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Thomas Heyer
Die NRW Wahl - eine kleine Bundestagswahl? SPD liegt nach der ersten Prognose vorne...39%...Kraft darf es ruhig persönlich nehmen... CDU hat eine deftige Schlappe erlebt...Ergebnis noch schlechter als 2010...ein Desaster...26 (!!!)%...Röttgen muss es persönlich nehmen...Konsequenzen (!?)...Grüne fast unverändert...Damendoppel Kraft/Löhrmann darf wohl weitermachen... Piraten natürlich wie erwartet drin...Linke adieu...FDP hat's satt geschafft...darf sich über Lindner freuen. Schade unbedingt diese Wahlbeteiligung! Gut, knapp 60%, aber die Sofapartei ist damit wieder mal der eigentliche Gewinner.
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Eklat gestern Abend bei der Verleihung des Henri, des Henri Nannen Preises in Hamburg - ein renommierter Journalistenpreis! Drei Redakteure der von mir verehrten Süddeutschen Zeitung nahmen den Preis nicht an, weil ebenfalls zwei Kollegen der Bild-Zeitung geehrt werden sollten. Ehre für die Bild-Zeitung, Schluss mit der Ehre! Bild wurde für die Beiträge zur Affäre um Ex-Präsident Wulff der Preis zugedacht. Ohne Frage, hier haben die Bild-Rechercheure und -Autoren was geleistet. Stern-Boss Henri Nannen hätte vermutlich seinen Spaß an ihnen gehabt. Die SZ Kollegen sollten für ihre Artikel zur Formel-1-Affäre bei der Bayern LB geehrt werden. Diese Serie ist vorbildlicher, investigativer Journalismus von der allerbesten Sorte. Allemal einen Henri wert! Aber, liebe SZ Kollegen - aus der Preisverleihung jetzt eine Show zum Thema „guter Journalismus/schlechter Journalismus" zu machen, will mir nicht in den Kopf. Bild nervt manchmal ganz gewaltig. Bild betreibt manchmal Kampagnenjournalismus - keine Frage. Bild ist auch mitunter mieser Boulevard - o.k. . Aber in der Sache Wulff hat Bild nun mal einiges ausgegraben, hat nicht locker gelassen und hat Vorlagen für die Süddeutsche, den Spiegel und auch für die Aktuelle Stunde geliefert. Also liebe SZ-Freunde, wie sagt man im Rheinland so schön: Man muss och jönne künne!
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Der Fall gilt als einer der größten Umweltskandale Deutschlands. 51 Mitarbeiter der inzwischen insolventen Envio-Recycling GmbH in Dortmund sollen über Jahre ungeschützt dem hochgiftigen Kühl- und Isoliermittel PCB ausgesetzt worden sein. Über Jahre hinweg verdiente die Firma - allen voran deren Geschäftsführer - mit der Entsorgung der Bauteile aus Transformatoren gutes Geld. Die elektrotechnischen Elemente enthalten Kupfer, ja so gar Gold und Platin. Die Preise dafür steigen weltweit. Da der Krebserreger PCB seit Ende der 80er Jahre in Deutschland verboten ist, konnte Envio als Giftmüllspezialist Geschäfte überall dort machen, wo man giftigen Müll entsorgen musste. Die Firma war in Lettland, der Ukraine oder auch auf Barbados aktiv. Am Hafen in Dortmund wurden die Altteile, in denen PCB als Isolierung oder auch als Kühlung diente, dann auseinander geschraubt und -gesägt. In Aktion für Envio dabei Arbeiter - mal mit mal ohne Schutzanzüge - für knappe 7,50 Euro die Stunde. Arbeitsschutz - Fehlanzeige! So sollen sich die Leiharbeiter, Beschäftigten von Fremdfirmen hochgradig vergiftet und ihre Angehörigen - Frauen und Kinder - verseucht haben. So weit der Fall bei dem wir tief durchatmen! Noch mal tief durchatmen muss ich, wenn ich lese, dass der Ex Chef der Umweltversauerfirma heute alle Vorwürfe - die Körperverletzung und die Umweltverstöße - zurückgewiesen hat. Nun ist es an den Anklägern alle Beweise fein säuberlich auf den Tisch zu legen. Da dürfen wir guter Hoffnung sein, dass die Ex-Geschäftsführer nicht geschmeidig aus dem Verfahren kommen. Immer vorausgesetzt, ihnen ist Fehlverhalten nachzuweisen. Ganz unerträglich ist allerdings die Argumentation eines Anwalts. Er hat heute zum Prozessauftakt die Opfer regelrecht verhöhnt. Die Vergiftungen und Verseuchungen seien nur plausibel mit ungesunden Lebensstilfaktoren der Mitarbeiter zu erklären. Noch Fragen?
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Adieu le président! Sarkozy hat seine Schuldigkeit getan, der kleine Nicolas kann gehen, vorbei damit auch die Liasion Merkozy! Die Küsschen-hier-Küsschen-da Politik hat in Zeiten der Finanzkrise bestens funktioniert - jedenfalls aus Sicht der selbsternannten Euro-Retter, jetzt darf das Modell Merkollande ran. Nur, was soll das für ein Modell sein? Und: Was wird aus dem europäischen Sparkurs? In Griechenland haben die Wähler den Sparpolitikern die rote Karte gezeigt, griechische Aktien gingen heute in den Keller! Kann man verstehen, denn in der ältesten Demokratie sitzen nach dem Urnengang von gestern plötzlich Faschisten im Parlament! Eine unerträgliche Vorstellung. In Griechenland ist man heute jedenfalls ratlos. Die große Koalition wollte ihre Sparpolitik fortsetzen. Sie hat im neuen Parlament nun mal aber keine Mehrheit mehr. Alle anderen fünf Fraktionen sind gegen die Sparmaßnahmen. Und mit Sparen hat auch der neue französische Präsident wenig am Hut. Er hat den Franzosen einen Wechsel versprochen - weg vom Sparkurs, hin zu mehr Wachstumsimpulsen. Doch das muss sich ja nicht ausschließen - wie Francois Hollande ja selbst beweist! Er will sein Gehalt kürzen! Vorbildlich! Allerdings kann er auch leicht kürzen, denn sein Vorgänger hat die Tantiemen des ersten Mannes im Land erstmal um 17 Prozent erhöht. Dennoch: Vielleicht wissen wir ja demnächst, was unter dem Modell Merkollande zu verstehen ist. Wachstum durch Einsatz des Kapitals, das aus den Gehaltskürzungen europäischer Politiker gewonnen wird. Pourquoi pas?
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Dieser Präsident zeigt Haltung. So wissen wir, zu was Politiker in der Lage sind, wenn sie sich für Menschenrechte und Frieden einsetzen wollen! Sie müssen eben nicht Tyrannen und Despoten à la Gaddafi, Hussein, Assad und andere wie in der Vergangenheit besuchen und mit ihren Begegnungen demonstrieren, dass sie letztlich gute Miene zu bösen Diktatoren-Spielen machen. Joachim Gauck hat seinen Besuch in der Ukraine abgesagt und protestiert so gegen die Menschenrechtsverletzungen der Regierung, gegen die Behandlung der ehemaligen Regierungschefin Julia Timoschenko. Es ist bekannt, dass in der Ukraine das Staatsrecht missbraucht wird, um die Opposition in Schach zu halten. Muss man die Führer totalitärer Staaten besuchen oder empfangen, um zum Beispiel über seltene Erden, Öl und andere Bodenschätze zu reden? Nein, man muss es nicht Frau Merkel, so könnte man sagen. Die Kanzlerin hat neulich erst den kasachischen Präsidenten Nasarbajew in Berlin getroffen. Der Mann gilt als Bruder im Geiste des Ukrainers Janukowitsch und eindeutig nicht als Freund der Menschenrechte. Dank Gauck schauen wir jetzt wieder verschärft Richtung Ukraine, so wie vor Jahren als wir mit Begeisterung die orangene Revolution verfolgt haben. Bald ist das Land dann aus unserem Focus verschwunden, tauchte erst wieder im Interesse auf als die Fußball-EM nach Polen und eben die Ukraine vergeben wurde. Jetzt ein Boykott der Fußball-Europameisterschaft? Da gehen die Meinung sehr auseinander - auch heute bei uns auf facebook. Kein Boykott, bringt doch gar nichts, sagen die einen, die anderen finden das nur ein Boykott den Menschen hilft. Hans Joachim Watzke, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund jedenfalls fährt nicht zu dem EM-Spielen in der Ukraine, dort spielt die deutsche Fußballnationalelf alle Vorrunden-Begegnungen. Gut so! Und die Sportler? Die spielen Fußball, so wie Hans Hubert Vogts als Kapitän der Mannschaft 1978. Damals fand die Weltmeisterschaft in Argentinien statt - eine Militärdiktatur! Für Berti waren die Menscherechte damals kein Thema. Wir spielen Fußball, hieß es - machen keine Politik. Und wie sagte sinngemäß Sebastian Vettel erst am Wochenende? Wir sollten uns um wichtige Dinge wie den Reifendruck kümmern - und nicht um die Menschenrechte! Ein Gespräch mit Joachim Gauck, ein Mann, der weiß wie es sich in einer Diktatur lebt, tät dem jungen Vettel sicher mal gut...
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Was werden wir heute bloggen? Na was wohl! Die Frage in der Redaktion war eben schnell beantwortet. Dortmund ist Meister - und das ist großartig! Das sagt zugegebenermaßen ein Dortmundfan - einer, der den Bayern den Sieg gegen Real Madrid gönnt und den Gladbachern selbstverständlich die Teilnahme an der Championsleague. Auch die Schalker sollen dort mitspielen! Aber wenn es um die Bundesliga geht bin ich ganz parteiisch, eben Fan und das schon seit Jahren ganz in schwarz-gelb, erst Recht seitdem die Mannschaft derartig leidenschaftlich spielt wie jetzt schon im zweiten Jahr, von einem Trainer derartig leidenschaftlich, locker und humorvoll gecoacht wird. Klopp, Klopp, Hurra - Kl(o)appe, die zwote... Da spielt eine Mannschaft mit Herz und Spaß, da sind keine Millionenstars zusammengekauft worden - wie das anderswo seit Jahrzehnten der Fall ist! Gut, ein Kagawa ist mittlerweile - nach zwei Dortmunder Meisterschaften - ein Millionenstar, aber die Götzes, Großkreutze, Hummels und alle die anderen kommen mehrheitlich aus der Region, aus Deutschland. Auch wenn Uli Hoeneß freundlich „gestänkert" haben soll und die Dortmunder sich noch international beweisen müssen, am Dortmunder Modell können sich auch die Bayern was abschauen, oder?!
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Hat er jetzt einfach nachgetreten, hat er einfach nicht intensiv genug nachgedacht oder hat er sehr wohl sehr genau nachgedacht und entsprechend formuliert? Unmittelbar vor der Islamkonferenz soll Volker Kauder, Unionsfraktionschef, der Aussage von Ex-Präsident Wulff widersprochen und gesagt haben, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Gesagt hat er wohl tatsächlich: „Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland." Da hat Herr Kauder nun mal Recht. Die Religion des Islam hat eben keine Tradition in Deutschland und kann damit auch nicht Teil einer kulturellen Identität sein. Aber wenn Christian Wulff mit einem Satz in seiner kurzen Amtszeit einen Treffer gelandet hat, dann doch wohl mit dem Satz, der Islam gehört zu Deutschland. Und auch das ist richtig! Was denn sonst, nachdem Millionen Ausländer und deutsche Mitbürger ausländischer Herkunft mit muslimischen Wurzeln hier gelebt haben und immer noch leben. Moscheen und Minarette gehören zu Deutschland wie Kirchen und Kirchtürme. Hierzulande gibt es Synagogen - wieder - buddistische und hinduistische Tempel und Gebetshäuser vieler, anderer Religionen. Gott, Allah oder Jave sei Dank! Wir haben und genießen die Religionsfreiheit, so wie sie per Grundgesetz garantiert wird. Deshalb können selbst Salafisten hier in Deutschland den Koran, das Buch ihres Glaubens tausendfach verteilen - auch wenn die Aktionen dieser radikalen Gruppe genau beobachtet und diskutiert werden. Es ist ein echtes Privileg! Denn Christen oder Juden könnten wohl kaum im Iran, Saudiarabien oder im Jemen die Bibel unter das Volk bringen. Das würden vermutlich viele Anhänger der sogenannten Mutter aller Religionen (Islam) nicht mit ihrer Religionstoleranz vereinbaren können, oder?
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Ich höre und lese sie schon die Stimmen, die da sagen - haben wir eigentlich keine anderen Probleme? Handelt es sich da vielleicht um einen verspäteten Aprilscherz? Nein, es handelt sich um eine ernstgemeinte Initiative der Hessen, die heute Thema bei der Konferenz der Landesverkehrsminister ist. In Zukunft soll man bei einem Umzug - sagen wir mal von Düsseldorf nach Köln - sein Autokennzeichen „mitnehmen" können. Dann darf der Düsseldorfer an seinem neuen Wohnort Köln mit einem D-Kennzeichen fahren, um so seine Heimatverbundenheit zu zeigen und - darum geht es den Hessen vor allem - Geld für das Umschreiben zu sparen und sich bürokratische Gänge zu schenken. Also, warum eigentlich nicht, denkt sich auch die NRW Regierung und unterstützt daher den Hessen-Plan. Geld brauchen wir alle und Bürokratie nun "sowasvongarnicht"... Mein Nummernschild gehört mir - das hätten die heimatverbundenen Autofahrer aus alten Zeiten sicher auch gerne gehabt, die Fahrer aus Castrop (CAS), die aus Opladen (OP) oder die aus Wattenscheid (Wat). Sie wurden umgeschrieben, eingemeindet, usw. ... Und einen weiteren Vorteil hätte die angepeilte Regelung: Weit entfernt von der Heimat - im Ausland oder einem anderen Bundesland - wüssten wir sofort, in welcher Stadt der jeweilige „Partner im Verkehr" für den Straßenverkehr sozialisiert wurde. Dann wüssten wir beim Erblicken eines Kennzeichens mit den Anfangsbuchstaben BM: Achtung, da lauert Gefahr! Gut, das wissen wir auch jetzt schon. Dann aber wissen wir zudem, dass es sich bei dem Wagen vor uns eventuell um einen heimatverbundenen Bergheimer handelt - und wer will das eigentlich wissen!?!
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Da hat er aber einen Bock geschossen, der spanische König! (Sorry, aber dieser Kalauer musste sein...) Juan Carlos befand sich dieser Tage in Botswana als er schwer stürzte und sich dabei die Hüfte brach. Er wurde nach Madrid geflogen, wo ihm ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde. Doch statt der üblichen Genesungswünsche erreicht den Monarchen jetzt Kritik aus aller Welt, denn Juan Carlos befand sich in Afrika um Elefanten zu jagen. Dabei ist der König Ehrenpräsident der Tierschutzorganisation WWF! Was für ein Heuchler! Der Tierschützer als Elefantenjäger - das wäre so als wenn ein Spirituosenfabrikant zum Ehrenpräsidenten der anonymen Alkoholiker ernannt würde! Aber das ist nur Teil eins der gewaltigen Heuchelei! Neulich erst hat Juan Carlos die enorme Arbeitslosigkeit unter spanischen Jugendlichen beklagt. Er könne deshalb kaum mehr schlafen, hat er gesagt. Für's Elefantenjagen hat sein Schlaf offensichtlich gelangt... 96 % der Spanier halten es laut einer aktuellen Internetumfrage für nicht angebracht, dass der König in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten auf Elefantenjagd geht. Der Abschuss dieser Tiere kostet rund 50.000,- Euro! Das ist ungefähr das Doppelte des jährlichen Durchschnittsverdienstes der Spanier. Da darf sich der König seinem Volk aber mal bitteschön erklären.
So, und jetzt gute Besserung! Soviel Zeit muss sein...
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Ja , es klingt heftig! Haftbefehl gegen drei Steuerfahnder aus NRW. Hannelore Kraft ist empört und betrachtet es als ungeheuren Vorgang. Sie verwahrt sich dagegen, dass Mitarbeiter des Landes in ein kriminelles Licht gerückt werden. Peer Steinbrück würde vermutlich gerne wieder die Kavallerie ausrücken lassen, um den Schweizern zu zeigen, was die deutsche Steuergesetzgebung hergibt. Viel ist das allerdings nicht, wenn wir uns vorstellen, dass immerhin rund 30 Milliarden Euro pro Jahr an Steuern hinterzogen werden. So schätzt jedenfalls die deutsche Steuergewerkschaft. 30 Milliarden! Ein paar dieser Milliarden - oder vielleicht waren es auch nur Millionen - sind die NRW Fahnder auf die Spur gekommen. Sie haben Bankdaten aus der Schweiz angekauft und konnten so deutsche Steuerbetrüger ermitteln. Der Kauf der Daten-CD war eine gute Aktion. Die Schweiz sieht darin den Tatbestand der Wirtschaftsspionage erfüllt. Daher der Haftbefehl. Aber der Hintergrund ist wohl der aktuelle Streit zwischen der Schweiz und Deutschland über das Steuerabkommen. Mit dem Vertrag sollen eigentlich demnächst Bankguthaben deutscher Steuerpflichtiger in der Schweiz pauschal besteuert werden - pauschal mit mehr als 26 %. Das Abkommen sieht zudem eine nachträgliche Besteuerung bis zum Jahr 2000 vor. Jetzt droht das Abkommen - nach Einspruch der rot-grün geführten Bundesländer - zu scheitern, obwohl die Schweiz große Zugeständnisse gemacht haben soll. Finanzminister Schäuble hofft weiter auf Einigung und auf Zahlungen in seinen Finanztopf. Deshalb zeigt er sogar Verständnis für die Muskelspiele aus der Schweiz. Verständnis, für das ich kein Verständnis habe! Da lache ich doch lieber in Erinnerung an Steinbrücks Kavallerie ...
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Es war eben keine Faktenlage, sondern lediglich eine Spekulationslage! Und, keine Frage - wir haben fleißig mitspekuliert. Dabei haben wir so vorsichtig wie möglich formuliert. Selbstverständlich war immer die Rede vom „mutmaßlichen" Täter, von einem „Verdächtigen" - „wenn er es denn war..." . . Doch zu sehen war auch bei uns ein Foto des jungen Mannes, dem 17 jährigen Berufsschüler aus Emden, das ihn in einer Wohnung zeigt, sein Gesicht unkenntlich gemacht. Kriminalpsychologen haben auch in der Aktuellen Stunde über das Profil des Täters ihre Meinung abgeben dürfen.
Über all das haben wir heute Mittag in unserer Redaktionskonfer-enz diskutiert, selbstkritisch diskutiert - denn der 17 Jahre alte Emdener wurde aus der Haft entlassen. Er ist unschuldig! So die Staatsanwaltschaft. Sie ist von der Unschuld des Berufsschülers, der tagelang unter Verdacht stand, den ein Mob via Internet verfolgte und den man aus dem Polizeigewahrsam unter Rufen wie „Hängt ihn" oder Steinigt ihn" holen wollte, überzeugt. Hat der Fall Lena jetzt ein weiteres Opfer? Es scheint so. Die Macht der Bilder hat uns überrollt. Die Parkhausvideos, der Mann im Kapuzenpulli, war es der 17 jährige? Wenn er es war, dann war er jedenfalls nicht der Täter. Tagelang wurde er dennoch verurteilt - vorverurteilt. Jetzt nach seiner Freilassung steht er unter Polizeischutz und benötigt vermutlich eine psychologische Betreuung. Indizien wurden von Fakten widerlegt, der Berufsschüler kann nicht der Täter sein! Der junge Mann hat in den vergangenen Tagen den blanken Horror erlebt. Das werden einige Ermittler bei Polizei und Staatsanwaltschaft vermutlich ähnlich sehen...
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Was ist da los? Heute Mittag erfahren wir von unserer Redakteurin Details zu den Themen des Abends. Bei zwei Themen fiel uns wirklich wenig ein, waren wir regelrecht sprachlos.
Da schlägt in Attendorn der Vater eines Schülers den Direktor der Schule, auf der sich sein „Sprössling" tummeln darf. Der Mann war wohl empört, weil sein Sohn für einige Tage nicht am Unterricht teilnehmen durfte. Der Junge war wegen seines aggressiven Verhaltens mehrfach unangenehm aufgefallen. Diese Zurücksetzung für seinen Burschen wollte der Vater offenbar nicht hinnehmen. Was für ein Vorbild? Warum der Schüler seine Umwelt mehr als nervt, müssen wir uns nicht fragen...
Und dann das nächste Thema zur „Gewalt an Schulen". Diesmal ging es um Gewalt unter Schülern. Sie war heute Thema vor dem Amtsgericht in Düsseldorf. Es ging um den „Todeskreis". Der Name allein lässt schon nicht gutes ahnen. Der „Todeskreis" ist eine Art Aufnahme-Ritual - ein perverses Spiel. Unter Schülern soll es angeblich immer mehr Nachahmer finden. Wer dazu gehören will, muss sich verprügeln lassen - für zehn Sekunden, in der Pause, auf dem Schulhof. Nicht nur für Juristen ist das kein Spaß, sondern gefährliche Körperverletzung. Also: Anti-Gewalttraining an den Schulen - endlich! Für Schüler, für Lehrer und jetzt auch für Eltern!
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„Was für ein schöner Sonntag" - und was für ein schöner Satz des neuen Bundespräsidenten! Das eben kann Joachim Gauck: Er blickt in die Herzen der Menschen und lässt in seine Seele blicken. Das macht ihn so ungeheuer souverän. Einer seiner Weggefährten aus den deutsch-deutschen Wendezeiten sagt es gleich in der Sendung. Gauck könne die Sehnsüchte der Menschen erkennen und in Worte fassen. Da mache ihm keiner was vor. Das will ich gerne glauben und bin deshalb überzeugt, dass wir an diesem Bundespräsidenten noch „Spaß" haben werden. Wo ich heute Nachmittag auch hingehört habe, die Menschen freuen sich auf diesen Gauck. Das Vakuum, das sein Vorgänger hinterlassen hat, ist allerdings auch gewaltig. Gewaltig sind vermutlich auch deshalb die Hoffnungen und Erwartungen. Hoffnungen und Erwartungen an den Super-Gauck! Ich bin überzeugt: Gauck kann Bundespräsident - sein Vorgänger konnte es nicht!
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Es reicht! Endlich hat es auch die Politik erkannt und will gegen die hohen Benzinpreise vorgehen. 1, 65 Euro für den Liter Super! Das war der aktuelle Stand heute. NRW Verkehrsminister Voigstberger fordert faire und transparente Preise an den Tankstellen. Schön, dass er das so fordert, werden sich die Verantwortlichen bei den Mineralölkonzernen vermutlich denken - und weiter an der Preisschraube drehen. Deshalb macht NRW jetzt gemeinsame Sache mit anderen Bundesländern. Die Benzinpreiskontrolleure scheinen aufgewacht - und : Sie haben ihre Vorbilder in anderen Ländern entdeckt! Keine Frage: Das ist gut so! In Australien gelten Benzinpreise jeweils nur für 24 Stunden. Sie werden morgens veröffentlicht und müssen zudem von den Tankstellenbetreibern bereits am Vortag angemeldet werden. Dadaurch ist gewährleistet, dass kein Ölkonzern vorher den Preis des Konkurrenten kennt. Autofahrer haben wirklich eine Wahl und müssen sich nicht diktieren lassen - von den Ölmuktis und ihren Absprachen untereinander! Oder Österreich: Hier dürfen Tankstelllen nur einmal pro Tag ihre Preise erhöhen, aber immer reduzieren. Wann haben wir das eigentlich zuletzt erlebt? Preissenkung an den Tanke? Und was ist eigentlich von einer unabhängigen Datenbank zu halten, in der Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber ihre aktuellen Preise einstellen müssen. Ich finde sehr viel! Transparente und faire Preise - längst überfällig!
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Sie ist eröffnet - die Jagd per Twitter, Facebook oder You-Tube, die Jagd auf Joseph Kony. Wer diesen Namen bislang nicht kannte, hat zur Zeit eigentlich keine Chance an ihm vorbeizukommen - es sei denn er oder sie meidet das Internet. Dort ist der afrikanische Rebellenführer seit Tagen ein Thema. Eine amerikanische Organisa-tion hat die Kampagne gestartet und mittlerweile ist Kony weltweit ein Thema. Das, was dutzende Zeitungsartikel, Beiträge in Radio und TV nicht geschafft haben, macht social media möglich - sehr zum Frust der „alten" Medien. Sie haben - zumindest in den USA an diesem Wochenende beleidigt auf den „Erfolg" der Jagd auf Kony reagiert. Erfolg? Millionen haben mitgetwittert, haben das Video über den blutrünstigen Mann aus Uganda angeklickt. 30 Minuten dauert das Werk über den selbsternannten Gotteskrieger, der seit 2005 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag gesucht wird. Kony's Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind nicht mehr zu zählen. Seit 1987 kämpft seine LRA - die Lord's Resistance Army - für einen christlichen Gottesstaat. Tausende Kinder wurden zwangsrekrutiert und mussten als Soldaten für Kony kämpfen. Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht. Insgesamt flüchteten in den vergangenen 25 Jahren mehr als zwei Millionen Menschen in Afrika vor den Kony-Schlächtern. Das weiß ich jetzt, erst jetzt. Vorher, vor „Kony 2012" - so nennt sich das Video - hatte ich keine Ahnung. Der Film des amerikanischen Regisseurs Jason Russell setzt auf Emotionalisierung und auf die Macht des WWW, die Macht der social media - und das ist gut so! Denn erst, wenn die Welt aktiv hinschaut und hinhört, hört das Schlachten auf! Vielleicht...
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Der Mann will's wieder wissen - der Macho-Präsident Wladimir Putin. Einen Tag vor der Wahl in Russland deuten alle Zeichen auf einen klaren Sieg des amtierenden Ministerpräsidenten hin. Das wäre dann Präsident Putin Teil drei. Seine Konkurrenten um das Amt sind chancenlos. Wladimir Putins wahre Gegner findet man auf der Straße. Organisiert wird dieser Protest von den Jungen. Einer von ihnen ist Danhil Klubov. Er ist gerade mal 22, aber schon der Kopf des Protests in St Petersburg. (Heute Abend in der Aktuellen Stunde zu erleben!) So wie er fürchten viele Russen und auch viele Beobachter wieder Wahl-Fälschungen. Deshalb gehen die Leute auf die Straße - vor allem in den Metropolen. St. Petersburg ist Russlands zweitgrößte Stadt, hier gibt es mittlerweile Protest rund um die Uhr. Perfekt organisiert - unter anderem von Danhil. Seit den Parlamentswahlen im vergangenen Dezember gingen in Russland tausende auf die Strasse, um für mehr Demokratie zu demonstrieren - während sich Putin wie ein Zar der Neuzeit geriert, gerne den Macho bei Ring- oder Boxkämpfen gibt oder sich als Reiter mit nacktem Oberkörper ablichten lässt. Nein, der Mann ist kein Demokrat - jedenfalls keiner nach westlichem Vorbild. Auch, wenn der Regisseur Hubert Seipel, der Putin monatelang mit der Kamera begleiten durfte, behauptet: „Wladimir Putin hat Sehnsucht nach dem Westen!" Wirklich? Der Westen hat eindeutig Sehnsucht nach demokratischen Grundrechten in Russland. Endlich!
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Nein, nicht alle Muslime sind nicht gleich Islamisten und nicht alle Islamisten sind gleich gute Muslime, die den Koran wirklich verstanden haben. Insofern verwundert die Aufregung über die Studie, die das Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben hat schon sehr. Das Ministerium wollte in Erfahrung bringen, wie junge Menschen muslimischen Glaubens hier in Deutschland leben, wie sie denken und handeln, welche Werte sie vertreten und von welchen sie überzeugt sind. Wenn man das will, dann sollte man am Besten auch junge deutsche Muslime befragen und nicht nur junge Muslime ohne deutschen Pass. Dann bekommt man nämlich ein Ergebnis, über das man sich nicht wirklich aufregen darf: Es gibt eben unter Muslimen hierzulande eine Gruppe, die sich nicht integrieren will, der westlichen Welt gegenüber sehr kritisch gegenübersteht und auch gewaltbereit ist. Das trifft jedenfalls auf ein Viertel der jungen Muslime ohne deutschen Pass zu - laut Studie. Natürlich darf ein solches Untersuchungsergebnis den Bundesinnenminister nicht erfreuen, aber auch nicht wirklich wundern! Klar ist jedenfalls, dass die Diskussion um die Studie sämtlichen Integrationsbemühungen einen Bärendienst erweisen wird! Der Islam gehört nun mal zu Deutschland - wissen wir nicht erst seit Christian Wulff. Innenminister-Sätze wie - „wer Freiheit und Demokratie bekämpft, wird hier keine Zukunft haben" - greifen zu kurz, dienen der Konfrontation und laden ein, in der Diskussion um Integration missbraucht zu werden. Muslime sollten bei uns vielmehr Hilfe bekommen, um radikale Islamisten in den eigenen Reihen auf den richtigen Dschihad zu bringen - auf den Weg zum guten Moslem nämlich! So sieht es der Koran eigentlich vor - der Dschihad als der gute Weg zum guten Menschen!
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Da haben wir wieder einen erwischt! Diesmal hat sich ein Minister nicht seiner Panini-Sammelbilder-Leidenschaft hingegeben, diesmal hat einer Sudoku gespielt! Auf der Regierungsbank! Mitten im Parlarment! Ich sage: Na und! Sonst noch was? Ist das etwa ein Aufreger, wenn Herr Schäuble nach seiner Stimmabgabe zur Griechenlandrettung mal eben eine Entspannungspause einschiebt? Auch wenn es um 130 Milliarden geht? Sudoku auf dem i-pad spielt, statt wie seine superfleißige Kabinettskollegin von der Leyen in Akten schmökert? Erstens muss sich Schäuble mit Zahlen für seine diversen Finanzjonglagen fithalten und zweitens scheint ihm das gute Laune bereitet zu haben. Und wann hatte Schäuble zuletzt mal gute Laune? Wir erinnern uns noch an seinen unsäglichen Auftritt vor der versammelten Pressemann-/-frauschaft in Berlin, als er seinen damaligen Sprecher öffentlich abmeierte. Dann doch lieber der Schäuble, der verschmitzt lächelnd Zahlen hin- und herschiebt.
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Unsensibel und geschmacklos - das war mein erster Gedanke als ich heute Mittag in unserer Redaktionskonferenz erfuhr, dass das Schicksal von Prinz Friso die Diskussion um die Sterbehilfe in den Niederlanden wieder entfacht. Gibt es tatsächlich Zeitgenossen, die wenige Tage nach dem Lawinenunglück des Prinzen darüber nachdenken, ihm beim Sterben zu helfen? Aktiv? Tatsächlich ist das in den Niederlanden möglich. Dort ist Sterbehilfe legal. Trotzdem schrecken viele Ärzte dort davor zurück, dem Todeswunsch ihrer Patienten nachzukommen. Eben deshalb sollen jetzt Ärzteteams einer Sterbehilfeorganisation quer durch das Land reisen, um Todkranken zu helfen, ihnen ein würdevolles und schmerzloses Ende auf dieser Welt zu ermöglichen. Diese mobilen Euthanasie-Teams müssen keine Strafverfolgung fürchten - auch wenn sie ihren Patienten beim Suizid behilflich sind. "Tötung bei Hausbesuch" sagen Kritiker. Ich kann sie verstehen.
Vor vielen Jahren habe ich das Sterben eines lieben Angehörigen erlebt. Karl hatte einen Herzstillstand, er war 78 Jahre alt und in einer Oktobernacht mindestens 20 Minuten ohne Sauerstoff. Der Notarzt kam und wiederbelebte ihn, holte ihn wieder in die Funktion - aber nicht ins Leben. Karl lag im Koma und machte nach einigen Tagen seinen letzten Atemzug. Schon damals war ich froh, dass aktive Sterbehilfe hier in Deutschland verboten ist. Denn ich weiß: Karl hätte die Hoffnung gehabt wieder aufzuwachen und seine Familie hatte sie unbedingt.
Prinz Friso ist 43 Jahre alt - gerade mal. Vielleicht wacht er eines Tages wieder auf und schließt seine Tochter Zaria wieder in die Arme. Wer weiß es... Ich wünsche es ihm. Die aktuelle Diskussion um die Sterbehilfe in seinem Land und anderswo verwundert und ärgert mich!
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Er war überfällig, längst überfällig – der Rücktritt des Bundespräsidenten. Seit die Meldung von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gestern Abend gegen 19.30 Uhr bekannt war, durfte mit dem Abschied von Christian Wulff aus Schloss Bellevue gerechnet werden. Insofern ist sein Schritt heute um 11.03 Uhr keine wirkliche Überraschung. Überrascht hat mich, dass Wulff die wahren Gründe für seinen Rücktritt nicht genannt hat. Die lagen eindeutig im moralisch-ethischen Bereich. Wulff hat Fehler gemacht, die aber heute nur halbherzig erwähnt. Stattdessen hat er sich als ein Verfolgter gegeben – verfolgt von den Medien, verfolgt von einer Journalistenmeute. Klar, die Medien! Der Fall ist Wulff ist aber eindeutig keine Medienaffäre. Journalisten recherchieren, können aber nur dann berichten, wenn diese Recherchen etwas Berichtenswertes ans Licht gebracht haben. Bei Wulff kam in den vergangenen Wochen so einiges ans Licht – zugegeben – unbedingt Berichtenswertes und weniger Berichtenswertes. Es begann mit dem Bericht der BILD im Dezember über den Freundschaftskredit für Wulff. Es hatte den Anschein, dass… . So wie es den Anschein hatte … bei Hotelupgrades, Finca-urlauben, Landesbürgschaften, usw. . Wulff, der Anscheinerwecker! Als Präsident damit kaum geeignet! Sollte mit seinem Rücktritt nun seine Immunität aufgehoben sein , kann die Staatsanwaltschaft ermitteln. Schön, dass die Kanzlerin, die Christian Wulff ja aufs Schild gehoben hat, nunmehr einen parteiübergreifenden Kandidaten als Nachfolger für Wulff suchen will. Bei ihrer Ankündigung hat sie wohlweislich die Linken vergessen. Die Partei sitzt aber nun mal im Parlament – ob es Angela Merkel nun passt oder nicht. Wichtig erscheint mir: Der oder die nächste Bundespräsident/-in sollte besser kein Parteibuch in der Tasche haben!
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Nein, es ist kein Witz – obwohl der Sprecher der Jungen Gruppe von CDU/CSU im Bundestag Marco Wanderwitz heißt. Herr Wanderwitz sagt: „Wir kämpfen nicht egoistisch für unsere Generation, sondern für die Familie.“ Und so haben die jungen Unionisten eine Idee: Menschen ohne Kinder sollen eine Art Extraabgabe zahlen. Kinderlose ab 25 Jahre sollen mit einem Prozent ihres Einkommens zur Kasse gebeten werden. So sollen die löchrigen Sozialversicherungssysteme stabilisiert werden. Herr Wanderwitz scheint vergessen zu haben, dass Kinderlose bereits mehr zahlen – mehr Steuern, mehr in die Pflegeversicherung. (Der Hinweis sei einem Familienvater in Solidarität mit allen Kinderlosen gestattet!) Kinderlosigkeit ist für viele Paare kein Wunschzustand, sondern ein Schicksal. Sie können keine Kinder bekommen und manche leiden darunter. Daran hat vermutlich keiner vom CDU Nachwuchs gedacht. Familienministerin Schröder – selbst Mutter – hält es übrigens für vernünftiger, Kinderwünsche zu fördern, statt Kinderlosigkeit zu bestrafen. Richtig! Bei der Erläuterung seines Vorschlages hat Herr Wanderwitz – Vater von drei Kindern – aber noch einen draufgelegt: „Für Kinderlose zahlen fremder Leute Kinder.“ Dieser Satz macht deutlich, dass es der Initiative nur vordergründig um mehr Gerechtigkeit gehen kann. Mehr Gerechtigkeit durch Aufhebeln der Solidarität – nein Danke! Und: Inzwischen hat sich auch die Kanzlerin (kinderlos!) gemeldet. Eine Einteilung der Menschen in mit und ohne Kinder sei „nicht für zielführend“, sagt sie. Bei der SPD war vom „familienpolitischen Offenbarungseid“ die Rede. Dem ist nicht hinzuzufügen…
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Christian Wulf hat seinen Sprecher Olaf Glaeseker einmal als Faktotum bezeichnet. Ein Faktotum ist eine Art Mädchen für Alles, quasi unentbehrlich, hat unbedingt eine besondere Vertrauens-stellung. Bei dieser Vetrauensperson stellt sich nun ein qualifizierter Anfangsverdacht - so nennt das die Staatsanwalt-schaft. Es geht bei Glaeseker um Bestechung und Bestech-lichkeit. Der Mann galt als siamesicher Zwilling von Wulff - als der Macher des niedersächsischen Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten, als das vertrauenswürdige Faktotum im Hintergrund.
Ich gebe zu, viele können das alles eigentlich nicht mehr hören, aber es geht längst nicht mehr um Bobbycar, Bonusmeilen, Kredite von Freunden, Hotel-Hochstufungen, Urlaub auf Fincas von Freunden. Es geht eben nicht um die Frage, ob wir nicht alle ein bisschen Wulff sind? Es geht nicht um die Frage, ob wir nicht alle Absahner sind und mitnehmen, was wir kriegen können?
Ein Volk bekommt den Präsidenten, den es verdient – so hat ein Zuschauer vor Tagen hier zum Thema geschrieben. Richtig: Wir bekommen mit Wulff die Karnevalsattraktion in der Session 2011/2012! Garantiert werden wir ihn in jedem Umzug sehen. Mister Pattex klebt und klebt und klebt…
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Heute hatte ich eine seitenlange Mail in meinem Postfach. Herr M. aus S. schrieb:
„Sehr geehrter Herr Heyer, was Ihre Meldungen und Informationen über unseren Bundespräsidenten betreffen, habe ich das Gefühl, dass Sie und Ihre Kollegin es am Abend nicht erwarten können noch irgend einen Satz mit süffisantem Unterton zu der "Sache" zu verkünden. Es würde Ihnen sicherlich was fehlen, wenn Sie nicht irgendwo noch etwas auskramen und unbedingt noch was sagen müssen.“
Nein, lieber Herr M., es würde uns wirklich nichts fehlen! Wir könnten gut auf das Thema verzichten, fragen uns auch nahezu täglich seit Wochen in unserer ersten Tageskonferenz mit den Kollegen der Redaktion, ob nicht allmählich die Berichterstattung über die verschiedenen Affären unseres Präsidenten „runter gefahren“ werden kann. Sie kann nicht, denn nahezu täglich tauchen neue Aspekte zum leidigen Thema auf, obwohl der Präsident in seinem Interview bei ARD und ZDF erklärt hat, dass da „nichts mehr“ kommen könne. Wir – und sicherlich auch andere Redaktionen – wollen Christian Wulff nicht kriminalisieren. Aber: Er ist nun mal Bundespräsident und nicht der „Landrat von Osnabrück“ wie das die Süddeutsche Zeitung meiner Meinung nach so treffend betitelte. Wir berichten also – so lange es etwas zu berichten gibt. Das ist nun mal unsere Aufgabe. Von einer „gnadenlosen Hetzjagd“ wie Herr M. aus S. findet kann keine Rede sein. Dennoch fragen wir heute Abend: Sollen die Medien nach derzeitigem Stand weiter über Wulff berichten?
Heute durften wir erfahren, dass sich Christian Wulff auf einem Flug ein sogenanntes Upgrade genehmigt hat - ein Urlaubsflug mit Bonusmeilen für den er 210.000 Euro mit der Lufthansa Kreditkarte hätte umsetzen müssen. Hat er aber nicht! Also berichten wir!
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Die Landesregierung in NRW ist so gar nicht mit dem geplanten Neubau eines Atomkraftwerks im Nachbarland einverstanden. Das AKW soll in der Provinz Zeeland liegen. Dort gibt es in Borssele bereits ein Kraftwerk. Hier hält die RWE im übrigen 30 % der Anteile. Im Falle eines Unfalls könnte gefährliche Strahlung innerhalb von wenigen Stunden zum Beispiel Düsseldorf erreichen - all das bei entsprechendem Wind. Dann müsste der Katastrophenschutz Jodtabletten verteilen, der Aufenthalt im Freien würde verboten. Die Landesregierung muss sich für die Pläne in den Niederlanden interessieren, denn: Nach EU Recht müssen bei einem solchen Vorhaben die Nachbarländer miteinbezogen werden. Und auch wir Bürger sind gefragt, können ebenfalls unsere Bedenken äußern. Die Frist zur Abgabe der Einsprüche läuft ab – bis morgen haben wir noch Zeit!
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Auf einem Bild sehen wir heute Abend in der Sendung Grillhähnchen an der Stange, erschnuppern quasi ihren Duft. Irgendwie ein schönes Bild ... kross gebratene Hähnchenhaut… mhhh… Seit heute aber wissen wir, dass sich auf vielen dieser Hähnchen Keime tummeln. (Geahnt haben wir es vermutlich schon vorher…) Der BUND hat Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten untersuchen lassen. Das Ergebnis schlägt auf den Magen, bzw. verdirbt den Appetit: Jede zweite Packung Geflügelfleisch enthält gefährliche Keime - so die Umweltorganisation. Diese Keime widerstehen Antibiotika und deshalb sind sie auch gefährlich für uns. Gefunden wurden Darm- oder auch MRSA-Keime, die bei anfälligen Menschen schwere Erkrankungen auslösen können – sogar tödliche Erkrankungen. Grund für diesem Keimbefall ist der massenhafte Einsatz von Medikamenten in der Massentierhaltung – ein Thema über das wir schon seit Jahren immer wieder berichten Wir wissen längst, dass in der Intensivhaltung bis zu 24 Masthähnchen pro Quadratmeter gehalten werden. 24 pro qm!!! Das ist nur möglich, wenn jede Menge Antibiotika eingesetzt wird. Diese Tatsache ist seit langem ein Skandal, aber vor allem die Tatsache, dass diese Massenhaltung IMMER NOCH NICHT VERBOTEN IST! Selbst der BUND scheint in dieser Sache mittlerweile weichgekocht zu sein, anders ist es nicht zu erklären, dass die Umweltschützer lediglich fordern, die industrielle Tierhaltung zurückzudrängen. Das ist deutlich zu wenig! Verbot von Antibiotika in der Massentierhaltung und Verbot von Massentierhaltung überhaupt – das wär’s!
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Jaaa, die Wulffs feiern Weihnachten in Berlin! In Berlin? Nicht auf Mallorca bei den Maschmeyers oder bei den Freunden in Florida, Italien oder sonst wo? Nein, die Wulfs sind diesmal ganz unter sich, treffen sich mit den Eltern, kochen gemeinsam und legen Überraschungsgeschenke unter den Baum. Weihnachten wie bei einer ganz normalen deutschen Familie. Bei den Wulffs glaubt der dreijährige Sohn noch an den Weihnachtsmann – hat Frau Präsidentin gesagt – und da wir da ja auch alle tun, glauben wir fest an die Unschuld ihres Gatten und sind von seiner gleichnamigen Miene überzeugt.
Nein, es wird vermutlich kein gemütliches, friedliches Fest im Schloss Bellevue. Der erste Diener bekam gestern seine Papiere und heute erfahren wir, was der Grund dafür gewesen sein könnte. Präsidentensprecher Olaf Glaeseker ließ sich wohl gerne einladen – so wie der Chef höchstpersönlich. Da Glaeseker Beamter ist, gelten für ihn andere arbeitsrechtliche Maßstäbe als für den Präsidenten, der auch gerne auf lau gemacht haben soll. Wulff ist eben nur erster Staatsdiener, nur ein Politiker – und deshalb darf er fehlbar sein. Oder etwa nicht?
Nein, für Ironie taugt das Amt des Bundespräsident nicht wirklich. Deshalb jetzt ganz im Ernst: Frohe Weihnachten Herr Wulff – auch wenn Sie sich die Freude wohl selbst ein wenig genommen haben… Die Debatte um ihr Verhalten geht jedenfalls weiter, auch an Weihnachten!
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ÜBERRAAAASCHUNG! Es ist Winter - und das im Dezember! Und gleich mit Schnee!?! Vor allem im Rheinland haben offenbar heute früh Autofahrer in Reihe über diese Wetterentwicklung gestaunt und den Kriechgang eingelegt. Manche von ihnen waren womöglich noch mit Sommerreifen unterwegs. Staus und Chaos im Berufs-verkehr waren die Folge. So ist es in diesem Winter - und so wird es vermutlich auch im Winter 2012/2013 sein. Die Menschen im Rhein-land beweisen sich als „Flachlandtiroler“ und die im Bergischen oder auch im Ruhrgebiet als „Bergfexe“. Hier lief der Verkehr jedenfalls einigermaßen reibungslos – trotz Schnee und zum Teil geschlossener Fahrbahndecke. „Geschlossene Fahrbahndecke“ – eine Begriffskombination, die vielen Autofahrern Schweißperlen auf die Stirn treibt. Sie bewegen dann ihr Fahrzeug wie unter dem Einfluss einer hohen Dosis Valium. Ich fordere: Ein Wintertraining für alle Autofahrer im Flachland – stundenweise, als Element der Fahrschule!
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Da haben wir nicht schlecht gestaunt! Heute vor 20 Jahren gab es die erste Ausgabe der Aktuellen Stunde aus Düsseldorf. Es moderierten Westermann/Plasberg und damals war Europa ebenfalls Thema in den Nachrichten. Der Wortlaut von damals gleicht dem von heute ungeheuer - echt frappierend! Man muss nur die handelnden Personen austauschen. Der Kohl von damals ist die Merkel von heute, der Mitterand von damals ist der Sarkozy von heute und der Major von damals der Cameron von heute. Damals war der Nein-Sager Großbritannien, heute ebenfalls. Die Briten waren 1991 in Maastricht grundsätzlich skeptisch - glaubten, dass der Europa-Plan viel zu kompliziert sei, prophezeiten große Probleme. Die haben wir jetzt – auch nach einem Gipfel, der uns ein Zwei-Klassen Europa beschert. Toll, dass man sich schnell auf eine Sparunion einigen konnte, doch der entscheidende Fehler: Die Briten spielen nicht mit! Und ehrlich – wann haben sie das jemals? Den EU Gipfel von dieser Nacht als Erfolg schönzureden, ist schon dreist. Es ist nichts Anderes als pure Harmonie-Heuchelei. Es war damals 1991 übrigens nicht anders…
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In Italien ist jetzt ein Schlag gegen eine Fälscherbande gelungen. Ihr Geschäft: Bioprodukte, Produkte, auf denen Bio stand, aber die niemals Bio waren. Über Jahre wurden tonnenweise angebliche Bio-Lebensmittel verkauft – dort und von dort. Auch zu uns nach Deutschland. Ware im Wert von mehr als 200 Millionen Euro! Mit dem schönen Bio-Siegel lassen sich offenbar gute Geschäfte machen – eben auch kriminelle!
Bio boomt gewaltig. So hat sich in den vergangenen Jahren der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln mehr als verdreifacht. Der Trend geht zu Bio, weil wir Verbraucher es so wollen. (Selbst in meinem kleinen Wohnort macht in diesen Tagen ein Bio-Laden auf...) Viele Kunden wollen sich mehr und mehr gesund ernähren und sind dafür bereit, auch mehr zu zahlen. Doch für was zahlen wir mehr? Für Produkte, die über Tarnfirmen aus Rumänien via Italien in NRW landen? Für Bio-Produkte, die aus China – einen der größten Bio-Produzenten der Welt – stammen? Für Produkte, die weite Wege zurückgelegt haben, kreuz und quer durch die Welt gekarrt wurden? Ich meine: Die Vermarktungswege müssen kurz sein! Bio ist deshalb für mich vor allem das Produkt aus der Region - gewachsen ohne Pestizide, Kunstdünger oder Antibiotika!
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Lieber Peer Steinbrück,
nein, Sie sind wahrhaftig kein Kuschelkandidat, Charme ist nicht unbedingt Ihre Stärke! Sie haben mit 40 Minuten die kürzeste Rede auf dem Treffen Ihrer Partei gehalten und dafür mit 2 Minuten auch den kürzesten Applaus erhalten. Es wird Sie nicht gewundert haben! Angeblich gab es von Ihren Genossen nur Flüsterbeifall knapp über der Höflichkeitsschwelle. Schwamm drüber… Eins haben Sie heute unbedingt deutlich gemacht: Sie waren nicht gekommen, um den Delegierten nach dem Mund zu reden. Insofern folgen Sie Ihrem Vorbild Kultkanzler Schmidt. Er will mit seinen 92 Jahren ja wohl nicht mehr antreten. Schmidt-Schnauze, der Sie ja als eine Art Ziehsohn zu betrachten scheint, wird es gefreut haben. Um die Wärmehalle der SPD zu füllen, gibt es andere, so haben Sie heute in einem Interview - in dem Sie wieder mal herrlich Kante gezeigt haben - gesagt. (Die Bilder in der Einstiegsfrage des Interviewers waren Ihnen „zu platt“! Ein echter Steinbrück.) Klarer konnten Sie sich nicht von Hannelore Kraft abgrenzen.
Lieber Herr Steinbrück, es gäbe noch soviel zu sagen, aber Sie sind ja ein Mann, der es gerne kurz hat. Deshalb mache ich jetzt einen Punkt und wünsche weiterhin fröhliches Schaulaufen bei der Kandidatenkür ihrer SPD.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Heyer
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Kann es einen Handel mit der Komplizin der rechten Terroristen geben? Aussage gegen Haftverschonung? Beate Zschäpe sitzt zur Zeit in einem Kölner Gefängnis und macht ihre Aussage abhängig von Bedingungen. Bedingungen? Bedingungen, die ein Rechtsstaat zu akzeptieren hat? Doch sicherlich nur dann, wenn es Gefahren abzuwehren gilt. Gefahrenabwehr – so drücken das Juristen aus. So findet sich zum Beispiel auch der Name der Bundestagsvize-präsidentin Kathrin Göring-Eckardt auf einer Datei, die die Ermittler im Haus des Neonazi-Trios in Zwickau fanden. Auf der Liste fanden sich übrigens mehr als 10.000 Namen! Menschen, die sich zum Beispiel gegen Rechtsextremis-mus engagiert haben oder die an Protestde-monstrationen gegen Naziaufmärsche teilgenommen haben. Wenn Anschläge verhindert werden könnten, dann wäre ein Handel wohl zu rechtfertigen, oder? Ich formuliere im Konjunktiv, wohlgemerkt… Erinnert werden wir bei der Frage – Aussage gegen Haftverschonung? - an die Zeit der R.A.F - an die Kronzeugenregelung, die es für linke Terroristen gab - eine Regelung, die sich nicht bewährt haben soll. Also ist die Frage für Beate Zschäpe damit beantwortet. So sieht das auch der Generalbundesanwalt, er will bei dem Spiel nicht mitspielen – und das ist gut so!
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Lieber Herr von und zu Guttenberg,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Turboläuterung und natürlich auch zu den überstandenen Ermittlungen der Staatsanwalt-schaft Hof. Die 20.000,- Euro, die sie an die Kinderkrebshilfe zahlen müssen, nachdem Ihr Plagiatsverfahren eingestellt wurde, tun Ihnen sicher nicht weh und den kranken Kindern sicher gut. Plötzlich ging es doch sehr schnell: Eben noch höre ich Sie wie sie deutlich verkünden, dass Ihre Doktorarbeit kein Plagiat sei, dann gab es den Großen Zapfenstreich und sie machten sich auf und davon Richtung USA, um dort einem Think-Tank beim Ausbrüten kluger Gedanken zu helfen. Sicherlich werden Sie dort nicht auf die C&P-Taste gedrückt haben! (Ein kleiner Scherz auf Ihre Kosten ist doch sicherlich gestattet …) 199 Strafanzeigen haben Sie jetzt abgeschüttelt, 23 strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße konnten Ihnen zwar nachgewiesen werden, aber sie haben dabei wohl keinen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Wie schön :) ! Ihr Doktorvater wird sicherlich vieles anders sehen und sich in Gedanken noch heute entleiben – zu peinlich was Sie ihm angetan haben. Hat sich eigentlich die Kanzlerin heute schon bei ihnen gemeldet und gratuliert? Gratulieren möchte ich ihnen unbedingt zu Ihrem Buchtitel: „Vorerst gescheitert“. Das deutet einerseits auf Einsicht in Ihren Fehler hin und andererseits auch darauf, dass Sie uns in Zukunft Ihre dynamische Elaboriertheit nicht ersparen wollen. Fragt sich nur wo und wann Sie uns ein Comeback zumuten. Wann kommen Sie denn zurück?
Ihr Thomas Heyer
P.S. Ihr neuer Look – keine Brille mehr, Haare nach vorne und kein Gel steht ihnen gut! Auch die paar Pfunde zuviel auf den Wangen kommen nicht schlecht. Noch 25 Kilo plus und sie können es mit Franz-Josef Strauss aufnehmen…
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Es war ein gewaltiges Trümmerfeld. In ihm starben am vergangenen Freitagabend 3 Menschen, mehr als 30 wurden verletzt. Auf der A 31 krachten bei dichtem Nebel mehr als 50 Fahrzeuge ineinander. Zwischen Heek und Gronau ist es passiert. Die Unfallstelle erstreckte sich über mehrere hundert Meter. Vermutlich waren die Autos in eine Nebelbank gerast - die Polizei spricht in solchen Fällen dann von "unangepasster" Geschwindigkeit. Dennoch wird prompt nach diesem verheerenden Unfall auf der A 31 die Forderung nach einem Tempolimit laut – wieder mal. Tempolimit - haben wir das nicht schon? Wir haben! Wir haben unsere Geschwindigkeit anzupassen, so hat heute ein Kollege auf der Redaktionskonferenz gesagt. Sollte nicht oberlehrerhaft klingen, sondern einfach nur die Luft aus dem Thema nehmen, bevor es wieder allzu hoch kocht. Aber warum eigentlich nicht? Es gibt nun mal Strecken, die besonders anfällig für Nebelunfälle sind - auf denen sich besonders häufig Nebelbänke bilden. In den Niederlanden verläuft eine Autobahn nahezu parallel zur A 31. Dort gibt es ein generelles Tempolimit. Warum eigentlich nicht auch bei uns zumindest auf allen Nebelstrecken? Macht uns Autofahrer nicht frei davon, die Geschwindigkeit anzupassen – klar, aber hilft vielleicht dem ein oder anderen… Also: Tempolimit für den „Ostfriesenspieß“, der Ruhrgebietler so schnell an die Nordsee bringt und Emsländer so schnell nach Westfalen!
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Die neuesten Zahlen sind ein Schock im Kampf gegen den Klimawandel, denn wir hören nicht auf - wir Menschen! Wir blasen immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre. Der CO 2 Ausstoß ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen - und zwar schneller als je zuvor. Das geht jetzt aus einem Bericht des US Energieministeriums hervor. Die Zahlen klingen dramatisch: Weltweit wurden im vergangenen Jahr mehr als 560 Millionen Tonnen Kohlendioxid MEHR produziert als 2009, das ist ein Anstieg um 6 %. Und das trotz Kyoto-Protokollen, RIO-Gipfeln und allgemeinen Bekenntnissen zur Energieeffizienz. Nach wie vor sind die größten Klimakiller die USA, China und Indien. Und das, was dort passiert, muss uns auch hier in NRW interessieren, so appellieren Experten vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Wenn wir nämlich so weitermachen, erwärmt sich unser Planet bis Ende des Jahrhunderts um 4 Grad - und ich bin irgendwie auch daran beteiligt, weil ich nach wie vor zu viel mit dem Auto Strecken bewältige, die man auch gut mit dem ÖPNV abfahren könnte.
Das Thema Klima spielt sicher auch heute Abend in Düsseldorf eine große Rolle. Hier wird der Nachhaltigkeitspreis auf einer großen Gala verliehen - auch wenn wir wissen, dass Promis das Klima ja am Ende auch nicht retten können. WIR haben es in der Hand, aber wir bekommen es nicht hin! Muss der Liter Sprit tatsächlich erst 5 € kosten, müssen sich die Stromkosten verfünffachen, müssen uns noch mehr Tropenstürme und Tsunamis heimsuchen?
Wenn Sie eine Antwort oder den Hauch einer Idee haben, dann bitte…
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Diese Zeilen gehen um 15.19 Uhr in die Tasten. In Griechenland haben sich heute die Ereignisse überschlagen, falsch überschlagen sich gerade die Ereignisse, bzw. Meldungen. Mal heißt es der griechische Ministerpräsident Papandreou stimmt der Bildung einer Übergangsregierung zu, es wurde über eine große Koalition spekuliert – eine Notregierung, dann heißt es, das Referendum ist abgesagt und soeben lese ich von Neuwahlen in Griechenland. 30 Abgeordnete fordern, dass die Karten neugemischt werden. Das Alles, dieses Hin und Her blieb und bleibt heute natürlich nicht ohne Wirkung auf den G 20 Gipfel in Cannes. Papandreou vor dem Ende - die Verunsicherung wird immer größer. Der Athener Politkrimi IST für mich der Gipfel! Sorry, lieber Kostas, aber man darf sich wirklich nicht mehr über die Anti-Griechen-Stimmung wundern. Kostas Papanastasiou ist besser bekannt als Panaiotis Sarikiris - er ist der Wirt in der Lindenstrasse - und er beklagt ein feindliches, beleidigendes und uneuropäisches Verhalten gegenüber den Griechen. Das kränke ihn sehr… Wie sehr wohl Merkozy – so werden Merkel und Sarkozy in der französischen Presse genannt – gekränkt waren, als sie von Papandreous Referendum erfuhren, wie gekränkt waren die Euro-Hüter als sie von den falschen und gefälschten Haushaltsdaten der griechischen Regierung erfuhren und wie gekränkt sind Bürger in Deutschland oder sonstwo in Europa, als sie hören mussten wie Griechen Europa wie einen Selbstbedienungsladen betrachten? Wer ist hier eigentlich uneuropäisch, lieber Kostas? Jetzt haben wir 15.32 Uhr – mal sehen, welche Überraschungen bis zur Sendung aus Griechenland noch gemeldet werden.
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Die spinnen die Griechen! Mal ehrlich, so klang sie vermutlich, die erste Reaktion bei vielen: Der griechische Premier will sein Volk tatsächlich über den Euro-Rettungsplan abstimmen lassen. So hab ich jedenfalls gestern Abend reagiert als die ersten Meldungen gehört habe. Der Griechenpremier hat alle überrascht - angeblich selbst seinen eigenen Finanzminister, der sich mit akuten Magenproblemen in ein Krankenhaus verabschiedet hat. Eine Volksabstimmung über den Euro - sie macht fassungslos. Der Dax ging prompt in die Knie, mehr als 5 % minus am Nachmittag, betroffen vor allem die Kurse der Banken. Ist der Papandreou-Plan eine Art "staatlicher Selbstmord aus Angst vor dem Tod" oder ein letzter Versuch, um dem eigenen Volk die dramatische Lage deutlich zu machen? Will Papandreou auf drastische Weise die Opposition ins Boot holen? Angeblich ist die Mehrheit der Griechen gegen den Euro-Rettungsplan. Will Papandreou sie mit seiner Harakiri-Idee auf Linie trimmen? Drachme oder Euro? Friss oder stirb? Ist sein Plan ein grandioser Trick nach dem Motto „Last Exit to Brussel“? Oder haben sich die Griechen mittlerweile total überreizt? Fragen über Fragen… Wenn jemand eine Antwort parat hat, dann bitte…
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Printen, Marzipankartoffeln, Weihnachtsmänner, rote Kugeln, weiße Kugeln, Oh Tannenbaum-Gedudel – oh Gott, ich kann gut und gerne darauf verzichten! Jedenfalls zur Zeit. Was faselt dieser Heyer da, werden sie sich fragen. Weihnachten im Oktober? Haben sie heute einen Gedanken an das Fest der Feste verschwendet? Irgendeinen?
Sie vielleicht nicht - aber andere. In meiner Heimatstadt gibt es zum Beispiel in der kommenden Woche den ersten Weihnachtsmarkt, getarnt als Martini-Markt. Bis zum 24.Dezember ist noch eine Weile hin. Wer wollte, konnte heute schon in Essen in einen regelrechten Weihnachtsrausch geraten - auf den Spuren der Kugeln für den Baum. Ich sage: AAAAAAARRRRRGGGHHH!!!
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Es war einmal eine Schnapsidee in Köln, die nannten ihre Erfinder „Winterdienstgebühr“. Die Bürger verstanden sie als das was sie war – als Schneesteuer! Eine Steuer, um den Schnee zu räumen, um Strassen und Bürgersteige befahrbar und begehbar zu halten. Die Idee kam mitten im Winter auf die Welt, war also kein Aprilscherz. Doch schnell war diese Hirnblähung wieder verschwunden, so schnell wie sie das Licht der Welt erblickt hatte - zum Glück. Bürger, die an Hauptverkehrsstrassen wohnten, konnten erstmal aufatmen, denn sie wären es gewesen, die vor allem hätten zahlen sollten – genauso wie die Unternehmen in der Innenstadt. Die Idee aus Köln begeisterte natürlich Stadtväter und -mütter in anderen Städten des Landes. Doch wie gesagt, der Plan wurde schnell wieder auf Eis gelegt – damals im Winter 2010. So klang das Märchen und nun zum real-existierenden Wahnsinn: Jetzt, knapp ein Jahr danach, wird die Schneesteuer wieder zum Thema. Eine weitere Gebührenschraube, die es zu verhindern gilt! Nach Bettensteuer eine Schneesteuer und demnächst eine Lichtsteuer, die Städte in die Lage versetzt, nachts die Laternen brennen zu lassen. Was ist mit einer Rathausöffnungssteuer, einer Gebühr mit der Städte ihre Rathäuser überhaupt unterhalten können. Für Bibliotheken, die früher mal öffentliche Bibliotheken hießen, zahlen wir schon. Die Eintritte in vielen Schwimmbädern sind kaum mehr subventioniert, so dass sich Familien mit mehreren Kindern, einen Schwimmbadbesuch oft schenken, weil sie ihn sich nicht leisten können. Nein, eine weitere Abzocke à la „Winterdienstgebühr“ brauchen wir nicht – nicht im vergangenen und nicht im kommenden Winter!
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Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat Patente auf embryonale Stammzellen verboten. Die Zerstörung eines menschlichen Embryos verstoße gegen die Menschenwürde. Soweit haben wir verstanden – denken wir. Aber: Gilt die Menschwürde auch für Embryos, die erst wenige Tage alt sind? Die Richter aus Luxemburg - päpstlicher als der Papst? Sie sagen, dass schon zum Zeitpunkt der Zeugung jede menschliche Eizelle bereits als menschlich zu betrachten ist. Die uralte Diskussion ist wieder neuentfacht! Die Befruchtung setze den Prozess der Entwicklung eines Menschen in Gang, sagt der Gerichtshof. Und wenn Embryos zur Gewinnung von Stammzellen gekillt würden, ist dies eben ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Soweit die Logik der Richter. Im Verfahren haben Experten betont, dass es sich zwar bis zum 14. Tag nach der Zeugung um menschliches Leben handelt, aber nicht um einen Menschen, der gerade entsteht! Dann aber kann auch von Menschenwürde keine Rede sein. „Leben im Sinne der geschichtlichen Existenz eines menschlichen Individuums besteht nach gesicherter biologisch-physiologischer Erkenntnis jedenfalls vom 14. Tag nach der Empfängnis an.“ So hat es jedenfalls das Bundesverfassungs-gericht 1975 festgestellt. Ausgebremst wurde mit dem Urteil der renommierte Stammzellenforscher Oliver Brüstle aus Bonn. Er wollte sich die Patente schützen lassen, um – wie es heißt – Medikamente gegen Multiple Sklerose, Alzheimer oder auch Parkinson entwickeln zu lassen. Die brauchen viele und wollen wir alle. Die neuen Medikamente wären ein Milliardengeschäft, keine Frage. Greenpeace aber ist heute übers Ziel hinaus geschossen, spricht von einer regelrechten Embryonenindustrie in Europa, die hätte entstehen können – und nun erstmal verhindert wurde!
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„Nicht zufällig handeln Banken und Spekulanten wie die Mafia. Sie sind eine. Mit Moral braucht man denen nicht zu kommen, sie haben keine. Man muss ihnen mit dem Gesetz kommen. Knallhart.“ So hat Jens heute noch zum Blog von gestern geschrieben. Mit dieser Meinung steht er nicht allein und ich kann ihn gut verstehen!
Heute ist sie auch bei uns auf den Strassen angekommen – die Occupy Bewegung, die seit Wochen in New York DAS Thema ist. Weltweit protestierten heute am Aktionstag Menschen – in ihrer Ohnmacht - gegen die Allmacht der Finanzmärkte. „Occupy Wall Street“ so auch heute in Köln, Düsseldorf, Bielefeld oder auch Paderborn. Doch was heißt „Besetzt die Wall Street“? Gibt es Pläne für eine Instand(-be)setzung? Da ist in den globalisierten Zeiten das System gewaltig aus dem Ruder gelaufen: Die US Immobilienkrise wird zur Lehmann Pleite, die Krise der Griechen lässt den Euro implodieren. Es herrscht pure Angst, Angst vor der Mafia!?!
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Es war abends am 9. November 1989 als ich einen Freund in Paris besuchte. Ich stand vor seiner Wohnung und klingelte. Drinnen hörte ich laut den Fernseher laufen, doch niemand öffnete. Plötzlich schrie Gerhard – so hieß mein Freund – von innen: „Ich kann jetzt nicht, die Mauer ist auf!“ Ich sehe mich noch da stehen, im Flur dieses Hauses. Absolut gar nichts habe ich damals im spitzen Moment des konkreten Augenblicks verstanden. DIE Mauer? Auf? Deutschland einig Vaterland? Was dann geschah wissen wir alle? Alle? Für meine Kinder ist der Gedanke an ein geteiltes Deutschland die Reise in eine ganz ferne Zeit. Sie kennen nur die „eine“ Bundesrepublik, die heute ganz groß in Bonn gefeiert wird. An diesem Tag in Feierlaune und sattem Sonnenschein brauche ich persönlich kein politisches Geplänkel. Was soll das Wasser im Wein? Da kritisieren Linkspartei und Gewerkschaften das Ost-West Lohngefälle, da wertet die CSU die Linkspartei prompt als Schatten auf der deutschen Einheit und der CSU Generalsekretär fordert eine Überprüfung der Linken durch den Verfassungsschutz. Bitte – sie mögen kritisieren, drohen und fordern, aber doch bitte nicht heute. Heute herrscht Friede, Freude, Einheit!
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Heute sind es drei Mädchen, über die wir berichten dürfen, gestern waren es vier Jungs, vor Wochen eine Seniorin – 85 Jahre alt. Sie hatte ein Mädchen vor einem Sexualtäter geschützt. Das Thema in allen drei Fällen: Zivilcourage!
Noreen, Steffi und Jenni wurden heute für ihr mutiges Eingreifen vom zuständigen Landrat ausgezeichnet, denn ihr Verhalten war eben das – ausgezeichnet. Die Mädchen aus Ratheim im Kreis Heinsberg haben sich was getraut. Sie haben beobachtet, wie ein Mann eine Frau verprügelt - auf offener Straße. Bei der Frau - so stellte sich später heraus - handelte es sich um seine Lebensgefährtin. Die Mädchen machten alles richtig. Sie forderten den Schläger auf, die Frau in Ruhe zu lassen. Außerdem informierten sie über Handy die Polizei. Dann verfolgten sie den Täter, zeigten der Polizei wo sich der Mann sich aufhält.
Gestern erlebten wir in der Sendung vier Jungs vom Niederrhein. Sie wollten einen Tierquäler stellen, blockierten seinen Wagen. Der Mann hatte zwei Katzenjunge aus dem Auto geworfen. Ein Kätzchen starb bei der widerlichen Aktion, der überlebende kleine Kater wird jetzt von den Jungs gepäppelt.
Und dann der Fall in Solingen. Hier habe ich vor Wochen für die Aktuelle Stunde einen Blumenstrauß überbracht. Eine 85 jährige hatte ein Kind vor einem Sexualtäter geschützt, war dabei von dem Mann verletzt worden. Von ihrem Einsatz wollte sie in der Öffentlichkeit nicht berichtet wissen. Das sei doch selbstverständlich gewesen. Es ist aber leider nicht selbstverständlich, immer noch nicht und genau deshalb müssen wir berichten. Gestern, heute, damals – und vermutlich auch morgen!
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Lotte Marie sieht ihre Mutter ab heute deutlich seltener, denn Mutti muss ab heute wieder arbeiten. Wickeltisch und Kabinettstisch heißt es ab jetzt bei Kristina Schröder. Die Frau ist Bundesfamilienministerin. Heute - 10 Wochen nach der Geburt ihrer kleinen Lotte - ist sie ins Ministerium zurückgekehrt. Schluss mit Babypause. Gemeinsam mit ihrem Mann Ole will die junge Ministerin das Projekt „Politik und Baby“ stemmen. Ein anspruchsvolles Unternehmen! Kristina Schröder hat erkannt, dass man eigentlich dabei alles nur falsch machen kann. „Die Mutter, die zuhause bleibt, ist das Heimchen am Herd, die, die wieder arbeiten geht, ist die egoistische Karrierefrau“, so hat sie heute gesagt. Schröder versucht beides! So wie viele andere Frauen auch! Find ich klasse! Klasse auch, dass es im Umfeld des Kabinetts, der Regierung mal wieder eine gute Nachricht gibt. Freue mich schon auf das erste Bild von Lotte, krabbelnd unterm Kabinettstisch. Vielleicht verspürt Frau Merkel ja noch einen Kinderwunsch…
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Uihhh, da hat der Bundeswirtschaftsminister endlich mal Klartext gesprochen. Philipp Rösler schließt einen Staatsbankrott der Griechen nicht mehr aus. „Um den Euro zu stabilisieren, darf es kurzfristig keine Denkverbote mehr geben“, hat er gesagt. Mal abgesehen davon, dass ich finde, dass es auch mittel- und langfristig keine Denkverbote geben darf, ist die Klartext-Aktion des Ministers ein Tabubruch und längst überfällig. Ich weiß, es klingt absurd, aber so ist es. Was nicht sein darf, kann nicht sein und darf deshalb nicht einmal gedacht werden. Rösler ist ein Tabubrecher, weil er gedacht hat – und das auch noch laut! Auch Peer Steinbrück ist ein solcher Tabubrecher in Sachen Griechenland. Steinbrück ist zur Zeit ein sehr gefragter Redner. Er bekleidet kein Amt und muss sich deshalb keine politisch-diplomatischen Hirnverrenkungen auferlegen, darf also klar denken, ohne Tabus. Auch er sieht Griechenland in der Pleite. Darf man natürlich nicht sagen, wenn man auf dem Euro-Parkett eine Rolle spielt. Dort ist jedenfalls zur Zeit noch die Rede vom „drohenden Bankrott“. Und so lange das der Fall ist dürfen die Griechen ihren sogenannten Titanenkampf weiterkämpfen. Wie schön. Darauf erst mal einen Ouzo! Doch soviel Ouzo können wir gar nicht trinken, um diesen griechischen Pleite-Wahnsinn zu vergessen.
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Eingestellt, entlassen, eingestellt und wieder entlassen! Sie kennen das, die Leiharbeiter im Land. Kurt Kröll ist einer von mehr als 900.000 in Deutschland, einer von denen, die bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit einfach bis zu 40 % weniger Lohn bekommen als die anderen Arbeitnehmer. Dass sie sich wie moderne Sklaven, Arbeitnehmer zweiter Klasse fühlen, kann ich gut verstehen. Leiharbeit ist für sie der Weg in die Armut! So erleben wir in der Aktuellen Stunde gleich wie kurt Kröll für sich und seine beiden Töchter – seine Frau ist vor vielen Jahren gestorben – geradezu ohne Pause malocht und dabei auf keinen grünen Zweig kommt – kommen kann, denn er ist ja nur Leiharbeiter bei einem Automobilzulieferer! Er verdient lediglich 7,79 Euro in der Stunde – brutto! Um überhaupt über die Runden zu kommen, schiebt er seit längerem Nachtschichten. Wissenschaftler warnen: Zeit- oder Leiharbeit schaffe eine neue Form der Armut! Das Phänomen enthalte gesellschaftlichen Sprengstoff. Das ist wohl wahr! Kurt Kröll’s Kollegen bekommen bis zu 6 Euro mehr – für die gleiche Arbeit, pro Stunde!
Es ist ein Hohn, wenn Arbeitgeber die Leiharbeit als „Instrument der ersten Wahl gegen die Arbeitslosigkeit“ bezeichnen. Arbeitsmarktforscher wissen nämlich, dass mehr als die Hälfte aller im Aufschwung neugeschaffenen Stellen, Leih- oder Zeitarbeitsstellen sind. Toller Aufschwung! (Achtung: Ironie…) Leiharbeiter - die Arbeitnehmer zweiter Klasse - das Beispiel von Kurt Kröll macht es uns deutlich. Auf diesem Feld sollten Arbeits- und Sozialpolitiker endlich mal mehr als Verbalakrobatik abliefern.
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Lebt denn der alte Holzmichel noch? Ja er lebt noch… und er hat sich offensichtlich mit seinem Lieblingsenkel abgesprochen. Die gewählten und selbsternannten Euroretter bekommen’s dicke: Helmut Kohl, Altkanzler und Christian Wulff, Bundespräsident. Gut verstanden haben sie sich immer, heute hauen sie in dieselbe Kerbe. Beide kritisieren die Pläne zur Rettung des Euros, zur Bewältigung der Schuldenkrise in Europa. In seiner Zeit als Kanzler wäre Griechenland überhaupt nicht in die Eurozone aufgenommen worden, meint Kohl. „Macht mir mein Europa nicht kaputt“, soll er gesagt haben. Westerwelle wäre nicht Westerwelle, wenn er dazu nichts anzumerken hätte. „Scharfkantige Kritik“ soll dem Außenminister entfahren sein. Scharfkantig oder scharfzüngig, das ist hier die Frage. Auf jeden Fall nachvollziehbar. Nachvollziehbar auch, was Kohl zur deutschen Außenpolitik hinzugefügt hat. Ihr fehle der Kompass, hat Kohl festgestellt. Diese Kritik war Westerwelle keine Silbe wert… Und Wulff? Er kritisierte heute ungewöhnlich deutlich den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Dies sei rechtlich bedenklich, erklärte er vor einer Gruppe von Wirtschaftsnobelpreisträgern. Selten haben wir den Bundespräsidenten derart Klartext sprechen hören. Und in Berlin traf sich die CDU/CSU Fraktion zu einer Sondersitzung. Es rumort dort gewaltig in Sachen Eurorettung! Ich gestehe: Ursula von der Leyens Vorschlag, Notkredite für Euroländer nur noch gegen Sicherheiten wie Goldreserven oder Industriebeteiligungen herzugeben, finde ich goldrichtig! Aber im Ernst: Warum können öffentliche Hände in Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich oder auch hier in Deutschland mal nicht wie private Hände sparen und das Geld zusammenhalten, anstatt Geld ihrer Steuerzahler mit öffentlichen Händen ohne Verluste auszugeben? Geld gegen Sicherheiten – klar! Eisernes Sparen – was sonst? Nur so ist Kohl’s Europa – auch unser Europa (Sorry Herr K.) zu retten.
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Der größte, deutsche Humorist steht vor der Himmelstür – er würde sagen ante portas. Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, genannt Vicco von Bülow, bekannt und beliebt als Loriot ist tot. Der Großmeister des Humors starb gestern Abend in Ammerland am Starnberger See. Die Nachricht erreichte uns heute Mittag in der Themenkonferenz der Aktuellen Stunde. Traurig, schade, war die Reaktion, denn Loriot war nicht nur beliebt, er wurde geradezu geliebt, verehrt für seine legendären Sketche und kultigen Texte. Und sofort ging es los, das Best of Loriot. Wir erinnerten uns an die grandiosen Loriot Figuren – Herr Müller-Lüdenscheidt, Dr. Klöbner, Opa Hoppenstedt, Lothar Frohwein, Herrn Lohse, die Knollennasenfilchem „Das Frühstücksei“ und „Herren im Bad“. Und dann Loriot’s Weisheiten: „ Ein leben ohne Mops ist möglich , aber sinnlos!“ Oder: „Eine Torte im menschlichen Antlitz ist einer der bedeutendsten Einfälle des internationalen Humors.“ Sprüche wie - "Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!" – sind lange schon deutsches Humorgut. Und wer schmeißt sich nicht auch heute noch weg in der Erinnerung an das Finale von Herrn Lindemann: "Ich heiße Erwin Lindemann, ich bin 500.000 Jahre alt...In 66 Jahren fahre ich nach Island...und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal." Als er selbst schon über 80 war und immer noch produktiv, hat er einmal gewitzelt: „Mit 70 muss man damit rechnen, aus biologischen Gründen vertragsbrüchig zu werden.“ Dieser freundliche schwarze Humor war ein typischer Loriot. Von ihm wissen wir, dass Lachen ohne Anlass pure Dämlichkeit ist. Zum Trauern haben wir jetzt allen Anlass – und das ist nichts anderes als pure Verehrung!
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Wir haben uns riesig gefreut, aber auch insgeheim damit gerechnet. Es gibt sie, die Hilfe für Nils. Der Junge im Rollstuhl aus Hilden braucht einen Helfer, um weiterhin gemeinsam mit seinen Freunden zur Schule gehen zu können. Da es aber keine Zivis mehr gibt – dank der Guttenberg-Reform – sah es lange Zeit so aus, als müsste Familie Biletzki ihren Sohn auf eine Schule für Körperbehinderte schicken. Das wollte Nils nicht, vor allem, weil er sich so von seinen Kumpels hätte trennen müssen. Er möchte weiterhin mit ihnen gemeinsam auf eine Gesamtschule gehen. Das können wir gut verstehen. Nach zwei Berichten in der Aktuellen Stunde gibt es jetzt einen Silberstreif am Horizont für Familie Biletzki, gleich mehrere Streifen… Der bisherige Schulträger hat - möglicherweise durch den Druck der Berichterstattung - eine Lösung in Aussicht gestellt. Aber auch wir, die Aktuelle Stunde, haben eine Lösung parat. Pia Borkenhagen aus Bad Honnef hat ihre Hilfe im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres angeboten. Großartig!
Der Fall von Nils hat uns gezeigt, wie gewaltig der Zivi-Notstand mittlerweile ist. Bei der Reform der Wehrpflicht hat darüber keiner so richtig nachgedacht. Nach den Sommerferien wird der Engpass in den Kliniken und Pflegeheimen vermutlich noch ein großes Thema werden. Nils konnten wir helfen, aber was ist mit den vielen anderen, die Hilfe beim Anziehen, Essen, Toilettengang brauchen? Die Wohlfahrtsverbände stehen mit den Rücken an der Wand. Also: Freiwillige vor! Pia Borkenhagen, die einen unserer Beiträge gesehen hat, eine Entscheidung traf, einmal drüber schlief und uns dann anrief, ist ein echtes Vorbild!
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Manchmal bin ich richtig froh, in dieser Redaktion zu arbeiten. Als wir in diesen Tagen von Nils aus Hilden erfahren haben, war uns sofort klar – hier müssen wir berichten. Er braucht einen Zivi, aber Zivis gibt es ja nicht mehr! Nils ist 11 Jahre alt, leidet an Muskeldystrophie und sitzt mittlerweile im Rollstuhl. Nur mit einem Helfer ist es ihm nach den Sommerferien möglich, wieder in seine Klasse an einer Gesamtschule in Düsseldorf zu gehen – gemeinsam mit seinen Freunden. Das müssen wir möglich machen, da waren wir uns alle einig. Und manchmal gelingt es uns zu helfen. Ein gutes Gefühl und deshalb fröhliche Gesichter heute um 12.00 Uhr in der Konferenz, als unsere Redakteurin Sabine von einer überwältigenden Reaktion auf unseren Beitrag berichtete. Dutzende Zuschauer haben sich gemeldet und einige haben sogar persönliche Hilfe angeboten. Es gab konkrete Tipps für Familie Biletzki, Tipps für finanzielle Unterstützung und auch jede Menge Solidarität von Familien, die vor ähnlichen Problemen stehen, jetzt nachdem es keine Zivis mehr gibt und die Helfer vom Bundesfreiwilligendienst offensichtlich noch Seltenheitswert haben. Einen Helfer für Nils scheinen wir gefunden zu haben. Eben habe ich die Kollegin im Schnitt besucht. Unsere Reporterin Doro war bei den Biletzkis und hat einen überglücklichen Nils erlebt. Nils lacht und da lachen wir alle mit…
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Spekulationen, Falschmeldungen, Halbwahrheiten, Gerüchte – sie zählen zu den wichtigsten Motoren an den Börsen, sind Kurstreiber bei den Aktien. Gestern erst hatten wir wieder so einen Fall. Sarkozy bricht den Urlaub ab – mon dieu! Also muss es schlimm um die französische Wirtschaft stehen, wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit und auch Frankreich wird in seiner Kreditwürdigkeit abgewertet. Ist das Land vielleicht schon so schlimm dran wie Italien? Pas possible! Und dann soll auch noch die große französische Bank Société Générale erhebliche Geldsorgen haben. Der Kurs der Bank rauscht daraufhin in den Keller und die Bank ruft die Börsenaufsicht zur Hilfe. An den Spekulationen sei nichts dran, sagt sie – jaaa, – sagt sie! Wir erleben gerade, was Gerüchte – diese nicht kontrollierbaren Informationen über angebliche Tatsachen – bewirken können. Da lese ich in einer Bildunterschrift, wie schlecht EZB Chef Trichet zuletzt ausgesehen hat – übermüdet, abgearbeitet, sorgenvoll… Also müssen wir uns doch fragen, ob die Eurozone überhaupt noch zu retten ist. Ein Wahnsinn, wie uns Tuscheleien umtreiben und urplötzlich unser Bewusstsein bestimmen. So ist das in der Wirtschaft zur Zeit ganz akut, aber so ist es doch ständig im Alltag - in Nachbarschaften, im Betrieb, manchmal sogar in Freundschaften. Habe gehört, dass… Haben wir da nicht gehört, dass der Kollege xy mit der Kollegin aus der Abteilung nasiewissenschon… Hat der Nachbar nicht seinen Wagenpark deutlich verkleinern müssen - ja müssen, weil er wohl pleite ist… Ich persönlich hasse Gerüchte, stelle aber immer wieder fest, dass ich wie vermutlich viele Leidensgenossen/-innen anfällig für sie bin. Ich gelobe Besserung! Vorsicht, es brodelt wieder in der Gerüchteküche und die Dämpfe, die daraus aufsteigen, stinken ganz gewaltig.
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Justin wollte seiner Mutter ins Kino - in Remscheid. Cars two wollten die beiden sehen - ein Trickfilm in dem Autos ein besonderes Eigenleben entwickeln. Zu dem Kinobesuch in der Nachmittagsvorstellung aber kam es nicht, denn besondere Eigenheiten entwickelte der Kinobetreiber. Er soll Justin nicht ins Metropol gelassen haben, der Junge hat ein Down Syndrom. Er könnte laut werden und stören - so das behindertenfeindliche Argument. Dazu fällt mir persönlich nichts mehr ein. Wochen zuvor soll derselbe Kinochef Rollstuhlfahrer nicht in sein Kino gelassen haben. Noch Fragen? Man könnte auf die Idee kommen, dass da System hinter steckt. Heute berichten wir auch über Nils – ein Klasse-Typ. Nils sitzt im Rollstuhl, er leidet an Muskel-Dystrophie, seine Muskeln bilden sich langsam zurück. Der Junge aus Hilden braucht Hilfe – vor allem, wenn er weiter gemeinsam mit seinen Freunden auf die Grundschule einer Gesamtschule in Düsseldorf gehen will. Nur – er hat keinen Zivi mehr und keinen Helfer vom Bundesfreiwilligendienst. Wir wollen Nils helfen und ich will, dass er in jedes Kino seiner Wahl gehen oder rollen kann. Dann darf er - und zwei Reihen davor vielleicht auch Justin – so laut lachen wie er will.
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Was hat den EU Kommissionspräsidenten da nur geritten? Da schreibt der Mann einen Brief und macht klar, dass der Rettungsschirm, den die EU Staaten auf ihrem Gipfel im Juli beschlossen haben, deutlich aufgestockt werden muss – seiner Meinung nach! Wer vorher schon nicht an die Wirkung dieses Beschlusses - der eine vertrauensbildende Maßnahme sein sollte - glaubte, der tut es jetzt erst Recht nicht. Weltweit sinken die Börsenwerte, heute brach der DAX um zeitweise 4 % ein und - ja, langsam dürfen wir an den großen Crash aus dem Jahr 2008 denken. Damals war die Lehman-Pleite ein Schock. Schnell reagierte die Politik und legte gewaltige Konjunkturprogramme auf, musste sich dafür aber auch gewaltig verschulden. Jetzt sind wir halt mitten in der Schuldenkrise. Weitere neue Schulden sind aber zur Zeit nicht mehr so ohne weiteres möglich – davon gibt es ja bereits genug, z.B. in den USA, in Griechenland, in Italien, in Portugal, aber auch bei uns in Deutschland. Langsam wird es mulmig. Ist das, was da gerade abgeht, ein Crash auf Raten? Die Politik – allen voran die der EU – scheint gewaltig zu irrlichtern. Was sonst soll diese Verschärfung der Situation durch den Barroso-Brief? Hat er vielleicht mal mit Frau Merkel telefoniert? Sicher zur Zeit schwierig, denn die Kanzlerin wandert ja durch die Berge Südtirols. Vielleicht hat der EU Präsident in der Sache ja sogar Recht, doch seine Rettungsschirm-Klein-Red-Aktion war purer Aktionismus.
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"Wollt ihr den totalen Krieg?" Bekannt geworden ist diese unsägliche Frage als Zitat von Propagandaminister Goebbels. Jetzt hat mit dieser Frage Heiner Geißler für Irritationen gesorgt. Der Senior-Star der CDU ist zuletzt als Schlichter im Stuttgart 21-Verfahren in den Schlagzeilen gewesen. Selbstbewusst hat er am vergangenen Freitag Befürworter und Gegner des Bahnprojekts gefragt: "Wollt ihr den totalen Krieg?" Wollte Geißler total wachrütteln? Wusste der 81-Jährige, was er gesagt hat? Als Generalsekretär der CDU war Geißler ein Meister im Zündeln. Die Friedensbewegung in den 80ern verunglimpfte er gerne in Regelmäßigkeit, verglich die Demonstranten gegen die Nato-Nachrüstungen mit den Friedensbewegten der 30er Jahre, die mitverantwortlich gewesen seien für das Grauen der Nazis. Die softe Appeasement-Politik der Alliierten hätte Hitler erst groß werden lassen. Willy Brandt nannte Geißler daraufhin "den größten Hetzer seit Goebbels." Ein Vergleich, der Geißler heute noch schmerzen dürfte. Heiner Geißler, der zuletzt durch seine Bemühungen um eine Schlichtung in Sachen Stuttgart 21 eine Art Heiligenschein verpasst bekommen hat, weiss zu jeder Zeit was seinem Mund entfährt. Und er weiss, wie man Druck aus dem Kessel nimmt. Heute hat er noch einen Satz rausgelassen: "Wenn ich in der Nähe von Goebbels bin, ist der Playboy das Mitteilungsblatt des Vatikans."
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Urlaub mitten auf der Insel - mitten in der Krise - gar nicht so einfach... Jetzt erreicht die Staatspleite der Griechen auch die Touristen. Strassenschlachten in Städten und Streiks im Fährverkehr gab es schon, jetzt protestieren aktuell die Taxifahrer gegen die Sparpläne der griechischen Regierung. Sie blockierten auf Kreta die Hauptverkehrs-straßen und besetzten eine Brücke, die längste Hängebrücke des Landes in West-Griechenland - das alles mitten in der wirtschaftlichen Hängepartie. Urlauber - auch aus NRW - scheint das nicht abzuschrecken. Der Tourismus boomt in Griechenland - auch, wenn man im Krisensommer seine Koffer selbst zum Hotel schleppen muss. Schöner Urlaub ist natürlich anders. Und mal ehrlich: Wann haben die Griechen eigentlich kapiert, wo der Hammer hängt? es geht ihnen offenbar nur um die Sicherung der eigenen Pfründe. Die Beamten - die ihren Job vererben können (!!!), die Taxifahrer - die sich dagegen wehren, dass die Erteilung von Taxilizenzen erleichtert werden soll. Ausgerechnet die Taxifahrer, von denen es ja heißt sie seien die heimlichen Herrscher im Land. (Phantasiepreise; Touristenabzock) Taxifahrer protestieren, ok. . Aber wann demonstrieren Urlauber gegen die griechischen Taxifahrer? Kann nicht mehr lange dauern, oder?
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Obama dürfte es eigentlich freuen... Gerade nochmal gutgegangen - kurz vor der Staatspleite haben die USA die Kurve bekommen. Die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Wirtschaftsmacht scheint abgewendet. Wochenlang haben wir dieses Schauspiel sprachlos erleben müssen. Republikaner konnten sich nicht mit dem Präsidenten auf einen Kompromiss zur Anhebung der Schuldengrenze einigen, oder - wollten sich einigen. Ein ums andere Mal wurde der US Präsident öffentich vorgeführt und zeitgleich stand der internationale Finanzmarkt mit dem Rücken an der Wand. Was passiert da, was macht das mit uns - das waren die Fragen. Die US Wirtschaft taumelt in die Pleite und bald auch die Weltwirtschaft? Flächenbrandgefahr? Heute Mittag haben wir in der Redaktion überlegt mal in einem Kindergarten nachzufragen und uns, bzw. den Amerikanern mal erklären zu lassen wie Kinder einen Streit schlichten. Denn wie Kinderkram konnte einem bisweilen dieses absurde Spiel vorkommen. Immerhin haben die amerikanischen Politiker noch in letzter Minute gemerkt, dass es nicht um Bauklötzchen oder Schäufelchen ging, sondern wirklich um eine große Angelegenheit mit gewaltigen Folgen. Wir wissen jetzt nach dem wochenlangen Bankrottpoker eins definitiv: Aus der Supermacht USA ist ein Schrumpfstaat geworden!
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Das kann nicht lange gut gehen - die oft zitierten politischen Beobachter waren sich einig: Die rot-grüne Regierung in NRW wird ein echter Drahtseilakt mit hoher Absturzgefahr, Hannelore Kraft, die vor einem Jahr Ministerpräsidentin im bevölkerungsreichsten Bundesland wurde, hat kaum eine Chance, die ersten 12 Monate im Amt zu überstehen. Das ist Geschichte. Nun regiert die Koalition des erklärten harmonischen Miteinanders schon seit einem Jahr. Das kann sie, weil die NRW Opposition Neuwahlen meidet wie der Teufel das Weihwasser. Prognosen zufolge würde die CDU deutlich verlieren und die FDP befände sich womöglich gar nicht mehr im Landtag. So darf vermutet werden, dass Hannelore Kraft und Silvia Löhrmann noch die kommenden Jahre gemeinsam regieren dürfen - zwei Freundinnen, die gerne auch mal als Hanni und Nanni bezeichnet werden. Hanni und Nanni müssen allerdings entscheiden, denn Politik ist kein Mädcheninternat. Also endlich ran an die Themen: Haushalt, Schulden, Schule und Sanierung der Kommunen. In manchen Städten im Ruhrgebiet hat man den Eindruck, dass die NRW Regierung dringend einen Aufbau West anschieben müsste. Es gibt genug anzupacken. Für die großen Herausforderungen in NRW reicht es nicht, laut Luftballons steigen zu lassen, um sie danach wieder leise zu versenken!
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Die NRW Landesregierung traut sich was - sie blockiert den Ausbau einer Autobahn, der A1 vom Ruhrgebiet in die Feriengebiete an der Nordsee. Wir denken: Gibt's doch gar nicht, das kostet Wählerstimmen! Der Plan, die Autobahn auf 6 Spuren zu erweitern soll nicht weiterverfolgt werden, heißt es. Wir denken: Rad ab, oder wie... in Zeiten der Dauerstaus auf deutschen Autobahnen nicht nachvollziehbar. Kein Ausbau auf 6 Spuren ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit! Im Prinzip zweifelt die NRW Regierung nicht an der Erweiterung der Strecke, sie meldet Zweifel an der geplanten Finanzierung an. Drei Buchstaben sollten es richten - PPP, public private partnership. Wenn die öffentliche Hand es nicht mehr schafft, dann dürfen Privatinvestoren die Portemonaies öffnen und dafür später die LKW Maut kassieren. Eigentlich kein schlechter Gedanke, ABER...
In Baden-Würtenberg wird seit Monaten die A5 zwischen Karlsruhe und Basel ausgebaut. Die Strecke ist eine unendlich lange Baustelle, die Fahrspuren sind schmal, zu schmal, die Zahl der Unfälle hat sich deutlich erhöht, manche Brücken sind gesperrt, so dass man das Gefühl hat, einige Orte müssten Umwege über das Elsaß in Kauf nehmen, um die Autobahn Richtung Freiburg oder Baden-Baden zu erreichen. Diese Erfahrung genügt der NRW Regierung und deshalb ist der Plan, die A1 zwischen Münster und Lotte/Osnabrück zu erweitern, erstmal auf Eis gelegt.
Und was hört man zum Thema vom Bund - immerhin handelt es sich ja um eine Bundesautobahn? Bislang herrscht lautes Schweigen. Das Milliardenvorhaben gilt als eine Art Geheimsache, alle Unterlagen sind unter Verschluss - angeblich sollen die beteiligten Firmen vor der Neugier der Konkurrenz geschützt werden. Klingt alles extrem mauschelig. Jetzt hat der Vorsitzende des Verkehrsaussschusses Anton Hofreiter - ein Grüner - vor dem Verwaltungsgericht auf Herausgabe der Akten geklagt. Hofreiter empört die verordnete Sprachlosigkeit. Und wir sollten uns über den verordneten Stopp der Ausbaupläne der A1 erstmal nicht empören. In dem Thema steckt noch jede Menge Dampf!
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Sie ist 85! Gestern hat sie sich in Duisburg vor ein Mädchen geschmissen, hat es geschützt. Ein Mann wollte die Kleine an einem Spielplatz in ein Gebüsch ziehen. Was er dem Kind dort antun wollte, wollen wir nicht wissen. Beobachtet und gehört hat diesen Vorfall unsere Heldin des Tages. Die alte Dame gilt als resolut und daher zögerte sie auch keinen Moment. Sie griff ein und kämpfte mit dem Mann um das Mädchen, wurde dabei verletzt, ein Arm wurde gebrochen, muss operiert werden. Auf das Handgemenge - alte Frau kämpft gegen jungen Mann um ein Kind - wurden anderen Passanten aufmerksam. Der Täter konnte gestellt werden. Er ist der Polizei nicht unbekannt.
Für die Redaktion war sofort klar: Dieser besonderen Frau wollen wir für ihren besonderen Einsatz danken. Am frühen Nachmittag habe ich versucht, ihr persönlich einen Blumenstrauss vorbeizubringen. Doch ich habe die Rechnung ohne die couragierte Miss Marple von Duisburg gemacht. Der behandelne Arzt - auch er voller Bewunderung - erklärte mir, dass die Heldin unbedingt anonym bleiben möchte. Ihr Einsatz sei pure Selbstverständlichkeit gewesen, nichts heldenhaftes sei daran. Bitte keine Öffentlichkeit!
Akzeptiert... Wir sagen Danke - in aller Öffentlichkeit! Haben tiefe Hochachtung vor dieser Zivilcourage und dem Hinweis, dass sie selbstverständlich sein sollte.
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Ja, es war falscher Alarm, gestern am Aachener Klinikum. Was haben wir uns da auf facebook anhören müssen. @norbert schreibt: "... was sollen solche Infos wenn man noch von nix weiß ?? Spekulieren bringt hier auch nix ." In der Tat, spekulieren bringt nix, aber hier gab es Spekulationen am Nachmittag bevor die Eilmeldung um kurz nach 17.00 uhr über die Nachrichtenagenturen liefen. Dann entschlossen wir uns, unseren Reporter Henry Bischoff rauszuschicken - erst dann! Die Polizei nahm die Sache ernst und wir mussten sie deshalb auch ernstnehmen. So ist das bei derartigen Extra-Lagen. Marc Kaumanns schreibt, dass die Privaten schneller waren. Stimmt, hier wurden Meldungen "rausgehauen" als wir uns noch überlegten, ob wir überhaupt berichten sollten. Produzieren wir einen Auflauf, was hilft der Polizei und dem SEK, ist unsere Berichterstattung möglicherweise kontraproduktiv - diese und andere Fragen haben wir uns gestellt, bevor wir uns auf eine Berichterstattung eingestellt haben. Und lieber Wolfgang Hansen: Wenn wir nicht berichtet hätten und es wäre kein falscher Alarm gewesen, dann hätte ich ihre hämischen Kommentare auf facebook oder sonstwo nicht lesen wollen. Unser Reporter hat in der Sendung gestern Abend das machen müssen, was in solchen heiklen, unübersichtlichen Situationen nunmal nötig ist. Er musste eben sagen, das man nichts genaues weiß. Und wie sagte der Kabarettist Dieter Nuhr mal so treffend: "Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Schnauze halten!" Und damit meine ich ausdrücklich nicht Henry Bischoff!
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Stell dir vor es ist Frauenfußball-WM und keinen interessiert's! So dachten wir noch vor Tagen. Da gab es noch rund 100.000 Tickets für die Spiele, die am Sonntag angepfiffen werden, mittlerweile sind rund 80% der Eintrittskarten an den Mann oder die Frau gebracht. Gerade nochmal gutgegangen... Aber machen wir uns nichts vor - Frauenfußball - egal ob Weltmeister oder Weltmeisterschaft im eigenen Land - ist nach wie vor eine Randerscheinung in der Sportberichterstattung und damit in der öffentlichen Wahrnehmung. Sind in den 60er und 70er Jahren noch Männer zu den Frauenfußballspielen gegangen, um sich wegzuschmeißen vor Lachen, spielen Frauen schon längst begeistert Fußball und können damit begeistern. Doch um mehrheitsfähig zu werden fehlt noch was. Nicht die Blutgrätsche à la Schwarzenbeck, sondern der sogenannte erotische Mehrwert! Kein Chauvi-Witz: Frauen wie Shary Reeves - sie kann Fußball spielen - fordern mehr Sex im Frauenfußball. Ähnlich wie die Beach-Volleyballerinnen sollten auch die Sommermädchen mehr Haut zeigen! Ich finde es gut, dass die Zeiten vorbei sind in denen Frauenfußball verboten war - mit dem Argument, dass die weiblichen Sexualorgane durch den harten Sport von ihrem angestammten Körperplatz verrückt würden und so die "Gebärfreudigkeit" leide. Aber - Frauen, die den "Blick unters Röckchen" (Schlagzeile der taz) gestatten, brauche ich nicht. Frauen müssen nicht "sexy" spielen, sondern einfach nur guten Fußball - schnell, athletisch, kämpferisch! Wie sagte der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau auf die Frage, ob Fußballstadien nicht auch einmal nach Frauen benannt werden sollten: "Und wie soll dann bitteschön das Stadion heißen? Vielleicht Ernst-Kuzzorra-seine- Frau-ihr-Stadion?"
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Weniger Steuern - dagegen wollen und können wir doch eigentlich nichts haben, oder? Doch über diesen aktuellen Steuersenkungsplänen steht groß das Jahr 2013! Dann darf wieder ein neuer Bundestag gewählt werden. Da CDU/CSU und FDP zur Zeit eher in Oppositionsbereichen rumdümpeln, muss offenbar der Plan der Steuersenkungspartei (Anm.d.V.: FDP) aus der Schublade. Die Mittelschicht, so heißt es, solle entlastet werden. Ab 2013 sei eine Entlastung von rund 10 Milliarden Euro angestrebt. Ein echtes Steuergeschenk! Herzlichen Dank! Angeblich soll es noch keinen Fahrplan für die Steuererleicherungen geben, doch für Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Rösler ist klar, dass der "Spielraum in den öffentlichen Kassen" auch weitergegeben werden soll, eben bei den "Menschen ankommen" müsse. Welcher Spielraum? Kritiker sehen in den Steuerplänen der Bundesregierung den Versuch, insbesondere der FDP neue Luft einzuhauchen. Von Doping für die Regierung ist die Rede. Etliche CDU-Ministerpräsidenten halten von den Ideen der eigenen Regierung nicht allzuviel. Bund, Länder und Kommunen sind hochverschuldet. Daran hat heute nochmal der CDU Ministerpräsident von Sachsen Anhalt erinnert. Für Peter Müller im Saarland steht fest: Wer es ernst meint mit der Haushaltskonsolidierung, darf nicht über Steuersenkungen in Milliardenhöhe reden. Müller hat die Kollegen und -innen in Berlin auch daran erinnert, dass Steuerreformen die Zustimmung der Länderkammern brauchen. Cem Özdemir - weder Minister noch Ministerpräsident - spricht von einem Wiederbelebungsversuch der Bundesregierung. Hohn und Spott für die Regierungspläne! Der aktuelle grüne Höhenflug macht es möglich...
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Jetzt aber mal los! Die Sportschau wird 50! So wie unsere Tage nach dem Beginn der Tagesschau eingeteilt werden - 20.00 UHR - so ist der Samstag der Tag der Sportschau. Gut, vorher gibt es vielleicht noch die Konferenzschaltung der Bundesligareporter im Radio, aber dann wollten und wollen wir wissen, wie sich das abgespielt hat, was da gespielt wurde. Also: Gratulation von einem Fan! Und jetzt sind die anderen vielen Fans dran und erzählen vielleicht ihre ganz persönlichen Sportschaugeschichten. Der Lieblingsmoderator (...natürlich der legendäre Huberty), die Lieblingsmoderatorin (Monika Lierhaus - wer sonst...), das Lieblingstor des Monats (...es war ein Senior, über 80 bei einem Spiel in Westfalen...), die Lieblingspanne (???), der Lieblingsreporter (...immer wieder Werner Hantsch). Bin gespannt...
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Das war Gänsehaut pur heute in der historischen Stadthalle in Wuppertal. Musik aus der neuen Welt von Dvorak. Ich war 14 Jahre als ich sie zum ersten Mal im Schulunterricht bei Musiklehrer Daschner hörte. Dvorak - mein ganz persönlicher Klassikfavorit seitdem.
WDR 3 hatte zum großen Finale seiner Lieblingsstücke-Aktion geladen - eine Aktion, die bundesweit nicht nur bei den Kultursendern Beachtung fand. Pate der Klassiklieblinge war "Dirty Harry" Schmidt. Er moderierte heute die Schlußveranstaltung vor hunderten von Klassikfans - etliche auch Fans der Aktuellen Stunde - wie ich feststellen durfte.
Schmidt moderierte locker, enstpannt, unterhaltsam, erzählte Geschichten von Brahms und Dvorak, machte sich - bissig wie immer - auch über Kollegen lustig, die 'Suite' etwas anders buchstabieren: 'Sweet'... Das Publikum bekam eine Ahnung davon wie man klassische Musik "verkaufen" kann. Schmidt erzählte von seinen musikalischen Erweckungserlebnissen, erinnerte an "seinen" Bach. Und die Zuschauer und Zuhörer erinnerten sich an ihre Lieblinge in der Klassik, an das "erste Mal" - als sie die Mozarts Zauberflöte hörten oder die Carmina Burana von Orff.
Kulturvermittlung ist eben die Vermittlung von Kultur, also kulturelle Erziehung, die Förderung und Verbreitung von Kulturgut, guter Kultur. Wenn sie so spannend daherkommt wie heute bei den WDR 3 Kollegen in Wuppertal, dann funktioniert's bestens!
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Natürlich haben die Handyhersteller und Mobilfunkanbieter heute aufgejault, natürlich kritisieren sie das Vorgehen der WHO. Die Organisation, die sich um die Gesundheit auf dieser Welt kümmert, warnt davor, dass die Handystrahlung "möglicherweise krebserregend" sein kann. Zur Zeit kann man diesen Verdacht noch nicht eindeutig belegen, aber der Verdacht ist nunmal in der Welt - nicht zum ersten Mal. Im vergangenen Jahr lautete das Ergebnis einer Studie noch: "Kein Zusammenhang zwischen Handys und Krebs". In der Unterzeile las man dann: "Dennoch kein Grund zur Entwarnung!" Die WHO hatte 10 Jahre lang prüfen lassen, ob es einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Hirntumoren gibt. Dazu wurden 13.000 Handynutzer aus 13 Ländern untersucht. Ergebnis damals - kein eindeutiges Ergebnis, Ergebnis heute: Ein hieb- und stichfestes Ergebnis kann es erst nach weiteren 10 Jahren Untersuchung geben. Also deshalb der Konjunktiv "könnten" ...und das vorsichtige "möglicherweise"...
Ich frage mich, wie lange es eigentlich gedauert hat, bis man einen Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Nikotin festgestellt hat, bzw. bis die Zigarettenindustrie nicht mehr anders konnte und einen Zusamemnhang zugeben musste? Bis schließlich "Rauchen schadet ihrer Gesundheit" auf den Packlungen zu lesen war? Bis Rauchen in öffentlichen Räumen verboten war? Bis Raucher sich für Ihre Gesundheitsgefährdung bei Passivrauchern entschuldigen mussten? Noch mosert die Mobilfunkindustrie, noch gehen wir eher sorglos mit dem Handy um - so lange bis das Wort "möglicherweise" in der Formulierung "möglicherweise krebserregend" gestrichen wird.
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"Wir sind nicht am Boden. Wir sind nur in ein paar Schwierigkeiten. Wir werden die Probleme innerhalb der FIFA Familie lösen", so gestern FIFA Boss Blatter auf einer Pressekonferenz, die leicht aus dem Ruder lief. Blatter, der Pate dieser ehrenwerten Familie, sollte später die Konferenz verlassen als er den Respekt vor den Fragen der Journalisten verloren hatte. Was ist da los im weltgrößten Sportverband? Das was immer los war, könnte man sagen: Spitzenfunktionäre unter Korruptionsverdacht, Präsidentschaftswahlen ohne Gegenkandidaten und - mittlerweile wieder aktuell - massive Zweifel an der rechtmäßigen Vergabe der Weltrmeisterschaft 2022. Zur Erinnerung: Das Fußball-Mekka Katar wurde im vergangenen Jahr aus dem Hut gezaubert. Wer dachte nicht an Petrodollars und geschobene Abstimmungen?!? Heute nun sollte es in einem Hotel in Zürich eine Pressekonferenz der besonderen Art geben. Ein Enthüllungs-Tsunami wurde angekündigt. FIFA Funktionäre oder ein FIFA-Funktionär wollten/wollte angeblich auspacken und Internas über die "Familie" veröffentlichen. Um 14.31 uhr hieß es in einer ersten Mitteilung schließlich: Pressekonferenz abgesagt - zunächst. Die Enthüllungen über Bestechungen und damit auch Enthüllungen über Joseph Blatter lassen auf sich warten. Feststeht: Die morgige Wahl des alten/neuen FIFIA Präsidenten ist vollkommen zur Farce geworden! Die FIFA ist der weltgrößte Verbandssumpf!
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Herute Mittag fuhr ich über die A 57 Richtung Düsseldorf. Plötzlich peitschte mich ein getunter, weißer BMW von der linken Spur. Der Wagen hatte locker mal eben 250 km/h drauf! Geschätzt, klar...In der AKS heute am Sonntag sehen wir gleich echt harte Bilder, Bilder von jungen Männern, die offenbar nicht wissen was sie da tun. Raserexhibitionisten! Zuletzt heizte ein 25 jähriger Mann durch die Innenstadt von Gelsenkirchen und filmte sich dabei. Mit Tempo 180! Gefasst wurde er diese Woche, weil die Polizei bei ihm 20 Videos von seinen Touren gefunden hat. Jetzt ist er erstmal den Führerschein für längere Zeit los. Es gibt aber offenbar immer häufiger Typen, die ihre unverantwortlichen Aktionen filmem und sie dann auch noch ins Internet stellen.
Ich sag nur: Rad ab!
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Rente mit 69 oder noch älter? Gerade wird unser Beitrag von gestern in dahein&unterwegs wiederholt. Das Thema ist ein echter Aufreger. Aber ist das eigentliche Aufregerthema nicht unser deutsches Rentensystem? "Es stimmt hinten und vorne nicht mehr", sagt der Wirtschaftsexperte Meinhard Miegel. Gestern war das richtig, heute auch noch und vermutlich wird sich daran auch morgen und übermorgen nichts geändert haben. Die Politik scheut sich das heiße Eisen anzupacken. Im Blog wurde und wird heftig diskutiert.
@ blogger 55 schreibt:
"Die fünf Wirtschaftsweisen hatten am Mittwoch eine Expertise vorgelegt, in dem ein Renteneintrittsalter von 68 im Jahr 2045 und von 69 im Jahr 2060 vorgeschlagen wird."
was bedeutet das?
dies betrifft die geburtsjahrgänge 1977 bzw. 1991 !!!!
also die heute 34- bzw. 20-jährigen.
aber es ist ja schön, immer wieder panik unter den leuten zu verbreiten. damit sind vor allem diejenigen-auch hier im blog-gemeint,die das gar nicht betreffen würde.
außerdem gilt: die schulden von heute sind die lasten der kinder von morgen."
Bester blogger 55: Wir machen keine Panik! Wir diskutieren schlicht einen Vorschlag! Panikmache sieht wirklich anders aus! Die meisten Einträge beschäftigen sich mit der Frage - wie wollen wir morgen leben? Und das sollte und muss ja wohl erlaubt sein, oder?
Genau hingelesen habe ich eben auch bei @anonym:
"Hallo Redaktion der AKS,
als Arbeitsvermittlerin im Hartz IV stehen mir und uns Kollegen bei so einem Vorschlag die Haare zu Berge!!!! Wieder mal ein Zeichen wie weltfremd unsere Politiker sind und wie menschenverachtend!
Solche Politiker sollen sich die Statistik der Bundesagentur mal anschauen, wie viele Menschen ab 50 verzweifelt eine Arbeit suchen und sich anhören müssen sie seien zu alt!!! Außerdem gibt es Berufe, die körperlich dermaßen anstrengend sind, dass viele schon vor dem Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden müssen!
Es also nur darum, effektiv die Rente zu kürzen!"
Danke für diesen und alle anderen Beiträge, die meinungsfreudig, sachkundig und querdenkerisch das Thema "behandeln".
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Schon wieder wird eine Rentensau durch's Dorf getrieben. Wenn es nach den Wirtschaftsweisen ginge, würden wir hierzulande erst mit 69 Jahren in den Ruhestand gehen. Anders sei der demographische Wandel nicht zu bewältigen. Wir schrumpfen, werden immer älter und bleiben dabei auch immer gesünder. Bundeswirtschaftsminister Rösler hat sich denn auch prompt auf den Zug gesetzt und gefordert, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männeern weiter gesteigert werden müsse. Kryptischer geht's kaum. Typischer Fall von Politikerdeutsch!
Wie finden wir das: Rente mit 69? Super, sagt garantiert mein superfitter Freund Peter. Er wird in diesem jahr 70, wirkt wie 60 und ist Arzt. Doch was sagt der Industriearbeiter, der Handwerker, die Angestellten, diejenigen, die nicht selbständig sind? Natürlich muss der Dachdecker nicht mehr mit 69 Jahren Ziegel und Teerpappe legen, der Fliesenleger nicht mehr über Badezimmerböden kriechen. Für spezielle Berufe mit speziellen körperlichen Anforderungen sollen spezielle Lösungen denkbar sein. Hat der Präsident des Sozislverbands Deutschland Recht, wenn er den Vorschlag als "absurd" bezeichnet? Die Folge des "weisen" Vorschlags sei nämlich, dass die Bürger mehr und mehr das Vetrauen in die gesetzliche Rente verlören. Ich frage: Wer vertraut diesem Rentensystem denn überhaupt noch? So wissen wir, dass jüngere Arbeitnehmer immer seltener ihre vollen Rentenansprüche erreichen.rentenrefiormen und Arbeitslosigkeit verhindern das. Die ausgezahlte Rente von neurentnern leigt bereits deutlich unter der allgemeinen Durchschnittsrente der ruheständler, so ein ergebnis einer Studie, die heute veröffentlicht wurde. Fragen wir doch mal einen Azubi von heute was er von der Rente mit 69 und unserem aktuellen gesetzlichen Rentensystem hält. vermutlich nicht allzuviel!
Zum SeitenanfangIn diesem Blog stellen wir ein aktuelles Tagesthema zur Diskussion. Die Meinungen und Anregungen unserer Zuschauer geben uns wichtige Hinweise für unsere Arbeit, die wir auch in der Sendung gerne aufgreifen.
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