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Aktuelle Stunde - Alle Beiträge von Asli Sevindim

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Montag, 30.08.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Thilo Sarrazin...

Es ist wie in der Achterbahn: Rauf und runter mit den Gefühlen – mal regt mich das alles fürchterlich auf, mal macht es mich nur noch müde – aber gleichgültig kann mir die von Thilo Sarrazin ausgelöste Debatte nicht sein. Vermutlich sehr vielen von uns nicht - Auch die Aktuelle Stunde beschäftigt sich heute mit der Vorstellung und Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“.

Gleich vorneweg: Ich habe das Buch bereits und hatte somit die Gelegenheit rein zu schauen. Schon auf den ersten Seiten wurde mir mulmig – wegen der Inhalte UND wegen der Sprache, die Thilo Sarrazin bemüht:
Er spricht von Fäulnisprozessen in der Gesellschaft und führt kulturelle und soziale Unterschiede auf genetische Veranlagungen zurück – Förderung und Bildung würde da meist auch nichts mehr ausrichten. Allein diesen Gedanken habe ich mehrmals gelesen, um die Tragweite dieser Überlegungen zu verstehen.
Ich will an dieser Stelle nicht alles wiederholen, was seit Tagen zitiert und durchdekliniert wird: Muslime wollten sich nicht integrieren, der fließende Übergang des Islam zum Terrorismus, die Migration in unser Sozialsystem – Thilo Sarrazin schreibt, was sicher sehr viele Menschen in unserer Gesellschaft denken. Ob diese Gedanken dadurch wahrer werden ist die Frage.
Viele andere Themen, die er anspricht, finde ich sehr wichtig – sie bedürfen der Debatte und Lösung. Ich finde zum Beispiel die Kita-Pflicht, die er anspricht, absolut richtig, bin selbst seit Jahren dafür – im Interesse der Kinder.
Aber spätestens hier hört der Konsens auch auf, denn im Grunde spreche ich Herrn Sarrazin ein echtes Interesse an Lösungen ab. Schon oft hat er einen Tonfall angeschlagen, der beleidigend und verletzend war – ich erinnere nur an seinen Vorschlag Hartz-4-Empfänger sollten zuhause Pullover tragen, um die Heizkosten zu senken – aber diesmal hat er sich definitiv ins Abseits gestellt.

Er bemüht inhaltlich und sprachlich rassistische Motive, erklärt Verhalten und sozialen Status von Menschen mit ihrer genetischen Veranlagung – das kann nun wirklich kein Versehen sein und erst recht kein Missverständnis.
Thilo Sarrazin fertigt barsch und unmenschlich diejenigen ab, die seiner Meinung nach keine Funktion in dieser Gesellschaft haben, er erklärt sie für dumm und unnütz.
Er selbst ist aber intelligent genug zu wissen, was seine Thesen, seine Sprache und sein Stil auslösen: Sarrazin beleidigt und diffamiert, er verurteilt pauschal und vereinfacht derart, dass seine Analyse nicht mehr stimmen kann. Und dann tut er auch noch so, als sei das nie seine Absicht gewesen.
Wer wirklich an einer lösungsorientierten Debatte interessiert ist, der darf nicht einfach Statistiken angucken und zitieren, sondern muss auch nach den Ursachen forschen. Und dabei geht es mir nicht darum, irgendwen aus seiner Verantwortung zu entlassen nach dem Motto „Er kann nichts dafür – die Umstände sind schuld.“
Aber Kultur und Religion als Haupt-Erklärungsmuster sind mir zu einfach. Wenn muslimische Kinder schlecht in der Schule sind, weil sie Muslime sind, woran hapert es dann bei deutschen Kindern, die keinen Bildungserfolg haben?

Auch das Gerede von wegen Tabubruch und politischer Korrektheit ist inzwischen ermüdend: Was um Gottes Willen darf in diesem Land nicht gesagt werden???
Herr Sarrazin – wie viele andere auch - sagt doch alles, was ihm in den Sinn kommt! Er muss nur aushalten, dass man ihm antwortet!

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Dies ist ein neuer Kommentar von Asli:

Hallo liebe Blog-Gemeinde.
So viele Einträge, so viele Gedanken, so viele verschiedene Punkte, die bedenkenswert sind – zu einigen will ich gerne Stellung nehmen. Z.B. zu Mick am 31.08.10 14:32:
„Hallo Frau Sevindim
Wie Sie lesen werden gibt es nicht nur kontra Sarrazin sondern auch viele die mit seiner Meinung konform gehen. Ist das nun der braune Mob von Morgen? Ich glaube nicht das es so ist.“

Lieber Mick, ich bin – wie Sie nachlesen können – nicht davon ausgegangen, dass Herr Sarrazin alleine dasteht mit seiner Meinung. Von einem braunen Mob habe ich übrigens auch nicht gesprochen. Ich sehe auch keine Gespenster, aber dass biologistisches Gefasel, das soziale und kulturelle Unterschiede auf genetische Veranlagung zurückführt, dringend beantwortet werden muss, ist für mich eine Selbstverständlichkeit: So sehr bin ich dann auch integriert und deutsch-sozialisiert, dass ich weiß, worauf solcher Gen-Dummschwätz hinauslaufen kann.

Haben wir keine Integrations-Probleme in Deutschland? Aber sicher!
Mal abgesehen davon, dass ich das Wort Integration nicht mag (Wenn man mich integriert nennt, dann habe ich das Gefühl, dass man mich für "Normalität" lobt, nämlich dafür, dass ich klar komme!): Ich bin auch erschüttert, traurig und wütend, wenn ich sehe, dass Menschen sich verschließen und abschotten, wenn sie Gemeinsamkeiten ablehnen, wenn sie absichtlich „draussen“ bleiben und nicht mitmachen. Genauso unfassbar finde ich es auch, wenn Menschen sozial abgehängt werden, diffamiert, diskriminiert usw.
Übrigens gilt das – in meiner Denkwelt - für ALLE: Für Deutsche, Nicht-Deutsche und Noch-nicht-Deutsche oder wie auch immer man Einwanderer nennen möchte: Ich stamme schließlich auch aus einer türkischen Familie und meine Heimat ist Deutschland!
Was mit Straftätern ist? Mit Kriminellen? Ganz einfach: Dafür haben wir in diesem Land Gesetze. Egal welchen kulturellen Hintergrund jemand hat oder woher er selbst oder die Eltern einmal gekommen sind: Gleiches Recht für Alle. Das gilt auch für Strafen.

Noch ein Punkt, der mir sehr wichtig ist: Jetzt würde jeder auf Herrn Sarrazin einschlagen, man wolle ihn mundtot machen. Bitte was? Der Mann spricht in jedes Mikrofon, das man ihm hinhält und das sind nicht gerade wenige! Also bitte keine Paranoia.
Ich kann jedenfalls nicht erkennen, wer in Sachen Migration und Integration mit seiner Meinung hinter dem Berg hält…



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Mittwoch, 25.08.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Ich hab's gemacht: Ich bin Organspender!

Bewunderung und Respekt für Frank-Walter Steinmeier: Er hat seiner Frau eine Niere gespendet. Gestern die OP - beiden soll es gut gehen.

Wir haben hier in der Aktuellen Stunde auch andere Menschen gezeigt, die das getan haben - und seitdem diskutieren auch wir in unserer Redaktion: Was ist mit uns? Mit MIR? Würde ich das auch tun? 70 Prozent der Menschen in Deutschland sagen zwar, sie würden nach ihrem Tod ihre Organe spenden - aber nur 17 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Und ohne Ausweis keine Spende.
Dabei kann Helfen so einfach sein: Ein Stück Papier, eine Unterschrift - und im Falle des Falles, können wir vielleicht einem Menschen das Leben retten, ein Leben leichter - eine Familie glücklich machen.

Mir ging es lange Zeit auch so: Ach ja, ist eigentlich eine gute Sache - dachte ich - aber GEMACHT habe ich nichts. Heute endlich habe ich Nägel mit Köpfen gemacht: Ich habe mir in der Apotheke einen Organspendeausweis geholt, ihn ausgefüllt und in mein Portemonnaie gesteckt!
Wie einfach das geht, sehen Sie heute abend in der Aktuellen Stunde.

Jetzt würden wir SIE gerne dafür gewinnen!
Werden auch Sie Organspender - falls Sie es nicht schon längst sind!
Auf unserer Homepage sehen sie den Aufruf: Anklicken, Ausdrucken, Ausfüllen.
Und dann machen Sie doch bitte noch ein Foto von sich mit Ihrem Organspendeausweis und laden Sie es hoch auf unsere Internetseite.

Gemeinsam helfen - das wäre doch eine schöne Sache. Und weil wir ganz fest daran glauben, dass ganz viele andere das auch wollen, setzen wir uns ein Ziel:
5000 neue Organspender in 50 Tagen!

Ich hab's gemacht: Ich bin Organspender. Sie auch?
WDR: http://www.wdr.de/tv/aks/extra/organspende.jsp

Dies ist ein Kommentar der Redaktion:

Liebe Blog-Community,

vielen Dank für die vielen und sehr engagierten Beiträge zu diesem Thema.
Wie Sie seit gestern wissen, bin ich ja recht neu in diesem Thema, aber ich verfolge die Debatte hier im Blog mit großem Interesse.
Einige Beiträge sind mir besonders aufgefallen.

Anonym am 25.08.10 19:29 – schrieb:
„Im Mai hatte ich das Riesenglück nach 6 1/2 Jahren Dialyse eine neue Niere zu bekommen. […]Ich bin dem Spender und seiner Familie so sehr dankbar, mir wurde durch sie ein neues Leben, jede Menge Lebensfreude und Freiheit geschenkt.
Ich selbst hab mir schon mit 16 einen Organspendeausweis besorgt, lange bevor ich von meiner künftigen Nierenkrankheit wusste. Auch jetzt hab ihn nicht ausrangiert, da ich hoffe, dass nach meinem Tod, vielleicht doch noch jemand von mir etwas brauchen kann.
Herrn Steinmeier danken, dass er das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht hat.
@ nobadylady
Ich kann ihnen versichern, ich bin nicht reich und ein ganz normaler Kassenpatient.“

In diesem Beitrag sind viele Dinge angesprochen, die auch andere Blogger offensichtlich stark beschäftigen: Zwei-Klassen-Medizin, der Organspender als Ersatzteillager, das Geschäft, das mit Spenderorganen gemacht werden könnte…
Ein kritischer Blick ist oft berechtigt – finde ich – aber ich möchte es mit meinem Argwohn auch nicht zu weit treiben: Ich gehe nicht davon aus, dass ich „ausgeweidet“ werde, wenn man den Organspendeausweis in meiner Brieftasche findet. Dieses Vertrauen habe ich dann doch in dieses Land, seine Menschen und sogar in sein Gesundheitssystem, auch wenn da genug im Argen liegt.
Deshalb kann ich den heftigen Tonfall von Henriette am 26.08.10 10:44 nicht ganz nachvollziehen:
Dass eine Jagd auf Organspender stattfinden könnte glaube ich nun nicht, aber:
Den Hinweis – auch anderer Blogger – auf Datenschutz und Privatsphäre nehmen wir sehr ernst! Natürlich MUSS niemand sein Bild veröffentlichen – erst recht nicht sensible Daten – deshalb schalten wir übrigens die Fotos auch nicht sofort frei, sondern sehen sie vorher an, um zu verhindern, dass jemand z.B. aus Versehen seine Adresse bekannt macht.
Außerdem haben wir – auch aufgrund Ihrer Hinweise in diesem Blog – heute einen neuen Hinweis in unsere Aktion „Ich hab’s gemacht: Ich bin Organspender!“ eingebaut: Wer sein Foto nicht veröffentlichen möchte, kann einfach ohne Foto gerne in unser Gästebuch schreiben. Hier ist eine Abkürzung dorthin:
http://www.wdr.de/tv/aks/extra/organspende.jsp

35 neue Organspender sind übrigens schon hinzu gekommen – DANKE!!!
Und zum Schluss ein Hinweis an Detlev Berbig am 25.08.10 19:41
„Grundsätzlich alles richtig! Aber: Lebendspende der Promis kommt in die Presse. Andere Spender werden vergessen.“

Nein, so ist es nicht! Gerade in der Aktuellen Stunde haben wir auch andere Menschen, nichtprominente Menschen gezeigt, die das Thema auch berührt. Prominente sorgen oft dafür, dass ein Thema debattiert wird – nicht immer neu, sondern auch mal wieder. Und auch das ist gut so.
Also, keine Moralkeule, kein Promibonus – wer mitmachen möchte, der tut es. Danke.

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Donnerstag, 19.08.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Fleischlos glücklich?

Ein saftig-leckeres Steak - da sagen Viele nicht nein - rund 90 Kilo Fleisch verbraucht jeder von uns im Jahr - habe ich heute gelesen und ich war beeindruckt und ein wenig erschrocken. BSE-Skandal und Gammelfleisch-Krisen haben kaum was dran geändert. Und ich esse mit...

Aber es ist längst Zeit dafür, dass sich was ändert - findet der amerikanische Erfolgs-Autor Jonathan Safran Foer. Heute erscheint mit viel Medien-Aufmerksamkeit sein Buch "Tiere essen". Einer der Kernsätze darin lautet: "Es gibt keinen guten Weg, um sechs Milliarden Menschen mit 50 Milliarden Tieren zu ernähren!"
Er hat drei Jahre lang über Tierhaltung recherchiert und liefert u.a. erschreckende Zahlen: Danach müssen für die Ernährung eines Amerikaners pro Jahr 21.000 Tiere sterben. Ich kann diese Zahl kaum glauben und werde mir wohl am Wochenende dieses Buch kaufen müssen und nachzulesen!

Foer jedenfalls fordert: Schluß mit dem Massenkonsum von Fleisch! Es sei ungesund, unmoralisch und eine ökologische Katastrophe - soviele Gründe für mehr Gemüse. Er hat eine Riesen-Diskussion in den USA ausgelöst. Und wir fragen uns, ob diese Debatte auch in unsere Kantinen rüberschwappt?
Die Aktuelle Stunde schaut heute einigen Menschen beim Essen über die Schulter: Fleisch oder Gemüse?

Wie halten Sie's?


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Dies ist ein Kommentar der Redaktion:

Na, hoppla.
Das Thema ist offensichtlich extrem kontrovers und treibt viele von uns um.
Ich habe heute die Kommentare gelesen und halte mich an Blogger Hannes, der schreibt:

"Diese Diskussion zeigt mal wieder, dass Fanatiker jedwelcher Coleur in die falsche Richtung laufen.

Wie Buddha es lehrte: Den Mittleren Weg gehen.

Extreme Ansichten und Lebensweisen sind nicht der Weisheit letzter Schluss.

Hannes am 19.08.10 22:10"

Ja, auch ich esse Fleisch und es schmeckt mir auch. Ich bin da völlig undogmatisch. Und trotzdem berührt es mich, wenn ich sehe oder erfahre, wie ein Lebewesen leidet oder stirbt. Die Bilder von Massentierhaltungen, von Tieren, die sich selbst oder gegenseitig verletzen in der beengten, völlig widernatürlichen Haltung - die sind kaum zu ertragen. Doch wie sehr wirken diese Eindrücke nach?
Auch die Debatte um Moral - darf ich als Mensch andere Lebewesen töten, um sie zu essen, finde ich absolut spannend und überlegenswert.
Und das Thema Gesundheit: Wie maßvoll konsumiere ich etwas und mit welchen Folgen?

Aqua-Jedi schrieb am 19.08.10 um 19:31, dass das ja nun so neu nicht ist, was Jonathan Safran Foer da schreibt. In der Tat nicht, aber ist doch gut, dass da jemand diese Debatte wieder angestossen hat: Manche Dinge setzen sich in unseren Köpfen erst nach längerer Zeit fest. Und wenn diese Diskussion jetzt hilft, dass wir zumindest nachdenken über unseren eigenen Fleischkonsum, dann ist das doch eine gute Sache.
Dass ich selbst darüber Vegetarierin werde sehe ich allerdings nicht...
Herzliche Grüße!

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Mittwoch, 18.08.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Kontroverse Computerspiele

Hallo liebe AKS-Blog-Gemeinde - Wagen wir's: Ein neues Blogthema!

Vielleicht haben Sie schon eine ähnliche Erfahrung gemacht: Als wir heute in der Mittagskonferenz über die Gamescom gesprochen haben - die Computer- und Konsole-Spielemesse, die heute in Köln begonnen hat - da gab es vor allem eine Gefühlsregung bei vielen Kollegen: Heftige Ablehnung.
Computerspiele - so meine Erfahrung - lösen beim Gesprächspartner sehr schnell mindestens ein Stirnrunzeln aus, meist aber viel mehr: Heftige Kritik. Das gilt natürlich nur dann, wenn man selber keine Spiele macht und mag.
Aber ich war dann doch überrrascht, wie eindeutig negativ mancher über Daddelkonsolen denkt.
Gründe gibt es sicher viele: Man hört von Spielsucht, von Kindern, die nur noch vor dem Bildschirm hocken und kaum noch Kontakt zum Tageslicht haben. Noch schlimmer: Der vermutete Zusammenhang von Ballerspielen und echter Gewalt. Brutale Egoshooter und Gruselcomputerfiguren prägen das öffentliche Bild von Computergames.
An dieser Stelle kommt eine zahgafte Wortmeldung von mir...und ich kann diese Spiele wirklich überhaupt nicht. Ich bin da reichlich untalentiert - glaube ich.
Aber vor einigen Monaten habe ich mit meiner Großfamilie - Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten, Cousinen und deren Kinder - die Spielekonsolewelt betreten: Kegeln, Kicken, Boxen - und zwar alle gegen alle. Tante gegen Nichte - Mutter gegen Onkel - Werfen, Springen, Schlagen - es wahr eine große Familien-Olympiade inklusive Lachkrämpfe. Die Kinder die Gewinner, wir Erwachsenen Totalversager - aber alle waren völlig erschöpft und glücklich.

Ich hatte bis dahin auch eher ein Stirnrunzeln übrig für die Computergames, aber ein genauerer Blick lohnt sich eben doch. Vielelicht zeigen die da nicht nur Quatsch auf der Gamescom;-) Deshalb geht die Aktuelle Stunde heute abend auch hin.

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Freitag, 09.07.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

EU - Uneinig Verkehrsland

Knöllchen ohne Grenzen: Egal, wo in Europa Sie den Strafzettel bekommen - in Zukunft wird das Geld auch in Deutschland eingetrieben. Versprochen!
Das hat der Bundestag heute beschlossen.

Wer bisher im Schweden-Urlaub über eine rote Ampel fuhr oder in Spanien geblitzt wurde, musste sich keine großen Sorgen machen. Doch ab sofort können Autofahrer bei Verkehrsverstößen im Ausland auch nach ihrer Heimkehr zur Kasse gebeten werden.
Ab dem 1.Oktober können Bußgeld-Bescheide aus dem europäischen Ausland auch in Deutschland vollstreckt werden.

Diese Regelung greift zwar erst ab Bußgeldern über 70 Euro, aber diese Summe kommt schnell zusammen, weil Verkehrsverstöße in vielen europäischen Ländern deutlich härter bestraft werden als in Deutschland. Beispiel: Wer in Deutschland 20 km/h zu schnell fährt, der zahlt bis zu 35 Euro Strafe – in Schweden sind es bis zu 280 Euro.
Interessant eine Spezialität in Italien: Bei Verstößen in den Nachtstunden liegen die Bußgelder in Italien um ein Drittel höher.
Kein schönes Urlaubssouvenir so ein Strafzettel;-)

Zwei Dinge wären da vielleicht gar nicht verkehrt:
1. An die Verkehrsregeln halten. Ja ja, ich weiss…versuchen können wir’s ja mal.
2. Könnte Europa nach Bananen, Gurken, Hygienevorschriften und Verbraucherschutz nicht auch noch eben den Bußgeldkatalog „harmonisieren“?

Ich mein ja nur….

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Mittwoch, 07.07.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Fremdgehen am Bankautomaten – teuer!

Bis zu zehn Euro und mehr werden bei manchen Instituten fällig, wenn man das nötige Bargeld nicht am Automaten der eigenen, sondern bei einer fremden Bank abhebt.

Schon seit Jahren schwelt ein Streit darüber – zwischen Kartellamt und Bankenverbänden. Dieser Streit hat auch mit dem unterschiedlichen Ausbau des Geldautomatennetzes in Deutschland zu tun: Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben deutschlandweit zusammen mehr als 44.000 Geldautomaten, die privaten Banken insgesamt nur rund 10.000 Automaten.
Aus dem Lager der Sparkassen und Genossenschaftsbanken kommt immer wieder die Kritik, dass Teile der privaten Banken kaum in den Aufbau eines eigenen Automatennetzes investieren und sich auf die Infrastruktur der Regionalinstitute verlassen. Häufig richtet sich der Vorwurf insbesondere gegen Direktbanken. Gerade Sparkassen verlangten von den Privatbanken oft besonders hohe Gebühren.

Und jetzt? Jetzt haben die Bankenverbände dem Kartellamt vorgeschlagen, die Abhebegebühr auf 5 Euro festzulegen.
FÜNF EURO!
Dabei sollen sich die internen Kosten der Banken für solch einen Vorgang auf rund 60 CENT belaufen!

Die Reaktion des Kartellamtes: Ablehnung. Rundweg.

Ich finde: Das kann aber auch nur ein Scherz sein. Oder eben Abzocke der besonders dreisten Art.

Und was meinen Sie?

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Dienstag, 06.07.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Rot-Grün in NRW

Per Handschlag besiegelt! Die rot-grüne Minderheits-Regierung in Nordrhein-Westfalen steht - das haben SPD und Grüne heute mitgeteilt.

Heute fand in Düsseldorf die vierte Runde der Koalitions-Verhandlungen statt - nach zwei Wochen der Durchbruch: 31 Seiten Papier haben die Parteien zusammengetragen - Papier, das jetzt Politik werden soll. Die 31 Seiten sind die Kurzfassung des Koalitionsvertrags – die Überschrift: „Gemeinsam neue Wege gehen.“

Neben Papier geht es natürlich auch um Posten: Ministerpräsidentin soll die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft werden, Vize-Regierungschefin und Schulministerin die bisherige Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann. An die SPD gehen neben dem Amt der Ministerpräsidentin die Ministerien für Finanzen, Inneres, Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeit und Integration sowie
Familie, Jugend und Kultur. Auch der Chef der Staatskanzlei soll von
einem Vertreter der SPD gestellt werden. Die Grünen bekommen neben dem Schulressort ein Ministerium für Klimaschutz und Umwelt sowie ein Ministerium für Gesundheit und Emanzipation.

In der Rekordzeit von zwei Wochen hat sich Rot-Grün das alles zusammen gezimmert – sie sind stolz auf das Ergebnis – fragt sich nur, wie gründlich die Pläne sind und ob das Tempo so hoch bleibt?

Schnelle Lösungen, die trotzdem fundiert sind, die bräuchten wir bei einigen Themen: Die Reformruine Schule wäre wohl eines der wichtigsten. Und auch die notleidenden Kommunen schleppen sich nur noch von einem Tag zum nächsten. Rot-Grün hat genug zu tun.

Eine Tat haben sie bereits angekündigt: Sie wollen neue Schulden machen.

Was fällt Ihnen dazu ein…?

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Mittwoch, 23.06.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Fußball überall!

Was für ein Tag...!
Beim Mittagessen, am Kiosk, auf dem Redaktionsflur - alle reden nur noch über eins: Deutschland und die WM! das entscheidende Spiel heute gegen Ghana.
Ein Unentschieden kann reichen - so wird gefachsimpelt. Aber eigentlich sei ein Sieg Pflicht!

Ich gehe die Meldungen des Tages durch: Von Bildungstests über Prinz Alberts Verlobung bis zum riesigen Verkehrskollaps in Ostwestfalen-Lippe. Es passiert einiges in NRW und doch gibt es ein Thema, das alles andere dominiert: Die Fußball-Weltmeisterschaft.

Sitzen heute zum ersten mal mehr als 30 Millionen Fußball-Fans am Fernseher? Wird Deutschland es schaffen? Oder wird das ganze Land morgen völlig verkatert und deprimiert aufwachen und die vorzeitige Ankunft der Deutschen Nationalelf erwarten...???
Fragen über Fragen. Meinen fußballverrückten Mitmoderator Martin kann ich schon nicht mehr ansprechen - der ist völlig blockiert: Mentale Vorbereitung auf das Spiel.

Mann, bin ich froh, wenn das Spiel rum ist. Am besten mit einem Sieg;-))

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Donnerstag, 27.05.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Bio ist nicht besser?!

Diese Schlagzeile haut rein: Bio-Produkte sind nicht grundsätzlich gesünder! Das behauptet jetzt zumindest die Stiftung Warentest.

Und die müsste es ja wissen: Seit acht Jahren hat Stiftung Warentest immer wieder Bio-Lebensmittel auf Qualität und Gesundheit überprüft. Jetzt liegt die Bilanz der vergangenen Jahre vor: Bio sei nicht grundsätzlich gesünder und auch nicht leckerer als konventionelle Lebensmittel.

Na hoppla?! Ich muss sagen, ich bin irritiert – und zwar sehr!
Es gibt gleich mehrere Bio-Siegel - deutsche, europäische - wir zahlen sogar immer wieder durchaus informiert, überzeugt und bereitwillig mehr Geld für Bio-Produkte - und jetzt soll das alles plötzlich gar nicht besser sein?
Ein wichtiges und spannendes Thema - heute Abend auch bei uns in der Aktuellen Stunde.

Stiftung Warentest ist ja nun eine echte Instanz. Die werden sich schon genau überlegt haben, was sie da verbreiten. Trotzdem weigert sich mein Verstand, diese Information zu akzeptieren und ich frage mich:
Kann das wirklich sein? Kann das sein, dass z.B. pestizidfreie, weitgehend natürlich hergestellte Lebensmittel NICHT gesünder sind als konventionelle Produkte?
Ich bin gespannt, welche Antworten wir heute bekommen...

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Mittwoch, 05.05.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Eine Schule für Alle: Für behinderte und nichtbehinderte Kinder

David Reinle ist sechs Jahre alt und schwerst-behindert. Und was man ziemlich sicher nicht ahnt: Er geht trotzdem auf eine ganz normale Schule - in eine Klasse zusammen mit nicht-behinderten Kindern. Seine Geschichte erzählen wir heute in der Aktuellen Stunde.

Das gibt es sehr selten - behinderte und nicht-behinderte Kinder in EINER Schule. Davids Schule ist in Köln - Und damit es viel mehr solcher integrativen Schulen gibt, haben heute mehr als 1500 Menschen vor dem Landtag demonstriert: Sie fordern "Eine Schule für Alle".

Es gibt sogar eine UN-Konvention - also einen völkerrechtlichen Vertrag, der das vorschreibt und der auch in Deutschland gültig ist und trotzdem werden behinderte Kinder in Deutschland noch immer auf Förderschulen geschickt - separiert von Kindern ohne Behinderung.
Davids Schule, die Peter Petersen-Schule in Köln beweist, das es sehr gut anders geht.

Ich bin sicher, dass es wieder hundert finanzielle, pragmatische und sonstige Gründe gibt, die gegen eine massive Ausweitung integrativer Schulen sprechen könnten. Aber schauen Sie sich einfach mal David in seiner Klasse an. Das sagt für mich alles.
Was sagen Sie?

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Freitag, 30.04.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Die Ölpest von Louisiana - Vorhersehbar?

Eine gigantische Umwelt-Katastrophe - Seit sieben Tagen hält die Angst davor die Weltöffentlichkeit in Atem: Seit die Öl-Plattform vor der US-Küste explodiert und im Meer versunken ist.

Seit einer Woche sprudeln jeden Tag hunderttausende Liter Öl ins Meer, in den Golf von Mexiko - bis zu einer Million Liter - Und trotzdem gab es die verzweifelte Hoffnung, daß man das Problem in den Griff kriegt.

Seit heute ist klar: Das ist unmöglich. Die Küste Louisianas mit ihrem einzigartigen Ökosystem aus Mangroven-Pflanzen und Meerestieren ist in größter Gefahr: Die ersten Ausläufer des Öl-Teppichs haben die Küste erreicht.

Die Lage indes scheint so eindeutig, dass sogar das verantwortliche Unternehmen - der britische Ölkonzern BP - ungewohnt offensiv und direkt erklärt hat: Wir übernehmen die volle Verantwortung.
Eine BP-Sprecherin sagte, der Konzern werde sich um die Beseitigung des Ölteppichs kümmern. Außerdem komme der Konzern für «berechtigte Ansprüche» bei
Schäden auf.
Das sollte ja wohl selbstverständlic sein. BP hatte sich zuletzt sogar massiv gegen strengere Sicherheits-Regeln für Bohr-Plattfformen eingesetzt.

Verantwortliche werden jetzt aber nicht nur bei den Unternehmen gesucht: Was tut eigentlich die Politik? Was HAT sie getan? Wie sehr ist auch US-Präsident Obama mit zur Rechenschaft zu ziehen?

Wer Ölbohrungen mitten im Herzen unseres Ökosystem zuläßt, der trägt mindenstens Verantwortung für dieses Umweltkatastrophe - vielleicht kann man im moralischen Sinne sogar von Schuld sprechen.

Aber Ölbohrungen sind es ja nicht allein: Für unseren Lebensstil greifen wir so tief in unsere Welt und ihre ökologischen Systeme ein, dass wir uns nicht wundern dürfen, wenn große Risiken eben leider auch mal zu großen Katastrophen führen können.
Irgendwo muss Schluß sein - irgendwo muss eine Grenze gezogen werden - zwischen Umweltschutz und Profitstreben.

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Dienstag, 06.04.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Deutsche Soldaten in Afghanistan - schlecht ausgestattet?

Schlecht ausgebildet? Schlecht ausgestattet? Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan - Über den deutschen Einsatz am Hindukusch wird jetzt heftig diskutiert.

Auslöser ist der blutige Angriff von Taliban auf deutsche Soldaten am Karfreitag. Drei Soldaten wurden dabei getötet - acht wurden verletzt - einer von ihnen stammt aus Nordrhein-Westfalen.

Schwere Vorwürfe kommen vom ehemaligen General-Inspekteur der Bundeswehr Kujat und auch von Ex-Verteidigungs-Minister Rühe: Die Bundeswehr sei zu schlecht vorbereitet: Keine schweren Kampf-Panzer, keine Hubschrauber, zu wenige Soldaten.
Deutliche Kritik auch an Berlin: Kujat wirft der Regierung vor, die Bedürfnisse der Soldaten zu missachten.

Was ist dran an dieser Kritik? Viele Fragezeichen - auch bei den Angehörigen der Opfer. Heute abend in der Aktuellen Stunde wird das Thema sein.

Es gibt aber nicht nur Kritik und Diskussionen: Der neue Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, hat bereits konkrete Forderungen gestellt. Er will Leopard-2-Kampfpanzer und Mörser nach Afghanistan schaffen.
Damit wäre dann vielleicht endgültig klar: Die Bundeswehr führt einen Krieg in Afghanistan.

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Dienstag, 23.03.2010

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Hilfe! Unsere Städte sind pleite!

Ein Blick in die Stadtkasse - egal welcher Stadt - bei fast allen sieht es genau SO aus: Leer. Pleite. Nix mehr da. Die Kommunen sind so blank wie noch nie.

Wenn's mal nur das wäre: Die Städte haben auch noch gigantische Schulden am Bein. Und spätestens wenn die Schulden größer sind als das Eigen-Kapital, dann ist das Unternehmen Stadt pleite. Und genau das droht vielen Städten jetzt.

Denn in der Krise brechen die Einnahmen weg: Fast zwanzig Prozent weniger Gewerbesteuer gabs für die Kommunen und der Bund lädt trotzdem jede Menge teurer Aufgaben bei den Städten ab. Dagegen hatten die Städte geklagt - Das Landesverfassungs-Gericht hat das heute abgelehnt.
Jetzt sollen die Städte sehen, wo sie bleiben.

Aber: Aus der Misere kommt man nur mit vereinten Kräften raus: Die Städte brauchen endlich verlässliche Einnahmequellen - nicht nur die extrem schwankende Gewerbesteuer. Hier muss der Bund endlich nachbessern.
Aber die Städte müssen sich auch an die eigene Nase fassen: In den guten Jahren haben sie Schwimmbäder und Stadthallen in die Welt gesetzt - die Folgekosten fressen sie jetzt auf. Die Kommunen müssen sich in Zukunft vorher fragen, wass können wir uns wirklich leisten und was nicht? Für Wahlgeschenke und Prestigeprojekte wird auf Jahre hinaus kein Geld da sein.

Berlin, wir haben ein Problem! Die Kommunen rufen um Hilfe - Und dieser Ruf muss dringend erhört werden - denn jetzt geht es wirklich an die Substanz.

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Montag, 22.03.2010

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Der Bundespräsident und der Sprit...

Was hat er sich dabei nur gedacht: Alle anderen ächzen und stöhnen wegen der hohen Benzin-Preise - und Bundespräsident Köhler? Er fordert: WEITER rauf mit den Sprit-Preisen!

Entsprechend die Reaktionen auf die Köhler-Forderung: Ablehnung auf breiter Front. Der ADAC ist strikt dagegen - Viele Millionen Pendler werden sich
bedanken - Und die Politik, die reagiert auch kritisch. Aus der CDU-Spitze gibt es deutlich kontra für den Bundes-Präsidenten.

Dabei hat er eigentlich GUTES im Sinn: Er will mehr "GRÜNES" Wachstum für die deutsche Wirtschaft - und gleichzeitig mehr Umweltschutz. Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Thema, mit dem der Bundes-Präsident die Öffentlichkeit erreicht - Aber vielleicht nicht ganz so, wie gewünscht.

Bemerkenswert bleibt nämlich auch: Der Dienstwagen des Bundespräsidenten verbraucht mindestens 20 Liter!
Für uns Normalsterbliche wäre das der Ruin…
Aber wir müssen unseren Sprit ja auch selber zahlen.

Also: Umweltschutz finden wir ja okay – aber das kann man doch sicher auch cleverer austarieren?

Solch eine große Last ausgerechnet auf viele Menschen abzuwälzen, die das Auto sicher nicht nur zum Vergnügen nutzen ist jedenfalls keine ausgeglichene Idee!


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Montag, 01.03.2010

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Xynthia hat getobt - Und was haben Sie in der Zeit gemacht?

Das war mal ein Super-Sturm: Orkan-artige Böen bis zu 140 kmh. Als Xynthia gestern durch Nordrhein-Westfalen peitschte war nichts vor ihr sicher: Keine Bäume, Gerüst-Teile oder Dachziegel - das Sturmtief hat das Land richtig durchgeschüttelt.
Es heisst schon: Xynthia sei nur wenig schlimmer gewesen als Kyrill.

Nach dem Unwetter folgte heute das Schadens-Protokoll: Mehr als 15tausend Einsätze für Feuerwehr und Polizei - Wie hoch der Sachschaden ist, kann noch nicht genau gesagt werden. Der Hinweis lautet: Schäden in Millionenhöhe.
Traurige Gewissheit: Zwei Menschen verloren bei dem Sturm ihr Leben.

Heute morgen war Xynthia DER Gesprächsstoff: Bei meinen Nachbarn, an der Tankstelle, am Telefon…
Die einen waren völlig überrascht von der Heftigkeit des Sturms: Sie waren z.B. nass geworden beim Waldspaziergang. Andere konnten nicht fassen, wie leichtsinnig manche sind und trotz Unwetterwarnung noch unter Bäumen spazieren gingen.
Die ganz schlauen hatten gestern keinen Schritt vor die Tür getan:
Ab in die Jogginghose, rauf auf die Couch und lecker einen Tee trinken, während draussen die Welt untergeht!
Da muss man sich auch nicht mehr groß über so einen Sturm aufregen fanden sie.
Und was meinen Sie? Was haben Sie gestern getan, als draußen der Wind mit 140 Sachen an Ihrem Fenster vorbei gepeitscht ist?

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Donnerstag, 11.02.2010

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Griechenland im Schuldensumpf – Retter Deutschland?

Die Lage ist dramatisch: Griechenland steht kurz vor dem Staats-Bankrott.
Ein EU-Mitgliedsland, Mitglied der Eurozone ist so unfassbar verschuldet, dass man sich auch als normalsterblicher Nicht-Finanzexperte fragt: Mann, was muss man alles falsch machen, verhauen und verschlafen, dass es soweit kommt:
Die Schulden Griechenlands betragen 113 Prozent des Brutto-Inlands-Produktes - das ist vier-mal soviel wie die EU erlaubt!!!
Große Sorge deshalb bei den anderen EU-Ländern:
Die desolate Finanzlage des Landes schwächt die gemeinsame europäische Währung – schadet also z.B. auch Deutschland.
Und nun?
Griechenland hat zwar nicht offiziell danach fragt, aber trotzdem haben die EU-Staaten heute beim Sondergipfel in Brüssel darüber gesprochen: Zur Not gibt es eben Finanzhilfen für die klammen Griechen. Aber daran können die ebenfalls gebeutelten anderen Länder der Eurozone eigentlich keine Interesse haben. Zu groß ist die Angst davor, dass auch andere verschuldete EU-Länder dann auf der Matte stehen und die Hand aufhalten: Portugal, Italien, Spanien – weitere Kandidaten.

Eine aktuelle Umfrage aus Deutschland sagt: 71 % der Befragten sind gegen deutsche Hilfszahlungen – aber dürfen wir einen EU-Staat bankrott gehen lassen?
Ist die EU auch eine Haftungsgemeinschaft? Welche Rolle spielt eigentlich, dass sich Griechenland im Grunde in die Eurozone hinein gemogelt hat: Die Wirtschaftszahlen waren – freundlich gesagt – geschönt.
Viele Fragen, die wir versuchen wollen, heute Abend in der Aktuellen Stunde zu klären.
Doch eines scheint schon jetzt klar:
Wenn es hart auf hart kommt, dann müssen wir wahrscheinlich alle zahlen. Und das wird teuer.

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Montag, 08.02.2010

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Junge Raser – runter vom Gas!

Junge Fahrer - seit Jahrzehnten eine Problemgruppe:
Rasantes Fahren - Riskantes Überholen.
Zu oft mit schlimmem Ausgang.
Die Statistik beweist es. Und genauso lange wird versucht, mit diversen Verkehrs-Sicherheits-Initiativen junge Fahrer von riskanter Raserei abzubringen. Meistens vergeblich.
Immer wieder berichten auch wir über schreckliche Unfälle, traurige Schicksale, Tote und Verletzte, doch leider ändert sich nicht viel.
Jetzt versucht es die Bonner Polizei mit Schocktherapie: Sie hat ein Unfallopfer, das bei einem Verkehrsunfall ein Bein verloren hat mit Schülern zusammengebracht.
Herausgekommen ist ein Stück, in dem die Schüler die Geschichte dieses Mannes nachspielen:
Schonungslos offen und ehrlich, aufrüttelnd, nachdenklich.
Wir zeigen die Geschichte heute abend in der Aktuellen Stunde, auch in der Hoffnung, dass ein ehemaliger Raser andere Raser bekehren kann.
Bevor es zu spät.
Doch leider wird es wohl allzu viele geben, die sich weiterhin für unsterblich halten und trotzdem wieder das Gaspedal voll durchtreten – doch sie sind nicht nur für sich eine Gefahr. Sondern auch für uns.

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Dienstag, 26.01.2010

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Viel Geld für wenig Arbeit…

…damit könnten wahrscheinlich Viele von uns leben.
Das Problem ist nur: Es gibt nicht so wahnsinnig viele von diesen Jobs!
Ein paar gibt es dann aber doch – zum Beispiel bei der RAG. Genauer beim Regionalbeirat der Ruhrkohle AG. Da gibt es
15.000 Euro - für zwei bis drei Sitzungen im Jahr, an denen man teilnimmt - ein bißchen Vorbereitung - ein bißchen Nachbereitung - und das war's dann auch.
Das ist doch mal ein charmanter Job.
Motto eben: Viel Geld für wenig Arbeit.
24 Mitglieder sind vertreten in diesem Gremium - überwiegend Bürgermeister und Landräte aus Regionen, die vom Bergbau und Zechen-Stillegungen betroffen sind. In der Regel müssen diese Mitglieder das Geld auch abgeben. Es kommt meist in die Stadtkasse.
In der Regel. Es gibt aber auch Landtags-Abgeordnete, die das RAG-Geld kassieren - und behalten dürfen!
Wie das? Und wer hat einen dieser attraktiven Posten?
Das wollen wir doch genauer wissen – deshalb heute Abend in der Aktuellen Stunde mehr zu diesem Thema.
Vielleicht können wir da auch klären, warum Bürgermeister, Landräte und Landtagsabgeordnete, die als „Experten“ in die Arbeit der RAG Stiftung eingebunden werden sollen, dafür mit Extra-Geld gelockt werden müssen. Gehört die Interessenvertretung ihrer Städte, Region und Bürger nicht ohnehin zu ihren Aufgaben?

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Montag, 25.01.2010

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Zahltag für Millionen von Kranken-Versicherten!

Jetzt machen sie es wahr: Die ersten gesetzlichen Krankenkassen wollen Zusatz-Beiträge erheben!
Mindestens Acht Euro pro Monat sollen es sein.
Zwei der größten Kranken-Versicherungen haben das heute bereits angekündigt - das die anderen schnell nachziehen werden scheint klar: Das Loch in der Gesundheits-Kasse ist ja auch gigantisch: Fast acht Milliarden Euro fehlen!
Doch anstatt mal zu schauen, wo das ganze Geld immer wieder versickert – schließlich steigen die Kosten ja kontinuierlich Jahr für Jahr in schwindelerregende Höhen – anstatt also ernsthaft und entschlossen zu überprüfen, wo es vielleicht Einspar-Möglichkeiten gibt, wird erst einmal weiter dazu geschaufelt: Raus aus unserem Portemonnaie – hinein in die bodenlose Kasse der Kassen…
Stopfen statt sparen scheint das Motto zu sein.
Schon Ende Februar sollen die Gremien der Versicherungen die Pläne zur Erhebung einer Extra-Gebühr absegnen - damit wir Versicherten auch schnell zur Kasse gebeten werden können.
Kann da mal bitte jemand STOP rufen?
Dass Gesundheit und Krankheit, Versorgung und Vorsorge Geld kosten, ist uns nicht nur klar, sondern auch einiges wert. Aber bevor wir kopflos immer mehr Geld einzahlen, wäre es doch angebracht nachzuschauen, wo genau sich dieses 8-Milliarden-Loch befindet?
Was kostet so viel Geld, dass es vorne und hinten nicht mehr ausreicht?
Transparenz geht anders…

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Freitag, 15.01.2010

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Haiti - Überlebende kämpfen ums Überleben

Die Lage in Haiti wird immer dramatischer - Am dritten Tag nach dem Erdbeben sind die Überlebenden verzweifelt:

Die Menschen ringen um Wasser und Lebens-Mittel - Die Vereinten Nationen berichten sogar von Plünderungen in Lagerhäusern. Die ersten internationalen Rettungsteams mit Not-Lieferungen sind zwar eingetroffen - aber sie haben die meisten Opfer noch längst nicht erreicht.
In den Straßen - da türmen sich die Leichen, drohen neue Gefahren, Krankheiten - Die Überlebenden kämpfen im Grunde weiter ums Überleben - große Wut und Enttäuschung in Haiti.

Ja, und große Verwunderung! Warum dauert das alles so lange?

Auf der anderen Seite der Insel in der Dominikanischen Republik landen ja auch ständig neue Flugzeuge mit Touristen. Warum also sind Helfer, Ärzte und Medikamente nicht längst im Katastrophengebiet in Haiti angekommen?
Das Erdbeben ist immerhin schon ganze drei Tage her!
Und da ist es anscheinend tatsächlich so, dass es nicht genügend Kapazitäten gibt, alle Helfer alle Ausrüstung nach Haiti zu bringen.
Wertvolle Zeit ist verstrichen, weil z.B. keine Flugplätze zu bekommen waren. Währenddessen landen aber weiter munter Ferien-Flieger nebenan in der Dominikanischen Republik!
Verrückte Welt. Aber was tun?
Urlauber aus dem Flieger zerren? Flugplätze beschlagnahmen?
Was würden wir tun, wenn wir unseren lang-ersparten und verdienten Urlaub antreten wollen und jemand sagt: Nö. Heute nicht.
Hinter den Kulissen tun die Airlines angeblich sehr viel, um die Hilfe zu unterstützen. Und wahrscheinlich sind die Urlauber nicht mal gefragt worden, ob sie ihren Platz an einen Helfer abtreten.
Immer mehr Fragen: Wie ist das eigentlich mit der Bundeswehr? Kann die keine Hilfe nach Haiti fliegen?

Heute in der AKS versuchen wir Antworten zu finden. Währenddessen wachsen Wut und Verzweifelung bei den Überlebenden…

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Mittwoch, 13.01.2010

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Beamten-Belastung?!

Deutsche Beamte sind absolute Spitze: Und zwar bei den krankheitsbedingten Fehltagen!
Keiner fällt länger und öfter aus als Beamte - In der Privat-Wirtschaft ist der Krankenstand deutlich niedriger.
Der Beamtenbund erklärt das ganze mit zunehmenden Stress - Experten weisen aber darauf hin, dass auch in der freien Wirtschaft die Arbeitsbelastung eher zu- als abgenommen hat.
Was also ist das Problem?
Interessant jedenfalls ist: Nicht nur Feuerwehrleute oder Politessen sind betroffen, sondern auch Menschen, die am Schreibtisch sitzen.
Die Fakten: 16,3 Tage fehlen Mitarbeiter der NRW-Finanzverwaltung pro Jahr wegen Krankheit. Bankmitarbeiter, die am Arbeitsplatz auch sitzen, sind nur 10 Tage krank.
Und in der IT-Branche fehlen die Beschäftigten nur 8 Tage.

Wir waren deshalb heute im Finanzamt Köln – nachfragen, versuchen zu verstehen. Hier die Fakten: Durchschnittsalter 27, durchschnittlicher Krankenstand 18 Tage!
Das Ergebnis der Recherche vor Ort gibt es heute abend in der AKS.
Die Ursachen und Antworten in dieser Sache sind sicher vielfältig.
Aber einen Hinweis kann ich mir dann doch nicht verkneifen: Macht es vielleicht einen Unterschied, dass der Job eines Beamten in der Regel doch sicher ist?
Sicherer jedenfalls als viele andere Jobs...

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Dienstag, 12.01.2010

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Tiere in Not?

Also ich meine ja, daß diese Eises-Kälte nun schon seit drei Monaten anhält. Das ist natürlich extrem subjektiv - und gar nicht richtig - aber Folgen hat der Frost und die geschlossene Schneedecke schon.

Und da geht's nicht nur darum, dass manche von uns wirklich wahnsinnig frieren: für viele Tiere draussen in der Natur wird's einfach schwieriger Nahrung zu finden. So eine leckere kleine Maus, die leichtsinnig auf dem weissen Schnee spazieren geht - da träumen gerade viele Greifvögel von.

Für alternatives Menü für etwas kleinere Vögel sorgen Menschen mit prall gefüllten Vogel-Häuschen oder Meisenknödeln. Was aber ist mit anderen hungrigen Tieren? Denn auch Rehe und Hirsche müssen zur Zeit mehr suchen und mehr Energie darauf verwenden etwas Eßbares zu finden. Rein gefühlsmäßig möchte man ja schon fast ein Care-Paket schnüren. Aber der Förster, mit dem wir heute unterwegs waren, der hat eine ziemlich deutliche Meinung zum Zufüttern. Wenn Tiere nichts zu fressen finden, dann ist das Natur.
Ich muss schlucken.
Ja, und dann?
Tja, dann schlägt die Natur halt zu.
Zufüttern oder der Natur freien Lauf lassen? Was meinen Sie?

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Samstag, 12.12.2009

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Teure Tickets

Und jetzt: Zurück treten bitte! Die Fahrpreis-Erhöhung bei der Deutschen Bahn wird auf die Schiene gesetzt.
Ab morgen geht's wieder rauf mit den Preisen!

Natürlich - pünktlich zum Fahrplan-Wechsel. Die Tickets werden um durchschnittlich 1,8 Prozent teurer - Im Nah- und Fern-Verkehr. Und das mutet schon an wie verkehrte Welt!
In Kopenhagen wird über Lösungen im Kampf gegen den Klima-Wandel gesprochen - und der Öffentliche Verkehr in Deutschland, der eine Alternative zum umwelt-belastenden Individual-Verkehr sein soll - der wird gerade teurer und damit unattraktiver.
Die Erklärungen dafür sind schnell bei der Hand: Gestiegene Personalkosten der letzten Jahre – die Lasten durch den großen Bahnstreik usw.
Aber damit hören die schlechten Nachrichten für Kunden von Bahn und ÖPNV nicht auf: Auch das Fahren mit Bus und Bahn wird teurer.
Rechnet man da den Service dagegen, ist das Ergebnis für den öffentlichen Verkehr wirklich trübselig.

Und dann will man UNS dazu überreden vom Auto auf Bus und BAHN umzusteigen.
Mit welchen Argumenten denn?
Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann, sieht jedenfalls anders aus.

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Freitag, 11.12.2009

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Achtung Weihnachtsfeier!

Jetzt kommt ein Warn-Hinweis: Vorsicht Fett-Näpfchen!
Davon könnten sich einige vor Ihnen auftun in diesen Tagen:
In Ihrem Büro - im Betrieb - und zwar ausgerechnet bei der Weihnachts-Feier mit den Arbeits-Kollegen.
Wer schon mal auf einer Betriebsfeier kopfüber in so ein Fettnäpfchen gesprungen ist - der weiß, was ich meine. So nach zwanzig Minuten volltrunken den Chef zu knutschen und im Anschluß ohnmächtig ins Büffet zu fallen - das wär zum Beispiel nicht wirklich professionell. Das wird heute und morgen aber trotzdem sicher passieren im ganzen Land, denn es ist grad Hoch-Konjunktur für Weihnachts-Feiern.
Wenn die Ausfälle auch nicht so spektakulär sind wie der Kopfsprung ins Büffet: Dann wird der Chef plötzlich geduzt oder gedrückt, viel zu viel getrunken, Kollegen befummelt, gelästert...
Heute in der Aktuellen Stunde wird es auch darum gehen, was man besser läßt auf der Weihnachtsparty im Betrieb. Ich werde besonders genau aufpassen, weil wir ausgerechnet HEUTE unsere AKS-Feier haben!
Was finden Sie eigentlich unmöglich auf solch einer Feier? Welche peinlichen Ausfälle haben Sie schon erlebt - selbst oder bei Kollegen? Keine Sorge: Wir brauchen keine Namen;) - und weiter erzählen werde ich es auch nicht...

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Montag, 07.12.2009

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Schweinegrippe - Doch nicht so schlimm?

Stellen Sie sich vor es ist Schweinegrippen-Impfung in Deutschland - und keiner geht hin!
Vor sechs Wochen hat die Impf-Aktion begonnen. Nach einem schleppenden Anfang gab es ein zwischenzeitliches Hoch: Große Nachfrage, Schlangen vor den Impf-Zentren.
Doch inzwischen sieht die Realität auch in den Arztpraxen anders aus: Nur noch wenige Impfwillige.
Die Nachfrage hat so deutlich abgenommen, dass jetzt sogar darüber nachgedacht wird, den Bestand an Impfstoffen an bedürftige Länder zu verschenken.
Der Grund: Die Schweine-Grippe verläuft in den meisten Fällen nicht so dramatisch wie anfangs befürchtet.

Dabei haben wir wochenlang gehört und gedacht, das da wer weiß was auf uns zukommt. Hochrechnungen ließen viele viele Tote befürchten - eine wochenlange, auch mediale Lufregung. Wir haben auch in der Aktuellen Stunde immer wieder berichtet, dass es sehr widersprüchliche Meinungen gab. Während die einen das Bild einer globalen Pandemie zeichneten, winkten andere gelassen ab: Da sei die normale Grippe schlimm genug.

Und nun? Jetzt scheint alles nur noch halb so schlimm: Der Höchststand der Infektionen ist bereits erreicht.
Also: Die ganze Aufregung umsonst? Unnötige Panikmache?
Die Schweinegrippe - doch nicht so schlimm?

Ich hab mich nicht impfen lassen. Würde ich mich ärgern, wenn ich es getan hätte? Ich weiß es nicht. Aber ich ärgere mich, das es so schwer ist, sich ein umfassendes Bild von dieser Schweinegrippe zu machen.

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Donnerstag, 19.11.2009

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Nur keine Schwäche zeigen?

Zähne zusammen beißen, nichts anmerken lassen - der Druck der Öffentlichkeit, der Zwang stark und perfekt zu sein - Beide haben sie das offenbar gespürt:
Robert Enke UND Oskar Lafontaine.
Für beide galt: Nur keine Schwäche zeigen.
Das heißt: Probleme und Krankheiten verschweigen. Viele tun das auch: Profi-Sportler, Politiker, Wirtschafts-Manager. Die Angst dahinter: Wer zugibt, krank zu sein, der ist ganz schnell weg vom Fenster. Und die Nachfolger stehen schon Schlange.
So wie jetzt bei Oskar Lafontaine, der heute zur Operation wegen seiner Krebs-Erkrankung ins Krankenhaus kam. Seine Partei - Die Linke - diskutiert bereits seine Nachfolge.
Da wundert es nicht, dass viele Menschen lieber gar nichts sagen: Wer ein Problem hat, der hält den Mund. Egal, wie schwer das ist und wie sehr er darunter leidet.

Wie unmenschlich: Da muss jemand alles in sich hinein fressen, alles runter schlucken, weil er nicht nur befürchten muss, das sein "Image" angekratzt oder sein Mythos erschüttert wird, sondern weil er fürchten muss, wichtige Dinge zu verlieren - ja, regelrecht "weggebissen" zu werden. Mein Kollege Martin hat das heute mit einem resignierten "homo homini lupus" kommentiert: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
Ist dieses Verhalten also vielleicht allzu "menschlich"?

Vor diesem Hintergrund ist es wohl eine große Stärke, Schwäche zuzugeben...

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Dienstag, 17.11.2009

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Studentenproteste!

Massive Studenten-Proteste im ganzen Land: Von Bielefeld über Bochum bis Köln sind heute wieder Studenten und auch Schüler für bessere Bildung auf die Straße gegangen.
Insgesamt sollen es laut Organisatoren mehr als 18.000 Teilnehmer gewesen sein.
Die Forderungen sind überall ähnlich: Weg mit Studien-Gebühren, Schluß mit überfüllten Hörsälen und endlich Ordnung in das Chaos um Bachelor und Master-Studiengänge. Die Proteste in Nordrhein-Westfalen heute waren Teil des bundesweiten Aktionstages für bessere Bildung.

Studenten auf den Barrikaden. Sie wollen andere Studien-Bedingungen - wieder mehr Zeit für's Lernen, mehr Zeit, um die ganze Fülle an Stoff zu verarbeiten, mehr Praxisbezug usw.
Das sind Wünsche und Forderungen, die man nicht wirklich schlecht finden kann – so gibt es sogar Beistand vom Hochschulverband und der Wirtschaft. Interessant auch, dass fast alle, die verantwortlich gemacht werden, große Sympathien für die Studenten bekunden: Länder, Politiker, Unis…
Bloß: Wenn die all die Forderungen in Ordnung finden – warum ändert sich dann nichts???

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Montag, 16.11.2009

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Nächtliche Räumung eines Seniorenheims

Ein Schreckens-Wochenende für zwanzig Bewohner eines Seniorenheims in Much im Rheinsieg-Kreis: Zum Teil im Schlafanzug wurden sie spätabends aus dem Heim geholt. In einer Nacht und Nebel-Aktion wurde das Haus geschlossen.
Wir haben schon am Samstag in der Aktuellen Stunde darüber berichtet: Die Aufsichtsbehörden hatten dem Heim den weiteren Betrieb verboten.
Der Grund: Schwere Mängel in der Versorgung. Fehlende Medikamente, schlechte Versorgung – manche Bewohner hatten sich wund gelegen.
Dabei war das Haus erst vor wenigen Wochen eröffnet worden und die Heimaufsicht hatte nach einem Kontrollbesuch eine deutliche Warnung ausgesprochen. Die Sorge um die Bewohner hat die Behörden am Ende zu diesem Schritt getrieben.
Doch es gibt auch Kritik an dem spätabendlichen Räum-Kommando: Musste es eine so spektakuläre Aktion sein? Fast zur Schlafenszeit der meisten Bewohner? Viele hatten bereits einen Pyjama an… Der Schrecken sitzt den Menschen noch immer in den Knochen.
Dieser Fall ist doppelt furchtbar und ärgerlich: Wegen der Betreiber des Seniorenheims, die hilflose Menschen auf derart unmenschliche Weise im Stich lassen – und wegen der Behörden, die actionfilmreif eine Schließung herbei führen, die man vielleicht auch etwas überlegter hätte anlegen können.
Was meinen Sie?

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Donnerstag, 05.11.2009

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Weihnachten light?!

Weihnachten ohne Engel, Weihnachtsmann oder Sterne. In Krefeld soll die Straßen-Weihnachts-BELEUCHTUNG ab sofort ohne Weihnachts-FIGUREN auskommen.

Hört sich völlig widersinnig an: Keine Glöckchen, kein Stern von Bethlehem, keine Engel oder der Weihnachtsmann auf einem Schlitten.
Normalerweise um diese Zeit - in genau sieben Wochen ist Heiligabend - überschlägt sich ja der Einzelhandel, um alles komplett auf Weihnachts-Winter-Deko umzustellen.
Anders jetzt in Krefeld. Dort verzichtet die Werbegemeinschaft ganz bewusst auf weihnachtliche Symbole. Die Gründe sind profan und pragmatisch:
Die Lichter-Deko soll von November bis Februar hängen bleiben - mit wirklich weihnachtlichen Symbolen sieht das natürlich merkwürdig aus: Weihnachtsmann und Sterne an Karneval? Das fänden nun Viele auch nicht gut.
Aber deswegen auf jede Weihnachts-Symbolik bei der Straßenbeleuchtung verzichten?

Natürlich ärgern sich viele darüber, aber ich habe heute auch gehört, dass jemand meinte: Ist doch völlig in Ordnung! Da Weihnachten längst nicht mehr allein ein religiöses Fest ist, sondern gerade auch ein Fest für den Einzelhandel, kann man die christliche Symbolik gleich weglassen und sich auf den kommerziellen Teil konzentrieren.
Was meinen Sie?

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Dienstag, 03.11.2009

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Schweinegrippe: Lebensgefährlicher Schock nach Impfung

Die Schweine-Grippe - jetzt ist die zweite große Infektionswelle da: Mit jedem Tag steigt die Zahl der Erkrankten - gestern wurden in Nordrhein-Westfalen vier Schulen geschlossen - drei in Bottrop, eine in Duisburg.

Derweil melden die ersten Arztpraxen in NRW einen Ansturm von Impf-Willigen: Dabei hatte es wochenlang kaum eine Nachfrage gegeben. Die Einschätzungen der Experten gingen so weit auseinander, daß viele Menschen unsicher waren: Impfen lassen oder lieber nicht.

Bis heute ist unklar: WIE GEFÄHRLICH ist die Schweinegrippe eigentlich? Auch bei der Impfung herrscht weiter große Verunsicherung: In Düsseldorf erlitt ein 30-jähriger am Wochenende eine lebensgefährliche Schock-Reaktion auf die Schweine-Grippe-Impfung. Sicher kein Massen-Phänomen, aber eine von vielen Meldungen, die uns immer ratloser machen.
Oder wissen Sie, was Sie von der sogenannten Schweinegrippe halten sollen?

Interessant ist jedenfalls, dass inzwischen sogar Impfgegner, wie der Chef der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dazu raten, sich impfen zu lassen. Die Befürchtungen wegen der Nebenwirkungen hätten sich bislang nicht bewahrheitet. Nur berichten nun viele Patienten, dass sie in ihrer Praxis abgewiesen wurden, weil zunächst nur Risikopatienten geimpft werden sollten.

Fragen,Verunsicherung - was erleben Sie im Zusammenhang mit der Schweinegrippe? Wollen Sie sich impfen lassen oder haben es bereits getan? Wie haben Sie darauf reagiert?
Ich bin auch persönlich sehr neugierig auf Ihre Erlebnisse, denn ich habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen. Jetzt wäre es ja vielleicht doch angebracht?


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Donnerstag, 08.10.2009

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Cool-Sprech - Nervig oder Normal?

Nix is' mehr wie es mal war - auch nicht die deutsche Sprache!
Das hören wir jeden Tag live auf der Strasse oder auch im Fernsehen. Besonders Jugendliche entwickeln ganz eigene und neue Ausdrücke:

Auftakeln heisst jetzt "aufbitchen", das Solarium nennt man in Cool-Sprech "Münzmallorca" - und wer in der Schule abschreibt, der macht nichts anderes als "copypasten".

Modewörter hat es schon immer gegeben: Ich kann mich an die entsetzen Gesichter meiner Eltern und Lehrer erinnern, als wir plötzlich nicht mehr "SUPER" sagten, sondern "GEIL".
Dabei hatten die doch auch ihre eigenen Ausdrücke: "Knorke" zum Beispiel.

Aber im Gegensatz zu früher wird die Jugend- und Szenesprache heute offensichtlich viel ernster genommen: In diesen Tagen ist dazu sogar ein Duden erschienen: Das Wörterbuch der Szenesprachen.
Endlich verstehen wir, was die jungen oder hippen Leute meinen, wenn sie von "Chickmagnets" oder einer "Schlusswunde" sprechen. Oder wollen wir das vielleicht gar nicht wissen?
Manche Kollegen fanden heute, dass dieser neue Duden reichlich überflüssig sei: Modewörter kommen und gehen - und viele Ausdrücke finden nur die gut, die zu den "Usern" gehören.
Und was meinen Sie?

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Dienstag, 06.10.2009

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Hochkonjunktur für Schwarzfahrer

Schwarzfahren hat seit der Wirtschaftskrise Hochkonjunktur!
Entweder haben die Menschen das Geld nicht oder sie wollen es nicht ausgeben: Schon allein bis August erwischte die Bahn so viele Schwarzfahrer wie im gesamten vergangenen Jahr - die Zahlen sind beeindruckend.
Genauso beeindruckend scheinen die vielfältigen Methoden und Ausreden der Schwarzfahrer: Heute abend in der Aktuellen Stunde begleiten wir einen Schaffner bei seiner Pirsch durch einen Regional-Express.

Wir haben heute in unserer Redaktion über dieses Thema diskutiert.
Eine Meinung: Schwarzfahren ist Mist! Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, der soll gefälligst auch dafür bezahlen. Wir erwarten ja auch alle miteinander, dass die Leistungen der Bahn stimmen - aber Sauberkeit und mehr Personal kosten eben auch Geld.
Deshalb: Schwarzfahren ist kein Kavaliers-Delikt, sondern Betrug.

Und die andere Meinung nimmt die Bahn und die Verkehrsverbünde in die Pflicht: Schließlich werden nicht wenige Menschen unfreiwillig zu Schwarzfahrern, weil Automaten nicht funktionieren oder sie sich im Tarif-Dschungel verheddern - hier gäbe es einiges zum Nachbessern.

Was meinen Sie?

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Freitag, 02.10.2009

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Sarrazin – Tacheles?!

Er ist bekannt und berüchtigt für seine provokanten Formulierungen: Thilo Sarrazin – Bundesbank-Vorstand und ehemaliger Berliner Finanzsenator.
Jetzt hat er sich in einem Zeitschriften-Interview zu Migration und Integration geäußert. Die Sätze haben es in sich:
„Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“
„Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“
Für Sarrazin ist völlig klar: Türkische und arabische Einwanderer sind "weder integrationswillig noch integrationsfähig" - Und sie hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel".

Rumms.
Erst mal tief einatmen und nachdenken, was der Mann da von sich gegeben hat.
Wollte er einen Beitrag zur Integrationsdebatte leisten? Wollter er auf Mißstände aufmerksam machen?

Ich sage: Nein!
Wer wirklich Interesse an dem Thema hat, der fragt nach Gründen.
Nur ein Beispiel: Warum sind soviele Kinder aus Einwandererfamilien deutlich schlechter in der Schule? Weil in Deutschland – wie in keinem anderen Land in Europa - der Bildungserfolg von Kindern maßgeblich von ihrer sozialen Herkunft abhängt. Das ist übrigens bei deutschen Kindern nicht anders. Wenn die Eltern selbst bildungsfern sind – das sind viele Einwanderer der ersten Generation, denn sie kamen oft als ungelernte Arbeiter ohne Lese- oder Schreibkenntnisse - dann können sie ihre Kinder nicht unterstützen. Dann haben türkische und deutsche Kinder verloren – nur, dass türkische Kindern oft schon mit einem 0:2 Rückstand ins Rennen um den Bildungserfolg gehen.
Aber die Äußerungen von Herrn Sarrazin sind nicht nur unsachlich: Das Gerede von der Eroberung durch eine höhere Geburtenrate ist ekelhaft und menschen-verachtend. Die pauschale Herabwürdigung von Türken und Arabern widerlich und rassistisch.

So sind die Reaktionen darauf auch eindeutig:
Die Bundesbank distanziert sich auf ungewohnt deutliche Weise. Politiker nennen die Worte Sarrazins „widerlich“ und „skandalös“ - Parteifreunde des SPD-Mitglieds fordern seinen Auschluss aus der Partei.
Und die NPD – die hat bereits Beifall geklatscht.

Inzwischen hat Thilo Sarrazin sich entschuldigt.
Aber kann man sich für solche Sätze wirklich entschuldigen? War das ein Versehen? Sind ihm diese Dinge „heraus gerutscht“? Kann etwas aus seinem Mund heraus rutschen, das er nicht denkt?

Folgendes ist mir wichtig:
Ich denke nicht, dass wir in einem Integrations-Paradies leben und es überhaupt keine Probleme gibt.
Im Gegenteil!
Es wurden und werden Fehler auf allen Seiten gemacht. Bildung, Arbeit, Zusammenleben – wir haben noch viele Hürden zu überwinden auf dem Weg zu einer gemeinsamen Gesellschaft, die fair und gerecht zu all ihren Mitgliedern ist. Und alle müssen einen Beitrag leisten. Dazu müssen aber alle Menschen, die hier leben als ein Teil dieser Gesellschaft anerkannt werden. Das gilt für Einwanderer genauso wie für Hartz IV-Empfänger, über die Herr Sarrazin auch gerne herzieht.
Der richtige Weg ist, nach Ursachen für Probleme zu forschen und Tatsachen anzuerkennen: Türken und Araber sind genauso vielfältig wie Deutsche! Sie sind genauso intelligent oder doof, genauso lustig oder langweilig und und und.

Ach, und da wäre noch etwas, das ganz wichtig wäre, damit es klappt mit der Integration und mit dem Zusammenleben: Einfach mal das Gehirn einschalten bevor man redet.

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Dienstag, 29.09.2009

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This is Germany!

Wahl-Analysen, Gremien-Treffen, Presse-Gespräche - Gestern, am Tag Eins nach der Wahl hatten alle Politiker und Partei-Funktionäre jede Menge zu erzählen.
Das gilt erst recht für den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle, der ein tolles Wahlergebnis vorweisen kann und gerne darüber spricht.
Er hatte auch ausreichend Gelegenheit seine Sicht der Dinge darzustellen - gestern bei einer der gefühlt hundert Pressekonferenzen, die stattfanden.
Doch plötzlich verschlägt es Westerwelle kurz die Sprache: Ein britischer Journalist stellt eine Frage - in Englisch.
Das ging nun wirklich nicht! Westerwelle machte klar: Das hier ist Deutschland. Hier sprechen wir deutsch!
Es gab keine Antwort in englischer Sprache. Die Frage wurde übersetzt.

Jetzt fragen sich Viele: Kann Guido Westerwelle etwa kein Englisch? Hat er die Frage vielleicht abgeblockt, weil er eine kleine Schwäche verbergen wollte? Dann müsste der zukünftige Außenminister vielleicht noch schnell in den Sprachkurs. Im Internet kursiert derzeit ein Video, da hört sich der zukünftige Weltreisende für Deutschland nicht so wirklich gut an.

Aber vielleicht stimmt das auch gar nicht und seine Englischkenntnisse sind auch nicht viel schlechter als die vieler seiner Vorgänger.
Dann aber müsste sich Westerwelle eine andere Frage gefallen lassen: Hätte er nicht ein wenig lässiger mit der Frage des britischen Journalisten umgehen können?

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Freitag, 21.08.2009

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Wenn Chefs googeln...

Was haben eine Bewerbungsmappe, Fotos von wilden Party-Gelagen und Google miteinander zu tun?
Besser nix - aber in Zeiten von Facebook, StudiVZ und Co läßt sich das nicht immer vermeiden.

Und das nutzen viele Unternehmen in Deutschland. Eine neue Umfrage belegt das - eine Umfrage im Auftrag der Bundesregierung. Danach durchsucht ein Viertel der Unternehmen das Internet nach persönlichen Informationen, wenn sich jemand bei ihnen bewirbt.

Das Internet als Hilfe bei Personal-Entscheidungen. Das kann ziemlich peinlich werden - für den Job-Kandidaten: Wenn sehr "private" Momente als Foto im Netz auftauchen - Partystimmung, ein paar Drinks zuviel, zerzauste Frisur...
Ein tiefer Einblick in die Privatsphäre!
Aber es gibt wie immer auch eine andere Seite der Medaille. Warum nicht das Internet und die wachsende Angewohnheit von Chefs und Personal-Entscheidern nutzen und die Informationen im Netz gezielt setzen? Z.B. über ehrenamtliches Engagement und spannende Hobbies?
Wieviel Privates verraten Sie im Internet?

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Mittwoch, 19.08.2009

Bild von Asli Sevindim, Rechte: WDR

Morgen - Hitzefrei???

Morgen soll's den heißesten Tag des Jahres geben. Wie die Moderatoren der Aktuellen Stunde den verbringen, das können wir heute schon sagen:
Tagsüber sitzten sie in einem notdürftig auf erträgliche 28 Grad heruntergekühlten Moderatoren-Büro...
Und abends um 18.50 Uhr dürfen sie endlich ins Fernsehstudio, in dem stets schattige 15 Grad herrschen.
Was aber machen Sie morgen am heißesten Tag? Wie kühlen Sie sich runter?
Wartet schweißtreibendes auf Sie - oder steht eine Abkühlung auf dem Programm?
Schreiben Sie uns doch mal in den Weblog der Aktuellen-Stunde,
was Sie am Hitzetag morgen vorhaben!

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