wohlerzogen. Die Sicherheitsbehörden hören aber genau hin und nehmen die Drohung ernst. Das müssen sie auch! Alles andere wäre fahrlässig!
Sollte sich Deutschland nicht aus Afghanistan zurückziehen, dann gebe es ein böses Erwachen, heißt es bei Harrach. Der Islamist, der sich offenbar auf dem Dschihad befindet, rät Muslimen zwei Wochen nach der Wahl nicht in die Öffentlichkeit zu gehen. Und ich? Und er, sie, es? Hdeißt es jetzt für uns: Keine Öffentlichkeit, Vorsicht auf Bahnhöfen und Flughäfen, Achtung vor Menschenansammlungen?
Ich nehme das Video zur Kenntnis, insbesondere die Reaktion der Behörden, doch mein Sicherheitsgefühl hat sich nicht verändert. Heute Morgen hat mit das Rührei noch genauso geschmeckt wie an anderen Tagen - zum Glück! Von Panikattacken keine Spur! Der Dschihad scheint weit weg - scheint...
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Domminik Brunner erhält den bayrischen Verdienstorden - posthum!!! Das wissen wir seit heute, wissen seit heute auch, dass mehrere Menschen dabei zusahen wie der Mann über dessen Schicksal ganz Deutschland seit Tagen spricht zu Tode geschlagen und getreten wurde. Domminik Brunner hatte Zivilcourage, hatte Mut - andere hatten ihn nicht. Sie machen sich jetzt Vorwürfe wie auch aus den Briefen, die am Tatort niedergelegt wurden, zu entnehmen ist. Diese Selbstvorwürfe sind mehr als verständlich. Nur eins: Ich weiß nicht wie ich in dieser Situation reagiert hätte, wie sehr mich möglicherweise die Angst gelähmt hätte. Ich bin weit davon entfernt, auf andere zu zeigen und anzuklagen.So ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in München nicht wegen unterlassener Hilfeleistung.
Ich hoffe sehr, ich hätte in dieser Sitaution auf dem S-Bahnhof in München-Solln den Mumm gehabt zu schreien, mit anderen gemeinsam einzuschreiten und dazwischenzugehen, die Schläger, die wie "Tiere" gewütet haben, zu bändigen. Ich hoffe, ich hätte...ich weiß es jedoch nicht, werde es hoffentlich niemals erfahren müssen!
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Da wurde es heute Mittag ganz still in der Redaktion als wir über den Tod von Domminik Brunner gesprochen haben. So heißt der Mann, der am Samstag in München sein Leben verlor, weil er Mut gezeigt hat, Mut den andere in der S-Bahn nicht gezeigt haben. Der Fall macht fassungslos, wütend und nachdenklich:
Domminik Brunner hat alles richtig gemacht, heißt es. Er hat sich vor die Kinder gestellt als sie von älteren Jugendlichen bedroht wurden, er hat die Polizei per Handy alarmiert und soll ruhig auf die Schläger eingeredet haben. Damit begann das Drama, das in einem Gewaltrausch endete. Seine Zivilcourage hat der 50 jährige nun mit seinem Leben bezahlt. Er wurde zu Tode geprügelt und getreten, "zu Tode gestiefelt" wie ein Polizeisprecher so schrecklich formulierte. Wo man an diesem Montag auch hingehört hat, wurde heute über den Fall gesprochen, wurde auch darüber diskutiert wieviel Mut man überhaupt noch haben darf, ob sich Zivilcourage wirklich "lohnt". Schlimm wäre es, wenn es jetzt heißt: Misch dich nicht ein, denn Mut ist lebensgefährlich!
Die beiden Totschläger von München waren polizeibekannt, beide sind vorbestraft, beide sind jetzt wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen in Untersuchungshaft. Wie immer in solchen Fällen, wird jetzt heftig diskutiert. Da geht es um die Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln - Stichwort Videoübverwachung, die Polizei will mehr Geld und Personal und es wird erneut eine Verschärfung des Jugendstrafrechts gefordert. alles sicher richtig und politisch korrekt, doch ich frage mich, warum es immer wieder Menschen gibt, die keinen Respekt vor dem Leben haben.
Domminik Brunner ist für mich ein Held, ein tragischer - einer, dessen Mut ich bewundere, einer, der uns mahnt immer wieder einzuschreiten, wenn andere gequält oder misshandelt werden! Wir brauchen nicht weniger Zivilcourage, sondern mehr Menschen, die sagen: So nicht! Stopp! Schluß mit der Gewalt!
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Recht bleibt Recht - da helfen auch keine Milliarden! Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat Klartext gesprochen. Jetzt ist der Stromriese Eon in Not! Ein Landwirt aus Waltrop hat gegen den Weiterbau des Steinkohlekraftwerks in Datteln geklagt - und Recht bekommen.
Das Milliardenprojekt steht vor dem Aus!
Man muss nicht soweit gehen wie Bärbel Höhn, die ehemalige NRW Umweltministerin. Sie hat gesagt: "Das ist ein gutes Urteil, weil das Oberverwaltungsgericht der selbstherrlichen Kumpanei zwischen Eon und der Politik einen Riegel vorgeschoben hat." Höhn interpretiert, sie mag das so sehen. Zunächst aber sagt uns das Urteil vor allem eins: "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!" Ich weiß nicht mehr, wann ich diesen Satz zuletzt gehört habe, aber es ist verdammt lange her...
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Geschickt eingefädelt! Ein halbes Jahr im Amt und schon stehen dem Arcandorchef 15 Millionen Euro zu - für den Fall einer Pleite, für den Fall, dass der Spitzenmanager Karl-Gerhard Eick seinen 5-Jahresvertrag nicht erfüllen kann. Kann er nicht, denn heute Nachmittag hat das Amtsgericht Essen das Insolvenzverfahren für Arcandor, die Mutter aller Karstadthäuser, eröffnet. Very clever! Eick fällt weich, sehr weich.
Bei den Arcandor-Mitarbeitern sieht das ganz anders aus. Jedem Vierten droht der Jobverlust, die emsieten müssengehen - natürlich ohne Abfindung! Wenn Eick die Arcandor-Schlüssel abgibt, beginnen 250 Schulabgänger mit ihrer Ausbildung bei Karstadt. Sie wisssen nicht, ob sie ihre Lehre bei Karstadt überhaupt beenden können, wissen erst Recht nicht, was danach kommt. Bitter! Vielleicht aber hilft ihnen ja das Obercleverle Eick. Er hat angekündigt von seinen 15 Millionen Euro ein Drittel - also 5 Millionen - spenden zu wollen! Um soziale Härten bei den Mitarbeitern abzufedern! Wirklich zu nett!
Die stellvertretende Verdi Vorsitzende hat von einem "Würgereiz" gesprochen, der sie befällt, wenn sie an die Berichte über die hohen Zahlungen an Eick denkt. Genau, "Würgereiz" und das was danach kommt, was sonst!
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"Lassen sie mich zunächst einmal unseren Wählern danken..." - so oder ähnlich war es gestern Abend wieder zu sehen und zu hören. Kommunal- und Landespolitiker statten Dank ab und reden schön, so schön, dass es kaum zu ertragen war.
Da fährt die CDU landesweit in den Städten mehr als 4% weniger Stimmen ein als noch vor 4 Jahren und - alles ist bestens! Weniger ist offenbar mehr - auch für Politiker, vor allem dann, wenn der poltische Gegener auch Federn gelassen hat. So war es auch gestern bei der SPD. Lang ist es her, dass die Sozialdemokraten mal eine Volkspartei stellten und NRW ein SPD regiertes Land mit vielen SPD dominierten Rathäusern war.
NRW hat gewählt - und alle Parteien sehen sich als Gewinner, verbreiten einen geradezu kranken Optimismus im Blick auf die Bundestagswahl oder auch die Landtagswahl in 2010. Mensch ihr Politiker: Seid doch mal Mensch! Redet doch mal Klartext, leckt die Wunden, so dass man euch versteht. Allein in unseren Bundesland gibt es mittlerweile mehr als 300 freie Wählergemeinschaften, viele von ihnen sitzen in einem Stadtrat. In meiner Heimatstadt sind dort allein 7 (!!!) Gruppen vertreten. Weniger ist halt mehr - weniger Prozentpunkte für die etablierten Parteien ist das mehr für kleine, neue, frische Parteien. Die haben bei dieser Kommunalwahl wirklichGrund zur Freude. Glückwunsch bei der Gelegenheit übrigens Daniel Zimmermann, dem neuen Bürgermeister von Monheim, gerademal 27 und Chef der Peto, einer Schülerpartei, die seit 10 Jahren überzeugende Politik macht, nix schönredet und auch dadurch überzeugt.
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Seit Tagen taumeln wir fassungslos durch die Aufregerthemen der Woche: Zwei Kinderschänder sind gefasst, beide sollen die Taten gestanden haben. Der eine - ein Übungsleiter in Turn- und Sportvereinen - hat seine abscheulichen Verbrechen an Jungs sogar ins Internet gestellt. 42 Aufnahmen hat das Bundeskriminalamt vorliegen! Im anderen Fall hat ein Grundschullehrer Mädchen missbraucht - in mindestens drei Fällen. Die Taten sind entsetzlich und die Folgen fatal.
Trainer, Übungsleiter, Sportlehrer - überall dort wo Kontakte - auch Körperkontakte mit Kindern und Jugendlichen möglich sind, stehen die Betreuer und Helfer unter einer Art Generalverdacht - so scheint es heute. Da wird schon jetzt mit Unterstellungston gefragt und plötzlich supergenau hingeschaut: Warum tut sich jemand den Job als Jugendwart in einem Sportverein an (...ich hab das jahrelang mal in einem Tennisclub gemacht...)? Sucht der Fußball-, oder Turnbetreuer etwa den Körperkontakt mit Kindern? Was treibt Erwachsene, die die Nähe von Kindern suchen? Das "reine" Ehrenamt gibt's doch garnicht! Oder? Solche Fragen ärgern mich, denn:
Ehrenamtliche Helfer bei Sommerfreizeiten der Vereine, Kirchen, AWO, Caritas und all die anderen Aktiven in der Jugendbetreuung machen wichtige Arbeit. Also Vorsicht: Keine üblen Verdächtigungen nach den beiden Skandalthemen dieser Woche! Keine Hypersensibilität, kein Generalverdacht!
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Die Polizei - dein Abzocker und Geldeintreiber! Moment, werden sie sagen, so doch nun auch nicht! Vorsicht - Polizisten sehen sich selbst als Abzocker und Abkassierer!!!
Die Geschichte ist schnell erzählt: Im Hochsauerlandkreis wird - wie anderswo auch - die Geschwindigkeit gemessen. Per Radar - so auch für einige Wochen im Mai! Die Fahrer aber wurden damals nicht angehalten - auch wenn ihr "Temporausch" festgehalten wurde - übrigens nicht per Blitz! Germerkt haben sie von der Messaktion also nichts!!! Erst Wochen später erhielten sie ihren Bußgeldbescheid und sind in der Zwischenzeit immer mal wieder gerne in die Falle reingerauscht. Auch die Gewerkschaft der Polizei lehnte und lehnt auch heute dieses Verfahren ab. Hier werde nur abkassiert, sagt die GDP. Keine Frage: Geschwindigkeits-kontrollen müssen sein. Doch so macht es wirklich keinen Sinn. Der pädagogische Effekt geht vollkommen flöten, wenn man erst Wochen später seinen Bußgeldbescheid bekommt, möglicherweise in der Zwischenzeit immer wieder in die Falle rast.
Ich kenne dieses Gefühl leider nur zu gut, bin selbst das ein oder andere Mal in eine mobile Radarfalle geraten - Kelle raus - der Schreck - das freundlich-förmliche Gespräch - die Zahl - statt 50 65 km/h - die nüchterne Ansage - das Portemonaie - die Zerknirschung total - die Weiterfahrt BEI Tempo 50!!! Ich würde am Rad drehen, wenn ich wochenlang immer wieder in die Falle gefahren wäre und plötzlich eine satte Summe zu zahlen hätte.
Klasse, dass Polzisten diesen Unsinn selbst als solchen erkennen und ihn öffentlich gemacht haben. Jetzt muss nur noch Herr Wolf - unser Innenminister - reagieren. Meinen Dank hat er bereits jetzt...
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Sie schlagen, sie pöbeln, sie sind eiskalt und brutal - in den vergangenen Monaten mussten wir immer wieder über Jugendliche und ihre Gewaltausbrüche berichten. Da werden ganze Stadtteile terrorisiert, da wird abgeklatscht und abgegriffen - Mönchen-Gladbach, Meckenheim, Attendorn - das waren zum Beispiel die Orte unserer Berichterstattung. Wir haben uns gefragt - was ist da los, aber auch was ist zu tun?
In den kommenden Tagen sprechen wir mit Opfern, Tätern, Richtern, Eltern, Betreuern und vielen anderen mehr. Den Anfang macht heute David - er kommt aus Mülheim und ist bereits mit 16 Jahren ein sogenannter Intensivtäter. Vier Verfahren hat er schon hinter sich, bei mindestens 20 Übergriffen war er dabei. David erzählt offen und ehrlich von seinem Weg in die Gewalt, ebenso wie seine Mutter, die dabei hilflos zusehen musste und sich nicht zu helfen wusste. Hilfe bekommt David heute vom Verein "Zoff", ein Verein, der sich sehr flexibel um Familien kümmert, die mit der Erziehung ihrer Kinder offenbar überfordert sind - und das sind mehr als wir denken!
Mit unserer Serie "Unsere kalten Kinder" wollen wir verstehen helfen, selber verstehen lernen, wollen Jugendlichen und ihren Eltern Möglichkeiten aufzeigen, wieder in ein friedliches und fröhliches Leben zurückzufinden.
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Gestern Steinmeier, heute Schlämmer! Gestern die Idee 4 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, heute das Versprechen diese Arbeitsplätze garantiert nicht zu schaffen! Gestern waren die Willy Wichtigs, heute die Norbert Normalos! Gestern der Bierernst, heute der Heidenspass!
Was haben wir in der Redaktion gelacht! Jaaa - auch wir wollen die Verkehrssünderkartei in Flensburg auflösen, Gerechtigkeit überall und insgesamt, kostenlose Besuche auf der Sonnenbank und beim Schönheitschirurgen, die Abschaffung des Rauchverbots - überall da wo geraucht wird, die Senkung des Wahlalters auf 12 Jahre und ein Grundeinkommen für jeden von 2500,- Euro. Wie das alles finanziert werden solle, wurde der Kandidat heute gefragt. Ehrliche Antwort: "Keine Ahnung!"
Endlich! Ein Politiker, der ehrlich ist, ganz bei sich und damit bei uns - wann hatten wir das zuletzt? Politikverdrosssenheit war früher, heute ist Horst Schlämmer! Und die Kanzlerin? Bislang hat sie sich noch nicht zu dem ernstzunehmendsten (schlimmes Wort...) Gegner beim Kampf ums Kanzleramt geäußert. Ich finde es daher gut, weil weitsichtig, dass NRW's Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bereits mit Schlämmer Kontakt aufgenommen hat, um für den Fall eines Schlämmer-Sieges, den Umzug der Bundeshauptstadt von Berlin nach Grevenbroich zu begleiten.
Politik braucht Männer - manchmal auch Frauen - mit Visionen - auch, wenn es nur Spassvisionen sind... Hauptsache, wieder was zu lachen!
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Dein Rücktritt vom Rücktritt - echt mutig! Wer hätte damit noch gerechnet und ausgerechnet an einem Tag an dem BMW der Formel 1 Adieu sagt, voll auf öko setzt und grünes Gas in Richtung umweltfreundliche Motorenentwicklung gibt. (Die Welt braucht keine Formel 1, soll das ja wohl heißen, sondern ein besseres Klima!) Dein Comeback besticht durch ein sensationelles Timing, deine Fans sind gespannt, aber auch leicht nervös und einige auch ein bißchen durchgeknallt. Da wurde schon phantasiert, dass du ja noch Weltmeister werden kannst, wenn Button ab sofort keine Punkte mehr holt und Vettel sich vornehm zurückhält. Wahnsinn! Zunächst mal musst du es schaffen überhaupt mitzuhalten und dabei vor allem gesund zu bleiben!
Also: Toitoitoi und vor allem Grüße an Corinna, oder wie heißt Deine Liebe? Richtig, Ferrari - ich vergaß!
Dein
Thomas Heyer
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Nach dem Brief an Ulla Schmidt jetzt ein Brief an Sie - an Sie, die alle zum Thema dieser Tage mitgebloggt haben. Jetzt um 18.00 Uhr sind es knapp 400 Einträge - Wahnsinn! Soviele Reaktionen hatten wir noch nie auf eins unserer Blogangebote. Da gab es jede Menge Empörung über Ulla Schmidt, auch Empörung über die Empörung, Unverständnis für soviel politisches Ungeschick mitten im Wahlkampf, Unverständnis über soviel Unverständnis, es gab jede Menge Sachverstand, Aufregung, Unterstellungen ( ...ich habe kein Parteibuch!!!), Mutmaßungen, kabarettreife Einlagen, undundund... An dieser Stelle einmal mein Dank für dieses Engagement, diese Meinungsfreude! Da macht es Spaß für Sie zu senden!
Heute sind wir natürlich nochmal am Thema dran, besuchen zwei unserer Blogger zuhause und fragen nach der Ministerin, den Reaktionen auf die Reaktionen zur Dienstwagenaffäre. Und nochmal: Es ist ein Thema im Sommer, aber kein Sommerlochthema!
Ihr
Thomas Heyer
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Alles rechtens - schon klar! Juristisch haben sie sich nichts vorzuwerfen, haben alles richtig gemacht - nach den Richtlinien für die Nutzung von Dienstfahrzeugen. Seit Jahren listen sie private Fahrten mit ihrem Dienstwagen penibelst auf und rechnen sie auch ab. Ihr Finanzamt wird das sicher alles bestätigen. Und nicht zu vergessen: Sie haben ja zwei dienstliche Termine während ihres Spanienurlaubs: Ein Empfang beim Bürgermeister ihres Ferienortes und ein Vortrag in einem Kulturhaus "zur aktuellen Situation der ausländischen Residenten in Bezug auf das Gesundheitswesen und die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Deutschen in Spanien". So weit, so peinlich!
Immerhin muss ihr Fahrer - sie haben ihm erlaubt seinen 15 Jahre alten Sohn auf die Tour mitzunehmen - rund 5000 Kilometer durch Europa gondeln, damit sie in der Lage sind, in einer gepanzerten Limousine vor einem Rat- und Kulturhaus vorzufahren, pardon - vorgefahren zu werden! Werden wir uns einig, dass zwei Termine im Umkreis von 25 Kilometern an ihrem spanischen Ferienort, diese Aktion aber sowasvonüberhauptnicht rechtfertigen? Oder hat sich der gewaltige Aufwand etwa gelohnt, wenn Ihnen der tosende Applaus der deutschen Residenten nach ihrem Vortrag entgegenbrandet?
Auf Applaus in der Heimat werden sie erstmal verzichten müssen - rechtens hin oder her.
Ihr
Thomas Heyer
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Es ist eine echte Lachnummer! So habe ich gedacht als wir über den sogenannten Brötchen-Krieg gesprochen haben, den sich angeblich deutsche Bäcker mit der EU liefern. Da planen brötchenunlustige Brüsseler Bürokraten, dass Brot und Brötchen demnächst nicht mehr stückweise verkauft werden können, sondern, dass sie - bevor sie über die Ladentheke gehen - abgewogen werden. Wattene Quatsch, würde der Rheinländer sagen und sage ich deshalb auch! Geplant sei dieser Quatsch im Rahmen der Harmonisierung von fertig abgepackten Lebensmitteln. Als wenn meine Brötchen von Bäcker Profittlich in Polen oder Frankreich reißenden Absatz fänden !?!
Nun haben EU-Beamte zurückgerudert, bzw. klargestellt, dass sie nichts dergleichen vorhätten. Das würde ich gerne glauben, aber da Europa und insbesondere die EU in Brüssel unter dem Stichwort "Harmonisierung" schon so einiges harmonisiert hat, würde es mich nicht wundern, wenn es demnächst bei meinem Bäcker heißt: Ein viertel Pfund Brötchen bitte!
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"Schreckliches Ende einer Urlaubsfahrt heute für eine vierköpfige Familie aus Niedersachsen. Bei Bönen auf der A 2 ist es geschehen. urz vor 8 stürzte ein Betonteil von einem Kran mitten auf ihren Pkw, der Betonpfeiler war mehrere Tonnen schwer. Ein Sohn der Familie wurde dabei eingeklemmt und schwer verletzt. Die Rettungskräfte konnten ihn erst nach mehr als einer Stunde befreien." So beginnt heute unsere Moderation zum Unfall auf der A 2, bzw. so hat sie begonnen.
Wir wissen: Immer wieder im Sommer wird auf deutschen Autobahnen gebaut, aber das was zur Zeit passiert, ist der reine Wahnsinn. An mehr als 300 Stellen werden Fahrbahnen ausgebessert, Brücken errichtet, Planken erneuert, usw. - alles in der Ferienzeit zur Hauptreisezeit. Wenn ich im Auto - die Kinder hinten drin - in solche Baustellen fahre, verkrampfe ich mittlerweile regelmäßig, fahre hochkonzentriert durch die engen Stellen - nur raus hier.
Die Arbeiten müssen sein - angeblich! Bundesverkehrsminister Tiefensee hat deshalb die Länder aufgefordert in Zukunft ein Bonus-Malus System in die Ausschreibungen der Autobahnbaustellen aufzunehmen. Das bedeutet, dass Unternehmen, die schneller fertig werden als geplant, Zuschläge kassieren - einen Bonus eben. Ich halte das für gefährlich. Die Arbeiter an den Baustellen arbeiten noch mehr unter Druck, werden im schlimmsten Fall flüchtiger - es wird noch gefährlicher! Darauf möchte ich gerne verzichten - sie auch, oder?
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Vorsicht bitte an der Bahnsteigkante - es fährt ein der ICE von Basel nach Amsterdam mit zweistündiger Verspätung! Bei dieser Durchsage sind sie sauer, ihr Portemonaie aber darf sich freuen.
Seit diesem Monat haben wir Bahnkunden deutlich mehr Rechte, die Bahn deutlich mehr Pflichten. Bei Verspätungen geht es jetzt nicht mehr um Kulanz, sondern Kunden haben einen Anspruch auf Entschädigung - per Gesetz. Was hätte ich da in den vergangenen Jahren von der Bahn alles erstattet bekommen!!! Etliche Male stand ich gemeinsam mit Schwestern und Brüdern im Leid auf Bahnsteigen irgendwo in Deutschland und habe gewartet, gewartet, gewaaartet... Nicht dass damit jetzt Schluß wäre! Warten werden wir vermutlich immer mal wieder, mal länger, mal weniger lang. Aber: Wir dürfen uns beim Warten wenigstens ein wenig freuen - auf Entschädigung für's Warten.
Für die Bahn heißt es jetzt: Wer zu spät kommt, den bestraft der Gesetzgeber, für die Bahnkunden - wer zu spät kommt, muss zahlen - aber dafür muss man erstmal den Finger heben und seinen Anspruch auch anmelden. Wir haben heute beim Dreh eine Frau getroffen, die hat sich mehr als 2 Stunden die Beine in den Bauch gewartet. Sie war so genervt, dass sie keine Lust mehr hatte, ihr Geld am Schalter abzuholen, hatte einfach keine Böcke mehr auf die Bahn - nur schnell weg! Kann ich irgendwo verstehen, aber nur irgendwo...
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Das brauche ich wirklich nicht, sie sicher auch nicht! Die Zahl der Schweinegrippekranken in NRW steigt - und wo haben sich die Jugendlichen aus Hilden und Bielefeld das Virus eingefangen: In Lloret de Mar! Hierhin werden Jugendreisen für wenig Euro mit viel Disco und Alkohol seit Jahren angeboten, hier können sich Viren wunderbar vermehren und von dort in alle Länder verteilen.
Noch vor Wochen war ich der Meinung, dass um die Schweinegrippe ähnlich wie bei der Vogelgrippe vor Jahren allzuviel Wind gemacht wird und wir Medien dabei natürlich kräftig mitmischen. ACHTUNG: Selbstkritik!!! Doch mittlerweile sind die Zahlen deutlich: Mehr als 700 Menschen sind in Deutschland mit dem H1N1 Virus infiziert, weltweit gibt es wohl 100.000 Fälle und 440 Menschen sind an der Grippe gestorben - allein 17 in Großbritannien! Die Schweinegrippe verunsichert mich mehr und mehr, auch wenn es keinen Grund zur Panik gebe wie das NRW Gesundheitsministerium betont.
Eins ist jedenfalls klar: Lloret de mar und der Ballermann müssen auch in diesem Jahr auf mich verzichten! Und die Schweinegrippe sowieso...
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Die Nachricht kam kurz vor Mitternacht - er ist tot, Michael Jackson! Nur 50 Jahre ist er geworden. Traurig, keine Frage. Michael Jackson war ein großer Künstler, aber - mal ehrlich - ein echt "armer Hund"! Bei seinen Auftritten wirkte er zuletzt enorm zerbrechlich, seine Stimme war eher ein Stimmchen, der Verdacht Kinder zu missbrauchen, klebte an ihm, obwohl er von einem US-Gericht in allen Anklagepunkten freigesprochen wurde. Seine Comeback-Ankündigung habe ich für einen Riesen PR Gag gehalten. Bei seinem Auftritt in London wirkte er mehr denn je wie ein Zombie.
Anna's erste CD war eine von Jacko, ich habe mir die Füße in den 80ern zu seiner Musik plattgetanzt und monatelang - ohne Erfolg - den Moonwalk geübt. Schon damals war Michael Jackson Legende und schwebte in einem ganz eigenen Kosmos weit über der Popwelt, ließ seine Kerze an beiden Enden brennen. Die Nachricht von seinem Tod heute hat mich irgendwie nicht überrascht...
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"Frieden schaffen ohne Waffen" - so lautete das Motto der Friedensbewegung der 80er Jahre. Damals war es unvorstellbar, dass einmal deutsche Soldaten am Hindukusch für Frieden sorgen sollen - mit Waffen. Die Zeiten haben sich geändert und jetzt darf die Bundeswehr in Afghanistan "vermitteln" wie der deutsche Verteidigungsminister so schön formuliert. Diese "Vermittlung" hat furchtbare Konsequenzen! Mittlerweile sind mehr als 30 deutsche Soldaten im Einsatz für die Befriedung Afghanistans ums Leben gekommen, "gefallen". Dennoch weigert sich Minister Jung vom Krieg zu reden. Die Strategie sei eine andere. Das verstehe wer will. Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbbe, hat heute Klartext gesprochen. Wenn Soldaten selbst davon sprächen, dass sie sich im Krieg befinden, weil sie es eben so empfinden, dann könne er dem nicht widersprechen. Dem sollte sich Verteidigungsminister Jung anschliessen, denn der Krieg um Worte ist ätzend!
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Puhhh - geschafft! Die Hängepartie um Opel ist vorbei, erstmal. In der vergangenen Nacht gab es grünes Licht für den österreichisch-kanadischen Konzern Magna, von dem - sind wir mal ehrlich - nur sehr wenige vor den Verhandlungen um Opel überhaupt wussten. Magna bekommt Opel und Opel eine Zukunft? Ich bin skeptisch! Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg offenbar auch. Sonst hätte er nicht mit Rücktritt gedroht. Er sieht nach wie vor in der Insolvenz für Opel eine Chance. Möglicherweise wird ihm die Geschichte in einigen Jahren recht geben. Magna benötigt russsiches Geld, um den Deal überhaupt zu stemmen. Wird der Handel magna cum laude über die Bühne gehen oder entpuppt er sich als Abenteuer? In Bochum dürfen die Opelaner natürlich durchatmen, obwohl jeder dritte Arbeitsplatz gefährdet sein soll wie Jürgen Rüttgers ja bereits angekündigt hat. Das also ist die erste Kröte, die geschluckt werden muss. Welche Kröten werden noch folgen? Und: Sind sie wirklich zu verdauen?
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Ich bin dann mal weg... und zwar für länger! Das, was der ehemalige CDU Ratsherr Tobias Schoess aus Bochum da plant, dauert vermutlich länger als eine Wanderung über den Jacobsweg. Der Kommunalpolitiker hat seine Anwaltszulassung zurückgegeben und wird Mönch. Er geht in ein Zisterzienserkloster! "Pater" Schoess hat meine Bewunderung. Der Tod seiner Mutter vor einigen Jahren war für ihn Grund innezuhalten, nicht mehr weiter zu machen im Hamsterrad. Schoess hat sich entschleunigt indem er tief religiös wurde. Menschen, die ihrem Leben eine neue Richtung geben und für sich Neues entdecken, finde ich mehr als mutig. Sie verlassen die sicheren Pfade so wie PR Managerin, die eine Jugendherberge in den Alpen übernommen hat oder der Banker, der den Traum seines Lebens wahr gemacht und einen Fahrradladen eröffnet hat. Diese Menschen haben Schluß gemacht mit dem "immer-weiter-so". Ihr Lebensmotto lautet vielmehr: Entdecke die Möglichkeiten und vor allem - entdecke dich selbst!
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Wir Männer wussten es ja schon längst - wir sind besser als unser Ruf! Die Untersuchungsergebnisse sind jedenfalls eindeutig: Männer kommen besser miteinander zurecht als Frauen. Mann verträgt sich eben. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie aus den USA und Kanada. In Umfragen unter Studenten hat sich dort gezeigt, dass Männer mit ihrem Mitbewohner zufriedener sind als Frauen mit ihren Mitbewohnerinnen. Hat man dort nur Kuscheltypen befragt? Lauter Männer mit hohen weiblichen Anteilen? Die Männer in der AKS Redaktion hatten jedenfalls heute ihren Spaß als wir uns in der Konferenz entschlossen haben, dieser These heute in der Sendung auf den Grund zu gehen. Wie kommen Männer in reinen Männerbetrieben miteinander aus? Ein ständiger Kampf um den Alphatierposten? Wie erleben Frauen in Geschäften mit lauter Frauen das Frauen-Miteinander? Täglicher Zickenalarm? Heute Mittag bin ich erstmal mit vier Kollegen (!) Mittagessen gegangen. Es war sehr harmonisch, die Gespräche hatten Witz, wir haben gelacht, gelästert... Niemand musste den dicken Max machen - vermutlich, weil keine Frau mit am Tisch saß.
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Moment mal, habe ich das richtig verstanden? Heute Mittag war ich in der Redaktions-konferenz der AKS empört, bin es jetzt immer noch. Empörung über die Folgen der Empörung einiger Ärzte, die in den vergangenen Wochen aus Ärger über die Honorarreform der Bundesregierung Patienten nicht behandelt haben. Sein "Regelleistungsvolumen" sei ausgeschöpft - mit dieser Begründung hat ein Arzt aus Köln die Behandlung einer Patientin abgelehnt. Die Kundin musste mit Schmerzen und Tränen die Praxis wieder verlassen. Ihr und anderen wurde nicht geholfen! Da lassen Ärzte ihren Zorn über die Beschlüsse der Regierung an ihren Patienten - zur Erinnerung - an Kranken aus und verweigern sich. Sicher ein Fall für die Ärztekammern. Kann, sollte, muss man einem solchen Arzt nicht die Zulassung entziehen? So soll ein Arzt einer Patientin - nachdem er die Behandlung ihres Kindes verweigert hatte - gesagt haben: "Sie arbeiten ja auch nicht umsonst, oder?"
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Hurra, es ist Wahlkampf! Da dürfen Politiker auch schon mal reden und beschliessen ohne vorher zu denken. "Die Renten werden nie mehr sinken" - das will das Kabinett beschlossen haben. Klingt zu schön um wahr zu sein! Nur weil in der Wirtschaftskrise nichts mehr sicher ist, soll wenigstens die Rente sicher sein - Norbert Blüm dürfte sich freuen... Was das Kabinett da heute beschlossen hat, ist für mich nichts anderes als ein ""Geschenk mitten im Wahlkampf, ein Geschenk für die 20 Millionen Renter im Land. Experten wie der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel prophezeien, dass das Renten-Versprechen von heute garantiert gebrochen wird. Angesichts der hohen Staatsverschuldung und der immer älter werdenden Bevölkerung könnten Rentenkürzungen nicht ausgeschlossen werden - niemals! Wer soll überhaupt diese Garantie garantieren? Doch wohl die Noch-Nicht-Rentner, die 20-, 30-, 40-, 50jährigen - oder? Ihre Rente steht jetzt schon in den Sternen, denn die gesetzlichen Systeme zur Alterssicehrung sind völlig marode. Anstatt Versprechen zu geben, die man nicht halten kann, sollte man endlich das Rentensystem reformieren. Ich wette: Nach der Wahl heißt es wieder - was schert mich mein Geschwätz von gestern. Von einer Rentengarantie wird dann keine Rede mehr sein!
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Mehr sein als Schein! Da sitzt eine 47jährige jahrzehntelang irgendwo in Großbritannien auf ihrem Sofa - "ungeküsst" wie sie selber sagt - und entpuppt sich in einer Castingshow als Frau mit "Superröhre". Wiedermal ein modernes Märchen! Susan Boyle ist die weibliche Ausgabe von Paul Pott, Paula Pott sozusagen... Es lohnt sich heute Abend die Aktuelle Stunde zu sehen oder auch mal einen Ausflug auf youtube zu machen.
Natürlich bedienen die hoffentlich-blamiert-sich-einer-so-richtig Shows unsere Schadenfreude, unseren Voyeurismus. Zum Glück aber werden regelmäßig auch andere Emotionen bedient. Wir werden überrascht, sind fassungslos, freuen uns mit einem Menschen über sein Talent, ein Talent, das wir ihm oder ihr niemals zugetraut hätten, weil wir von den schiefen Zähnen eines Paul Pott auf dessen Charakter oder von dem nicht stromlinienförmigen Äußeren einer Susan Boyle auf deren Persönlichkeit schließen. Wieder mal eines besseren belehrt! Gut so, denn: Mehr sein als Schein! Wenn sich dieses Motto durch Castingsshows mehr und mehr durchsetzt, wir mehr und mehr hinter die Kulissen und Fassaden blicken, dann beginne ich Talentshows, dieses TV-Format zu mögen!
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Endlich! Der erste Tag, echte Frühlingstag. Wir schwärmen heute Abend natürlich auch in der Sendung, begleiten den Frühlingsstart einiger Zuschauer.
Anna begann den Frühling heute als "Flugente". Ihre Erfahrungen beim Indoor-Skydiving wird sie uns schildern. Nachdem ich sie gerade in der Redaktion gesprochen habe, kann ich sagen: Wir dürfen gespannt sein.
Martin von Mauschwitz begann den Frühling in Holland am Meer. Er hat mir heute früh versucht, bei unserem Telefonat eine lange Nase zu machen. "Laß mir die Sonne auf den Pelz brennen, gehe gleich an den Strand und nehme mir ein Buch für den Strandkorb mit". Martin erholt sich von 2 Wochen AKS Dauer-Moderation - sei ihm gegönnt!
Ich habe mir eben einen Gang in den Düsseldorfer Medienhafen gegeben und gemerkt, dass ich deutlich overdresst, zu warm angezogen bin. Für mich immer ein untrügliches Zeichen: Der Frühgling ist da - wehe der Plöger oder die Kleinert sagen heute Abend was anderes. Die Menschen saßen in den Cafes und Bistros, sonnenbebrillt, Motorradfahrer waren unterwegs und sogar die Eisdiele meines Vetrauens hatte geöffnet... ein guter Tag!
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Da kann ich mich für den Zuspruch und auch das Lob für die Berichterstattung aus Winnenden am vergangenen Mittwoch nur bedanken. Danke ausdrücklich @Nina, @Claudia, @Julius, @Barbara, @P.D., @Gabriele, @Norbert - einem Kollegen, dem sich vermutlich die Bilder bei seinen Katastropheneinsätzen ins Hirn "gebrannt" haben. Da hat man lange zu "tun", ich weiß.
Natürlich hat @ Horst Recht, wenn er sagt, dass man den Menschen in Winnenden jetzt mal Ruhe geben soll. Doch nach wie vor müssen wir auch Hilfe beim Verstehen dieser Tragödie leisten, d.h. wir müssen sprechen - auch mit Menschen in der Region.
Eins steht für mich aber auch fest: Nach Winnenden wird es vermutlich - ähnlich wie unmittelbar nach der Berichterstattung nach dem Gladbecker Geiseldrama - Seminare, Foren und Diskussionen zum Thema "Moral und Ethik im Journalismus" geben. Innehalten und mal in-Sich-Reinhören, was dort vor Ort passiert ist - das gehört zur Nachbereitung einfach dazu. Das machen wir übrigens täglich in der AKS - vor und nach den Sendungen! Das tut uns gut und ich meine meistens auch dem Programm, das über den Sender geht.
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Heute vor einer Woche gegen 12.15 Uhr rief mich der Redaktionleiter der Aktuellen Stunde, Stefan Brandenburg, an. "Wo bist du, was machst du"?, das waren seine Fragen. Und: "Kannst du für uns nach Winnenden fahren? Liegt nördlich von Stuttgart. Dort ist offenbar ein junger Mann Amok gelaufen!!!" Ich habe mir schnell meinen Koffer gepackt, denn ich wusste ja nicht wie lange ich in Baden-Würtenberg bleiben würde. Für mich begann der schwerste Reportereinsatz, den ich je erlebt habe. Dazu später mehr, zunächst noch eins: Warum macht sich ein NRW Sender auf den Weg in ein anderes Bundesland? Was sollte diese Aktion "unter all den Gaffern"? So hat Heinrich Ackermann aus Kaarst in einer mail gefragt. Die Frage ist berechtigt! Sie ist mir in den vergangenen Tagen im Freundes- und Bekanntenkreis auch mehrfach gestellt worden. Der Amoklauf von Winnenden sprengt unser Vorstellungsvermögen, sprengt auch die regionalen Grenzen unseres Berichterstungsgebietes. Es gibt eine journalistische Pflicht hier zu berichten - auch und natürlich vor Ort. Das muss in der Distanz geschehen und ist - so glaube ich - an diesen Tag auch gelungen.
Gegen 15.00 Uhr war ich in Winnenden vor der Albertville Realschule. Die Strassen in der Stadt waren bis auf den Auflauf von Helfern, Ermittlern und natürlich Medienvertretern menschenleer. Ein älteres Paar kam mit langsamen Schrittes, leise vor sich hin weinend entgegen. Das war mein erster Eindruck. Ein Mann starrte auf das Schulgebäude, sein Neffe hatte den Amoklauf überlebt, er erzählte wie überhaupt viele Menschen dort einfach erzählt haben, berichtet haben, wenn man sich ihnen vorsichtig näherte und behutsam befragte. Richtig, das haben nicht alle Journalisten dort vor Ort an diesem Tag im Kampf um eigene Qrientierung, Verstehen der Katastrophe und auch im Kampf um Quote getan. Ich habe mich bemüht niemanden zu drängen, erkennbar zu sein als Reporter - vor allem ansprechbar. Mit zwei Gesprächpartnern, die mir an diesem Abend zur Verfügung standen, habe ich noch Tage später Kontakt aufgenommen. Unter anderem mit Dr. Albert Biesinger, der uns in der Aktuellen Stunde am Abend des 11. März dabei half das Unvorstellbare zu begreifen und unsere Trauer "rauszulassen". Heute werden wir selbstverständlich darüber berichten wie die Menschne heute in Winnenden schweigen und der Opfer des Amoklaufs gedenken. Das tun wir nicht voyeuristisch, sondern - das möchte ich nochmal betonen - in bewußter Distanz!
Mir persönlich hat das Schreiben dieses blogs übrigens dabei geholfen mein eigenes Trauma zu bewältigen. Wenn ich in der Vergangenheit über Unglücke für den WDR berichten musste, dann konnte man wie beim Wuppertaler Schwebebahnunglück oder beim Zugunglück in Brühl einen "technischen Defekt" als Ursache ausmachen. Im Fall Winnenden ist es wohl ein "psychischer Defekt" - den aber können wir kaum erklären und niemals begreifen.
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Skandal, Unverschämtheit, ein Schlag ins Gesicht - die Auszahlung der 20 Millionen Pension an den Ex-Postchef Klaus Zumwinkel sorgte auch heute für jede Menge Wirbel. Mag die 20 Millionen Euro Auszahlung auch legal sein, unsensibel erscheint sie uns allemal. Ähnlich wie die Millionen-Abfindung des Mannesmannchefs Klaus Esser vor Jahren oder die verschiedenen Auftritte von Deutsche Bank Chef Ackermann. Kopfschütteln hier wie da, damals wie heute! Darüber haben wir heute bereits in der AKS-Redaktion um 12.00 Uhr im Team diskutiert.
Was denkt eigentlich ein mittelständischer Unternehmer, der Chef eines Familienbetriebes, wenn er von der Zumwinkel-Aktion, dem Verhalten eines ehemaligen Spitzenmanagers hört - das haben wir uns gefragt? Klaus Zumwinkel galt jahrelang als deutscher Vorzeigemanager, er hat das Bundesverdienstkreuz erhalten und machte angeblich einen "tadellosen" Job. Und jetzt? Offenbar lebt der Mann nach dem Motto - "ist der Ruf ert einmal ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert"! Heute hat die Telekom reagiert. Sie will auf der Hauptversammlung ihren Aktionären vorschlagen, den ehemaligen Chef des Aufsichtsrats Klaus Zumwinkel nicht zu entlasten. Da beginnen Spitzenmanager über Moral und Ethik nachzudenken...
Zum SeitenanfangIn diesem Blog können Sie als Zuschauer mit unseren Moderatoren oder unserem Redaktionsleiter über ein aktuelles Tagesthema diskutieren.
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