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Susanne Wieseler
Ich bin keine Juristin und ich habe die Patienten-Verfügung von August Umbreit nicht gelesen - so viel vorweg. Aber nach allem was ich weiß, kann ich nicht verstehen, warum August Umbreit nicht sterben darf.
Wenn das Problem darin besteht, dass die künstliche Ernährung als EINE Form der lebens-erhaltenden Maßnahmen (die ausdrücklich nicht gewollt sind!) nicht extra aufgeführt ist, dann frage ich mich, was wird denn da von den Patienten verlangt? Dass sie jeden erdenklichen tragischen Wechselfall mit der entsprechenden Versorgung ausschließen?
August Umbreit hat doch wohl deutlich gemacht, schriftlich und mündlich vor Zeugen, dass er nicht künstlich am Leben erhalten werden will. Und seine Frau und sein Sohn machen mit ihrem Engagement genauso deutlich, dass es ihnen um das Wohl des Mannes bzw. Vaters geht. Ich finde, ein Hospiz, das diese Menschen aussperrt, von dem geliebten, sterbenden Menschen fernhält, handelt falsch und macht anderen Menschen, die vielleicht auch Mal in die Situation von August Umbreit kommen könnten, Angst. Selbst wenn Margot Umbreit einfach den Schlauch durchgeschnitten hat.
Liebe Margot Umbreit, lieber Ralf Umbreit - ich wünsche Ihnen von Herzen Kraft und Erfolg!
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Schade eigentlich. Dass man sich nicht irgendwo beschweren kann, vielleicht eine Aktuelle Stunde beantragen, eine Kampf-Abstimmung fordern. Weg mit der Hitze! Ja, ja, natürlich, schon richtig und gut so, dass am Wetter keiner drehen kann, man würde sich sowieso nicht darauf einigen können. Wobei, 35 Grad plus "x" braucht eigentlich keiner ...
Also, wenn wir hier schon keine heiße Diskussion führen können. Vielleicht haben Sie ja eine Idee, wo man hin kann / soll / möchte bei dem Wetter. Ich überlege ernsthaft heute Nacht mit meiner Familie ein Keller-Camping zu veranstalten, da ist es wenigstens kühl, man erträgt sogar so was wie eine Decke ... Bessere Ideen? Her damit!
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Umsonst und draußen - mehr brauchen wir ja eigentlich nicht, in diesem Super-Hitze-Sommer. Ein Park, ein Handtuch, vielleicht noch ein Ball und ein Picknick - reicht doch eigentlich zum glücklich werden. Und wenn die Wiese noch am Fluss oder am Kanal liegt - dann ist das doch schon fast wie Ferien.
Leider ist umsonst und draußen spätestens nach zwei Wochen Super-Hitze-Sommer auch dreckig und vermüllt. Für alles, was öffentlich ist, fühlt sich keiner richtig zuständig und nach drei Bier und Einbruch der Dunkelheit, bleibt der Kram dan einfach liegen. Ätzend. Fast so schlimm, wie die Hunde-Tretmeinen auf jeder Wiese in der Stadt. Ich mag Hunde, aber offensichtliche Haufen als Einladung zum reintreten finde ich unter aller Kanone. Also bitte einfach mal ganz spießig aufräumen, machen wir ja zu Hause auch ...
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Es ist eigentlich egal, woran die Eisbärin Jerka gestorben ist und welche Krankheit Lars hatte - die Tierschützer haben schon recht: Die Eisbärenanlage in Wuppertal ist veraltet, da muss bald mal eine neue her. Als ich das letzt Mal da war, fand ich es auch ziemlich beklemmend: So große Tiere, so wenig Platz. Das gleiche gilt übrigens für die Elefanten.
Andere Zoos machen vor, wie es geht. In Gelsenkirchen leben die Tiere in Landschaften, Köln hat einen tollen, neuen Elefantenpark, in dem die Tiere nicht mehr den Pflegern unterworfen worden, sondern ihre eigene Herdenhierarchie aushandeln können - weil sie den nötigen Platz haben. Das ist jedenfalls wesentlich artgerechter als Elefanten, die Männchen machen. Und auch den Pinguinen geht es ja jetzt in Wuppertal offenkundig gut.
Ich finde Zoos toll und ich will auch, dass meine Kinder Eisbären erleben. Schon damit sie nicht nur wissen, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, was der Klimawandel bedeutet. Ich glaube auch nicht, dass man den Tieren etwas antut, wenn man sie einsperrt. Ein Bewusstsein für den Wert der Freiheit werden die meisten kaum haben. Außerdem erspart man ihnen immerhin das gefressen werden - oder verhungern ... Im Übrigen engagieren sich die meisten Zoos auch für die Arterhaltung vor Ort. Das heißt sie züchten nicht nur bedrohte Arten, sie kümmern auch auch - bespielsweise - um die letzten echten Wildpferde in der Mongolei.
Also: Zoos sind gut und richtig - aber sie müssen was tun und ihren Tieren eine halbwegs artgerechte Umgebung bieten. Es macht ja auch keinen Spaß, beim Besuch im Zoo offensichtlich gestörte Tiere beim stumpfen Kopf schwenken oder Hin- und Herlaufen zu zusehen.
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Es ist so weit!!! Endlich!!! Alle Fahnen am Platz, das Fässchen im Kühlschrank. Wir sind alle WM - in der Redaktion und bei uns zu Hause sowieso. Mit Fernseher, Grill und Tröte. Mit Mann und Maus.
Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich habe von Abwehrketten oder kompakten Mittelfeldern nicht den Hauch einer Spur einer Ahnung. Will ich auch gar nicht. Man muss ja auch nicht wirklich Fußball gucken, um die WM zu feiern. Man kann ja auch mit den Mädels auf der Terrasse hocken und durch die Tür spinxen, wenn es lauter wird - mit der Vuvuzela im Anschlag. Zum Jubeln sind wir dann jedenfalls alle live dabei. Und einige Modelle da auf dem Rasen in Südafrika sind ja auch so, dass man auch so gerne mal guckt ... als Frau und Fan.
Ich finds große Klasse, dass wir inzwischen seine Fenster in schwarz-rot-gold verhängen können und die Fingernägel entsprechend lackieren - ohne dass man schief angeguckt wird. Ich freu mich jedenfalls auf die Party - je schwarz-rot-goldener desto besser!!!
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80 Milliarden Euro. Wow. Da haben wir große Augen gemacht gestern. Ein Riesenbatzen Geld, der da gespart werden soll. Originalton Kanzlerin und FDP-Chef: "Einmalig. Kraftakt. Mammutaufgabe." Wenn es da also um historische Summen geht, dann sind ja ein paar Grausamkeiten vielleicht zu verschmerzen. Sollen wir denken. Keine Heizkostenzuschüsse und kein Elterngeld mehr für Hartz IV-Empfänger. Ja, das ist nicht schön, aber wenn es um das Große Ganze geht, muss das jetzt eben mal sein.
In Wahrheit sind diese historischen 80 Milliarden aber aufaddiert. Aufs Jahr gesehen, ist das wesentlich kümmerlicher. Da reden wir dann schon nur noch über 11 oder 12 Milliarden Euro. Und auch da steckt noch eine Menge Hoffnung drin. Ob bei der Bundeswehrreform wirklich 2 Milliarden rausspringen ist genauso wenig sicher, wie die Einsparungen bei Umschulungen. Die sollen ja nur noch als "Ermessensleistungen" bezahlt werden. Aber wenn es sinnvoll erscheint, eben sehr wohl. Und es waren ja hoffentlich bisher nicht alle Umschulungen sinnlos.
Und wenn das Ganze also dann doch eher klein-klein ist und uns nur irgendwie über die Schuldenhürde hievt, dann hätte es ruhig ein bisschen gerechter sein dürfen. Denn echte Kürzungen gibt es ja tatsächlich - fast - nur bei den Armen. Und was ich überhaupt nicht verstehe ist, warum man das unsinnige Mehrwertsteuer-Geschenk an die Hoteliers nicht einfach wieder kassiert hat. Das heißt, ich verstehe schon warum: Wegen der FDP. Aber mit gerecht oder sachgerecht hat das ja leider nichts zu tun.
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Es ist wirklich ein Ding. Eben haben wir noch über mögliche Steuersenkungen berichtet, jetzt schon über Steuererhöhungen. Mal wieder soll es die Mehrwertsteuer sein - und das Deutsche Institut für Wirtschaft hat eine schlanke 25 in die Diskussion geworfen. Wahnsinn. So wird es - zum Glück - nicht kommen aber zwei, drei Prozentpunkte Erhöhung könnten schon drin sein.
Frage: Wenn man mit Steuern steuern will, was soll es dann den Konsum zu besteuern? Wir sollen doch konsumieren! Und zwar gerade die schönen Glitzerdinge, die 19 Prozent Mehrwertsteuer kosten und nicht - ermäßigt 7. Auch diese Sortierung in "gute" (7 Prozent) und "böse" (19 Prozent) Waren ist im Übrigen Wahnsinn. Warum ist Tiernahrung, warum sind Trüffel und Rennpferde künstlich günstig aber Babywindeln dürfen ruhig den teuren Satz obendrauf kriegen?
Also wenn denn schon mehr Geld rein muss, vielleicht könnte man das ja gerechter hinbekommen und ein paar von den 7 % - Artikeln doch mit 19 % besteuern. Vielleicht alles außer Nahverkehr und Grundnahrungsmittel - für Menschen wohlgemerkt.
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Für wie blöd halten die uns eigentlich?! Die In Berlin. Ich bin eigentlich nicht so schnell dabei, wenn alle moppern über die bösen/doofen/verlogenen Politiker in Berlin. Aber da kommt man sich langsam wirklich "genatzt" vor. Punktum einen Tag nach der Landtagswahl bei uns in NRW stellt sich die Kanzlerin hin und sagt: Es gibt erst Mal keine Steuersenkungen.
Gut, das haben wir geahnt. Aber die FDP hat ja bis zuletzt immerhin noch das Gegenteil versprochen. Aber jetzt - genau eine Woche später - haben wir plötzlich eine Jetzt-aber-wirklich-ganz-eisern-sparen-Diskussion - ohne Tabus! Kita-Plätze, Steinkohlesubventionen, Programme für Arbeitslose - kann alles weg.
Aber noch schöner ist ja, dass hinter einer nur noch halbwegs vorghehaltenen Hand jetzt schon über Steuer-ERHÖHUNGEN gesprochen wird - da ist auch schon die Mehrwertsteuer im (Hinterzimmer-)Gespräch.
Da könnte man jetzt fast Angst bekommen, wenn man drüber nachdenkt, dass in nächster Zeit keine wichtige Wahl mehr ansteht ...
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Wie kommt das Dioxin ins Bio-Ei? Über das Futter - aus der Ukraine mit Zwischenstation in Holland. Ja, wo sind wir denn hier!? Da komme ich mir als Eier-Kunde aber - gelinde gesagt - verschaukelt vor.
Warum kaufe ich denn Bio-Eier, am besten vom Hühnerhof in der Umgebung - für teuer Geld? Weil ich weder Lege-Batterien finanzieren will, noch Lebensmittelrundfahrten durch Europa und natürlich auch, weil ich mich - und meine Kinder - gesund erhähren möchte. (Wir hatten heute alle Eier zum Frühstück: gekocht, gerührt, gebraten.) Aber das scheint ja auf ganzer Linie schief zu gehen.
Das Dioxin ist für mich nur der absolut üble Höhepunkt dieser Geschichte. Den Hintergrund - die Tatsache, dass da Futtermittel zweifelhafter Herkunft durch Europa gekarrt werden, um dann im Bio-Hühner-Stall zu landen - das finde ich fast genauso schlimm - und zwar weil es offenbar ganz normal ist.
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"Mir ist nicht ein Fall berichtet worden, in dem eine Entbindung gefesselt stattgefunden hat." Das hat Justiz-Ministerin Müller-Piepenkötter gestern bei uns in der Aktuellen Stunde gesagt - und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln.
Aber ganz offenkundig gab es Fälle, in denen Frauen vor und unmittelbar nach der Geburt angekettet wurden - in einem Fall auch nach einer schweren Geburt und zu einem Zeitpunkt, als die Frau noch eine Nadel im Arm hatte und eine Infusion bekam. Das hat uns eine Hebamme erzählt, die alles hautnah miterlebt hat. Ist das nun weniger schlimm, als eine Entbindung in Fesseln? Das kann ich nicht finden.
Passiert ist das ist noch zu rot-grünen Regierungszeiten - die Justizministerin muss sich also gar nicht verantwortlich fühlen. Aber der Umgang einiger Justiz-vollzugs-Bediensteter mit Schwangeren ist offenbar rüde und auch entwürdigend - auch jetzt noch. Da frage ich mich: Muss das sein? Auch Frauen, die straffällig geworden sind, haben doch wohl ein Recht darauf im intimsten Moment ihres Leben menschenwürdig behandelt zu werden.
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Es ist DAS Duell. Das einzige vor der Landtagswahl in knapp zwei Wochen. Und das erste, das live ausgestrahlt wird, 2005 gab es noch eine Aufzeichnung.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gegen SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft - das ist ein Duell, das diesen Namen verdient. Denn es geht für beide um alles - und es steht vorher unentschieden. Weder schwarz-gelb noch rot-grün haben eine Mehrheit in den Umfragen - und viele Wähler wissen noch nicht, wo sie am 9. Mai ihre Kreuze machen sollen.
Da sind 60 Minuten vor dem Fernseher prinzipiell ein gutes Angebot, eine Chance sich - ganz bequem - ein eigenes Bild zu machen. Sie werden alles geben, die Duellanten und ich bin schwer gespannt, wie sie sich schlagen - und wie Sie die Sache sehen, hier im blog!
Gucken Sie auch? Und ab 21.15 Uhr dann die Frage: Wer hat gewonnen?
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Das Wort PKW-Maut taucht irgendwo auf und schon geht das Geheule los: Autofahrer werden abgezockt - und das bei den Benzinpreisen! Da wird man ja arm, ich brauche mein Auto und zahle ja jetzt schon ohne Ende.
Stimmt, ich auch. Benzin, Steuern und so weiter. Und wahrscheinlich würde es für uns mit der Maut auch teurer, wir haben schließlich ein Auto - eine langweilige, günstige und verbrauchsarme Familienkiste übrigens. Aber immerhin kommen wir als Familie mit zwei berufstätigen Elternteilen und zwei aktiven Kindern mit einem Auto aus.
Aber jetzt mal unabhängig von meinem eigenen Portemonnaie finde ich den Vorschlag des Umweltbundesamtes gut. Überall zahle ich für das, was ich auch verbrauche. Warum soll das beim Autofahren anders sein? Die KFZ- und Mineralölsteuer decken die Kosten des Straßenverkehrs nichts. Aber warum sollen Bahn- oder Fahrradfahrer über ihre Lohnsteuer beispielsweise die Autobahnen finanzieren? Ein vierspurige Autobahnring um Köln ist ja wohl doch weniger allgemeinwohlförderlich als sanierte Schulgebäude, eine präsente Polizei oder genug Kita-Plätze.
Der Staat fördert mit der Pendlerpauschale das Modell: Im Grünen wohnen und jeden Tag in die Stadt juckeln und wieder zurück, reichlich unsinnig, finde ich. Wenn jeder Kilometer kostet, dann überlegt man sich das vielleicht zwei mal - und das wäre ja mal vernünftig. Und wenn die Maut auch noch hilft, Verkehrsströme zu lenken und den allmorgendlichen Dauerstau auf der A 40 zum Beispiel zu verhindern, umso besser! Dann kann ich mir überlegen, was es mir wert ist, über eine - verhältnismäßig freie - Autobahn zu fahren oder ab die Bahn dann nicht vielleicht günstiger ist.
Wenn wir da ernsthaft weiterkommen wollen, dann wird das ohne PKW-Maut nicht gehen.
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Nichts gegen "Liebeszellen" - auch Mörder sollen das Recht auf ein Sexualleben haben. Aber bitte nur dann, wenn nichts dagegen spricht - zum Beispiel die Sicherheit der Partnerin. Und da muss man dann bitte ganz genau hingucken. Aber das ist anscheinend nicht passiert, in der JVA Remscheid.
Ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger tötet während der Besuchszeit in einer sogenannten "Liebeszelle" seine Lebensgefährtin, offenbar ein Beziehungsdrama. Die Leiterin der JVA sagt: Wir hatten keine Anhaltspunkte dafür, dass es in dieser Beziehung Probleme gibt. Die Gewerkschaft Ver.di sagt: Die Justizvollzugsbediensteten hatten diese Anzeichen sehr wohl. Und dann die große Frage: Warum ist der Mann offenbar nicht auf Waffen dursucht worden, als er in den Besucherraum kam, das ist immerhin Vorschrift.
Bleibt der Eindruck, als würde da einfach nicht so genau hingeguckt. Und das wäre dann allerdings dramatisch. Eine Frau ist tot.
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Deutschland diskutiert und Gerichte verhandeln über den Pflege-TÜV. Betreiber von Alten- und Pflegeheimen wehren sich gegen schlechte Bewertungen durch die Krankenkassen im sogenannten Pflege-TÜV. Das könne das wirtschaftliche Aus bedeuten. Da sage ich: Ja, natürlich, so soll es ja auch sein! Natürlich muss jeder die Möglichkeit haben, sich zu verbessern. Aber so ein Prüfbericht ist doch die einzige Chance, die wir haben, wenn wir nach einem guten Heim suchen.
Wir berichten heute über gleich zwei Fälle, in denen Pflegeeinrichtungen - sagen wir zumindest - falsch reagiert haben. In Oerlinghausen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine Altenpflegerin wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge. Eine 70-jährige Fraum, die in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen lebt, hatte den Notruf betätigt, es kam aber niemand. Am nächsten Tag wurde die Frau tot in ihrer Wohnung gefunden. Und dann die Geschichte von Herrmann Döll, der nach ein paar Tagen in Kurzzeitpflege mit einem unerklärlichen Oberschenkelhalsbruch und dehydriert im Krankenhaus landete.
Jeder dieser Fälle macht Angst. Allen, die Angehörige haben, die gepflegt werden müssen - und erst recht denen, die darüber nachdenken, selbst in eine Pflege-Einrichtung zu ziehen.
Da hilft leider auch der Pflege-TÜV nur bedingt, aber er ist immerhin ein Anfang, eine Chance sich zu orientieren.
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10 bis 15 Euro im Monat kostet die Pille. Im Hartz IV-Satz sind etwa 13 Euro pro Monat vorgesehen - für sämtliche Gesundheitskosten! Wer von Hartz IV lebt, kann sich die Pille nicht leisten. Punkt. Oder kann man ernsthaft verlangen, dass eine Hartz IV-Empfängerin sich die Pille vom Munde abspart? Klares Nein von mir. Gut, Kondome sind billiger - aber auch umständlicher und vor allem unsicherer.
Sex ist Privatsache, natürlich. Aber andersrum kann es doch nicht sein, dass es dem Staat egal ist, ob eine Frau sich Verhütung leisten kann - wenn aber daraus eine ungewollte Schwangerschaft entsteht, dann wird eine (legale) Abtreibung bezahlt! Denn so ist es. Nicht dass ich unterstellen will, dass Frauen "es darauf ankommen lassen" und im Zweifel eben zum Abtreiben in die Klinik gehen. Das macht sicher keine Frau ohne Not. Aber es gibt eben auch diese andere Not: Sich Verhütung nicht leisten zu können.
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Er schweigt weiter, der Papst. Obwohl er gestern Gelegenheit gehabt hätte, beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz, ein paar Takte zu sagen, zu den Missbrauchsfällen in katholischen Schulen und Gemeinden. Es wird Zeit - das sagen jetzt nicht mehr nur Kirchen-Kritiker - sondern auch Interne. Die katholische Jugend fordert heute ein klares Wort des Papstes.
Und wieder ein neuer Fall: Ein Priester aus Münster quittiert den Dienst. Da denkt man erst Mal: Immerhin, da wird einer von sich aus aktiv und wartet nicht auf neue Enthüllungen oder Anzeigen. Die Begründung klingt dann wieder etwas merkwürdig. Der Priester sagte, er habe sich an "längere Zeit zurückliegende Vorfälle mit Jugendlichen" erinnert. Das klingt reichlich verschwurbelt, nicht wirklich nach Aufklärung.
Also, auch ich finde nach wie vor, da ist jetzt mal der Papst gefragt - und ich bin ganz angenehm überrascht, über Ihre Klasse-Kommentare im blog! Wir sind uns ja im Kern - fast - alle eher einig: jetzt ist Benedikt XVI. dran - wenn auch in ganz unterschiedlichen Ausprägungen.
Was Alfred Heßken schreibt, kann ich nicht nachvollziehen, ich finde das nichts zu tun mit "im Dreck wühlen", was wir Journalisten tun. Der Dreck ist eben einfach da.
Und auch zu Getrud ein Wort: ich finde eben nicht, dass hier "kollektiv alle verantwortlich" gemacht werden. Dann dürften wir ja alle unsere Kinder nicht mehr in die Kirche lassen ... Aber der Papst ist eben derjenige, der an der Spitze steht.
Alfred, Sie haben natürlich recht, der Papst kann sich - wie jeder Mensch - nicht entschuldigen, sondern allenfalls um Entschuldigung bitten. Und vielleicht hilft alleine das den Opfern schon ein kleines bisschen ...
Spannend zu lesen fand ich gerade auch Ihre - teilweise ja wirklich haarsträubenden - Erfahrungen beim Thema Taufe, Kindergarten, Hochzeit unter dem Dach der katholischen Kirche.
Klasse, dass wir hier im blog mittlerweile eine communitiy haben, die sich auf so hohem Niveau streitet!
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Natürlich wüsste man gerne, ob Benedikt XVI. - als er noch Joseph Ratzinger war - Bescheid wusste. Ob ihm klar war, dass ein Priester aus Essen, der hier Jugendliche missbraucht hatte, in München gleich wieder in einer Gemeinde eingesetzt wurde. Mit der Folge, dass er sich in Bayern wieder an Jugendlichen vergangen hat - und auch verurteilt wurde.
Was Ratzinger wusste, was Benedikt weiß, dass wird wohl nicht zu klären sein. Womöglich war das damals auch einfach keine große Sache und er erinnert sich noch nicht mal - wenn es überhaupt etwas zu erinnern gibt, wohlgemerkt.
Was ich aber - grob gesagt - skandalös finde, ist die Tatsache, dass dieser Priester offenbar immer noch in einer Gemeinde arbeitet - ein Wiederholungstäter! Und da geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern um erzwungenen Oralverkehr.
Und was ich genauso wenig verstehe ist, warum Papst Benedikt XVI. sich nicht endlich entschuldigt. Da ist so vielen Menschen so viel Leid angetan worden. Und die Täter waren eben katholische Priester.
Meine Tochter geht in diesem Frühjahr zur Erstkommunion. Wir freuen uns darauf - das wäre aber noch etwas ungetrübter, wenn der Papst jetzt mal deutliche Worte fände.
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Da kann man sich mal mit ganzem Herzen anschließen. "Absolut unerträglich" nennen es die Richter, was Christoph Broelsch sich bei einigen seiner Patienten geleistet hat. Und das Urteil ist auch entsprechend deutlich: Drei Jahre Haft, da ist eine Bewährung nicht möglich.
Unerträglich, dass Broelsch todkranken Patienten erst erklärt hat, dass eine Operation dringend notwendig sei, die aber nur zeitnah stattfinden könne, wenn diese verzweifelten Menschen 5.000 Euro "spenden". Das ist für mich eher noch schlimmer als ein Bankraub mit vorgehaltener Waffe. Hier waren Menschen ja auch nicht weniger als mit dem Tode bedroht. Genauso unerträglich ist aber, dass Broelsch sich keiner Schuld bewusst ist. Zu Beginn des Prozesses hat er gemeint, die Vorwürfe hätten das "Niveau von Karl-May-Geschichten". Besonders unerträglich der Hinweis von Broelsch, er könne ja nichts dafür, dass es in Deutschland Privatpatienten und Kassenpatienten gebe, bei ihm seien die Kassenpatienten eben zu einer Spende aufgefordert worden.
Was glaubt dieser Mann wer er ist? Ein sehr guter Chirurg, ein Transplantations-Spezialist, früher Leibarzt von Johannes Rau - alles richtig. Aber wie kann Jemand so abgehoben sein!? Hunderte Zeugen haben vor Gericht ausgesagt. Dass Broelsch verlangt hat: "Ich brauche die Knete aber vor der Operation". Dass er zwar einer Ratenzahlung zugestimmt habe, aber dazu sagte, dass die zweiten 5.000 Euro auch fällig würden "wenn der Patient auf dem Tisch bleibt." Dass er Chefarzt-Honorare verlangt, obwohl er gar nicht selbst operiert hat. Und einiges mehr.
Und dieser Mensch sitzt da mit seiner unerträglichen Arroganz und bestreitet das Alles. Jemand, der so kaltschnäuzig ist, kann letztlich auch kein guter Arzt sein. Insofern verstehe ich die Menschen nicht, die ihn als "medizinische Kapazität" verteidigt haben - Kollegen, aber auch Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Was dieser Chefarzt getan hat ist schlicht kriminell - und es lässt einen nachdenklich werden. Was ist da eigentlich los, in so einer Uni-Klinik, dass Jemand so weit, so hoch abheben kann? Wie konnte das jahrlang gut gehen? Warum haben andere da offenbar zugesehen, sowas muss doch auffallen? Warum haben Patienten sich nicht früher getraut aufzumucken? Eine solche Arroganz, wie bei Christoph Broelsch, wird sicher auch genährt und bedient. Hoffentlich trägt dieses Urteil dazu bei, auch noch den letzten weißen Halbgott wieder auf Normalmaß schrumpfen zu lassen.
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17 Mitarbeiter einer diakonischen Einrichtung sollen behinderte Kinder misshandelt haben. Jetzt, hier, bei uns. Ich kann das nicht fassen. Kinder, die autistisch oder verhaltensauffälig sind, die Hilfe brauchen und besonderes Zuwendung und die deshalb in einer diakonischen Einrichtung leben - diese Kinder werden ausgerechnet von denen, die ihnen helfen sollen: Pädagogen und Psychologen, schändlich misshandelt - jedenfalls ist das der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Aber weil die mutmaßlichen Täter von allem auch noch Hunderte Videos gedreht haben, ist es wohl eher ein starker Verdacht.
Dass es Verbrecher gibt, kranke Seelen, Sadisten, das weiß ich natürlich. Aber wie kann es passieren, dass 17 Fachkräfte die Kinder einer ganzen Einrichtung misshandeln - sie fesseln, über Tage einsperren, ihnen als Strafe nichts zu Essen geben. Kinder, die ohnehin so schwere Probleme haben, dass sie nicht bei ihren Familien leben. Und die Misshandlungen hatten offenbar Methode, wurden als "Therapiemaßnahmen" ausgegeben, sogar ín Hunderten Videos gefilmt.
Warum gibt es da keinen, der sagt: Moment mal! Was macht ihr da? Warum hatte nicht einer von den 17 Mitleid? Haben die alle keine Gefühle, kein Gewissen - und keine Freunde oder Ehefrauen, die irgendwas mitbekommen? Wie gesagt, dass es Verbrecher gibt und kranke Seelen, das ist mir schon klar. Aber wie sowas im großen Stil in einer öffentlichen Einrichtung mit Fachpersonal und derart wehrlosen Opfern passieren kann, das verstehe ich nicht. 17 Beschuldigte - da kann man den Glauben an die Menschheit verlieren.
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Ich lebe gerne in Köln. Ich mag diese Stadt. Und ich brülle Karneval auch die einschlägigen Bekenner-Lieder mit. Aber langsam wird es peinlich. Köln steht ja schon lange bundesweit in dem Ruf, unter Wert regiert zu werden, der Kölner Klüngel ist Legende, Palermo liegt am Rhein. Aber jetzt kann man das langsam wirklich keinem mehr erklären.
Wir haben einfach nicht alle Bügel im Beton. Das an sich ist schon nicht zu verstehen. Das sollen wirklich "nur" ein paar Bauarbeiter gewesen sein, die das Zeug zum Materialpreis an einen Schrotthändler verhökert haben, 80 Prozent aller Eisenbügel? Schwer zu glauben. Aber so richtig unangenehm finde ich das Krisen-Management. Man erfährt offiziell nichts Genaues, aber alle Nase lang kommt irgendein neues, peinliches Detail ans Licht. Unterm Strich weiß ein Jahr nach dem Stadtarchiv-Einsturz immer noch keiner, warum das passiert ist.
Und jetzt Mal wieder so ein Highlight: Gestern Nachmittag blinkt uns in der Redaktion die Eilmeldung an: Die U-Bahn-Baustelle Heumarkt wird heute Mittag um 12 geflutet. Und eine halbe Stunde bevor es so weit sein soll, dann das Kommando zurück. Wie stark der Grundwasserpegel steigt, das muss doch für ein paar Stunden im Voraus absehbar sein? Und warum ist vorher Niemand auf die Idee gekommen, noch schnell eine Zwischendecke einzuziehen, wenn das jetzt plötzlich die Lösung ist.
Das alles verstehe wer will. Aber dass sich das ganze Land über uns lustig macht, ist kein Wunder. Ist ja auch wirklich unterirdisch.
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Ja, dieser Rücktritt ist absolut honorig, aber ich finde es trotzdem jammerschade, dass Margot Käßmann geht. Ja, sie hat einen bösen Fehler gemacht, aber ist das nicht auch menschlich? Margot Käßmann ist Bischöfin - aber doch keine Heilige. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Nein, ich persönlich bin noch nie volltrunken Auto gefahren, aber ich finde es trotzdem irgendwie verzeihlich, wenn man damit "richtig" und gut umgeht in der Öffentlichkeit. Natürlich kann man über 1,54 Promille nicht kommentarlos hinweg gehen, verlangt das eine Erklärung, eine Entschuldigung. Aber muss denn ein Vorbild immer makellos sein? Margot Käßmann war immer nahbar, geerdet, menschlich - das zeichnet sie aus. Sie hat offen über ihre Krebserkrankung und ihre Scheidung gesprochen. Und sie hat das durchgestanden. Ich hatte gehofft, dass sie das hier auch durchstehen würde - durchstehen, nicht aussitzen. Auch wenn Margot Käßmann selbst sagt, heute Nachmittag, sie könne jetzt nicht mehr mit der nötigen Autorität auftreten. Was hat ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr mit ihrer Promille-Fahrt zu tun? Genauso wenig wie ihre Scheidung ihre Eignung als Bischöfin in Frage gestellt hat. Aber vielleicht ist es dann doch zu schwer zu ertragen, wenn demnächst jeder Depp über die betrunkene Bischöfin herzieht. Vielleicht wollte sie sich und ihre Familie schützen. Das wiederum könnte ich sehr gut verstehen. Und trotzdem: Es ist jammerschade, dass diese Frau nicht mehr öffentlich mitredet.
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Die Piloten streiken und keiner merkts so richtig. 4.000 Piloten bleiben am Boden und trotzdem kein Chaos an den Flughäfen. Die Lufthansa ist einigermaßen zufrieden. Die Piloten-Gewerkschaft kann es eigentlich nicht sein. Wie soll man Druck machen, wenn es keinen Leidensdruck gibt. Die Piloten sagen: Wartet ab, das ist erst der Anfang. Klingt, als ob wir den Streik doch noch richtig zu spüren bekommen sollen.
Und da erinnern wir uns mit Schrecken an den letzten Piloten-Streik vor neun Jahren. Chaos an den Flughäfen, weil die Piloten unverschämte 35 Prozent mehr Geld haben wollen. 10 sind es dann immerhin geworden. Ganz schön üppig.
Aber diesmal liegt die Sache ein bisschen anders. Die - zugegeben - gutbezahlten Piloten haben Angst um ihre Jobs. Lufthansa-Töchter machen es jetzt schon vor: Die Arbeit wird ins Ausland verlagert - geht ja auch ganz gut, rein praktisch, bei einer Fluggesellschaft. Die Forderung nach mehr Geld in den Tarifverhandlungen ist eher Verhandlungmasse, um durchzusetzen, dass die Lufthansa und ihre Töchter im Ausland genauso bezahlen, wie hier.
Dafür habe ich dann schon ein gewisses Verständnis ... und außerdem ist Bahn fahren eh besser fürs Klima.
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Es ist gut gemeint, es ist gut nachzuvollziehen, aber es ist keine Hilfe. Das ist die Antwort, die Paare bekommen, wenn Sie sich für die Adoption eines Kindes aus Haiti interessieren. Und das ist natürlich erst Mal hart. Wenn ich kleinste Kinder sehe, die offensichtlich allein gelassen, traumatisiert, hungrig und durstig auf der Straße sitzen, in Haiti, dann weiß ich: Bei mir hätte es so ein Kind besser.
Richtig. Und trotzdem falsch. Natürlich kann man jetzt auf die Bürokratie schimpfen und sich beklagen, dass ein Adoptionsverfahren zwei Jahre dauern kann und noch dazu teuer ist. Aber was ist die Alternative? Es kann doch keine Organisation ernsthaft Kinder in Haiti von der Straße auflesen, sie in ein Flugzeug packen und dann in Deutschland an adoptionswillige Paare verteilen. Das wäre im Einzelfall möglicherweise gerade nicht das Beste für ein Kind. Was, wenn die leiblichen Eltern doch noch leben, oder die Tante, die Geschwister? Und es kann für ein Kind durchaus ein - zusätzliches - Trauma sein, die Heimat zu verlieren, aus allem rausgerissen zu werden.
Und natürlich müssen auch die Paare, die ein Kind adoptieren wollen, abgeklopft werden. Haben sie sich das reiflich überlegt? Schaffen sie es wirklich, ein traumatisiertes - vielleicht deshalb auch schwieriges Kind - in die Familie aufzunehmen, wie ihr eigenes?
Auich wenn es auf den ersten Blick kaltherzig aussieht, aber es ist schon richtig, wenn die Adoptionsstellen jetzt erst Mal "nein" sagen, wenn es um eine schnelle Adoption geht. Auch wenn es kaum auszuhalten ist, wie die Kinder in Haiti leiden.
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Eine Parteispende in Höhe von 1,1 Millionen Euro - das ist auch für die FDP ein Riesenbatzen, eine der höchsten Spenden in der Geschichte der Partei. Das Geld kommt von einer Firma, die August Baron von Finck gehört. Einer der reichsten Deutschen, die Familie ist Haupteigentümer der Mövenpick-Kette, mit 14 Hotels in Deutschland.
Die FDP, die mit der großzügigen Spende bedacht wurde, beeilt sich nach der Wahl eine Mehrwertsteuersenkung durchzusetzen für Übernachtungen. Und es ist eine deutliche Senkung von 19 auf 7 Prozent. Hat der Mövenpick-Mitinhaber sich diese Steuersenkung erkauft, mit seiner Spende? Ganz so platt ist es sicher nicht. Aber vielleicht war es noch eine kleiner Schubs in diese Richtung.
Wenn alles so harmlos ist, wie die FDP tut, warum wurde die Spende dann über verschiedene Firmen aus dem Finck'schen Imperium verteilt. Das ist eben nicht transparent. Da mussten erst Journalisten aufwändig recherchieren, um zu erfahren, dass das Geld von einem Hotelier kommt.
Und wer brauchte dieses Hoteliers-Begünstigungs-Gesetz? Nach allem was man weiß, sind die Preise für Übernachtunen nicht entsprechend gesunken, die Hoteliers haben das Geld also einfach eingesackt. Warum diese teure Steuersenkung in Zeiten der Finanznot? Ob wir Arbeitnehmer tatsächlich in den Genuss der versprochenen Steuersenkung kommen, ist ja gerade eher unsicher. Aber für die Hoteliers war Geld da.
Das ist es, was ich ärgerlich bis skandalös finde.
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Es ist - zugegebenermaßen - ein Luxusproblem, aber trotzdem ein ernstes. Was fange ich mit meinem Geld an? Das gesparte, geerbte, der ausgelaufene Bausparvertrag. Zur Bank tragen? Nach allem was wir aus der Finanzkrise gelernt und in Studien über skrupellose Bankberater gelesen haben, werden wir da doch ein bisschen vorsichtiger. Zinsen gibt es zur Zeit ja praktisch sowieso nicht und auf echt riskante Investments hat wohl kaum jemand richtig Lust.
Und dann geistert da auch noch die Angst vor der Inflation rum. Die Zentralbanken schießen unfassbare Mengen Geldes in "die Märkte" - wie das immer so schön heißt. Viel Geld im Umlauf heißt ja wohl: Inflation. Also am besten vielleicht Immobilien kaufen, Betongold. Macht man nix falsch. Macht man leider schon. Immobilienmakler sind nicht wirklich vertrauenswürdiger als Bankberater. Letztlich wollen uns alle nur irgendwas verkaufen und haben eigene Interressen. Und wenn uns im Interview ein Auktionator erzählt, dass er sich wundert, wie viele Häuser in der Versteigerung über Wert verkauft wurden, auch - wörtlich - "Schrottimmobilien" - spätestens dann ist klar: Es ist nicht alles Betongold, was glänzt.
Es hilft nichts, man muss sich selber schlau machen, und am besten unabhängig beraten lassen. Und wenn Ihnen jemand mit "Achtung, Inflation!" kommt: Dann aber erst recht Vorsicht. Vorraussetzung für eine Geldentwertung ist eine Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Und davon sind wir nun wirklich weit entfernt ...
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Was für ein tolles, neues Spielzeug! Radarfallen, die über drei Spuren hinweg blitzen, im Tunnel, in der Kurve. Dann hocken die Dinger auch noch im Gebüsch, wo man sie nicht sieht. Und Radarwarner erkennen die neuen Fallen natürlich auch nicht. Also, keine Chance mehr, den Blitzern zu entgehen. Erster Impuls: Schon wieder eine neue Abzocke ....
Aber es kommt eben sehr drauf an. Es gibt sie, die Kurven, in denen es immer wieder kracht, in denen Menschen sterben, weil sie - oder noch schlimmer: andere - viel zu schnell fahren. Ich ärgere mich natürlich auch, wenn ich geblitzt werde. So richtig teuer wird es aber bei mir nie, weil ich prinzipiell nie mehr als 20 Stundenkilometer zu schnell fahre - auch wenn auf der Straße oder der Autobahn alles total übersichtlich und frei ist. Aufregen kann ich mich aber über die Raser in der Tempo 30 - Zone rund um die Grundschule bei uns in der Straße.
Kann ja sein, dass die Polizei und die Städte sich diese tollen, neuen Blitzgeräte auch deshalb kaufen, weil man damit unterm Strich Geld verdienen kann. Aber deshalb ist es trotzdem richtig. Wer rast, riskiert nicht nur sein eigenes Leben. Und wer nicht von selbst drauf kommt, dass das keine gute Idee ist, der soll eben zahlen. Auch in der Kurve und im Tunnel.. ,
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Da haben mehr als Tausend Angehörige des öffentlichen Dienstes - wie das immer so schön gespreizt heißt - doppelt Kindergeld abgegriffen. Das ist natürlich mindestens dreist und vielleicht Betrug, das werden die Gerichte klären. Die spannende Frage dahinter ist ja: Wieso geht das überhaupt - und wieso ist es offenbar zehn Jahre lang nicht aufgefallen?!
Weil sowieso keiner durchblickt. Selbst Insider wissen nicht ganz genau, wie viele Stellen es eigentlich gibt, die Kindergeld auszahlen. So um die 12.000 sollen es sein - nur für den Öffentlichen Dienst! Plus 102 Familienkassen für Alle. Entschuldigung, aber das ist doch ein Witz?! Wieso gibt es überhaupt Extra-Kassen für öffentliche Bedienstete? Und warum so viele? Und wie arbeiten die eigentlich? Vielleicht noch mit Karteikarten im Kästchen, so dass es nicht auffällt, wenn ein und dasselbe Kind bei zwei Kassen geführt wird? Wie wäre es denn mal mit Computern und Datenabgleich?
Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele öffentliche Bedienstete in diesen - circa - 12.000 zuständigen Ämtern damit beschäftigt sind Kindergeld auszuzahlen - und es klappt trotzdem nicht. Das schockiert mich wirklich, ich dachte da wären wir weiter ....
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Das macht Angst: Ein Mörder und ein Geiselgangster auf der Flucht, vermutlich hier in NRW. Zwei Männer, die bewaffnet sind, nichts zu verlieren haben und vermutlich zu allem bereit. Eine Großfahndung läuft, die Polizei tut alles - das glauben wir gerne. Aber wir fragen uns natürlich auch: Warum konnten die beiden überhaupt ausbrechen. Zwei Männer, die zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt sind, ein Mörder und ein Geiselgangster, von denen man weiß, dass Sie vor nichts zurückscheuen. Die Justizministerin sagt: Der Fehler liegt nicht im System, es war wohl ein einzelner Wärter, der den beiden geholfen hat. Der Mann ist festgenommen worden. Aber wir wissen auch: Die JVA Aachen ist zwar modern, gilt als besonders sicher - gerade deshalb sitzen hier die besonders schweren Jungs - aber das Gefängnis ist auch überbelegt. Und die Bediensteten in den JVAs - die Wärter - sagen schon lange: Das ist kaum noch zu bewältigen. Gerade in Aachen seien die Beschäftigten in der JVA völlig überlastet, hoher Krankenstand, viele Überstunden. Kein Systemfehler? Ich wäre mir da nicht so sicher. Was meinen Sie? Oder kennen Sie die Verhältnisse in unseren JVAs vielleicht sogar? Das würde uns interressieren!
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Das Kinderhilfswerk ist eigentlich nicht dafür bekannt, dass es sprachlich "drauf haut", aber heute musste es mal sein. Bei der Vorstellung des Kinderreport 2009 sagte der Präsident des Hilfswerkes: Das geplante Betreuungsgeld der Bundesregierung sei "ein Schmarrn". Danke für das deutliche Wort. Man muss gar nicht über Flachbildschirme im Kinderzimmer polemisieren oder Eltern, die das Betreuungsgeld in die Kneipe tragen. Aber warum investiert der Staat in Betreuungsangebote und gleichzeitig zahlt er eine Belohnung, wenn Eltern diese Angebote nicht wahrnehmen? Und den wirklich armen Kindern hilft das Geld eh nicht, weil es wohl auf die Hartz IV-Bezüge angerechnet wird, genau wie das Kindergeld. Deshalb haben die drei Millionen armen Kinder in Deutschland auch nichts von der Erhöhung des Kindergelds.
Und dann sagt der Report auch, wo das Geld gut angelegt wäre. In die Förderung von Kindern, die in der Schule nicht gut mitkommen nämlich und denen keiner eine Nachhilfestunde bezahlt. Denn das ist die wahre Ungerechtigkeit: Dass Kinder aus Akademikerfamilien eine sechs mal höhere Chance haben, Abitur zu machen, als alle anderen. Bildung und damit die Möglichkeit vernünftig zu verdienen wird quasi vererbt - oder eben auch nicht, weil individuelle Förderung Privatsache ist in Deutschland. Wenn wir alle wissen, dass Kinder unsere Zukunft sind und Bildung die beste Investition - warum handeln wir nicht einfach danach!
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Das war's dann, für Münte. Seit heute Abend ist er nicht mehr Vorsitzender der SPD und wir werden bedeutend weniger von ihm sehen und hören. Schade eigentlich. Natürlich, er ist 69 Jahre alt, die SPD muss sich verjüngen. Ja, die SPD hat bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren, dafür muss ein Parteivorsitzender gerade stehen. Aber mir wird er fehlen. Zitat aus seiner Abschiedsrede heute: "Wie es auch weitergeht ... ich bin dabei. Ich bin Sozialdemokrat. Immer. Glückauf, liebe Genossinnen und Genossen." Da war es wieder, das Münte-Stakkato, kurz, klipp und klar. Man muss nicht die SPD gewählt haben, um Münte zu mögen. Dafür, dass er aus der Politik heraus gegangen ist, um seine todkranke Frau zu pflegen, dafür dass man immer wusste, wofür er steht. Und dafür, dass er heute eine versöhnliche, selbstkritische und kämpferische Rede gehalten und nicht öffentlich mit seinen Gegnern abgerechnet hat. Ganz am Schluss sagt er: "Es war mir ein Vergnügen." Mir auch. Und wie geht es Ihnen? Werden Sie den Sauerländer "Münte" vermissen, an der Spitze der SPD? Oder war es jetzt mal Zeit? Würde mich interessieren.
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Der Problem-Panther aus der Eifel. Keiner hat ihn je richtig gesehen, aber er geistert durch das deutsch-belgische Grenzgebiet und durch die Köpfe der Menschen. Wer hat ihn gesehen, wo und wann? War es in diesem oder jenem Fall vielleicht eher ein Hund. So weit, so spannend. Was ich nicht so ganz verstehe ist, warum das Tier jetzt erschossen werden soll. Es hat ja buchstäblich Niemandem was getan. Man hat nicht mal Kadaver von gerissenen Tieren gefunden. Wer Angst hat vor dem Panther - obwohl wir als Menschen mit Sicherheit nicht in sein Beuteschema passen - der kann sich doch aus der fraglichen Ecke raushalten, finde ich. Dass da eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht - wie der Bürgermeister von Malmedy meint - ist doch wohl eine Umdrehung zu viel ... Also, liebe Jäger, versucht es doch bitte erst Mal mit Lebendfallen oder mit einem Betäubungsgewehr.
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Man muss es nicht so hart ausdrücken, wie der Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky. Zitat: "In der Unterschicht wird das Geld vom Staat versoffen" ...das Betreuungsgeld manifestiere "die Chancenlosigkeit der Kinder" und mache "das Leben bildungsferner Schichten komfortabler". Aber Recht hat der Mann trotzdem, finde ich. Die 150 Euro Betreuungsgeld im Monat, eine Idee der CSU, gedacht als Prämie für besonders fürsorgliche und mütterliche bayerische Hausfrauen, kann in den berühmten "bildungsfernen Schichten" eine Katastrophe sein. Denn gerade da, wo es eng ist, wo die Verhälntnisse schwierig sind, ist es doch ein Segen, wenn die Kinder - auch und gerade die kleinen - in die Kita gehen, wo sie gefördert werden, (gutes) deutsch sprechen, Regeln lernen, Freunde finden und auch Geborgenheit. Stattdessen gibt es Geld obendrauf, wenn die Kinder zu Hause hocken, in ihren - leider oft auch schwierigen - Familien. Wenn die Mütter überfordert sind, die Väter alkoholkrank oder wenn zu Hause kein deutsch gesprochen wird - gerade dann wären die Kinder in der Kita wirklich besser aufgehoben. Und gerade in solchen schwierigen Familien sind 150 Euro oft eine Menge Geld sind - und so wird da einfach ein falscher Anreiz gesetzt. Ich habe Kinder erlebt, in der Kita meines Sohnes, die sprachen kein Wort deutsch, als sie dort angefangen haben, zwei Jahre später haben sie geplappert wie alle anderen, sind später mit den gleichen guten Deutsch-Kenntnissen und ersten Lern-Erfolgen in die Schule gekommen, wie ihre hier geborenen Freunde aus dem Kindergarten. An meinem Sohn selbst habe ich erlebt, wie seine soziale Kompetenz gewachsen ist, in der Kita. Vernünftig wäre es, Kita-Plätze auszubauen und kostenlos anzubieten, um allen Kindern eine gute Bildung von Anfang an zu ermöglichen. So würde das Geld in die Kinder investiert. Wenn man es den Eltern gibt, kann man sich tatsächlich nicht sicher sein, wo es landet.
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Der Zölibat. Sperriges Wort für ein noch viel schwierigeres Thema. Meine Tochter geht jetzt zum Kommunionunterricht, sie ist getauft, wir sprechen gelegentlich über Gott, sie hat Religions-Unterricht in der Schule. Trotzdem haben wir lange und heftig darüber diskutiert, auch mit anderen Eltern. Denn ganz oft stellen wir uns die Frage: Wie erkläre ich's meinem Kinde. Nicht den lieben Gott, oder die Geschichte von Jesus, die christlichen Werte. Das schwierige ist die offizielle, katholische Kirche. Mir fehlen die Worte, wenn ich - wem auch immer - erklären soll, warum Priester nicht heiraten, keine Familie haben dürfen. Mir leuchtet nicht ein einziges Argument ein. Es muss ja nicht so schlimm kommen wie im Münster-Tatort gestern. Dass ein Priester-Kind zum Mörder wird - aber bemerkenswert ist immerhin, dass man als Zuschauer das Motiv bestens nachvollziehen kann. Dieser Mörder war ein Opfer, ein Opfer des Zölibats. Das war die Botschaft dieses Krimis, den fast 10 Millionen Menschen gesehen haben. Mord und Totschlag sind sicher selten, aber Leid und Drama, das gibt es tausendfach. Priester, die darunter leiden, dass sie ihre Sexualität nicht leben dürfen; Frauen, die heimlich Priester lieben und sich verstecken müssen; Priesterkinder, die keinen Vater haben dürfen. Oder eben, Männer, wie Johannes Wendeler aus unserem Film, die ihren Traumberuf nicht ausüben können, die nicht Priester sein dürfen, weil sie eine Frau lieben und dazu stehen. Und warum das Alles? Ich habe keine Ahnung. Aber der Gott, an den ich glaube, würde das so sicher nicht wollen.
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Jetzt fahren Sie durch unsere Straßen, von Detmold bis Grevenbroich, von Steinfurt bis Siegen. Autos von "Google Street View", mit ihren Kameras. Alles, was gerade passiert und zu sehen ist, das kommt dann später auch ins Internet. Klingt erst mal wie ein netter Gimmick: Dann kann ich mal gucken, wie meine Straße im Netz aussieht oder wie die alte Freundin jetzt wohnt. Man kann sich quasi nach allen Seiten umdrehen und gucken, als wäre man selber da. Netter Effekt. Aber es kann natürlich auch passieren, dass ich sehe wie mein Nachbar in den Sex-Shop geht. Nein, nein sagen die Leute von "Google Street View", Gesichter und Autokennzeichen werden ja unkenntlich gemacht, verpixelt. Das ist extra so vereinbart. Leider scheint das aber nicht hundertprozentig zu funktionieren, in Paris - von der französischen Hauptstadt gibt es schon "Google Street View"-Bilder - kann man durchaus Gesichter erkennen. Und tatsächlich hilft es ja auch wenig. Die Kameras sehen auch Tore, Fenster, Vorgärten, Eingangstüren, dicke Autos davor. Wie nett, werden sich da potentielle Einbrecher denken, dann kann ich ja von zu Hause aus recherchieren! Und da hilft auch eine verpixelte Hausnummer nichts. Also, ich persönlich könnte auch ohne "Google Street View" leben ...
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Wer gesund ist, kann sich doppelt freuen. Denn: wer krank ist, muss zahlen. Erst die Praxisgebühr, dann Zuzahlungen für Medikamente und für alle Extra-Leistungen, die man fürs nackte Überleben wahrscheinlich nicht unbedingt braucht. Und trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht, gibt es ein Milliarden-Defizit bei den Krankenkassen. Jetzt drohen uns Zusatz-Beiträge. Dann zahlen auch die Gesunden drauf. CDU und FDP, die gerade in Berlin einen Koalitionsvertrag aushandeln, lassen verlauten: Für die Unternehmen darf es nicht teurer werden. Heißt andersrum: Die Versicherten zahlen ganz allein.
Mit klingeln noch die ganzen schönen Versprechen im Ohr, die uns - vor allem die FDP - vor der Wahl gemacht hat: Steuersenkungen, und zwar kräftig. Ja, aber was bringt das denn, wenn die vielgerühmten "Leistungsträger" - also die ganz normalen Arbeitnehmer - ein bisschen weniger Steuern zahlen und dafür dann ein bisschen mehr für die Krankenkasse? Das ist doch das alte Eine-Tasche-rein-andere-Tasche-raus-Spiel. Hoffentlich lassen sich die Koalitionäre in Berlin noch was Besseres einfallen zu dem Thema ...
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Preise runter um bis zu 20 Prozent, in den Discountern und bei den Supermärkten, die zehnte Preisrunde in diesem Jahr. Da freut sich der Verbraucher, Sahnejoghurt für 25 Cent, das Kilo Reis für 89, das Pfund Quark für 45 Cent. Wir alle profitieren beim Einkaufen davon, dass da ein Verdrängungswettbewerb herrscht, zwischen den Einzelhandelsketten. Aber auf wessen Kosten geht der? Die Händler wollen natürlich weiter verdienen und versuchen, die Hersteller im Preis zu drücken, das können sie ganz gut, ein Riese wie Aldi hat natürlich eine gewisse Marktmacht. Und was machen die Hersteller? Zu befürchten ist, dass der Trend zur tierquälerischen Massenvieh-Haltung zum Analog-Käse und zum Aroma aus dem Labor anhält. Und wer keine gefälschten Lebensmittel will, der muss in den Bio-Laden gehen, da wird es dann allerdings richtig teuer. Mit persönlich wären faire Preise im Supermarkt lieber. Einkaufen ohne schlechtes Gewissen, auch wenn dann mein Frühstücks-Quark 10 Cent mehr kostet.
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Was für ein Alarm. "Polizei rüstet sich mit Panzern gegen den Terror" lese ich in der Online-Boulevard-Presse und "Die Terror-Gefahr ist viel akuter als unsere Politiker öffentlich zugeben wollen", da werden Horror-Szenarien gezeichnet von Jumbo-Jets, die mit Boden-Luft-Lenkwaffen zum Absturz gebracht werden könnten. Die "Aufrüstung" der Polizei wird belegt mit dem Bild von einem Panzerfahrzeug, das angeblich wegen der aktuellen Terror-Drohungen von El Kaida am Düsseldorfer Flughafen stationiert ist. Unser Reporter sagt mir aber: Das Fahrzeug ist immer da, es fährt jetzt höchstens öfter auf und ab. Was soll dieser Alarm!? Das ist doch wirklich Panikmache in Reinform. Ja, es gibt diese Droh-Videos, in denen ein Islamist aus Bonn sagt, wenn Deutschland seine Soldaten aus Afghanistan nicht abzieht, wenn wir nicht entsprechend wählen am Sonntag, dann passiert etwas, nach der Bundestagswahl. Und die Bundesregierung nimmt das auch sehr ernst - aber irgendwelche konkreten Hinweise gibt es nicht. Und dann die "Reisewarnung" der USA an ihre Bürger. Tatsächlich wird da nicht grundsätzlich von Reisen nach Deutschland abgeraten, sondern da werden US-Amerikaner zur Vorsicht aufgerufen, beim Besuch von öffentlichen Plätzen beispielsweise. Natürlich muss man über all das berichten, aber bitte sachlich. Was hilft das denn, wenn man uns Angst macht? Sollen wir jetzt alle nicht mehr fliegen oder mit der Bahn fahren? Ich bin persönlich ein bisschen unsicher, wie ich es finden soll, dass jetzt schwer bewaffnete Bundespolizei an den Bahnhöfen und Flughäfen patroullieren. Denn ob das für eine reale Bedrohung spricht, ist sehr die Frage. Vielleicht geht es eher darum, uns ein bisschen Sicherheit zu vermitteln, und gegen die Panikmache anzuarbeiten, die einige betreiben.
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Der Liter Frischmilch heute im Regal im Supermarkt: 42 Cent, irre billig. Da freuen wir uns vielleicht erst Mal, weil wir Geld sparen, denken aber auch zumindest einen Einkauf lang darüber nach, wie das eigentlich geht. Es geht eigentlich gar nicht. Bei den Bauern kommt jedenfalls viel zu wenig an. Und das zeigen Sie uns jetzt, in dem sie Milch auf den Feldern verspritzen oder mit ihren Traktoren durch Düsseldorf ziehen. Und was ist, wenn ich die Markenmilch kaufe, die das Doppelte und mehr kostet? Davon müssten dann doch auch die Bauern was haben. Leider nicht. Das Geld geht im Wesentlichen für Marketing drauf oder bleibt als Gewinn irgendwo zwischen Molkerei und Supermarkt hängen. Also, welche Chance habe ich dann als Verbraucher? Es gibt tatsächlich inzwischen fair gehandelte Milch, aber leider längst nicht überall. Mir wäre es die Sache wert, 20 oder von mir aus 30 Cent mehr für den Liter Milch - Geld, das dann aber auch wirklich an die Erzeuger geht.
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Eine Frau, 25, sitzt mit Freunden auf einer Parkbank, die Freunde trinken ein Bier. So weit, so normal. Nicht in Siegen. Da bekommt diese Frau ein zeitlich unbegrenztes, also de facto lebenslängliches Verbot, irgendeine Grünanlage in Siegen zu betreten. Obwohl sie selbst noch nicht Mal Bier getrunken hat!!! Also bei aller Sympathie für Null-Toleranz-Strategien: kein Alkohol auf öffentlichen Plätzen, das ist doch von vorne bis hinten absurd. Man stelle sich das mal in Köln vor!? Da sind die Parks im Sommer voll von hoch-sympathischen, jungen, musizierenden, grillenden und Bier trinkenden Menschen. Also, wenn die Stadt Siegen sich das nicht noch mal überlegt, dann verstehe ich persönlich die Welt nicht mehr ...
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Wenn Sie eine Tochter hätten, 13 Jahre alt, die einen ganz großen Wunsch hat, einen Lebenstraum, würden Sie versuchen, den zu erfüllen? Ja, klar. Und wenn dieser Traum heißt: Ich will alleine um die Welt segeln, fast zwei Jahre lang, ohne Schule, ohne Jemanden zum quatschen, ohne Arzt, durch Tropenstürme und Piratengebiete? Ich käme nicht auf die Idee auch nur darüber nachzudenken. Eine 13-jährige! Die auch noch sagt: Es eilt, ich will unbedingt die jüngste sein, vielleicht fährt noch Jemand vor mir los. Sorry, aber ich habe wirklich Null Verständnis für die Eltern von Laura Dekker, die so eine Wahnsinnsreise erlauben und das Mädchen unterstützen. Gott sei dank gibt es in den Niederlanden Behörden und Gerichte, die diesen Wahnsinn verbieten. Da geht es doch nicht um den innigen Wunsch eines Teenagers oder die Frage ob das Mädchen segeln kann. Da geht es um ihr Seelenheil und im Ernstfall sogar ums Überleben. Und was steht auf der anderen Seite? Berühmt werden. Aber vielleicht ist sie ja wenigstens in dieser Sache jetzt schon weiter gekommen. Immerhin kennen wir jetzt alle den Namen dieses mutigen Mädchens. Hoffentlich reicht ihr das.
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"Unsere kalten Kinder", die Serie in der AKS über kriminelle Jugendliche und Kinder. Das waren sehr, sehr spannende Einblicke in eine fremde Welt - das Seelenleben von Tätern und Opfern. Ich habe da eine Menge gelernt. Zum Beispiel, dass Wegsperren nicht hilft. Das ist ja so der erste Implus: Die müssen mal was spüren! Endlich in den Knast, damit das Abziehen, Prügeln, Überfallen endlich mal ein Ende hat. Das Problem ist aber: Kaum aus dem Knast raus, machen sie mit höchster Wahrscheinlichkeit da weiter, wo sie aufgehört haben. Denn diese Jugendlichen SIND nicht nur ein Problem, sie HABEN vor allem eins. Es kümmert sich keiner, sie haben nichts gelernt, kennen keinen Rahmen, keine Regeln. Das nachzuholen ist viel Arbeit für die Betreuer. Und natürlich kommt es einem auch ungerecht vor: Warum investiert man Zeit und Geld in Täter?!? Aber es gibt eben keine Alternative, nicht bei Kindern und Jugendlichen. Wer kriminelle Kids einfach nur wegsperrt und sich selbst überlässt, der macht aus kriminellen und verrohten Jugendlichen mit großer Sicherheit kriminelle und verrohte Erwachsene. Wir müssen und um "unsere kalten Kinder" kümmern, ob wir wollen oder nicht.
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Die CDU will auf den Mond, wenn sie die Wahl gewinnt. Ein deutsches Mondprogramm für 1,5 Milliraden Euro, heute ist es vorgestellt worden. Zusammen mit einer ganzen, langen Liste von Vorteilen, die das Ganze haben soll. Für die Forschung ganz allgemein, für Arbeitsplätze, die Pharmaindustrie und allen Ernstes auch für die Gefahrenabwehr aus dem All. Aber warum, frage ich mich, ist im letzten Jahr die nationale Mondmission auf Eis gelegt worden? Das Deutsche-Luft und Raumfahrtzentrum hatte dafür 350 Millionen Euro veranschlagt. Wohl, weil sich das nicht wirklich lohnt.
Sind die Probleme der Menschheit auf der Erde tatsächlich auf dem Mond zu lösen?!? Oder geht es da vielleicht eher um Männerstolz und Jungsträume ... Wir: auf dem Mond! Sowas können wir! Und wen will man beeindrucken, mit diesem Mond-Abenteuer? Schön wär's schon, klar. Aber 1,5 Milliarden Euro?! Da haben wir doch wohl im Moment andere Sorgen ...
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Wer nachweislich mindestens 15 Zigaretten am Tag raucht, bekommt die doppelte Rente. Schlechter Scherz? Nein, ein ernsthaftes Angebot. Es gibt private Renten-Vericherungen, die allen ernstes anbieten, die Zahlungen aufzustocken, wenn man ungesund lebt - also stark raucht, viel zu dick ist oder am besten Beides. Wer nicht mehr lange lebt, bekommt auch nicht so lange Rente, dann kann er also pro Monat mehr bekommen. Klingt logisch, ist aber natürlich katastrophal, weil es die falschen Anreize setzt! Da geht es um so viel Geld, dass es sich tatsächlich finanziell lohnen kann, von Eisbein, Bier und Zigaretten zu leben. Dass fettes Essen, Alkohol und Tabak ungesund sind, blenden wir ja gerne aus. Natürlich, das KANN krank machen, sogar tödlich sein, aber mich trifft es schon nicht und es schmeckt ja auch .... und das Geld gibt es garantiert. Klingt nach Saus und Braus ist aber natürlich eine böse Falle. Wer erst Mal mit einem Herzinfarkt oder Lungenkrebs im Krankenhaus liegt, der hat an so einem Rentenextra wohl kaum Spaß ...
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