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Donnerstag, 17.05.2012

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Aktuelle Stunde - Alle Beiträge von Susanne Wieseler

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Samstag, 28.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Wohin mit den Kindern?

Es ist ganz spannend, sich mal anzugucken, was die Parteien jetzt im Wahlkampf so raus posaunen zum Thema Kita-Plätze. Ausnahmslos alle wollen neue Plätze schaffen. Die SPD will dafür 400 Millionen Euro bereit stellen. Die CDU sogar 481 Millionen. Auch Grüne und FDP machen sich natürlich stark für mehr Plätze, die Linke und die Piraten wollen sie sogar kostenlos für Eltern. Toll!

Leider sieht die Wirklichkeit ein bisschen anders aus. Wir haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz für Kinder unter 3. Aber bei weitem nicht genug Plätze. Offiziell fehlen noch 44.000 Plätze in NRW. Das ist schon viel Holz. Aber die Lücke ist in Wahrheit noch viel größer. Denn es sind nicht mehr nur 32 Prozent der Eltern, die einen Platz wollen für ihr Kind, wie bisher angenommen, sondern eher 37 Prozent, hat die Uni Dortmund in einer Studie herausgefunden.

Und statt da jetzt Gas zu geben, diskutieren wir weiter über das Betreuungsgeld. Mit den zwei Milliarden Euro, die dafür vorgesehen sind, könnte man - bundesweit - 166.000 Kita-Plätze schaffen, rechnet die SPD heute vor. Das wäre sicher sinnvoller. Denn wenn ich keinen Kita-Platz habe, keine Betreuung für mein Kind, dann habe ich schlicht keine Wahl. Dann MUSS ich zu Hause bleiben. Das ist schlecht für Eltern und für uns alle, in Zeiten des Fachkräftemangels. Warum das Betreuungsgeld - ein Taschengeld für Hausfrauen oder -männer - wichtiger sein soll, ist mir schleierhaft. Wer es echt nötig hätten, wer - zum Beispiel als Alleinerziehende - von Hartz IV leben muss, der wird das Betreuungsgeld ja wohl sowieso nicht bekommen.

Jetzt schlägt Familienministerin Schröder vor, die Bauvorschriften zu lockern, damit neue Kitas einfacher und schneller entstehen können. Das ist ja sicher gut gemeint, löst aber das Problem nicht. Wo kein Geld, da kein Neubau. Und dann ist da noch das Problem mit den Erziehern. Es gibt jetzt schon zu wenige. Da muss man also sicher ran. Und - übergangsweise - Tagesmütter qualifizieren und bezahlen. Denn das gut ausgebildete Frauen drei Jahre zu Hause hocken, obwohl sie lieber arbeiten würden, das kann es ja wohl wirklich nicht sein. Sagen ja auch alle Parteien, siehe oben.


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Dienstag, 24.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Unser täglich Brot

Ich weiß nicht, ob ich demnächst noch entspannt in ein Rosinenbrötchen beißen kann. Nach dieser Sonderprüfung, deren Ergebnisse heute der Verbraucherschutzminister vorgestellt hat. Hygienemängel in Großbäckereien. Ekel-Höhepunkt: Eine eingebackene Kakerlake. Dazu Mäusekot in der Backstube und verschimmelte Lebensmittel. Ba!

In zwei Jahren gab es 212 Fälle, in denen noch mal nachkontrolliert werden musste, neun Betriebe wurden ganz oder teilweise geschlossen. Zwei haben freiwillig dicht gemacht, um mal gründlich putzen zu können. Und wir reden nur von Großbäckereien, also solchen mit mehr als zehn Filialen. So weit so eklig. Und jetzt wird es auch noch ärgerlich. Denn: Die Kontrollen gab es 2010 und 2011 - wir haben aber nie davon gehört, bisher. Geschweige denn Namen erfahren.

Jetzt will der Verbraucherschutzminister eine Liste im Internet führen, auf der Hygienesünder auftauchen, die ein Bußgeld zahlen mussten. Ja, das wird aber auch Zeit! Warum gibt es das nicht längst? Sowas ist doch wirksamer als jede Kontrolle und jedes Bußgeld. Wenn es sich keiner leisten kann, Mäuse und Kakerlaken durch die Backstube laufen zu lassen, dann wird es auch nicht mehr passieren. Mir würde es beim nächsten Rosinenbrötchen jedenfalls sehr helfen.

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Montag, 23.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Mein Bagger - dein Bagger

Was für ein Gezerre. Der Streit um's Betreuungs-Geld funktioniert nach dem "mein Bagger - dein Bagger" - Prinzip. Es war das Goodie für die CSU bei den Koalitionsverhandlungen und jetzt verteidigt sie diese Herdprämie wie - ja, wie ein trotziges Kind. Eins, das zu Hause als Prinz verhätschelt wurde, immer seinen Willen bekommen und nicht gelernt hat, dass die Gemeinschaft - zum Beispiel in der Kita - auch zählt, und die anderen vielleicht sogar die besseren Argumente haben.

Jetzt geht es also hin und her. CSU-Chef Seehofer droht damit die Koalition platzen zu lassen, falls das Betreuungsgeld doch nicht kommt. Dann bietet Unionsfraktions-Chef Kauder an, dass Eltern, die bei der Rente bisher eher schlecht weg gekommen sind, jetzt ein bisschen mehr kriegen sollen. Quasi als Bonbon für die Betreuungsgeld-Gegner.

Mehr Rente für Eltern ist bestimmt sinnvoll - im Gegensatz zum Betreuungsgeld. Aber das ganze Gezerre und Geschacher finde ich wirklich albern. Außerhalb der CSU gibt es - so viel ich weiß - Niemanden, der dem Betreuungsgeld irgend etwas abgewinnen kann. Die FDP sagt: Wir machen das nur mit, weil es im Koalitionsvertrag steht. Die Familienministerin und weite Teile der CDU sehen das ähnlich. Da wackelt der Schwanz mit dem Hund.

Das Betreuungsgeld ist Unsinn. Es hält Frauen davon ab, arbeiten zu gehen und Kinder aus der Kita fern, denen es vermutlich eher gut täte hinzugehen. Wenn die CSU es tatsächlich schafft, diesen Quatsch durchzusetzen, dann fände ich das mega-ärgerlich.

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Mittwoch, 11.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Was kann man da machen...?

Sie stehen in der Fußgängerzone, haben einen Stand aufgebaut, obendrüber steht: "Lies!" und verteilen den Koran. Freundliche junge Männer, die perfekt deutsch sprechen und etwas verschenken wollen. Was soll man dagegen haben? Kann ja nicht schaden, mal reinzulesen in den Koran, auch wenn man Christ ist oder gar nicht religiös. In jedem Hotel liegt ja eine Bibel im Nachttisch.

Ein bisschen suspekt wird einem die Sache, wenn man weiß, wer und was dahinter steht. "Lies!" heißt die Aktion. 25 Millionen Koran-Exemplare sollen verteilt werden, möglichst an jeden Haushalt einen. Und es sind die Salafisten, die das Ganze veranstalten. Salafisten gelten als radikal-islamisch, sie werden vom Verfassungs-Schutz beobachtet, haben Hassprediger in ihren Reihen. Salafismus gilt als Sprungbrett in den Terrorismus. Salafisten lehnen die Demokratie als menschengemachtes Staatssystem ab.

Tatsächlich geht es also wohl eher nicht um Verständnis für eine andere Religion, sondern um eine Werbekampagne für den radikalen Islam, darum neue Fundamentalisten anzuwerben. Man kann nur hoffen, dass das nicht gelingt - und aufklären, darüber berichten, wer und was dahinter steht. Denn die Geschenke verbieten, das funktioniert nicht. Auch wenn der Koran in der Fußgängerzone wohl doch nicht so harmlos ist wie die Bibel im Hotel.

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Sonntag, 08.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Brüsseler Verhältnisse

Was für ein Wahnsinn. Der Angestellte des Nahverkehrs-Unternehmens kommt, um einen Unfall aufzunehmen. Ein Bus und ein Auto sind ineinander gekracht, in Brüssel. Und dann taucht jemand auf, ein Bekannter des Autofahrers offenbar und prügelt auf den Nahverkehrs-Mitarbeiter ein. Der ist so schwer verletzt, dass er stirbt.

Kaum zu glauben, nicht zu verstehen. Aber das Problem: Dass Bus- und Bahnfahrer angegriffen werden, das ist nicht neu. Und es ist auch der Grund dafür, dass die Mitarbeiter des Nahverkehrs-Unternehmens in Brüssel jetzt sagen: Bevor sich da nichts tut und wir besser geschützt werden, setzen wir uns nicht mehr ans Lenkrad. Bahnen und Busse fahren nicht mehr.

Einen ähnlichen - im Ergebnis nicht ganz so dramatischen - Angriff gab es in der Nacht zu Karfreitag in Düsseldorf. Ein Fahrer der Rheinbahn steht an der End-Haltstelle in der geöffneten Tür seiner Bahn. Und jemand schlägt ihm eine Flasche auf den Kopf. Der Fahrer landet im Krankenhaus. Der Täter - und zwei andere, die dabei waren - hauen ab und sind bis heute nicht gefunden, obwohl sogar eine Belohnung ausgesetzt ist. Ob der Fahrer noch mal entspannt nachts unterwegs sein kann, mit seiner Bahn?

Tatsächlich passiert so was in Düsseldorf eher selten, man geht von maximal zwölf Fällen im Jahr aus. In Brüssel waren es zuletzt 200 Angriffe auf Bus- und Straßenbahnfahrer in einem Jahr und mehr als 770 Mal sind Fahrgäste angegriffen worden. Da habe ich jedes Verständnis, wenn die Mitarbeiter sagen: So nicht, wir streiken.

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Freitag, 06.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Ein besonderer Tag

Das ist selten bei uns. Eine - fast - monothematische Aktuelle Stunde. Die meisten Themen haben irgendetwas zu tun mit dem Karfreitag - und jeder Aspekt ist aus einder anderen Welt.

Für die Einen ist heute der Tag, an dem man ins superlange Wochenende startet, draußen ist, nichts tut oder in den Zoo geht, weil der ja wenigstens auf hat. Da sind vermutlich die meisten an Bord. Dann gibt es die, die knatschig sind, weil sie heute nichts anderes machen können. Keine Parties, keine Kirmes, nichts los im Land. Und die ganz abgedrehte Variante: Die Tuning-Fans, die mit viel Spoiler und breiten Reifen den Car-Freitag begehen. Diesmal wenigstens ohne illegale Rennen - hoffentlich.

Und natürlich gibt es die Fraktion, die den Karfreitag im engen Sinne begeht. Nicht nur einfach mit einem Gottesdienst in der Kirche, sondern auf einer Prozession. Im Ruhrgebiet steigt der Bischof mit Gläubigen auf eine Halde, um dort zu beten. Und im Sauerland ist ein ganzer Ort im Ausnahmezustand. Bei der Kreuztracht in Menden nehmen die Menschen alles, was dazu gehört, sehr ernst. Von der Bewerbung um die Rolle des Jesus bis zu seiner Ausstattung am Morgen. Ein Friseur-Meister verkleidet den jungen Mann mit Perücke, Bart und Dornenkrone, bevor die Kreuztracht durch den Ort zieht. Und auch das ist Vielen sicher fremd.

Schön, auf alle Fälle, dass das alles nebeneinander passiert und möglich ist - ohne großen Ärger. Nicht nur in einer Magazinsendung, sondern auch im richtigen Leben. Wer unbedingt tanzen will, kann das ja privat machen. Getunte Autos spazieren fahren geht ja auch sozial verträglich. Und auf Ostern freuen wir uns ja vermutlich alle. Noch ein fauler Feiertag, an dem dann auch - fast - alles erlaubt ist.

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Dienstag, 03.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Was soll das?!

Das Betreuungsgeld. 150 Euro für Eltern, die ihr Kind nicht in die Kita geben. Was soll das? Es ist teuer, sehr teuer sogar. Weil das Geld auch die Eltern bekommen, die ihr Kind gerne in die Kita geben würden, aber keinen Platz bekommen. Aber das wichtigste Argument dagegen sind die Kinder selbst.

Warum soll man es belohnen, wenn Eltern ihr Kind NICHT in die Kita geben? Also dahin, wo sie gefördert werden, andere Kinder um sich haben und passendes Spielgerät, drinnen wie draußen. Wer kann das schon zu Hause leisten? Jeden Tag von 8 bis 8? Und welche Eltern werden es denn sein, die sagen: Ach, dann lasse ich das Kind doch lieber zu Hause und nehme das Geld? Natürlich Familien, in denen es finanziell eng ist. Und gerade da ist es eben oft sehr sinnvoll, wenn die Kinder in einer Kita gefördert wird. Natürlich gibt es auch Eltern mit wenig Geld, die sich aufopferungsvoll um ihre Kinder kümmern, sie gesund bekochen und fördern. Aber die anderen gibt es eben auch.

Und die große Frage ist ja: Was soll das überhaupt, dieses Betreuungsgeld? Wir zahlen ja auch keine Prämie an Menschen, die NICHT in staatliche subventionierte Opernhäuser gehen. Oder an Menschen, die gleich gar keine Kinder kriegen und deshalb auch die teuren Schulen nicht brauchen. Das Betreuungsgeld ist eine Privatveranstaltung der CSU. Ein Bonbon für Hausfrauen. Es ist totat retro und passt einfach nicht in die Zeit.

Ich würde mir wünschen, dass die Kanzlerin hier genauso über ihren Schatten springt, wie in der Gauck-Frage und das Betreuungsgeld einfach vergisst.

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Montag, 02.04.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Flexibilität

Eine katholische Grundschule - und davon gibt es einige in Köln - muss auch einen katholischen Schul-Leiter/eine katholische Schul-Leiterin haben. Muss. Da gibt es kein "sollte möglichst" oder "kann notfalls auch ein Protestant sein, Hauptsache Christ" oder anderen Verhandlungsspielraum.

Und deshalb haben einige katholische Grundschulen praktisch auch keine Wahl mehr und lassen sich "umwandeln" in Gemeinschaftsgrundschulen, nicht konfessionell gebunden und damit frei einen Schulleiter zu finden, der einfach gut ist oder eben wenigstens willens. Denn das große Problem ist eben: Es ist verdammt schwer für eine Grundschule jemanden zu finden, der den Hut aufhaben will. Die Bezahlung ist kaum besser als bei den "normalen" Lehreren, aber der Aufwand deutlich größer.

Wenn also eine katholische Grundschule keinen Schulleiter findet, weil "katholisch sein" eine Grundvorraussetzung ist, dann kann ich Eltern sehr gut verstehen, die sagen: Wenn die Kirche nicht flexibel ist, sind wir es eben und ab sofort nicht mehr katholisch.

Ich sehe auch das Drama nicht, nebenbei. Meine Kinder sind katholisch und auf einer Gemeinschaftsgrundschule in Köln - auch da gibt es katholischen Religionsunterricht und einmal im Monat einen Schulgottesdienst - einen ökumenischen. Finde ich sowieso viel besser.

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Freitag, 23.03.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Bitte Einmischen!

Wir wollten ihn alle, naja fast. Und jetzt will er etwas von UNS. Wir sollen uns beteiligen, aktiv werden, nicht nur konsumieren. Na, wie finden wir denn das!? Auch gut, natürlich. Denn einer wie Joachim Gauck darf sowas fordern, einer der sich selbst immer engagiert und eingemischt hat, dafür einiges riskiert hat, der sich nie auf Posten ausgeruht hat.

Hoffentlich kommt es an und bewirkt auch was. Denn: das ist ja der Haken an diesem Amt: Der Präsident hat zwar was zu sagen, aber irgendwie auch nicht - Gestaltungsmacht fehlt ihm. Wenn aber einer mit Worten was ausrichten kann, dann Gauck - das hat er heute gezeigt. Ein bisschen vorsichtiger und weihevoller als wir ihn bisher kannten, aber genauso wach, glaubwürdig und eben überzeugend. Hoffentlich mischt er sich ein - und wir auch!

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Dienstag, 20.03.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Aufbau West

Ja, es ist Wahlkampf. Und: Ja, es klingt nicht gut, wenn man Schluss machen will, mit irgendeiner Form von "Solidarität". Und trotzdem haben sie recht, die Oberbürgermeister von Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen und Dortmund.

Man muss es vielleicht nicht so saftig ausdrücken wie der Dortmunder OB Sierau - Stichwort: "perverses System" - aber es ist ja richtig: Warum müssen Kommunen im Ruhrgebiet Schulden machen, um den Solidarpakt zu bedienen? Und Kommunen im Osten, die davon profitieren, legen ausgeglichene Haushalte vor. Warum zahlt eine Stadt wie Oberhausen, in der Schwimmbäder und Sportplätze schließen müssen und ganze Viertel vergammeln für einen neuen S-Bahn-Tunnel oder schmucke Altstädte in den neuen Ländern.

Da geht es nicht um Neid oder Mißgunst. Da geht es um Gerechtigkeit und um Zukunft. Es ist einfach Unsinn nach der Himmelsrichtung zu entschieden, wer zahlt und wer profitiert.

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Samstag, 10.03.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Ein Jahr

Eine Woche lang haben wir auf den Jahrestag hingearbeitet, in unserer Sendung. Mit vielen Aspekten zu den vielen Dramen. Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch, jetzt bin ich überzeugt. Das muss sein und es ist auch wirklich spannend. Und am Ende dieser Woche, am Vorabend des Jahrestages bin ich sogar ein bisschen stolz bin auf uns in Deutschland. Darauf, dass wir uns einfach getraut haben, auszusteigen.

Anders als Franzosen, Belgier, Holländer etwa. Und das ist natürlich der Haken an der Sache, die AKW hinter der Grenze kriegen wir nicht weg. Aber es ist ein Anfang gemacht und wenn wir das gut hinbekommen mit unserer Energiewende, dann kann das ja auch vorbildlich sein, im besten Sinn.

Japan ist übrigens de facto auch ausgestiegen, aus der Atomkraft. Das wurde nur nicht an die große Glocke gehängt. Von 54 AKW laufen noch zwei und die sollen bis Ende April auch abgeschaltet werden. Die Japaner wissen warum. Wir jetzt auch - wieder.

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Mittwoch, 07.03.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Muss das sein?

Ich gönne den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst jedes Prozent. Ja, Busfahrer und Krankenschwestern verdienen wirklich nicht besonders, da könnte mal was drauf. Ist ja schön, wenn die Jobs sicher sind aber man muss ja auch davon leben können.

Jetzt kommt das Aber. Ich frage mich schon: Muss das eigentlich sein, dieser flächendeckende Warnstreik. Bei einem Stahlarbeiter leuchtet mir das ein: Ich, Stahlarbeiter, streike, meine Kumpels auch. Und du, Stahlwerksbesitzer, verdienst nichts. Und das Spiel machen wir so lange weiter, bis du mir mehr Geld gibst.

Aber das ist hier ja anders. Wir sind es, die leiden - ein kleines bisschen jedenfalls. Ich musste heute Morgen meine Tochter um sieben mit dem Fahrrad Richtung Schule eskortieren und dann einen Arzttermin in der Innenstadt absagen, weil ich hoffnungslos im Stadtstau festhing. Schlimm? Nein. Aber irgendwie unnötig. Was soll das? Erwartet irgendjemand, dass die ganzen stehen gelassenen Bahnfahrer jetzt böse Briefe an die Öffentlichen Arbeitgeber schreiben ...?

Irgendwie kommt mir diese Streikerei nicht mehr zeitgemäß vor und in Ritualen erstarrt. Kundgebung. Transparent. Luftballons. Mit ist natürlich schon klar, warum das passiert. Eben damit es ein Thema wird. Aber da wird schon viel über Bande gespielt in diesem Tarifkonflikt, finde ich. Und die Bande, das sind wir.

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Dienstag, 06.03.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Schwule Könige

In Köln gab es in der letzten Session einen schwulen Karnevals-Prinzen. Markus II. Als ich ihn gefragt habe, ob es Leute gibt, die das irgendwie komisch finden, hat er fast irritiert gewirkt. Sinngemäß: Nee, wieso? Und dabei rennt der sogar mit ZWEI Männern rum, eine ganze Session lang.

Jetzt ist aber ein Schützenverein etwas anderes. Haben wir letzten Herbst gelernt. Ein Schützenkönig kann schwul sein, das ja - aber er darf keinen neben sich herlaufen haben, also keinen Lebenspartner. Der muss Abstand halten und hinter seinem König gehen. So weit, so merkwürdig.

Aber jetzt wollen die - Achtung! - Schützenbruderschaften der Diözesanverbände Paderborn und Münster verschärfte Regeln. Die sollen am Sonntag bei der - noch mal Achtung! - Mitgliederversammlung ded "Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft" beschlossen werden. Ein Schützenkönig muss dann eine Frau mitnehmen auf den Fest-Umzug, auch wenn er schwul ist. Für Schützen-Königinnen soll das Ganze umgekehrt gelten. Begründung: Wir sind ein katholischer Verband, dem kirchliche Regelungen vorgegeben sind.

Ach, bitte. Wo leben wir denn? Und wann? Wie absurd ist das, wenn Jemand der bekennend schwul ist sich eine Alibi- oder Vorzeige-Königin engagieren muss, nur damit die Form gewahrt wird? Oder eben umgekehrt. Liebe Schützenbrüder, ich verstehe euch nicht. Da feier ich lieber Karneval.

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Donnerstag, 23.02.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Pustekuchen

Der Franzose an sich trinkt ja gerne mal ein Gläschen vin rouge. Das soll er auch, aber er darf dann nicht mehr Auto fahren, jedenfalls nicht wenn der Wein sich im Blut so breit macht, dass sich da mehr als 0,5 Promille Alkohol finden. Das ist bei uns ja nicht anders.

Aber in Frankreich will der Präsident jetzt durchgreifen, gegen Alkoholsünder. Beziehungsweise sollen die selbst was tun, nämlich privat pusten. Ab Sommer muss jeder Autofahrer zwei Alkoholtestgeräte dabei haben - wohl auch Nicht-Franzosen wenn sie in Frankreich unterwegs sind. Eins für den Selbsttest, das zweite wenn der freundliche Beamte den Kopf durchs Fahrerfenster steckt, schnuppert und nachfragt. Wer mit Alkohol im Blut und ohne Testgeräte erwischt wird soll - Achtung! - 4.500 Euro zahlen. Voilà.

Was für ein Käse. Wenn auch französischer, aber das macht es ja nicht besser. Wenn ich immer ein Teströhrchen dabei habe, werde ich mich dann nicht - als notorischer Gerne-Trinker und Trotzdem-Fahrer - vorsichtig an die Promille-Grenze herantrinken? Pi mal Daumen: Zwei kleine Gläser Wein, auf ein fettes Abendessen plus zwei Stunden warten - dann passt es? Und: Wer eicht die Dinger eigentlich? Was, wenn bei mir noch alles im grünen Bereich war, beim freundlichen flic sind es dann aber doch 0,5 Promille? Und: Wenn ich wirklich betrunken bin und nicht mehr fahren kann, dann weiß ich das im Zweifel ja auch - mit oder ohne Röhrchen im Handschuhfach.

Also: Betrunken fahren geht natürlich gar nicht. Aber die Pflichtröhrchen im Auto werden daran wohl kaum was ändern. Nicht in Frankreich und nicht bei uns. Ich werde mir für den Sommerurlaub (in den Pyrenäen) dann aber wohl trotzdem welche zulegen müssen. Man muss sie nämlich auch dabei haben, wenn man nüchtern fährt.

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Dienstag, 21.02.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

"Verhältnisse ordnen"

Schon die Formulierung ist ja wirklich putzig. Joachim Gauck soll seine "persönlichen Verhältnisse ordnen" fordert - ja, genau: ein CSU-Mann. Norbert Geis heißt er und ist "Familienpolitiker".

Wie sind sie denn, die persönlichen Verhältnisse von Joachim Gauck? Er liebt eine Frau, seit zwölf Jahren. Von seiner Ehefrau, mit der er vier Kinder hat, lebt er seit 20 Jahren getrennt, geschieden ist er nicht. Gut, man braucht zwei Sätze um das zu erklären. Aber sonst? Ist das für Irgendjemanden ein Problem? Höchstens doch wohl für Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin, wenn es um rechtliche Fragen oder Ansprüche geht. Aber ansonsten kann das doch Herrn Geis eigentlich ziemlich egal sein. Michelle Obama wird schon nicht die Nase rümpfen, beim Damenprogramm.

Familien sind nicht mehr standardmäßig Vater, Mutter, Kind - Eltern miteinander verheiratet. Ist doch schön, wenn es auch in der "großen Politik" ein bisschen bunter wird. Ich bin da ausnahmsweise bei Guido Westerwelle, der die Debatte um Gaucks Familienverhältnisse "stillos" findet.

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Montag, 20.02.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Zwei Herzen

Das - etwas schwülstige und: Ja, auch abgenutzte - Faust-Zitat von den zwei Herzen, die ach! in meiner Brust wohnen, heute hatte ich es dann doch im Kopf. Einerseits ist man Journalist und will reflexartig den Zustand der schwarz-gelben Koalition sezieren: Die FDP, die ihrem Partner, die Gauck-Pistole auf die Brust setzt. Die Kanzlerin, die jetzt einen Kandidaten küren muss, den sie bei der letzten Wahl mit Hauruck verhindert hat, weil sie ihren Parteimann Wulff durchboxen wollte.

Aber eigentlich dachte ich spontan und als "Bürgerin dieses Landes" - ja, auch ein bisschen schwülstig, ich weiß - jedenfalls dachte ich: Klasse. Ist doch toll, dass die Kanzlerin sich einen Ruck gegeben hat und wir jetzt einen Kandidaten haben, mit dem (fast) alle glücklich sind. Da ist mir das Gerede über "Niederlage" und "Koalitionskrach" ehrlich gesagt ziemlich wurscht. Hauptsache wir kriegen einen anständigen Bundes-Präsidenten.

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Donnerstag, 09.02.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Dann blitzt mal schön ...

Update zum Blitz-Marathon, zur Halbzeit:

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ging heute, aber ich hatte das Gefühl: Auto fahren war sehr entspannt, alles easy going, vielleicht sogar eher ein bisschen lahm. Es hat mich jedenfalls nicht überrascht, dass die Ausbeute der Polizei bei ihrer Blitzaktion eher unterdurchschnittlich war. Erstaunlich, dass überhaupt nennenswert geblitzt wurde. Das Ganze sollte sich ja rumgesprochen haben.

Der Innenminister ist jedenfalls zufrieden und will das Ganze bald wiederholen. Wenn's hilft?! Das Ziel ist ja, uns alle zu sensibilisieren - und zwar nicht nur für 24 Stunden. Ob das funktioniert ist natürlich sehr die Frage. Deshalb bin ich ganz bei Ihnen - Sedan, Helmut Hesse, HPS 63 - ruhig weiter kontrollieren, bitte, wenn es irgendwie hilft schwere Unfälle zu verhindern oder auch nur Nervenstress.

Ich war übrigens ziemlich überrascht, dass hier - ausnahmsweise - mal Viele meiner Meinung waren. Und darüber, was mynona alles noch weiß ... War übrigens ein 20-EURO-Schein im Mantel, keine DM, so alt war er dann doch nicht ...

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Ab Morgen früh um 6 Uhr wird also wie wild geblitzt bei uns. WENN denn überhaupt jemand zu schnell fährt. Und da muss man ja schon schön blöd sein. Denn das Ganze ist ja lang und breit angekündigt worden. Und das Innenministerium ist außerdem so freundlich, auf einer Internet-Seite genau anzugeben, wo sie denn stehen, die Messgeräte.

Also: Wer Morgen geblitzt wird, ist selber Schuld. Und eigentlich gilt das ja immer. Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum da manche jetzt "Abzocke" schreien. Ja, ich bin auch schon geblitzt worden und musste zahlen, 20 Euro zuletzt. Natürlich ist das ärgerlich, aber ich fahre eben auch immer nur ein bisschen zu schnell und habe auch in meinem ganzen Autofahrerleben noch keinen Punkt in Flensburg gehabt.

Ich find es richtig, dass die Polizei flächendeckend kontrolliert, kann sie von mir aus immer machen. Ist doch schön, wenn Geld rein kommt. Kann sich ja jeder aussuchen, ob er sich beteiligen möchte oder lieber langsamer fährt. Ich habe jedenfalls mehr Angst vor Rasern als vor Blitzgeräten.

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Donnerstag, 26.01.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Kinder, die hartzen

Man hätte sich ja gerne gefreut. Über einen Rückgang der Zahl armer Kinder um sage und schreibe 13,5 Prozent. Das ist doch mal was. Gut, in NRW ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, nur um 7,9 Prozent zurück gegangen. Und: Naja, nicht jeder, der einen Job findet landet damit in der Mitte der Gesellschaft, viele Familien und Alleinerziehende bleiben auch mit Arbeit arm.

Aber das ist ja noch nicht alles. Der Kinderschutzbund sagt: Da entsteht ein falscher Eindruck, wenn es heißt: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben, um 250.000 zurück gegangen. Denn tatsächlich ist die Zahl ALLER Kinder im gleichen Zeitraum um 750.000 zurück gegangen. Die Deutschen kriegen eben einfach weniger Kinder. Warum? Vielleicht auch, weil das Armutsrisiko so groß ist, für Familien - erst recht mit vielen Kindern - und für Alleinerziehende. An der Stelle beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

Wenn man sich die Armuts-QUOTE anguckt, also den Anteil der Hartz IV-Kinder an allen Kindern in Deutschland, dann liegt der Rückgang bei nur noch 1,5 Prozentpunkten - Quelle Kinderschutzbund. Immer noch ein Rückgang, immerhin. Die Arbeitslosenquote ist aber viel stärker gesunken.

Bleibt am Ende die Erkenntnis: Arme Kinder haben vom Aufschwung am allerwenigsten. Und: Es sind immer noch viel zu Viele.

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Mittwoch, 25.01.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Wir Kiffer?!

Wir können uns bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, öffentlich - wenn wir wollen. Wir können - ja, vereinzelt immer noch - rauchen, wenn uns danach ist. Müssen wir auch noch kiffen dürfen? Ich finde eher nicht. Vielleicht, weil mir das einfach suspekt ist. Ich habe - wie vermutlich jede/r Jugendliche irgendwann mal gezogen, an einem Joint, fand es aber dann doch zu unheimlich.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Leute kiffen, ich kenne genug, die es tun. Aber ich finde es auch in Ordnung, wenn da eine gewisse Hemmschwelle bleibt. Eben weil wir ja schon genug legale Drogen haben. Und ganz so harmlos wie die Pro-Kiffer-Lobby tut, ist Cannabis eben doch nicht, ein paar Risiken bleiben. Und selbst wenn Alkohol gefährlicher ist, muss das ja kein Grund sein, noch eine Rausch-Gelegenheit anzubieten - in Cannabis Clubs.

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Donnerstag, 29.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Freitag futsch

Ups. Ja, man soll vorsichtig sein, mit Nachrichtensendungen, wenn Kinder im Raum sind. Da schnappt mein Sohn doch dummerweise auf, dass der 30. Dezember gestrichen wird. "Samoa" hat er nicht mehr gehört ... Jetzt wird der Kerl Morgen acht und hatte kurzzeitig echt Sorge, dass der Geburtstag ausfällt. Zum Glück leben wir ja nicht auf Samoa .... Obwohl ...? Neinnein.

Also, da lassen die Samoaner? Samoesen? Menschen auf Samoa! einfach mal einen Tag ausfallen. Das kann man ja so oder so finden. Je nach dem, was ansteht. Schön wäre ja vielleicht auch, wenn man rückwirkend einen Tag streichen dürfte in 2011. Ich hätte da einen im Auge ... Aber uns fragt ja keiner. Leider. Und immer: Augen auf beim Radio-Nachrichten hören mit Kindern ...

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Mittwoch, 28.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Spaßbremse

Wir lassen es krachen. Diesmal aber richtig. Bitte schön. Jeder wie er mag. Ich brauche das nicht. Aus der Ferne gerne. Aber ich möchte, dass auch meine Finger, Augen und Ohren gut ins neue Jahr kommen. Und die meiner Kinder. Und weil ich von Hause aus eine echte Schissbuxe bin und furchtbar schreckhaft, stehe ich lieber zehn Meter weiter. Ich habe noch nie in meinem Leben ein Silvester-Feuerwerk gezündet und dabei soll es bleiben.

Alle anderen sollen natürlich gerne böllern. Wobei ich es auch schön finde, wenn es dann um 1 Uhr Nachts irgendwann mal vorbei ist. Und was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass die Knaller jetzt aufgerüstet werden. 500 Gramm Schwarzpulver statt 200 sind erlaubt. Was soll das? War das Feuerwerk bisher langweilig, armselig, unbunt? Also! Warum lässt man es dann nicht einfach dabei? Jeder Finger, der jetzt zusätzlich abgerissen wird, ist einer zu viel. Jedes Knalltrauma. Jede Augen-Verletzung. Ja, ich bin eine Spaßbremse, ich weiß. Aber Blei gießen und Sekt trinken ist ja auch schön und nicht ganz so gefährlich.

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Donnerstag, 15.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Ausstieg - nein danke?!

Was haben wir diskutiert, in Deutschland, über die Atomenergie. Bis es dann endlich so weit war: Man ringt sich durch auszusteigen. Und dann ging es um die Folgen: Der Strom wird - vermutlich teuer. Jobs gehen - sicher - verloren, bei e.on und RWE.

Und dann kommt heute der Energie-Kommissar. Günther Oettinger heißt der Mann, war früher Ministerpräsident in Baden-Württemberg, einem Land, das inzwischen von einem Grünen regiert wird. Oettinger - jetzt EU - stellt also einen Klima-Fahrplan vor, in dem Kernkraft durchaus vorgesehen ist. Gegen den Klima-Fahrplan hat natürlich niemand etwas. Klar, müssen wir runter mit den Emmissionen.

Aber kann da die Atomkraft ernsthaft ein Weg sein? Da fühlt man sich schon ein bisschen veräppelt. Zumal hier im Westen, im Einzugsbereich des berüchtigten Atomkraftwerks Tihange, in Belgien. In dem es gerade wieder einen Störfall gab.

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Mittwoch, 14.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Lindner will nicht mehr

Huch, habe ich gedacht, heute Vormittag, als die erste Meldung im Radio kam: Christian Lindner, der FDP-Generalsekretär, tritt zurück. Was ist denn da passiert? Irgendein Knall im Hintergrund? Oder was Privates? Nein. Aber was dann? Wir haben es nicht erfahren, aus seiner Erklärung.

Lindner spricht von einer "neuen Dynamik", die er "ermöglichen" will, "vor der Bundestagswahl". Entschuldigung, aber das ist doch wirklich Politikergewäsch, mit dem wir für dumm verkauft werden. Jeder hat das Recht zurück zu treten. Zum Beispiel, weil er sauer ist auf seinen Chef und die Tatsache, wie dieser - namentlich Phillip Rösler - den Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung gemanagt hat. Und das ist es ja wohl, was dahinter steckt. Aber dann soll man das doch auch sagen, oder zumindest andeuten.

Stattdessen tut Christian Lindner so, als wolle er der FDP einen Gefallen tun. Das Gegenteil ist richtig, wie wir alle wissen.

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Montag, 12.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Freiherr 2.0

Karl-Theodor zu Guttenberg zurück auf der politischen Bühne - auch wenn er das anders sehen möchte und sagt: Das ist kein politisches Comeback. Naja. Er berät jetzt also die EU in Sachen Internet-Freihheit, also wenn es darum geht, Internet-Aktivisten in autoritären Staaten zu helfen und ihre Arbeit zu koordinieren. Das ist natürlich schon "Politik" - aber es ist ja auch völlig in Ordnung, wenn er da hilfreich sein kann - finde ich. Zumal er für die Beratertätigkeit ja offenbar nicht mal Geld bekommt.

Natürlich hat das ganze eine leise Ironie. Ausgerechnet der ehemalige Doktor, den die Freiheit des Internets den Ministerjob gekostet hat, soll sich jetzt stark machen für die Freiheit des Inernets. Aber - warum nicht? Erstens weiß ja nun jeder um zu Guttenbergs Vergangenheit. Und zweitens ist das Internet ja kein Inhalt, sondern ein Medium, das man so oder so nutzen kann. Und dass zu Guttenberg davon ein bisschen was versteht, dass er in dem Beraterjob alte Kontakte nutzen kann, ist doch sogar nachvollziehbar.

Ich war persönlich nie ein großer Fan von zu Guttenberg. Und ich fand es richtig, dass er zurück getreten ist. Aber damit muss es jetzt auch gut sein. Nur weil man abgeschrieben hat, muss man jedenfalls nicht für alle Zeiten in der Versenkung verschwinden.

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Mittwoch, 30.11.2011

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Deko-Queen

Uff. Das muss man erst mal verdauern: Wir in NRW kommen ohne Weihnachtsbaum aus - fast jeder Zweite jedenfalls und sind die Ober-Muffel der Republik - Deko-technisch. Nirgendwo ist es nackiger auf dem Tisch und im Fenster als bei uns in NRW.

Schade eigentlich. Bei uns zu Hause gibt es zwar keine einzige Lichterkette, dafür aber Kerzen aus Wachs, einen selbstgebundenen Kranz, ein selbstgebautes Lebkuchenhaus, selbstgebastelte Sterne am Fenster und natürlich einen handgenähten Beutel-Adventskalender (Foto bei facebook).

Alles Gekaufte ist vom letzten Jahr, das Tannengrün von der Fichte im Garten und die Kerzen machen den Kohl auch nicht fett. Also: Kein Luxus - aber schöööööön! Also, liebe Männer, findet euch ab. Wir wollen das so. Ausnahmen siehe oben. Aber vermutlich lassen sich Deko-Fans und Muffel auch nach X und Y-Chromosom sortieren.

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Sonntag, 20.11.2011

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Parteiisch: Für den Schiri

Ich bin nicht oft in Fußball-Stadien, frage mich aber trotzdem immer wieder: Warum machen die das? Warum stellen sich Schiedsrichter Woche für Woche in ein Stadion und lassen sich von wildfremden Menschen beschimpfen? Und wirken dabei noch ruhig und souverän, als hätten sie kein Problem damit. Unabhängig davon, warum Babak Rafati sich das Leben nehmen wollte. Das was es da auf dem Platz an Sprüchen, Anfeindungen, Drohungen und körperlichen Attacken gibt, das hat mit Menschenwürde nichts zu tun. Vielleicht als Tipp: einfach mal vier Wochen streiken? Dann würde vielleicht auch der größte Schiedsrichter-Dauerbeschimpfer einfach mal die Klappe halten.

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Samstag, 19.11.2011

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Sparen kostet

Das ist und bleibt ärgerlich. Der Spritpreis an sich - aber eben auch und im Besonderen der Dieselpreis. Da habe ich vor vier Jahren Tausende von Euros mehr bezahlt für unsere Familienkutsche, um einen - sparsamen - Diesel zu fahren. Und jetzt hat sich das mit dem Sparen erledigt. Dumm gelaufen. Pech gehabt. Schlechtes Investment. So ist er halt - der Markt. Wenn plötzlich alle Diesel fahren und Heizöl kaufen steigt der Preis, da machste nix.

Das Dumme ist aber: Wir haben keine Chance. Jetzt ein neues Auto kaufen, einen Benziner, damit man sich nicht ständig ärgern muss? Ist natürlich Quatsch, weil mit Sicherheit noch teurer. Hilft also nur: Die billigste Tanke finden und weniger fahren. Wobei man als arbeitendes Paar mit zwei aktiven Kindern und einem gemeinsamen Auto da auch an Grenzen kommt. Leider.

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Freitag, 18.11.2011

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Lieb gewonnen

Norbert Lammert war für mich immer ein Guter, ein eher stiller und bescheidener Vertreter seiner Art. Der Bäckersohn, eins von sieben Kindern aus dem Ruhrgebiet. Aber das. Muss das wirklich sein? Braucht ein - ehemaliger! - Bundestagspräsident einen Dienstwagen mit Fahrer, ein Büro samt Sekretärin - für zwölf Jahre ...?

Bisher waren es vier und man hat das Gefühl, das war eine gute Lösung. Ich habe ja ein gewisses Verständnis dafür, dass man eine Unterstützung in Form von Auto und Büro liebgewonnen hat mit den Jahren. Und dass die Termine nicht punktum dann aufhören, wenn jemand ein hohes Amt irgendwann nicht mehr bekleidet. Aber zwölf Jahre? Das ganze Programm? Und das entscheidet der Bundestag auf Betreiben und im Interesse von seinem Präsidenten? Ich find's deutlich zu dicke. Schade. Weil jetzt natürlich wieder alle sagen: Die da oben machen sich doch sowieso immer erst Mal selbst die Taschen voll.

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Montag, 14.11.2011

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Friede, Freude, Mindestlohn

Die Idee für einen Mindestlohn - Verzeihung: Lohnuntergrenze - ist ja noch relativ neu, in der Union. Vor kaum drei Wochen kam die CDU damit um die Ecke - einigermaßen überraschend. Oder auch wieder nicht, denn dass man - bei den Themen Atom, Hauptschule oder Wehrpflicht - zu "neuen Erkenntnissen" kommt bei den "Konservativen", das kennen wir jetzt ja schon.

Überraschend ist die Tatsache, dass diese für die CDU neue Idee beim Parteitag der CDU nicht diskutiert wird. Man fragt sich: Was soll dann so ein Parteitag? Geschlossenheit ist ja was Feines. Aber doch wohl kein Wert an und für sich. Das berühmte "Erscheinungsbild" kann ja wohl nicht wichtiger sein, als alles andere?

Oder mag man jetzt keine Klein-klein-Diskussionen anfangen über "Rand-Themen" wie einen Mindestlohn, weil die Lage in Europa zu ernst ist und die Kanzlerin jede Unterstützung braucht. Das wäre jedenfalls ein Grund.

Trotzdem. Für mich ist so eine Kehrtwende, wie die der CDU beim Thema Mindestlohn nur dann wirklich nachvollziehbar und glaubwürdig, wenn man dazu wenigstens mal ein paar Argumente ausgetauscht und Standpunkte klar gemacht hat. Denn wichtig ist das Thema allemal. Es wird Zeit.

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Samstag, 29.10.2011

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Plus oder minus oder wie oder was?

Das Beste, was mir in der Richtung bisher passiert ist, war ein 20-Euro-Schein in der Wintermantel-Tasche. Hat den ganzen Sommer über mit in der Garderobe gehangen - und taucht mit dem Herbst plötzlich wieder auf. Kann ja mal passieren. Und ist am Ende ja auch nett.

Aber 55,5 Milliarden Euro wiederzufinden, die irgendwie weg waren und jetzt wieder da sind - das ist, sagen wir, erklärungsbedürftig. Aber die Erklärung tröstet auch nicht: Ein "Buchungsfehler" - dabei sind Substraktion und Addition verwechselt worden, sprich: plus und minus.

Leider ist die Sache mit den 55,5 Milliarden auch nicht so nett und handfest wie meine 20 Euro in bar. Weil es nur um weniger Schulden geht. Und das auch nicht im "normalen" Bundeshaushalt, sondern bei einem Sonderhaushalt.

Aber immerhin: Die deutsche Gesamtverschuldung ist jetzt geringer als gedacht. Ein bisschen freuen können wir uns also - und einmal mit dem nackten Finger auf die Buchhalter in der Bad Bank zeigen, die diese 55,5 Milliarden in der Manteltasche vergessen hatten ... oder so ...

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Donnerstag, 27.10.2011

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Der Anfang vom Ende der Krise!?

Und noch mal Euro-Rettung - auch wenn viele von Ihnen das nicht mehr hören können. Die Sache ist einfach zu wichtig. Ja, man ist es ein bisschen leid: Das ewige Krisen-Gerede und das ewige Euro-retten. Aber diesmal scheint tatsächlich etwas gelungen zu sein. Die Banken erlassen den Griechen die Hälfte ihrer Schulden. Die Banken müssen außerdem mehr Eigenkapital bereithalten. Italien wird zum Sparen verpflichtet. Und der Rettungsschirm bekommt mehr Breitenwirkung. Das ist doch was. Mehr jedenfalls als man vor ein paar Wochen noch für möglich gehalten hätte.

Den allgemeinen Pessimismus in der Diskussion zum blog gestern kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Natürlich muss man abwarten, ob jede einzelne Bank mitmacht, ob die Griechen und Italiener wirklich nachhaltig sparen und ob die Finanztricks, mit denen der Hebel am Rettungsschirm angesetzt werden soll, nicht doch etwas gewagt sind. Natürlich kann man das alles infragestellen und zerreden. Und natürlich weiß Niemand, ob das jetzt wirklich der Durchbruch war. Aber ist doch wohl ein Anfang. Immerhin ist das auch an den Finanzmärkten so gesehen worden. Ein erstes gutes Zeichen.

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Mittwoch, 26.10.2011

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Noch schnell den Euro retten ...

Großer Euro-Rettungstag heute in Berlin und in Brüssel. Es geht um eine Hebelung des Euro-Rettungsschirmes ESFS, um eine Billion Euro, um Versicherungs- und Zweckgesellschaftsmodelle, um Finanztricks.

Man darf davon ausgehen, dass weder alle Bundestagsabgeordneten noch die Staats- und Regierungschefs der EU in allen Einzelheiten wissen, wie das funktioniert. Wie also sollen wir das verstehen? Ich bilde mir eigentlich ein, in solchen Dingen ganz gut Bescheid zu wissen - auch Dank VWL im Studium - aber da hört's auf.

Was also hat der Bundestag da heute beschlossen? Es bleibt bei 211 Milliarden Euro, die wir Steuerzahler im schlimmsten Fall verlieren. Aber das Risiko, dass es tatsächlich so kommt, wird größer. Die Kanzlerin sagt: Es ist vertretbar. Einige andere sind skeptischer. Aber da es Niemand wirklich besser weiß, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu vertrauen. Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Politiker und ihre Berater zumindest grob wissen, was sie da tun. Und wenn sich im Bundestag eine ganz große Koalition findet, die einen solchen Beschluss fasst, dann ist das doch zumindest einigermaßen beruhigend. Auch wenn keiner wissen kann, wie das ausgeht. Und das auch maßgeblich davon abhängt, wie sich Griechen und Italiener in Zukunft machen ....

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Freitag, 07.10.2011

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Protest und Provokation

Ich habe mich ziemlich erschrocken und war einigermaßen entsetzt, als ich heute Vormittag in einem Nachrichtenkanal die Bilder aus Griechenland sah. Feixende Demonstranten mit Hitlerbärtchen und vorgerecktem rechten Arm. Spontan denkt und fühlt man natürlich: Ihr habt sie doch nicht alle, wir helfen euch doch! Immer wieder liefen die Bilder in epischer Breite, einfach nur mit dem Hinweis auf Demonstranten, die gegen den Besuch von Wirtschafts-Minister Rösler demonstrieren. Absolut empörend!

Ich war dann ziemlich beruhigt, als ich mit unseren Redakteuren und Reportern gesprochen habe. Dass es sich nämlich um einige wenige handelt. Die eben offenbar ganz gezielt provozieren wollen mit ihrer kleinen Horrorshow und wissen wie man das tut, vor laufenden Fernsehkameras. Und dass wir heute mit sehr vielen Griechen gesprochen haben, die alle selbst entsetzt waren, über die Bilder.

Also: Ich finde es immer noch überflüssig und blöd. Aber mit ein bisschen Hintergrund und Einordnung sieht das schon ganz anders aus. Nicht verstehen kann ich Kollegen, wie die bei dem privaten Nachrichtenkanal, die solche Bilder zeigen und behaupten, so sehe der Protest der Griechen gegen Deutschland aus. Nicht zu reden vom dem was die Bild-Zeitung macht, das liest sich wirklich wie Hetze.

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Mittwoch, 05.10.2011

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Späte - Radfahrer und andere Rowdies ...

Es tut uns leid - der blog kam gestern Abend mit einiger Verspätung ...! Die Technik hat leider geklemmt - sorry!!!


Ich würde nie, niemals mit dem Auto über eine rote Ampel fahren. Jedenfalls nicht wissentlich.

Zu Fuß mache ich das aber schon gelegentlich. Wenn keine Kinder in der Nähe sind und sonst alles erkennbar frei ist. Und neulich bin ich auch mal mit derm Fahrrad über eine rote Fußgänger-Ampel geeiert. IN einer Tempo 30-Zone, ich war sehr langsam und weit und breit kein anderer "Verkehrsteilnehmer" in Sicht. Und trotzdem musste ich zahlen, weil die Polizei hinter mir war. Und das hat mich ziemlich geärgert. Ja, man braucht Regeln. Und man soll sich auch dran halten. Aber wenn man so eindeutig Niemanden gefährdet, dann verstehe ich nicht, warum da hart durchgegriffen wird.

Und warum man die Bußgelder erhöhen sollte, leuchtet mir auch nicht ein. 15 oder 30 Euro reichen als Denkzettel doch wohl völlig. Natürlich muss man einen Rad-Rowdie dran kriegen, der über einen Bürgersteig stocht und Fußgänger aufscheucht oder anrempelt. Aber - anders als Autofahrer - gefährden Radfahrer ja in der Regel hauptsächlich sich selbst - wenn überhaupt. Im Übrigen haben sie, finde ich, tatsächlich einen Bonus verdient, weil sie umweltbewusst unterwegs sind.

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Donnerstag, 29.09.2011

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Ja-sager und Nein-sager

Die Kanzlerin und ihr Erfolg. Sie hatte heute eine Kanzlermehrheit bei der Abstimmung über den erweiterten Euro-Rettungsschirm. Das ist gut für den Euro und für die Kanzlerin. "Nur" elf Abweichler aus der Union, es ist schlimmeres befürchtet worden.

Alles richtig und gut so. Denn: Man fühlt sich als "Regierter" ja auch sicherer, wenn die da in Berlin sich einig sind. Denn dann wird es schon irgendwie richtig sein, was sie da tun. Ist es ja bestimmt auch (siehe blog von gestern). Aber es ist eben auch ein kleineres von mehreren Übeln. Dass da also nicht alle jubelnd Hurra schreien, auch in der Union - das kann man ja nachvollziehen.

Ich finde es jedenfalls völlig in Ordnung, dass diese elf Abgeordneten sich eine eigene, eine abweichende Meinung leisten. Und wenn es 15 oder 20 gewesen wären, würde ich da auch kein Problem sehen. Auch kein Führungsproblem bei der Kanzlerin. Unsere Abgeordneten sind ihrem Gewissen verpflichtet und keine Ja-Sager. Und das ist gut so.

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Mittwoch, 28.09.2011

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Her mit dem alten Geld!?

Die Deutschen wollen ihre Mark zurück. Einige jedenfalls. Und das ist ja auch gut nachzuvollziehen. Die Mark hat uns stark und wohlhabend gemacht - unterm Strich jedenfalls. Die meisten von uns rechnen immer noch um, wenn es um Preise geht. Und warum eigentlich sollen wir jetzt Milliarden berappen, nur weil die Griechen über ihre Verhältnisse gelebt haben.

Stimmt natürlich alles. Mir passt das auch nicht. Aber richtig ist auch: Wir würden uns ins Knie schießen. Denn Deutschland lebt von Ausfuhren. Wir sind die zweitwichtigste Export-Nation der Welt. Jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie hängt davon ab, wie wir im Ausland unsere Waren verkaufen. Und das wird nicht nur durch den Euro erleichtert. Eine neue, alte D-Mark würde mit Sicherheit aufgewertet. Die Folgen haben wir in der Schweiz besichtigen können: Alle Produkte werden quasi unbezahlbar.

Also, vielleicht würden wir wieder besser rechnen können, hätten eine emotionalere Beziehung zu unserem Geld und wären den Griechen nicht mehr Gram. Aber wir wären auch in großen Teilen arbeitslos. Und das will nun wirklich keiner.

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Dienstag, 27.09.2011

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Sicher ODER pünktlich?

Gerade hat die Bahn damit begonnen ihre Pünktlichkeits-Bilanz offen zu legen - damit wir alle sehen können, dass es gar nicht so schlimm ist, mit den Verspätungen - auch wenn man im Einzelfall gelegentlich einen anderen Eindruck hat.

Und dann das: Ein Lokführer, der Druck kriegt, der schneller fahren soll, als er selbst das für richtig hält - offenbar muss man sagen, denn in eine Kamera sagt uns das so Niemand. Kein Wunder. Ein Streit, der offenbar so eskaliert, dass der Lokführer die Brocken hinschmeißt.

Denn es drängt sich natürlich die Frage auf: Ist die Pünktlichkeit jetzt wichtiger als die Sicherheit? Wenn der Lok-Führer die Verantwortung trägt für seine Fahrgäste - und das tut er - muss er dann nicht auch das Tempo fahren dürfen, das er für richtig hält?

Natürlich wollen wir alle pünktliche Züge. Aber vor allem wollen wir sicher ankommen. Am Besten wäre natürlich Beides ...

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Donnerstag, 08.09.2011

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Mamma Mia!

Italien ist wunderbar. Ich war gerade im Urlaub da, in der Region Latium, nördlich von Rom. Tolle Landschaft, wunderschöne Mittelalter-Städtchen, großartiges Essen. Ein wunderbares Land. Bis auf die Raststätten. Und die Moral. Wenn man das denn so nennen darf. Es ist ja wohl mindestens eine Doppelmoral.

Wie kann es sein, dass in einem aufgeklärten Land mitten in Europa Homosexuelle noch ernsthaft ausgegrenzt werden - von oben! Dass "Um Himmels Willen" - eine mehr als harmlose Fernsehserie - gestoppt wird - die im Übrigen sicher viel getan hat für eine positive Wahrnehmung des Katholizismus - nur weil da ein schwules Paar heiratet. Und das in einem Land, das von Silvio Berlusconi regiert wird? Einem Mann, der seine Frau offenbar nach Strich und Faden betrogen hat, der - nach allem was man weiß - Sexparties mit Prostituierten feiert und sich auch nicht immer dafür interessiert, ob sein aktuelles Gegenüber schon völljährig ist. Das verstehe wer will. Ich nix capito.

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Mittwoch, 07.09.2011

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Ja, ich bin auch eine von denen

Ein Geständnis. Ja, ich fürchte ich bin eine von denen, die unsere Wetten-billiger-Familie meint: Eine Mutter, die etwas zu großzügige Kindergeburtstage veranstaltet. Was dann möglicherweise zur Folge hat, dass andere Kinder sagen: So was will ich auch. Natürlich muss man als 9-jährige nicht im Spaßbad feiern und als 6-jähriger nicht in der Tobehalle. Und natürlich müssen Kinder nicht zehn Freunde einladen.

Aber es macht schon sehr viel Spaß ... Und wir Eltern laden ja auch gerne Leute ein und bewirten sie anständig. Natürlich sind 200 Euro oder mehr viel für einen Kindergeburstag. Aber immer noch besser angelegt, als für teure Klamotten ... oder? Und das größte Problem ist sowieso die Zahl der Gäste zu begrenzen. Mir fällt es schwer zu sagen: Nee, den darfst du nicht einladen und die auch nicht. Dummerweise kommen dann eben locker zehn Gäste zusammen.

Und weil unsere Kinder im Winter Geburtstag haben, muss man eben was machen: Kletterhalle, Spaßbad, Zirkus. Da zahlt man Eintritt, die Bahnfahrkarten kosten Geld, das Essen für alle und auch ein Geschenk für die Gäste gehört eben dazu. Zack hat man 200 Euro ausgegeben, plus Kuchen, plus Tischdeko und so weiter. Muss vielleicht nicht sein, geht natürlich auch anders. Aber es ist ein Luxus, den ich mir und den Kindern gerne leiste ... Sorry.

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Dienstag, 06.09.2011

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Eine Kanzlerin hat es nicht leicht

Ja, Angela Merkel hat es nicht leicht. Von allen Seiten Gegenwind. Die Wahl-Niederlage in Meck-Pomm - und dazu auch noch bissige Kommentare aus der Schwesterpartei CSU: Angela Merkel solle mal ein bisschen Führungs-Stärke zeigen.

Dann die Probe-Abstimmung zur Euro-Rettung, in den Koalitions-Fraktionen gestern Abend, die daneben gegangen ist - zu viele "Nein"-Stimmen und Enthaltungen. Auch wenn Finanzminister Schäuble das Gegenteil behauptet: Die schwarz-gelbe Mehrheit für die Abstimmung Ende September im Bundestag ist alles andere als sicher.

Und dann geht es natürlich auch in der Haushalts-Debatte rund, heute. Da haut ja die Opposition traditionell gerne mal drauf.

Ja, sie hat es nicht leicht, die Kanzlerin, da kommt jetzt einiges zusammen, man möchte nicht tauschen. Natürlich ist sie nicht höchstpersönlich verantwortlich - für die Euro-Krise zum Beispiel. Aber gefragt ist sie jetzt - als Führungsfigur, die ihre Leute auf die Euro-Rettung einschwört. Dafür sind Regierungschefs ja schließlich da. Hat ja keiner behauptet, dass Kanzler ein leichter Job wäre ...

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Freitag, 29.07.2011

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Liebe Motorradfahrer!

Ich weiß: Die allermeisten von Ihnen sind nicht so, fahren vernünftig, haben ihre Maschine im Griff und überhaupt. Und trotzdem. Ich rege mich beim Auto fahren selten so auf, wie über Motorrad-Fahrer. Die offenbar einen Riesenspaß dran haben noch ganz knapp vor mir einzuscheren, die im Tunnel dann mal so richtig aufdrehen und ein - tatsächlich erschreckendes - Gedröhne veranstalten, die mich von der linken Spur drängeln, wenn ich mit dem Überholen eigentlich noch nicht fertig bin. Auf der Autobahn wohlgemerkt.

Auf beliebten Biker-Strecken unterwegs zu sein, bei gutem Wetter, macht meistens keinen Spaß - und manchmal Angst. Und zwar Angst um Sie, die Motorrad-Fahrer. Mir passiert in meiner Blechkiste ja nicht so schnell was. Natürlich sind die Motorradfahrer nicht immer selber Schuld, wenn sie verunglücken. Nicht immer, aber auch nicht selten. Jeder dritte Unfall mit einem verletzten Motorrad-Fahrer hatte keinen weiteren Beteiligten, sagen Unfallforscher von Versicherungen.

Also, wenn Sie mal - irgendwo im Biker-Treff - mit solchen "Kollegen" ins Gespräch kommen ... Schönen Gruß von mir: Bitte bringt euch nicht um!!!

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Mittwoch, 27.07.2011

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Service?

Ja, die Servicewüste in Deutschland. Wenn man jetzt für alles und jedes noch einen Euro extra berappen soll, dann ärgert mich das natürlich auch. Schon weil das ja auch lästig sein kann, passendes Geld zu besorgen. Aber - ganz ehrlich - ich würde jetzt eher nicht zu einer Tankstelle fahren, an der ich bedient werde.

Mal eben aussteigen und tanken ist ja nicht das Problem. Und ich gehe bei einem großen schwedischen Möbelhaus auch immer zu der Kasse, wo man seine Sachen selber scannt, einfach weil es schneller geht. Und ich würde auch keinen Wert darauf legen, dass man mir im Supermarkt den Einkauf in Tüten verpackt oder mir auf der Straße die Schuhe putzt.

Also: Die "Tankwärtin" aus unserem Film ist natürlich super. Aber ich bin schon zufrieden, wenn man mir freundlich weiterhilft, wenn ich eine Frage habe. Und das klappt zwar nicht immer, aber doch immer besser in letzter Zeit.

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Montag, 25.07.2011

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Wie sag ich es meinem Kind

Ich sag es Ihnen gleich: Ich weiß es nicht. Wie kann man mit seinem Kind über das sprechen, was in Norwegen passiert ist. Erst recht mit einem Kind, wie unserer 10-jährigen Tochter, die heute zu einer Ferienfreizeit aufgebrochen ist. Ich konnte es nicht. Mein Mann und ich haben beschlossen, das fernzuhalten von den Kindern - erst recht von unserem 7-jährigen Sohn. Auch wenn wir sonst regelmäßig Kindernachrichten im Fernsehen gucken - zusammen, versteht sich. An diesem Wochenende haben wir allenfalls DVD geguckt.

Das ist so böse, so erschreckend, so unaussprechlich. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass andere Kinder in der Freizeit etwas wissen und darüber reden. Aber immerhin gibt es da keine Fernseher, keine Handys, keine Computer. Und Bilder sind für Kinder eben noch viel eindrucksvoller. Und wenn ich mein Kind beiseite nehme, nach dem Motto: "Ich muss dir etwas sagen ..." macht man es dann nicht noch größer? Noch wichtiger? Zumal es ja gar keine Handlungsmöglichkeit gibt, keine Warnung, keinen Schutz. Ich fürchte einfach, solche Nachrichten machen Kindern einfach nur Angst. Aber, wie gesagt, ich weiß es auch nicht.

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Freitag, 08.07.2011

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Dick und grün?

Wie soll man das verstehen?!? Ein Auto kann 12 oder 15 Liter verbrauchen und entsprechend CO2 hinten rauspusten und trotzdem ein grünes Öko-Label kriegen - nur weil es schwer ist?!? Und deshalb einen noch dickeren Motor braucht?!? Zum Beispiel wegen des völlig überflüssigen 4-Rad-Antriebs?!? Versteht das Jemand?

Oder ist das nur als netter Gruß in Richtung Ingolstadt, Zuffenhausen und Sindelfingen überhaupt zu verstehen?!? Damit sich die Cayennes und Q7s weiter flott verkaufen - obwohl sie erwiesenermaßen ökologisch nicht wirklich wertvoll sind?!?

Entschuldigung, aber da muss ich jetzt Mal ein paar Schadstoffe rauslassen. Ich fahre übrigens einen schnöden Kombi, 6 Liter Diesel auf 100 km, ein Auto für die ganze Familie. Geht natürlich auch noch besser, aber mitten in der Stadt in so einem Luxusgeländepanzer rumzufahren, das wäre mir echt peinlich.

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Freitag, 01.07.2011

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Warum erst jetzt?

Es war ein Professor aus Münster, der den E-HEC Schnelltest entwickelt hat. Der dafür gesorgt hat, dass dieser Test auch schnell genutzt werden kann. Warum passiert das dann nicht?

Warum wartet man tagelang, bis überhaupt Stuhlproben genommen werden, von 30 Kindern, die zusammen mit den drei nachweislich Kranken gegessen haben? Die Untersuchung selbst dauert ja lange genug. Und mit jedem Tag, den ein infiziertes Kind sorglos verbringt, steigt die Chance, dass es den Keim weitergibt. Es ist ja gerade das Tückische, dass Kinder offenbar häufig gar nicht krank werden, obwohl sie sich mit dem Darmkeim angesteckt haben. Fast alle Proben, die dann - spät - genommen wurden, sind positiv.

Das verstehe ich nicht. Da gibt es doch nichts abzuwägen. Es kostet nicht die Welt und schadet Niemandem, wenn man da untersucht, wo ein begründeter Verdacht besteht. Dann sollte man es bitte aus tun und zwar sofort.

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Mittwoch, 29.06.2011

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Es wird weiter gerettet

Große Erleichterung. Die Griechen haben es geschafft. Das Sparpaket ist durch, die Staatspleite abgewendet. Der Euro gerettet. Uff. Möchte man gerne denken.

Leider ist das "Ja" zum Sparpaket wohl allenfalls ein Anfang, jedenfalls noch nicht das Ende der Griechenland-Krise. Erstens fehlt einem ja ein bisschen das Vertrauen, mittlerweile, dass die Regierung die erhöhten Steuern dann auch wirklich eintreiben wird - erst recht wenn man sich die Proteste der Spargegner vor dem Parlament anguckt.

Und zweitens sagen Finanzfachleute: Jetzt ist erst Mal nur der große Knall verhindert worden. Das Sparpaket und der Hilfsfonds für Griechenland verschaffen den Griechen nur Zeit. Selbst wenn die ganzen Einsparungen und Zusatzeinnahmen tatsächlich, wie beschlossen, kommen - die Schulden werden damit noch nicht abgebaut, im Gegenteil: Sie steigen weiter.

Könnte sein, dass das Theater bald wieder losgeht, oder eben die griechische Tragödie.

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Freitag, 17.06.2011

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Gut gebrüllt, Kinder!

Kaum zu glauben, dass diese Geschichte noch gut ausgeht…Klasse! Was mich besonders freut: Dass die Kinder so selbstbewusst die richtigen Fragen stellen, im Büro des Landrats - und deshalb auch die entsprechenden Antworten kriegen.

Schön, dass sich jetzt Niemand mehr darüber streiten muss, ob und welche Kinder auf der Campingplatz-Wiese spielen dürfen. Versteht sowieso kein Mensch. Also, an der Stelle auch Mal Dank an den Landrat, dass er ausdrücklich von Kontrollen absehen möchte! Obwohl das bestimmt lustig geworden wäre …

Also: Hoffentlich habt ihr jetzt wieder mehr Spaß, in Krawinkel! Und vielleicht kann man ja die Anwohner mal zu einem gemeinsamen Grillfest einladen …?

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Dienstag, 14.06.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Einmal weit aufmachen, bitte! - die Tasche

Dies ist ein Kommentar der Redaktion:

Liebe Blog-Gemeinde!

Klasse, dass Sie Krawinkel (auch) noch auf dem Zettel haben! Dazu so viel: Wir sind dran! Ich habe die großspurige Ankündigung natürlich nicht ohne unseren Planungsredakteur gemacht. Der ist seitdem gut beschäftigt mit dem Thema ... Briefe, Telefonate, jetzt war der zuständige Landrat erst Mal noch im Urlaub. Die gute Nachricht ist: Morgen wird wieder gedreht, in Krawinkel. Und so viel darf ich schon verraten: Vielleicht geht doch noch was, mal sehen ... Wenn uns nichts Aktuelles dazwischen kommt, gibt's den Film dann am Freitag bei uns in der AKS!

Liebe Leute! Diesmal bin ich es wirklich, Susanne Wieseler - bis heute Abend!

Liebe Zahnärzte! Ich habe überhaupt Nichts gegen sie, im Gegenteil. Mein Zahnarzt ist super. Als mein kleiner Sohn mal dran war, hat er den erst eine Viertelstunde bespaßt und im Stuhl rauf und runter gefahren, bis Söhnchen den Mund aufmachen sollte - was dann dankenswerterweise auch geklappt hat. Die Rechnung belief sich - glaube ich - auf etwa 40 Euro. Außerdem hat er mir von Kronen auf gesunden Zähnen dringend abgeraten (aus ästhetischen Gründen ...), obwohl er daran ja gut verdient hätte.

Es gibt viele gute Zahnärzte und die sollen auch anständig verdienen. Aber das tun sie doch auch, augenscheinlich. Sprechen Sie mal mit einem Hotelier oder mit Besitzern von gehobenen Restaurants, was in Köln los ist, wenn sich die Zahnmediziner da zu Messen und Kongressen treffen. Alles restlos gebucht, im oberen Preissegment.

Also, wie viele Zahnärzte gibt es, die tatsächlich darben? Warum muss man da jetzt noch was aufschlagen? Denn die privaten Kassen haben ja vermutlich recht, haben ihre Erfahrung mit Zahnärzten und wissen, dass die eher am oberen Ende landen, wenn sie Spielraum haben, bei der Abrechnung. Also, für mein Gefühl passt das nicht in die Landschaft ... Sage ich jetzt mal so, auf die Gefahr hin, dass mein Zahnarzt das hier liest ...

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Freitag, 27.05.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Schreiend ungerecht

Also, da muss ich jetzt ja mal kurz den Glauben verlieren, an unsere Verwaltungen und Gerichte. Wieso gelingt es einer einzelnen Anwohnerin mit Umweg über die Bauordnung etwas zu verbieten, was nicht verboten werden darf: Spielende Kinder?!

Hat sich das mal Jemand angeguckt, vor Ort? Mal mit den Familien gesprochen? Mit den Besitzern dieser Wiese? Ich kann es nicht fassen. Als wir den Film - er war heute Nachmittag schon fertig - gesehen haben, bin ich erst Mal wutschnaubend mit der Kassette in der Hand raus gestampft und habe über den Flur geranzt. Da muss man doch noch mal ran, das geht doch so nicht ...

Aber ich musste mich gar nicht streiten. Der Reporter und unser Planer hatten die Idee auch schon ... Ich bin ja, zugegeben, parteiisch, als ausgewiesener Kinderfan. Aber so geht's doch wohl wirklich nicht?! Bin jedenfalls sehr gespannt, ob und wie die Sache weitergeht.

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Donnerstag, 26.05.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Sechs, setzen

Versetzen wir uns mal in die Lage eines Abiturienten oder erinnern uns wie das war. Wir sind gestresst, haben uns Tage und Abende mit entsetzlichen Kurvendiskussionen und Oktaedern um die Ohren geschlagen, wissen dass es jetzt darauf ankommt: Abi-Klausur in Mathe. Zerbrechen uns den Kopf über eine Aufgabe, die wir nicht verstehen, verzweifeln zwischenzeitlich. Bis irgendwann die Nachricht kommt: Ja, die Aufgabe war irgendwie tatsächlich ein Problem, sehen wir jetzt auch. Aber, liebe Abiturienten, ist ja nicht schlimm, ihr könnt nachschreiben. Also noch mal last-minute-lernen und mindestens eine schlechte Nacht. Und nachdem wir abgegeben haben, erfahren wir: Das wäre fast schon wieder schief gegangen.

Sorry, aber so geht's nicht. Klar machen Menschen Fehler. Aber bei einer Klausur für alle Abiturienten in einem Land mit 18 Millionen Menschen muss es doch möglich sein, dass einfach mehrere Menschen vorher drauf gucken, damit sowas eben nicht passiert. Doppeltes Netz und dreifacher Boden. Das hätten die Abiturienten - und auch die Mathelehrer - echt verdient.

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Dienstag, 24.05.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Böse Bakterien

Langsam wird es unheimlich. Wir kommen mit dem Lesen kaum nach, ständig neue Meldungen der Nachrichtenagenturen: Neuer Todesfall nach EHEC-Infektion. Noch mehr Betroffene auf der Internsivstation. EHEC jetzt auch in Bayern. Und unheimlich ist vor allem, dass man nicht weiß, wie diese vielen Menschen sich angesteckt haben. Salat? Erdbeeren? Rohmilch? Rohes Fleisch? Warum sind vor allem Frauen betroffen? Was soll man tun?

Waschen. Das Obst, den Salat, alle Küchenwerkzeuge. Und Rohes vom Rind eher mal ganz weglassen. Ich bin persönlich sehr weit entfernt vom panisch-werden, habe keinerlei Hang zum Hypochonder. Aber das Obst auf unserem Schreibtisch ist tatsächlich ordentlich gewaschen, sonst bin ich da nicht so gründlich. Und was passiert? Ich bin die einzige, die es isst. Der Kollege Bug - zugegebenermaßen sowieso eher auf Schokoriegel - macht spitze Finger. Hat auch das Knabbergemüse beim Mittagessen gleich ganz stehen gelassen. Männer. Ich knabber' jedenfalls weiter, solange bis mir offiziell davon abgeraten wird.

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AKS Blog

In diesem Blog stellen wir ein aktuelles Tagesthema zur Diskussion. Die Meinungen und Anregungen unserer Zuschauer geben uns wichtige Hinweise für unsere Arbeit, die wir auch in der Sendung gerne aufgreifen.

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