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Januar 2012
Lieber Rudi Assauer,
als ich heute von Ihrer Erkrankung gelesen habe, hat mich das tief berührt. Auch in meiner Familie haben wir uns um einen dementen Menschen gekümmert. Ich weiß, was das für die Angehörigen bedeutet. Aber ich weiß vor allem, was das für die Patienten heißt. Ein Kampf gegen das Vergessen. Es tut mir leid, dass Sie mit dieser Diagnose leben müssen.
Dass Sie den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt haben, dafür haben Sie meinen vollen Respekt. Ich glaube, Sie helfen damit ein Stückchen, die Krankheit aus der Tabuzone zu holen. Denn das ist wichtig. Damit immer weniger Menschen blöde Alzheimer-Witze machen und sich viel mehr Menschen für die Diagnose interessieren. Denn das Wissen um den Verlauf und die Bedeutung der Krankheit ist immens wichtig.
Ich wünsche Ihnen Kraft.
Herzlich
Thomas Bug
Hallo Blog-Gemeinde,
ich habe mir gerade die Erlaubnis vom Bug geholt und will nur ganz kurz auf ein paar Hinweise reagieren, die mir dann doch keine Ruhe gelassen haben.
Zuerst zu "Der 2,435,911,060. Mensch auf der Erde am 1.02.12 14:11". Der "Tonfall" Ihres Eintrages mag eigen sein, aber den Hinweis auf einen Fehler nehmen wir doch sehr ernst! Die Redaktion hatte das übrigens gestern bereits bemerkt...So wie ich das vorhin verstanden habe, soll es sich bei der höheren Zahl um Demenz-Erkrankungen handeln, und bei der niedrigen nur um die Alzheimer-Fälle.
Zu den Kommentaren, dass wir nur berichten würden, weil es mit Rudi Assauer einen "Promi" getroffen habe, gäbe es sehr viel zu sagen... Ich belasse es mal mit dem Verweis auf unzählige Beiträge in der Aktuellen Stunde, in denen wir immer wieder von, mit und über Menschen berichten, die überhaupt nicht prominent sind, von denen man aber einiges lernen kann: Von ihrer Stärke, ihrem Mut, ihrem Umgang mit schweren Krankheiten oder Schicksalschlägen. Die blinde Ärztin, die auch hier im Blog genannt wurde, ist nur ein Beispiel aus der eben vergangenen Woche. Gerade beim Thema Alzheimer aber ist mir heute noch ein unglaublich ergreifendes Beispiel eingefallen, dass man übrigens auch noch im Netz sehen kann. Im vergangenen Sommer haben wir über einen Mann berichtet, dessen Ehefrau in recht jungen Jahren an Alzheimer erkrankt ist - und der sich absolut wundervoll um sie kümmert. Er schreibt sogar einen Blog im Netz, um anderen Mut zu machen. Hier der Link:
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/06/10/aktuelle-stunde-alzheimer.xml
Wer immer noch meint, wir würden nur berichten, weil Assauer prominent ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
Allen anderen DANKE für bemerkenswerte Einträge:-)
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Ich fand sie mal putzig. Mittlerweile geht sie mir ordentlich auf den Senkel. Alice Schwarzer. Sie hat viel getan für die Frauenbewegung. Akzeptiert. Das neuste hysterische Gemaule aus dem Lady-Turm in Köln aber ärgert mich.
Weil die rot-grüne Landesregierung ihr die Mittel für ihren Turm streicht, geht sie auf die Barrikaden. Sieben Briefe hat sie in den letzten Monaten an Hannelore Kraft geschrieben. Ohne Erfolg. Jetzt wählt sie die Öffentlichkeit. Die Emma-Herausgeberin will nicht akzeptieren, dass das Land die Förderung für den Kölner FrauenMediaTurm kürzt.
1994 hat Schwarzer das Archiv und Dokumentationszentrum eröffnet und auch, sehr clever, gleichzeitig die Emma-Redaktion dort untergebracht. In einem wunderschönen, mittelalterlichen Turm am Rheinufer in Köln. Das Geld dafür kommt von einer Stiftung und Alice Schwarzer ist deren Chefin. Jetzt also die Kürzung von 210.000 Euro auf 70.000. Weil das Land zum Beispiel lieber Frauenhäusern helfen will.
Richtig so! Keine weiteren Steuergelder für diesen Frauenzirkus. Zumal Alice Schwarzer in der Vergangenheit immer wieder Interessierte verärgert hat. In das Archiv kam man nur rein nach einer Voranmeldung, gegen eine Gebühr und dann auch noch zu stark reglementierten Öffnungszeiten. Und das war alles nur dem reduzierten Geld geschuldet?
Weil das hier ein Mann schreibt, ist diese Haltung natürlich wieder typisch, ne. Mal sehen, wie weit wir mit der Gleichberechtigung so sind. Ich bin gespannt auf die Kommentare. Feuer frei.
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Letzte Woche haben wir in der Aktuellen Stunde über die Razzia im Fleischbetrieb Vion berichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte den Betrieb in Hilden durchsucht. Verdacht: Etikettenschwindel.
Ausländisches Rindfleisch soll als Deutsches weiterverkauft worden sein. Noch laufen die Untersuchungen, doch bei uns melden sich seitdem Menschen, die dort gearbeitet haben und von ihren Erfahrungen berichten wollen. Vor allem auch darüber, was die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie insgesamt betrifft. Die sind nämlich offenbar ziemlich mies. Bezahlt wird ähnlich mies. Deutschland ist in der Fleischbranche ein Niedriglohnland, die Bedingungen besonders hart. Und warum? Weil wir Käufer unser Fleisch so billig wie möglich haben wollen. So entwickelt sich die Kette zurück. Vom Verbraucher, über den Hersteller, bis hin zum Arbeiter in der Fleischindustrie. Wenn man sieht, wie wenig Geld es für deren schwere Arbeit gibt, ist das natürlich eine Sauerei. Die wir leider nicht sehen, wenn wir das Schnitzel in uns reinschieben.
Ich esse es trotzdem weiter mit Genuss. Lieber weniger oft, aber dafür vom Biohof.
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Man hätte sich ja gerne gefreut. Über einen Rückgang der Zahl armer Kinder um sage und schreibe 13,5 Prozent. Das ist doch mal was. Gut, in NRW ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, nur um 7,9 Prozent zurück gegangen. Und: Naja, nicht jeder, der einen Job findet landet damit in der Mitte der Gesellschaft, viele Familien und Alleinerziehende bleiben auch mit Arbeit arm.
Aber das ist ja noch nicht alles. Der Kinderschutzbund sagt: Da entsteht ein falscher Eindruck, wenn es heißt: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben, um 250.000 zurück gegangen. Denn tatsächlich ist die Zahl ALLER Kinder im gleichen Zeitraum um 750.000 zurück gegangen. Die Deutschen kriegen eben einfach weniger Kinder. Warum? Vielleicht auch, weil das Armutsrisiko so groß ist, für Familien - erst recht mit vielen Kindern - und für Alleinerziehende. An der Stelle beißt sich dann die Katze in den Schwanz.
Wenn man sich die Armuts-QUOTE anguckt, also den Anteil der Hartz IV-Kinder an allen Kindern in Deutschland, dann liegt der Rückgang bei nur noch 1,5 Prozentpunkten - Quelle Kinderschutzbund. Immer noch ein Rückgang, immerhin. Die Arbeitslosenquote ist aber viel stärker gesunken.
Bleibt am Ende die Erkenntnis: Arme Kinder haben vom Aufschwung am allerwenigsten. Und: Es sind immer noch viel zu Viele.
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Wir können uns bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, öffentlich - wenn wir wollen. Wir können - ja, vereinzelt immer noch - rauchen, wenn uns danach ist. Müssen wir auch noch kiffen dürfen? Ich finde eher nicht. Vielleicht, weil mir das einfach suspekt ist. Ich habe - wie vermutlich jede/r Jugendliche irgendwann mal gezogen, an einem Joint, fand es aber dann doch zu unheimlich.
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Leute kiffen, ich kenne genug, die es tun. Aber ich finde es auch in Ordnung, wenn da eine gewisse Hemmschwelle bleibt. Eben weil wir ja schon genug legale Drogen haben. Und ganz so harmlos wie die Pro-Kiffer-Lobby tut, ist Cannabis eben doch nicht, ein paar Risiken bleiben. Und selbst wenn Alkohol gefährlicher ist, muss das ja kein Grund sein, noch eine Rausch-Gelegenheit anzubieten - in Cannabis Clubs.
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Ein Zwölftel des Jahres ist fast schon wieder vorbei. Zeit für eine erste Bilanz. Wie sieht's aus mit den guten Vorsätzen? Aha. Hab' ich mir gedacht.
Alle dahin. Kein Wunder, hat noch nie funktioniert. Warum also ausgerechnet 2012? Ein Grund könnte sein, dass es die letzte Möglichkeit ist, gute Vorsätze umzusetzen. Am 21. Dezember geht ja leider die Welt unter. Für Viele ist das dann doch eher der Grund, erst recht einen darauf zu trinken. Oder eine zu rauchen. Und das mit dem Sport lohnt sich auch nicht mehr.
Ich nehme mir seit Jahren immer wieder vor, mir nichts vorzunehmen. Klappt auch nie.
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Heidi Klum und Seal lassen sich scheiden. Das Top-Model und der Top-Sänger. Im Bergischen Land hängen deshalb die Fahnen auf Halbmast. Und die Karnevalsvereine in Bergisch Gladbach und Köln müssen sich auf einen neuen Clown an Heidis Seite einstellen.
Ich konnte dieses Super-Duper-Granaten-Paar noch nie ernst nehmen. Mir war das immer eine Umdrehung zu viel. Zu viel Gegrinse. Zu viel Glück. Zu viel Show. Jeden Tag scheitern Ehen oder Beziehungen, jetzt also trifft es zwei Super-Promis. Sie werden ihre Gründe haben und wenigstens die sollten sie für sich behalten. Jeder kämpft mit dem Abschied. Das Tragische bei den Beiden ist, dass sie sich nun genauso öffentlich trennen müssen, wie sie sich geliebt haben. Das ist bitter, aber selbst gewählt. Wer sein Glück so zur Schau stellt, muss auch damit klarkommen, dass alle beim Umglück dabei sein wollen.
Das ist nun mal die Quittung für zu viele übertriebene, gemeinsame Auftritte. Liebe hin oder her.
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„Eine erfolgreich abgeschlossene Planinsolvenz ist eine Option für eine nachhaltige Unternehmenssanierung und bietet die Chance für einen Neustart des Unternehmens.“
So klingt es in einer Werbebroschüre einer Insolvenzberatung im Internet.
„Die 2. Chance“ heißt es hier verheißungsvoll! „Insolvenz nach Plan – statt einfach pleite machen“ – hört sich gut an. Nehmen wir.
So hat es sich wohl auch Schlecker in diesen Tagen gedacht. So wie viele andere Unternehmen auch.
Schlecker ist pleite. Zahlungsunfähig. Eine Planinsolvenz soll die einstige Riesendrogeriekette retten, denn der eine Plan ging nicht auf!
Möglichst viele billige Läden in jedem noch so kleinen Dorf in Deutschland aufzumachen, das hat nicht funktioniert.
dm, Rossmann – die Konkurrenten waren einfach stärker und haben das alte Familienunternehmen mit ihren Kokosduschgels oder Deos eben aus dem Markt gedrängt.
Ein Schock für 30.000 Beschäftigte.
Schlecker ist dort angekommen, wo in den vergangenen Jahren so viele landeten, die die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkannt haben: mitten im nackten Überlebenskampf unter dem Schutzschirm des Insolvenzrechtes.
Happy End ungewiss – für Hertie zum Beispiel lief nichts nach Plan. Die Insolvenz sagt man in der Branche, war vorhersehbar.
"Ein Unternehmen zu Lasten der Mitarbeiter, der Lieferanten, vor allem aber auf Kosten des Staates zu sanieren, hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun", empört sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Viele werfen der Schlecker Familie vor, viel zu spät das Ruder rumgerissen zu haben.
Bei Schlecker soll jetzt mit einem Sanierer gerettet werden, was noch zu retten ist. Unter Bedingungen, kontrolliert vom einem Insolvenzverwalter, soll die alte Führung das Unternehmen umstrukturieren. Das ganze auch mit der Bundesanstalt für Arbeit. In einer Insolvenz zahlt sie sogar für drei Monate die Gehälter! Da wird bei Schlecker einiges zusammen kommen! Außerdem dürfen Mietverträge außerplanmäßig gekündigt werden.
Es wird also rund gehen bei Schlecker, ob der Konzern deshalb wieder über die Runden kommt – wir werden es beim Einkaufen sehen.
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Christian Wulf hat seinen Sprecher Olaf Glaeseker einmal als Faktotum bezeichnet. Ein Faktotum ist eine Art Mädchen für Alles, quasi unentbehrlich, hat unbedingt eine besondere Vertrauens-stellung. Bei dieser Vetrauensperson stellt sich nun ein qualifizierter Anfangsverdacht - so nennt das die Staatsanwalt-schaft. Es geht bei Glaeseker um Bestechung und Bestech-lichkeit. Der Mann galt als siamesicher Zwilling von Wulff - als der Macher des niedersächsischen Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten, als das vertrauenswürdige Faktotum im Hintergrund.
Ich gebe zu, viele können das alles eigentlich nicht mehr hören, aber es geht längst nicht mehr um Bobbycar, Bonusmeilen, Kredite von Freunden, Hotel-Hochstufungen, Urlaub auf Fincas von Freunden. Es geht eben nicht um die Frage, ob wir nicht alle ein bisschen Wulff sind? Es geht nicht um die Frage, ob wir nicht alle Absahner sind und mitnehmen, was wir kriegen können?
Ein Volk bekommt den Präsidenten, den es verdient – so hat ein Zuschauer vor Tagen hier zum Thema geschrieben. Richtig: Wir bekommen mit Wulff die Karnevalsattraktion in der Session 2011/2012! Garantiert werden wir ihn in jedem Umzug sehen. Mister Pattex klebt und klebt und klebt…
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Es liegen nicht nur einhundert Jahre dazwischen, sondern ein ganzes Universum: Auf der einen Seite die Uralt-JVA Bochum, die mit dem Ausbruch eines Schwer-Verbrechers diese Woche von sich reden gemacht hat und auf der anderen Seite die neue Hightech-JVA Ratingen. Heute eröffnet von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Mit Detektoren überall, Super-Mangan-Stahl und Extra-Sicherung gegen Fluchtversuche mit Hubschraubern.
In Bochum haben ein paar Sägeblätter und ein selbst gemachter Nach-Schlüssel gereicht. Justiz-Minister Kutschaty hat jetzt angekündigt, mögliche Versäumnisse der JVA Bochum zu klären. Dort bestreitet man allerdings derartige Vorwürfe.
Und bekommt dabei Unterstützung sozusagen von der anderen Seite. Von einem ehemaligen Häftling. Vieles von dem, worüber sich jetzt viele wundern, soll nicht nur in der JVA Bochum durchaus üblich sein. Das ist gleich Thema bei uns in der Aktuellen Stunde.
Wundern tue ich mich jetzt schon....
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Man kann nur noch staunend den Kopf schütteln über das, was Tag für Tag bekannt wird: Über das Unglück der Costa Concordia, über das, was in den Minuten nach dem Unfall passiert ist, über den Ablauf der Rettungsmaßnahmen, so man sie denn so nennen kann...
Vor allem aber kann man nur noch den Kopf schütteln, über das, was wir immer wieder an Neuigkeiten über Francesco Schettino erfahren:
Vor nicht allzu vielen Tagen noch stolzer Kapitän eines Kreuzfahrt-Riesen - ist der Mann inzwischen nur noch eine tragische Figur.
Wir müssen vorsichtig sein, selbstverständlich: Noch ist nichts ermittelt, geklärt, bewiesen - Aber fast möchte man dem Mann den Mund zuhalten, damit nicht noch mehr Unfug heraus kommt!
Das Telefongespräch zwischen ihm und der Hafenmeisterei von Livorno haben wir gestern in der Aktuellen Stunde ausführlich gewürdigt. Heute nun geht es auch um seine Einlassungen vor Gericht:
Er wollte eigentlich gar nicht abhauen - erklärte er dort heute - er sei in ein Rettungsboot hinein gefallen - dann gab es angeblich keine Möglichkeit mehr zurück.
Unfaßbar...
Derweil riskieren andere ihr Leben bei dem Rettungseinsatz an dem havarierten Schiff. Mehrere Male musste der heute unterbrochen werden: Lebensgefahr für die Retter.
Es sind viele einzelne Informationen, Hinweise, Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und Expertenmeinungen, die jetzt Stück für Stück zusammen gesetzt werden müssen. Aber eines scheint bereits jetzt klar: Soweit hätte es nicht kommen müssen. Es wäre wohl genug Zeit gewesen, alle Menschen zu retten. Wenn alles so gelaufen wäre, wie geplant und vorgesehen.
Was lernen die Verantwortlichen daraus?
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Razzia heute in Hilden: 150 Ermittler durchsuchen die Räume der Vion GmbH. Das ist einer der größten Fleisch-Betriebe Europas. Der Verdacht: Sie könnte mit falschem Fleisch gehandelt haben.
Schon vor einem Jahr hatte die Aktuelle Stunde diesen Hinweis bekommen und dazu recherchiert. Jetzt geht die Staatsanwaltschaft Düsseldorf diesem Verdacht nach. Vion soll Rindfleisch aus anderen europäischen Ländern zu deutscher Ware um-etikettiert haben.
Was das bringt? Im Zweifelsfall eine Menge Geld. Auch bei Rindfleisch ist made-in-Germany ein Qualitäts-Merkmal.
Die Ermittlungen laufen, wir berichten heute in der Aktuellen Stunde darüber - mal sehen, was unsere Reporter da heute schon erfahren konnten. Bis die Ergebnisse der Untersuchungen da sind, wird es sicher eine Weile dauern. Fast aber möchte ich hoffen, dass das nicht stimmt. Was Lebensmittel angeht, ihre Sicherheit und Qualität, ist unser Vertrauen einfach schon zu arg gebeutelt.
Zuletzt Antibiotika-Hühner, jetzt Rindfleisch - die lange Reihe von EHEC bis hin zu riskanten Vitaminpräparaten lasse ich fast beiseite - da vergeht einem doch wirklich alles....
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Fit dank Vitaminpillen. Sagen die, die sowas herstellen und kräftig dran verdienen. Krank dank Vitaminpillen. Sagen Wissenschaftler und weisen es in Studien nach: erhöhtes Krebsrisiko, erhöhte Sterblichkeit. Das Bundesamt für Risikobewertung (...was es alles für Ämter gibt!) rät gesunden Menschen ohne erhöhten Bedarf ab, solche Präparate zu schlucken. Jetzt verlangen Politiker schon Warnhinweise auf den Packungen. Aber warum sollte ich mir Vitaminpillen kaufen, auf denen steht: Achtung, gesundheitsschädlich! Dann kann man es ja auch gleich lassen.
Mir zeigt das ganze wiedermal: Die Werbeversprechen der Pillen-Industrie sind mit ganz großer Vorsicht zu geniessen. Gesundheit kann man eben weder im Drogeriemarkt noch beim Apotheker kaufen.
Ich hab übrigens vor ein paar Wochen gut 50 Euro für eine Monatspackung Vitaminpillen und Säfte ausgegeben. Also, nicht mal billig ist das Zeug.
Super Langzeit-Gedächtnis, was einige Blogger hier haben: Stimmt, im Oktober hatte ich schon mein erstes Vitamin-Erlebnis. Ich habs dann eben (von Erkältungen getrieben) nochmal mit nem anderen Produkt versucht. Wer aber glauben will, dass ich einfach nicht mehr weiss, wo noch hin mit meinem vielen Geld, darf gerne weiter träumen.
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Heute hatte ich eine seitenlange Mail in meinem Postfach. Herr M. aus S. schrieb:
„Sehr geehrter Herr Heyer, was Ihre Meldungen und Informationen über unseren Bundespräsidenten betreffen, habe ich das Gefühl, dass Sie und Ihre Kollegin es am Abend nicht erwarten können noch irgend einen Satz mit süffisantem Unterton zu der "Sache" zu verkünden. Es würde Ihnen sicherlich was fehlen, wenn Sie nicht irgendwo noch etwas auskramen und unbedingt noch was sagen müssen.“
Nein, lieber Herr M., es würde uns wirklich nichts fehlen! Wir könnten gut auf das Thema verzichten, fragen uns auch nahezu täglich seit Wochen in unserer ersten Tageskonferenz mit den Kollegen der Redaktion, ob nicht allmählich die Berichterstattung über die verschiedenen Affären unseres Präsidenten „runter gefahren“ werden kann. Sie kann nicht, denn nahezu täglich tauchen neue Aspekte zum leidigen Thema auf, obwohl der Präsident in seinem Interview bei ARD und ZDF erklärt hat, dass da „nichts mehr“ kommen könne. Wir – und sicherlich auch andere Redaktionen – wollen Christian Wulff nicht kriminalisieren. Aber: Er ist nun mal Bundespräsident und nicht der „Landrat von Osnabrück“ wie das die Süddeutsche Zeitung meiner Meinung nach so treffend betitelte. Wir berichten also – so lange es etwas zu berichten gibt. Das ist nun mal unsere Aufgabe. Von einer „gnadenlosen Hetzjagd“ wie Herr M. aus S. findet kann keine Rede sein. Dennoch fragen wir heute Abend: Sollen die Medien nach derzeitigem Stand weiter über Wulff berichten?
Heute durften wir erfahren, dass sich Christian Wulff auf einem Flug ein sogenanntes Upgrade genehmigt hat - ein Urlaubsflug mit Bonusmeilen für den er 210.000 Euro mit der Lufthansa Kreditkarte hätte umsetzen müssen. Hat er aber nicht! Also berichten wir!
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Heute haben wir einiges an Musik gehört bei der Arbeit und nicht immer war es ein Vergnügen...Aber es MUSSTE sein: Denn heute startet die neue ESC-Runde - die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest 2012 in Baku in Aserbaidschan. Am 26. Mai ist es soweit.
Bis dahin treten zehn Kandidaten an für Deutschland - in der Sendung "Unser Star für Baku". Für uns der Anlaß heute auf die bisherigen deutschen Beiträge zurück zu gucken und festzustellen: OH. Mein. Gott. DAS will ich NIE MEHR hören!!!!
Jeder hat da sicher seinen persönlichen Favoriten: Während ein Kollege bei den Hardrockern von Lordi die Augen verdrehte, hielt sich der nächste bei Nicole die Ohren zu. Die eine wollte Dschingis Khan UND Johnny Logan aus ihrem Gehörgang rauspressen und ein anderer erklärte Guildo Horn zur ESC-Unperson.
Heute in der Aktuellen Stunde blicken bzw. hören wir zurück auf die Beiträge zum Eurovision Songcontest und sprechen gerade auch mit unseren Musik-Profi-Kollegen von 1Live, WDR3 und WDR4 über "schlimme" Songs - auch eine Art der Vorbereitung auf dieses große Musik-Spektakel.
Und welchen ESC-Beitrag wollen Sie nie wieder hören?
Hallo in die Runde!
Ich habe gerade in den Blog geschaut und möchte gern folgendes dazu loswerden:
Natürlich gab es auch heute wieder mehrere Themen, zu denen man sich eine Meinung bilden kann, die gesprächswertig sind - die einen sind politisch relevant, andere eher unterhaltsam - so ist das nunmal.... Mal schreiben wir über das eine, mal über das andere Thema. Überraschenderweise - na ja, nicht wirklich... - gibt es nie ein Thema, das allen passt. Machen wir drei Tage die Affäre um den Bundespräsidenten, finden das Viele nicht richtig und entscheiden wir uns mal für was leichteres, findet sich auch da wieder jemand, dem das nicht passt. Das ist völlig in Ordnung so! Jeder Mensch schaut anders auf die Welt und jeder Tag ist auch anders. Ich kann also gut damit leben, dass wir nicht alle einer Meinung sind - soweit alles in Ordnung.
Was ich allerdings verzichtbar finde, sind solche Äußerungen wie von Ihnen, Nerd. Ich werde aber keine Energie darauf verschwenden, mich über Ihre unangemessenen Bemerkungen zu ärgern. Ich stehe zu meinem Motto: Wer schlechte Laune hat, darf Sie behalten. Damit müssen SIE schließlich leben.
Allen anderen einen schönen Abend noch.
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Die Landesregierung in NRW ist so gar nicht mit dem geplanten Neubau eines Atomkraftwerks im Nachbarland einverstanden. Das AKW soll in der Provinz Zeeland liegen. Dort gibt es in Borssele bereits ein Kraftwerk. Hier hält die RWE im übrigen 30 % der Anteile. Im Falle eines Unfalls könnte gefährliche Strahlung innerhalb von wenigen Stunden zum Beispiel Düsseldorf erreichen - all das bei entsprechendem Wind. Dann müsste der Katastrophenschutz Jodtabletten verteilen, der Aufenthalt im Freien würde verboten. Die Landesregierung muss sich für die Pläne in den Niederlanden interessieren, denn: Nach EU Recht müssen bei einem solchen Vorhaben die Nachbarländer miteinbezogen werden. Und auch wir Bürger sind gefragt, können ebenfalls unsere Bedenken äußern. Die Frist zur Abgabe der Einsprüche läuft ab – bis morgen haben wir noch Zeit!
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„Schatz, kannst Du mir noch einen Tee bringen“…. Leichtes Stöhnen von der Couch. „Und bitte noch ein bisschen geriebenen Apfel!“… das Stöhnen wir lauter, gepaart mit einem Hustenanfall – „ Und an die Fernbedienung komm ich auch nicht ran!“
Meine Damen in diesem Moment sollte man ihn mit selbiger erschlagen. Mimose in Hose! Der Mann als kranke leidende Memme!
Und nun zeigt sich, man sollte mit der Fernbedienung nicht zu hart zuschlage, denn die Herren sind nicht schuld, sondern ihr Immunsystem.
All das Jammern, Meckern und Leiden – schuld ist die Biologie – Mann kann nicht anders.
Forscher der Queen Mary University in London haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass das weibliche Immunsystem schneller und effizienter auf Infekte reagiert als das männliche. Deshalb verlaufe eine Krankheit bei Männern immer gravierender als bei Frauen, heißt es. Und das führe also dazu, dass sie sich dementsprechend kränker fühlten und tagelang auf unserer Couch leiden.
Die englischen Mediziner haben für ihre Studie übrigens MÄUSE untersucht. Sie sind sich aber sicher, dass man die Ergebnisse ohne weiteres auf den Menschen übertragen kann.
Mann oder Maus? ;o)
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Auf einem Bild sehen wir heute Abend in der Sendung Grillhähnchen an der Stange, erschnuppern quasi ihren Duft. Irgendwie ein schönes Bild ... kross gebratene Hähnchenhaut… mhhh… Seit heute aber wissen wir, dass sich auf vielen dieser Hähnchen Keime tummeln. (Geahnt haben wir es vermutlich schon vorher…) Der BUND hat Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten untersuchen lassen. Das Ergebnis schlägt auf den Magen, bzw. verdirbt den Appetit: Jede zweite Packung Geflügelfleisch enthält gefährliche Keime - so die Umweltorganisation. Diese Keime widerstehen Antibiotika und deshalb sind sie auch gefährlich für uns. Gefunden wurden Darm- oder auch MRSA-Keime, die bei anfälligen Menschen schwere Erkrankungen auslösen können – sogar tödliche Erkrankungen. Grund für diesem Keimbefall ist der massenhafte Einsatz von Medikamenten in der Massentierhaltung – ein Thema über das wir schon seit Jahren immer wieder berichten Wir wissen längst, dass in der Intensivhaltung bis zu 24 Masthähnchen pro Quadratmeter gehalten werden. 24 pro qm!!! Das ist nur möglich, wenn jede Menge Antibiotika eingesetzt wird. Diese Tatsache ist seit langem ein Skandal, aber vor allem die Tatsache, dass diese Massenhaltung IMMER NOCH NICHT VERBOTEN IST! Selbst der BUND scheint in dieser Sache mittlerweile weichgekocht zu sein, anders ist es nicht zu erklären, dass die Umweltschützer lediglich fordern, die industrielle Tierhaltung zurückzudrängen. Das ist deutlich zu wenig! Verbot von Antibiotika in der Massentierhaltung und Verbot von Massentierhaltung überhaupt – das wär’s!
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...und wir bleiben beim Tierschutz: Jedes Jahr warnen Medien (auch die Aktuelle Stunde) vor Weihnachten davor, Tiere zu verschenken. Und trotzdem stehen jedes Jahr viel zu viele dieser Weihnachtsgeschenke auf vier Pfoten dann in einer Box vorm Tierheim. Ausgesetzt. Sollen die sich doch drum kümmern.
Warum geht das nicht in die Köpfe der Leute, dass, wenn man sich einen Hund oder eine Katze kauft, man auch Verantwortung übernimmt. Auch für Zeiten, in denen so ein Tier die Erwartungen des Käufers eben mal nicht erfüllt. Was auf einen Tierhalter zu kommt, kann man in jedem Ratgeber-Buch für ein paar Euro nachlesen. Ist das denn so schwer?
Mir würde es gefallen, wenn die Haltung von Säugetieren an eine Eignungsprüfung geknüpft würde: Nachweis, dass man zuhause die Möglichkeit hat, das Tier artgerecht zu halten, dass man sich sachkundig gemacht hat, und dass man charakterlich geeignet ist, Verantwortung für ein hochentwickeltes Lebewesen zu übernehmen.
Und wer sein Tier nachts vorm Tierheim abstellt und erwischt wird, verliert die Halter-Erlaubnis, wie ein Raser den Führerschein.
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Zu radikalen Tierschützern habe ich normalerweise eine gesunde Distanz. Aber manchmal haben sie einfach Recht. Zum Beispiel mit dieser Forderung: Die Dauer von Tiertransporten soll per Gesetz auf acht Stunden beschränkt werden. Der Deutsche Tierschutzbund wird jetzt der EU in Brüssel eine Million Unterschriften übergeben um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen.
Nur mal eine Zahl, die deutlich macht, worüber wir hier reden: Allein für die Schlachtung werden jedes Jahr 360 Millionen Tiere quer durch Europa gekarrt. Machen wir uns nichts vor: Auch bei seriösen Transporteuren sind das keine Urlaubsreisen: Enge, Angst, Stress, Verletzungen. Von den schwarzen Schafen, bei denen die Ladung halbtot am Zielort eintrifft, gar nicht zu reden.
Am Ende haben wir Verbraucher es in der Hand. Wenn wir beim Metzger Fleisch aus unserer Region verlangen und die Super-Billig-Schnitzel der Discounter links liegen lassen, dann erübrigen sich auch fragwürdige Tier-Transporte.
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Gleich mehrere Tage Wulff im Blog - da droht ein Teil der Blogger-Gemeinde in tiefste Depression zu verfallen. Daran will ich natürlich nicht schuld sein. Darum wende ich mich heute einfach mal weiteren untadeligen Spitzenpolitikern zu. Denen, die heute ihr Dreikönigstreffen haben. Ausserdem muß man über die FDP diskutieren, so lange es sie noch gibt. Zieht man eine Gerade von den 14,5%, die die FDP bei der Bundestagswahl 2009 bekam zu den 2-3%, die sie jetzt in Umfragen bekommt, dann wird - rein graphisch betrachtet - der Nullpunkt bald erreicht sein.
Die FDP-Boygroup schreitet auf diesem Wege mutig voran: Hoffnungsträger Lindner schmiss vor kurzem hin, Neu-Generalsekretär Döhring spricht dem Neu-Vorsitzenden Rösler öffentlich die Kampfkraft ab. Rösler - kaum im Amt - gilt schon als angezählt. Dazu der Alt-Liberale Baum trocken: "Die haben es ja nicht gebracht."
Und heute auch noch diese Nachricht: Die FDP-Grüne-CDU Koalition im Saarland ist gescheitert. Wegen Personal-Querelen in der dortigen FDP.
Gestern, am Vorabend des Dreikönigstreffens, gabs da einen flotten Tanz-Abend. Warum muß ich dabei bloß an das Orchester auf der Titanic denken?
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Was war das denn für ein seltsamer Machtkampf heute? Erst Bild, dann Wulff, dann wieder Bild: Da ist noch richtig Zündstoff drin. Der Reihe nach:
Gestern sagt der Bundespräsident in seinem Interview, er habe beim Bild-Chefredakteur nur angerufen, weil er um einen eintägigen Aufschub bitten wollte. - Prompt reagierte Bild: Das habe sich aber auf dem Anrufbeantworter ganz anders angehört.
Heute nun wollte Bild genau das beweisen und bat Wulff um die Erlaubnis, den Wortlaut des Anrufs zu veröffentlichen. Wulff lehnte ab! Soviel zur versprochenen Transparenz. Wer nun erwartete, die Bildzeitung würde - wie sie es sonst gelegentlich tut - durchstarten und das ganze trotzdem veröffentlichen, sah sich getäuscht: Am frühen Abend der (vorläufige?) Rückzieher: Wenn Wulff nicht will, dann veröffentlichen wir es auch nicht. Obwohl viele, die sich mit Presserecht auskennen, sagen: Sie dürften es - auch ohne Wulffs Zustimmung.
Wie immer dieses Tauziehen ausgeht: Der Würde des Präsidenten-Amtes, oder was derzeit davon übrig ist - dient auch das gewiss nicht.
P.S. An alle, die uns geschrieben haben "Gibt es denn keine anderen wichtigen Themen?": Doch, die gibt es. Aber wir haben uns für dieses entschieden. Es geht um das höchste Amt im Staat. Das ist uns wichtig genug, die Berichterstattung und Diskussion nicht abreissen zu lassen.
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Der Bundespräsident bricht heute sein Schweigen.
Vielleicht sogar gerade in diesen Minuten spricht Christian Wullf mit ARD und ZDF - stellt sich den Fragen von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten. Der öffentliche Druck ist inzwischen immens.
Ausgestrahlt wird das Interview um 20.15 Uhr in beiden Sendern. Zuvor wird es wohl Auszüge daraus geben - auch in der Aktuellen Stunde werden wir darüber berichten.
Dabei wollen wir auch versuchen, ganz aktuelle Reaktionen und Meinungen von Zuschauern und Bloggern zu berücksichtigen. Wenn Sie also unsere Sendung gucken, dann schreiben Sie doch bitte auch schnell Ihren ersten Eindruck von den Antworten des Bundespräsidenten. Wir schauen in den Blog und bringen das am Ende in die Sendung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute erklären lassen, sie habe "volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident auch weiterhin alle anstehenden Fragen umfassend beantworten wird".
Wie groß ist IHR Vertrauen, dass er das tut?
Welche Erwartungen haben Sie in den Bundespräsidenten, wenn er heute vor die Kameras tritt?
Welche Frage würden Sie ihm gerne stellen wollen?
Die Affäre Wullf - sie geht heute in eine neue Runde...
NACHTRAG:
Erste Ausschnitte aus dem Interview gibt es in zehn Minuten - also um 18.25 Uhr im Ersten in einem tagesschau -extra!
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Was könnte das neue Blogthema sein heute?
...außer die Affäre um Bundespräsident Wulff?
Es gibt kein anderes Thema - natürlich nicht. Und das nicht nur, weil unser gestriger Blog - leider - vorübergehend geschlossen werden musste. Ich weiss, dass viele von Ihnen heute bereits dazu geschrieben haben. Ab einem bestimmten Punkt kommt man einfach nicht mehr nach mit dem Lesen und Löschen von Beiträgen, die sich in einer ehrverletzenden Weise zu Menschen äußern. Wir hoffen sehr, dass es doch möglich ist, sich angemessen über dieses Thema auseinander zu setzen. Wichtig genug ist es ja.
Auch heute beschäftigt uns die Affäre um Bundespräsident Wullf mit ihren verschiedenen Facetten. Den heutigen Tag würde ich als verheerend für ihn bezeichnen. Fast konnte man dabei zusehen, wie sein Ansehen und sein Rückhalt von Minute zu Minute zerbröselt sind. Immer neue Meldungen gibt es über sein Fehlverhalten.
Nach dem Drohanruf bei der BILD-Zeitung wurde jetzt auch bekannt, dass er schon vorher versucht haben soll, einen negativen Bericht über sich in der "Welt am Sonntag" zu verhindern. Und als niedersächsischer Ministerpräsident soll er einem Event-Manager bei der Sponsoren-Suche geholfen haben.
Über den aktuellen Stand der Vorwürfe, Meinungen und Reaktionen berichten wir nachhher in der Aktuellen Stunde.
Ausgerechnet heute nun veröffentlichte das Bundespräsidialamt die Termine Wullfs für die nächsten Tage: Angeblich trifft der Bundespräsident jetzt Freitag zum Beispiel Sternsinger aus NRW. Nach dem heutigen Tag ist das nur schwer zu glauben - zumal sich inzwischen doch das Gefühl breit macht, dass es doch nur eine Frage der Zeit sein kann, bis die Schmerzgrenze erreicht ist:
Bei den Bürgern...?
Bei der Bundeskanzlerin...?
Beim Bundespräsidenten selbst...?
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Im Grunde ist mir das ja durchaus sympathisch, wenn einer seine Wut spontan rauslässt: Da ruft Christian Wulff - offenbar stocksauer wegen der Berichterstattung zu seiner Kreditaffäre - beim Chef der Bildzeitung an und - so berichten es Zeitungen - hinterlässt auf der Mailbox eine richtige Wut-Rede, schimpft und droht.
Leider ist Herr Wulff aber nunmal nicht irgendein Wutbürger - er ist der Präsident. Noch dazu einer, der wenige Tage nach diesem Vorfall in seinem öffentlichen Statement zur Kreditaffäre versichert hat, wie sehr ihm eine freie Presse am Herzen liegt. Droh-Anrufe passen da so gar nicht ins Bild.
Im Moment erleben wir gerade ein Musterbeispiel, wie wichtig freier, unabhängiger Journalismus ist: Aus der Politik - die sonst bei ähnlichen Gelegenheiten Rücktrittsforderungen dutzendweise loslässt - kommt nämlich so gut wie nichts, auch die Opposition ist seltsam sprachlos. Offenbar hat jeder Angst, es könne was an ihm kleben bleiben, wenn er den amtierenden Bundespräsidenten attackiert. Das Beispiel Trittin/Köhler wirkt wohl nach. Zu groß ist auch die Angst vor einer Staatskrise, wenn in kurzer Zeit schon der zweite Bundespräsident nach öffentlicher Kritik zurückträte.
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